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Das Management Commentary nach IFRS

Hausarbeit 2014 14 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau

2. Management Commentary
2.1. Entwicklung, Bedeutung und Einordnung
2.2. Funktion und Abschlussadressaten
2.3. Prinzipien
2.4. Qualitative Anforderungen
2.5. Inhalte und Bestandteile
2.5.1. Art der Geschäftstätigkeit
2.5.2. Ziele und Strategien des Managements
2.5.3. Wesentliche Ressourcen, Risiken und Beziehungen
2.5.4. Geschäftsergebnisse und Geschäftsaussichten
2.5.5. Leistungsmaßgrößen und Leistungsindikatoren
2.6. Darstellung

3. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Entstehungsgeschichte des IFRS Management Commentary

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Die hier vorliegende Arbeit soll die im Titel ihren Aufdruck findende grundsätzliche Problemstellung des Management Commentary nach Financial Reporting Standards (im Folgenden IFRS) behandeln. Das vom International Accounting Standards Board (im Folgenden IASB) veröffentlichte erste IFRS Practice Statement Management Commentary ergänzt die Rechnungslegungsvorschriften, um ein Rahmenkonzept für die Erstellung von Managementberichten zu geben.1 Mit dem Management Commenta­ry soll die bislang bestehende Lücke geschlossen werden, die hinsichtlich einer Lagebe­richterstattung nach internationalen Vorgaben besteht. Das IASB bedient sich hierbei einer neuen Art von Verlautbarung, dem Practice Statement. Das Practice Statement Management Commentary stellt keinen Rechnungslegungsstandard nach IFRS dar, es ist eine unverbindliche Anwendungsleitlinie für Managementberichte.2 Das "ob" und "wie" der Umsetzung des Practice Statements obliegt den jeweiligen Gesetzgebern, Standardsettern oder Börsenaufsichtsbehörden. Das IASB versucht Konflikte inhaltli­cher Basis zwischen einem nach internationalen Regelungen erstellten Managementbe­richt und bereits bestehenden nationalen Berichtserfordernissen, wie z.B. dem deut­schen Lagebericht, zu vermeiden.

1.2. Zielsetzung

Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es dem Leser anhand von Literatur einen prägnanten Überblick über das Management Commentary nach IFRS zu verschaffen, um die An­forderungen an diesen Lagebericht kritisch zu würdigen. Die Darstellung der inhaltli­chen Anforderungen und Grundsätze bilden dabei den Schwerpunkt der Arbeit.

1.3. Aufbau

In Kapitel 2 wird zu Beginn die Bedeutung und Einordnung des Management Commen­tary nach IFRS herausgestellt und kurz auf die Entwicklung des Practice Statements Management Commentary eingegangen. Anschließend folgt die Darstellung der Rah­menbedingungen und Inhalte des Management Commentary nach IFRS. Die gewonnen Erkentnisse sollen abschließend in einem Fazit zusammengefasst werden.

2. Management Commentary

2.1. Entwicklung, Bedeutung und Einordnung

Das Management Commentary geht aus dem am 08.12.2010 veröffentlichten Internati­onal IFRS Practice Statement des IASB hervor. Im Oktober 2005 war ein Diskussions­papier und im Juni 2009 ein Exposure Draft vorausgegangen.3 Die nicht verpflichtende Anwendung des Practice Statements stellt ein Rahmenkonzept für die Erstellung eines Managementberichts, das bewusst keine detaillierten Berichtsvorgaben hat.4 Das Ma­nagement Commentary ist ein freiwilliges Informationsinstrument, dass der Interpreta­tion der finanziellen Lage, finanziellen Entwicklung und Ertragslage dient. Es ist Teil der finanziellen Berichterstattung eines Unternehmens und wird auch als erläuternder Report mit vergangenheitsbezogenen sowie prospektiv ausgerichteten Informationen für die relevanten Adressaten definiert. Darüber hinaus stellt es die Basis zum Verständnis der Ziele sowie die Zielerreichungsstrategien des Managements dar. Angewendet wird der Bericht von Unternehmen, die ihre Abschlüsse in Konformität mit dem IFRS auf­stellen. Das Management Commentary ist vom Inhalt vergleichbar mit dem Lagebericht nach dem Handelsgesetzbuch und wird ergänzend erstellt und als Teilbereich des ge­samten Financial Reports gesehen.5 Das Management Commentary wurde vom IASB nicht als IFRS-Standard erlassen, weil man Konflikte mit bereits bestehenden nationa­len Anforderungen an die Berichterstattung vermeiden wollte. Außerdem würden bei gleichzeitiger, verpflichtender Anwendung zu den nationalen Bestimmungen die Kosten steigen und so eine Hürde zur Anwendung der IFRS darstellen. Da das Practice State- ment ein Rahmenkonzept darstellt sind bewusst keine detaillierten Berichtsvorgaben enthalten und daher fehlt auch die Verankerung einer Prüfungspflicht des Management Commentary.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Entstehungsgeschichte des IFRS Management Commentary, Quelle: Entnommen aus: Teitler (Hrsg.) (2010)URL: http://www.teitler.ch/images/downloads/zeitschriften /Teitler_Management_Commentary_ST2011Oktober.pdf

2.2. Funktion und Abschlussadressaten

Die Funktion des Management Commentary ist es, den relevanten Adressaten Informa­tionen zu gewähren, die die Financial Statements in einen Gesamtzusammenhang brin­gen. Dabei wird die Sicht des Managements auf vergangene Entwicklungen und Erwar­tungen, hinsichtlich der Implikationen der vergangenen Entwicklung, auf die Zukunft erläutert und dargestellt.7 Eine weitere Funktion ist es, den Adressaten zu ermöglichen eine Bewertung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens durchzuführen, sowie die Handlungen des Managements im Hinblick auf festgelegte Strategien und Pläne zu be- werten.8 Durch das Management Commentary können Risiken des Unternehmens und dessen Strategien um Risiken zu begegnen, verstanden werden. Es wird ebenso ermög­licht, die Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch nicht finanzielle Faktoren und Res­sourcen, die nicht in Financial Statements aufgeführt werden, zu verstehen. Das Ma­nagement Commentary richtet sich an denselben Adressatenkreis wie die IFRS Ab­schlüsse. Die primäre Nutzergruppe des Management Commentary sind die potenziel­len und gegenwärtigen Kapitalgeber. Dazu zählen Eigenkapitalgeber, Gläubiger ein­schließlich Kunden und die Arbeitnehmer, soweit sie gegenüber dem Unternehmen eine Gläubigerrolle inne haben. Eingeschlossen in den Interessentenkreis werden Stakehol­der vom Staat, der Öffentlichkeit, Gewerkschaften und Verbänden.9

2.3. Prinzipien

Um entsprechend der Funktionen einen Management Commentary zu erstellen, der bei der Entscheidung für die entsprechenden Adressaten nützlich ist, müssen Prinzipien eingehalten werden. Dabei gibt es zwei übergeordnete oder primäre und ein sekundäres Prinzip. Das erste primäre Prinzip ist die Präsentation der Sicht des Managements auf die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, dessen Position sowie dessen künftige Ent- wicklung.10 Das zweite Primärprinzip ist die Erweiterung und Vervollständigung durch die Informationen aus dem IFRS-Jahresabschluss. Darin enthalten sind Erläuterungen der berichteten Beträge im IFRS-Jahresabschluss und Erklärungen zu den Bedingungen und Ereignissen, die die Informationen beeinflusst haben. Vervollständigt werden soll der Bericht durch finanzielle und nicht finanzielle Informationen, bezogen auf die Per­formance und das Geschäft des Unternehmens, welche im IFRS-Jahresabschluss nicht angegeben wurden.11 Ein sekundäres Prinzip ist die Zukunftsorientierung, bei der die Entwicklung des Unternehmens aus Sicht des Managements dargestellt wird.12 Diese Informationen können quantitativ als auch qualitativ sein und werden durch das Unter­nehmensumfeld beeinflusst. Vorausschauende Informationen werden durch das Ma­nagement bereitgestellt, sobald Unsicherheiten, Trends oder andere Faktoren bekannt werden, die die Geschäftstätigkeit beeinflussen. Zukunftsorientiert wird außerdem eine Diskussion zu dem Management Commentary des Vorjahres und den darin enthaltenen prospektiven Angaben erstellt, in der auf die tatsächlich übertroffene, erreichte oder nicht erreichte Leistungsfähigkeit der Vorperiode eingegangen wird.13

2.4. Qualitative Anforderungen

Die Informationen im Management Commentary sollten qualitativen Anforderungen entsprechen, die der Entscheidungsnützlichkeit dienen.14 Zu den Anforderungen gehö­ren die Relevanz, die treue Wiedergabe der Unternehmenslage, die Vergleichbarkeit, die Nachprüfbarkeit, die Zeitnähe und die Verständlichkeit.15 Relevanz bezeichnet die Nützlichkeit der Informationen, die zur Entscheidung für den Kapitalgeber wichtig sind. Informationen sind dann nützlich, wenn die Informationen prognostisch und/oder einen bestätigenden Wert inne hat. Die treue Wiedergabe der Unternehmenslage verlangt eine Übereinstimmung der Beschreibungen oder Bilanzmaßgrößen im Abschluss mit den ökonomischen Phänomenen, die diese wiedergeben sollen. Dies wird erfüllt, wenn das ökonomische Phänomen neutral, vollständig und frei von wesentlichen Fehlern ist. Die Vergleichbarkeit zielt auf die Qualität der Informationen ab. Die Informationen sollen den Adressaten ermöglichen Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen wirtschaftlichen Phänomenen zu erkennen. Mit der Nachprüfbarkeit von Informationen ist die Qualität der Informationen gemeint, die den Adressaten ermöglicht sich zu ver­gewissern, dass diese Informationen dem Sachverhalt entsprechen, dem sie vorgeben zu entsprechen. Zeitnähe beschreibt die Bereitstellung von Informationen für den Ent­scheidungsträger. Die Informationen müssen in dem Zeitraum bereitgestellt werden, in der der Entscheidungsträger seine Entscheidung beeinflussen kann. Die Verständlich­keit ermöglicht den Adressaten ein Verständnis über die Bedeutung der Informationen zu bekommen. Durch die Forderungen nach Wesentlichkeit (Material) und Kostengrün­den, beides unternehmensspezifische Aspekte der Relevanz, werden die qualitativen Anforderungen begrenzt.16

2.5. Inhalte und Bestandteile

Das Practice Statement gibt wegen der für die Berichterstattung dominierenden Ma­nagementperspektive keine konkreten Berichtsanforderungen vor. Es nennt Bereiche, aus denen Informationen gegeben werden sollen, um die Ziele der Managementbericht­erstattung zu erreichen.17 Im Folgenden werden die Bereiche genannt und erläutert.

2.5.1. Art der Geschäftstätigkeit

Die Art der Geschäftstätigkeit beschreibt das Wissen, um das Geschäftsfeld des Unter­nehmens und dessen externes Unternehmensumfeld, in der die Unternehmung tätig ist.18 Der Bereich gibt Angaben zur Branche des Unternehmens, u. a. die Situation des Wett­bewerbs innerhalb der Branche. Er verweist auf die Situation auf den relevanten Märk­ten und gibt Angaben zur Unternehmensstellung auf den Märkten. In diesem Bereich wird auch aufgeführt welche Produktgruppen, Dienstleistungsbereiche und Geschäfts­modelle das Unternehmen hat. Es werden Angaben zu den wesentlichen Vertriebsme­thoden und zur Struktur des Unternehmens gemacht. Zum makroökonomischen Umfeld werden Angaben wie z. B. Inflation, Arbeitslosigkeit, Wachstum, Verschuldung öffent­licher Haushalte oder Währungseinflüsse gemacht. Außerdem sollten relevante Um­weltbedingungen, die durch unternehmensrelevante Umweltbestimmungen, gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen festgehalten sind, genannt werden.19

[...]


1 Vgl. Beck (Hrsg.) (2011) S. 1.

2 Vgl. Beck (Hrsg.) (2011) S. 1.

3 Vgl. Kirsch, H. (2013) S. 439.

4 Vgl. Vgl. Wysocki, K., Wohlgemuth, M., Brösel, G. (2014) S. 38.

5 Vgl. Buschhüter, M., Striegel, A. (Hrsg.) (2009) S.394.

6 Vgl. Kirsch, H. (2013) S. 439.

7 Vgl. Müller, S. (Hrsg.), Stute, A. (2010) S. 202.

8 Vgl. Müller, S. (Hrsg.), Stute, A. (2010) S. 204.

9 Vgl. Kirsch, H. (2013) S. 440.

10 Vgl. IASB (2010) S. 9.

11 Vgl. IASB (2010) S. 9.

12 Vgl. IASB (2010) S. 9 f.

13 Vgl. Müller, S. (Hrsg.), Stute, A. (2010) S. 205.

14 Vgl. Müller, S. (Hrsg.), Stute, A. (2010) S. 203.

15 Vgl. IASB (2010) S. 11.

16 Vgl. IASB (2010) S. 11.

17 Vgl. IASB (2010) S. 12.

18 Vgl. Buschhüter, M., Striegel, A. (Hrsg.) (2009) S. 393.

19 Vgl. IASB (2010) S. 12 f.

Details

Seiten
14
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783346249807
ISBN (Buch)
9783346249814
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v923279
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Duisburg
Note
2,3
Schlagworte
Jahresabschluss Management Commentary IFRS BWL Financial Reporting Standards IASB Rechnungslegung
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