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Darstellung und Beurteilung zentraler Zielkategorien eines Unternehmens

Hausarbeit 2015 10 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition

3 Zentrale Zielkategorien eines Unternehmen

4 Beurteilung

5 Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht Zielkategorien

1 Einleitung

Unternehmen werden gegründet, um wirtschaftliche Ziele zu erreichen.1 Diese Ziele spiegeln die positive Entwicklung unternehmerischen Handelns wider.2 „Die unternehmensspezifische Ausgestaltung der Zielkategorien ist der ureigene unternehmerische Zielbildungsprozess.“3

Ziel dieser Seminararbeit ist es, die zentralen Zielkategorien eines Unternehmens und deren Beurteilung darzustellen.

Zuerst werden die Ziele eines Unternehmens definiert. Danach werden die zentralen Zielkategorien hinsichtlich ihres Inhalts dargestellt. Es folgt eine Beurteilung von Tendenzen hinsichtlich der Zielinhalt eines Unternehmens anhand von Befunden der betriebswirtschaftlichen Zielforschung im Laufe der Zeit und durch Shareholder- und Stakeholder-Ansätze. Abschließend werden die zentralen Zielkategorien in einem Fazit analysiert.

2 Begriffsdefinition

„Unter Zielen werden angestrebte Zustände verstanden, die durch Handlungen erreicht werden sollen.“4 Sie stellen ein wesentliches Element eines Unternehmens dar5 und erfüllen eine Steuerungs- und Koordinationsfunktion.6 Grundsätzlich gehören Ziele zu den Aufgaben des normativen Managements und beschreiben die Richtung für die zukünftige Entwicklung von Unternehmen.7

Im Folgenden werden die Zielkategorien inhaltlich genannt.

3 Zentrale Zielkategorien eines Unternehmen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sachzielen und Formalzielen.8

Sachziele bezeichnet sowohl die Zielformulierung des güter- und finanzwirtschaftlichen Umsatzprozesses als auch dessen Steuerung. Bei der Berücksichtigung der Menschen innerhalb des Unternehmens unterscheidet man zwischen Leistungszielen, Finanzzielen, Führungs- und Organisationszielen sowie soziale und ökologischen Zielen.9

Leistungsziele umfassen die Markt- und Produktziele, die mit der Leistungserstellung und –verwertung verbunden sind. Zu den Leistungszielen zählen z. B. die Bestimmung des Marktanteils, die Festlegung des Absatzvolumens, die Umschreibung des Produktionsprogramms.10

Die Finanzziele stellen Ziele dar, die mit dem wirtschaftlichen Umsatzprozess zusammenhängen. Zu den Finanzzielen zählen z. B. die Versorgung des Unternehmens mit Kapital, die Forderung nach Liquidität, die Festlegung der optimalen Kapital- und Vermögensstruktur.11

Die sozialen und ökologischen Ziele sind die nicht-ökonomischen Unternehmensziele.12 Man unterscheidet zwischen mitarbeiter- und gesellschaftsbezogenen Zielen. Die mitarbeiterbezogenen Ziele beziehen sich auf den Personalbereich. Zu solchen Zielen zählen z. B. gerechte Entlohnung, Gewinnbeteiligung, gute Arbeitsbedingungen, Arbeitsplatz-sicherheit, Mitbestimmungsmöglichkeiten, Freizeitgestaltung, Weiterbildungsmöglichkeiten und gute Sozialleistungen.13 Die gesellschaftsbezogenen Ziele beruhen auf dem Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR),14 nach dem Unternehmen gesellschaftlich verantwortlich handeln sollen.15

Die Führungs- und Organisationsziele beziehen sich auf Handlungen zur Erreichung einer optimalen Gestaltung und Steuerung des güter- und finanzwirtschaftlichen Umsatzprozesses. Zu den Führungs- und Organisationszielen gehören z. B. die Gestaltung des Problemlösungs-prozesses und die einzusetzenden Führungsfunktionen.16

Im Gegensatz zu den Sachzielen richten sich die Formalziele am Erfolg des unternehmerischen Handelns aus. Sie stellen das Ergebnis des güter- und finanzwirtschaftlichen Umsatzprozesses dar.17 Deshalb werden die Formalziele auch als Erfolgsziele bezeichnet.18

Die Formulierung der Formalziele basiert auf der Grundlage des ökonomischen Prinzips.19 Die Verwirklichung des ökonomischen Prinzips wird mit der Effizienz beurteilt. Es handelt sich dabei um die interne Leistungsfähigkeit des Unternehmens, z. B. die rationalen Abläufe und ein minimaler Ressourcenverbrauch. Im Gegensatz zur Effizienz steht die Effektivität. Diese bezeichnet die Leistungswirksamkeit des Unternehmens und die Außenwirkung des Ressourceneinsatzes. Das ökonomische Prinzip wird in der Praxis durch die Vorgabe von Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität bzw. Gewinn konkretisiert.20

Produktivität ist das mengenmäßige Verhältnis zwischen Input und Output des Produktionsprozesses. Häufig werden Teilproduktivitäten ermittelt, die einzelne Produktionsfaktoren betreffen. Dabei handelt es sich um die Einsatzmengen der Arbeitsstunden, Maschinenstunden, des Materialeinsatzes und der Verkaufsflächen.21

Wirtschaftlichkeit bezeichnet man das Verhältnis von Aufwand und Ertrag, die aus dem Güter- und Finanzprozess abgeleitet werden.22

Es gibt zwei Verfahren, das Gewinnziel zu berechnen: absolut und relativ. Bei dem ersten Verfahren wird das Gewinnziel als Differenz zwischen Ertrag und Aufwand (Gewinn) formuliert, bei dem zweiten als Relation zwischen Gewinn und dem zur Erwirtschaftung dieses Gewinns eingesetzten Kapitals berechnet (Rentabilität).23

Die Vielzahl und Vielfalt der vorgestellten Unternehmensziele zeigen, dass Unternehmen mehrere unterschiedliche Ziele gleichzeitig anstreben.24 Diese Ziele sollten zusammen betrachten werden. Abbildung 1 stellt eine Übersicht über Zielkategorien eines Unternehmens dar.25

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Übersicht Zielkategorien26

4 Beurteilung

In der Theorie gelten die Unternehmensziele formal abschließend als bekannt.27 In der Praxis ist es nicht einfach und klar, die Ziele zu bestimmen.28 Vielmehr wirken sich darauf die Wertvorstellungen der Unternehmensträger, der Status quo und die Handlungsmöglichkeiten des Unternehmens aus.29

Die Analyse der Zielinhalte von Unternehmen hat einen zentralen Stellenwert in der betriebswirtschaftlichen Forschung und Lehre.30 Die Untersuchungen in den 1970er-Jahren zeigten die Dominanz der ökonomischen Ziele.31 Die Unternehmen strebten nach Maximalgewinn oder nach Kapitalrentabilität.32 Die Analysen der Zielinhalte in den 1980er-Jahren ergaben, dass die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit zentrales Unternehmensziel war.33 Zwar belegt das Gewinnziel noch einen mittleren Platz in der Rangfolge der Wichtigkeit von Unternehmenszielen, aber das Thema Nachhaltigkeit wurde von den Unternehmen erkannt. Im Zielsystem des Unternehmens etablierten sich neue Zielkategorien wie „Verbraucherversorgung“, „Schonung natürlicher Ressourcen und umweltfreundliche Produktion“ oder „soziale Verantwortung“.34 Die Untersuchungen aus den 1990er-Jahren belegten, dass Kundenzufriedenheit, Sicherung des Unternehmensbestandes, Wettbewerbsfähigkeit und die Qualität des Angebots die zentralen Unternehmensziele waren. Gewinn-, rentabilitäts- und kostenorientierte Ziele folgen erst hinter diesen Zielen. Die Bedeutung des Unternehmensziels „Umweltschutz“ ist jedoch zurückgefallen.35

In der modernen Unternehmenstheorie gibt es zwei Positionen, die beschreiben, wie die Ziele von Unternehmen entstehen (bzw. entstehen sollten): der Shareholder-Ansatz und der Stakeholder-Ansatz. Die Vertreter der ersten Position sehen in den Interessen der Eigentümer die absolute Priorität.36 Das oberste Unternehmensziel ist nach dem Shareholder-Ansatz die Steigerung des Eigenkapitalwertes des Unternehmens, wobei die angestrebte Eigenkapitalsteigerung als gleichwertig mit Gewinn anzusehen ist. Deshalb kann man den Shareholder-Ansatz mit der Auffassung der traditionellen Betriebswirtschaftslehre vergleichen, bei der sie langfristige Gewinnmaximierung als zentrales Unternehmensziel betrachtet wird. Bei dem Stakeholder-Ansatz wird diese Position verneint.37 Bei diesem Ansatz werden bei der Festlegung von Unternehmenszielen die Interessen verschiedener Unternehmensbeteiligter berücksichtigt.38 Neben den Eigenkapitalgeberinteressen (ökonomische Ziele) müssen nach dem Stakeholder-Ansatz auch die Arbeitnehmerinteressen (soziale Ziele) und die Interessen der Öffentlichkeit (ökologische Ziele) berücksichtigt werden.39

[...]


1 Vgl. Hutzschenreuter (2015), S. 52.

2 Vgl. Kricsfalussy (2008), S. 34.

3 Kricsfalussy (2008), S. 34.

4 Weber et al. (2014), S. 87.

5 Vgl. Thommen (2013), S. 105.

6 Vgl. Weber et al. (2014), S. 87.

7 Vgl. Hungenberg (2014), S. 27.

8 Vgl. Thommen (2013), S. 106.

9 Vgl. Thommen (2013), S. 107.

10 Vgl. Thommen (2013), S. 107.

11 Vgl. Thommen (2013), S. 107–108.

12 Vgl. Sigloch (2015), S. 31.

13 Vgl. Thommen (2013), S.109.

14 Vgl. Thommen (2013), S.109.

15 Vgl. Sigloch (2015), S. 35.

16 Vgl. Thommen (2013), S. 108.

17 Vgl. Thommen (2013), S. 111.

18 Vgl. Thommen (2013), S. 106.

19 Vgl. Sigloch et al. (2015), S. 31.

20 Vgl. Thommen (2013), S. 112.

21 Vgl. Thommen (2013), S. 112.

22 Vgl. Thommen (2013), S. 113.

23 Vgl. Thommen (2013), S. 113.

24 Vgl. Hungenberg (2015), S. 43.

25 Vgl. Thommen (2013), S. 114.

26 Abbildung 1: Übersicht Zielkategorien, Thommen (2013), S. 114.

27 Vgl. Kricsfalussy (2008), S. 33.

28 Vgl. Hungenberg (2015), S. 43.

29 Vgl. Hungenberg (2015), S. 44.

30 Vgl. Macharzina (2015), S. 211.

31 Vgl. Macharzina (2015), S. 230.

32 Vgl. Macharzina (2015), S. 212–213.

33 Vgl. Macharzina (2015), S. 230.

34 Vgl. Macharzina (2015), S. 230.

35 Vgl. Macharzina (2015), S. 231.

36 Vgl. Hungenberg (2015), S. 48.

37 Vgl. Wöhe (2013), S. 66-67.

38 Vgl. Hungenberg (2015), S. 48.

39 Vgl. Wöhe (2013), S. 67.

Details

Seiten
10
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783346248107
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v923974
Institution / Hochschule
Fachhochschule Münster
Note
1,7
Schlagworte
darstellung beurteilung zielkategorien unternehmens

Autor

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