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Außerschulisches Lernen im Erdkundeunterricht

Seminararbeit 2001 13 Seiten

Didaktik - Geowissenschaften / Geographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Was ist außerschulisches Lernen?
1.1 Außerschulisches Lernen allgemein
1.2 Klassifikation

2 Warum ist außerschulisches Lernen wichtig?
2.1 Realitätsorientierung, Lernen mit allen Sinnen
2.2 Entdeckendes Lernen, Learning by doing
2.3 Schülerorientierter Unterricht, Mitverantwortung des Schülers
2.4 Fächerübergreifendes Lernen

3 Wie plant und führt man außerschulisches Lernen durch?
3.1 Vorgehensweise
3.2 Arbeitsformen des außerschulischen Lernens
3.3 Zeitpunkt des außerschulischen Lernens

4 Welche außerschulischen Lernorte gibt es?
4.1 Museum
4.2 Behörden
4.3 Landwirtschaft / Landwirtschaftlicher Betrieb
4.4 Industriebetrieb
4.5 Freies Gelände/Nationalpark

5 Schluss

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung: Was ist außerschulisches Lernen?

1.1 Außerschulisches Lernen allgemein

Es gibt viele Arten von Unterricht, die den Schülern – im Gegensatz zum Frontalunterricht – Handlungsspielraum ermöglichen und somit eigenständiges Arbeiten und Lernen fördern. Neben Projektunterricht,

Lernzirkel etc. ist eine Form besonders hervorzuheben: der außerschulische Unterricht.

Der außerschulische Unterricht im Fach Erdkunde wird als originale Begegnung im Gelände verstanden. „Gelände“ meint dabei „nicht nur die offene, naturnahe Landschaft, sondern auch den bebauten, städtischen oder dörflichen Raum. Der außerschulische Unterricht findet in Form von mehrstündigen Lehrgängen, ein- bis mehrtägigen Exkursionen und Schullandheimaufenthalten statt“ (Haubrich, 1997, S.208).

Der Begriff „außerschulisches Lernen“ kann oft mit „Unterrichtsgang“, „Klassenfahrt“, „Besichtigung“ und „Exkursion“ gleichgesetzt werden (Staatsministerium für Schulpädagogik und Bildungsforschung München, 1995, S.17). Dabei sind folgende Klassifikationskriterien zu beachten.

1.2 Klassifikation

Rechtlich unterscheidet man beim außerschulischen Lernen zwischen Unterrichtsgängen, Wanderungen und Fahrten.

Unterrichtsgänge beanspruchen nur 1 bis 2 Stunden Zeit und finden in Schulnähe statt. Als Wanderungen bezeichnet man alle Exkursionen, die maximal einen Tag dauern. Sie führen meist in die weitere Umgebung der Schule und eine geographische Thematik wird anhand von ausgewählten Punkten behandelt.

Als Fahrten gelten Lehr- und Studienfahrten, deren Länge einen Tag überschreitet (Staatsministerium für Schulpädagogik und Bildungsforschung München, 1995, S.17). Schönbach (1990, S.28) unterscheidet darüber hinaus noch zwischen Betriebserkundung, Feldarbeit und Übersichtsexkursion. Eine Betriebserkundung ist eine „räumlich, inhaltlich und organisatorisch eng festgelegte Exkursion, die im Einvernehmen mit der besuchten Einrichtung durchgeführt wird“ (Schönbach, 1990, S.28). Feldarbeit meint eine weitgehend selbständige Erkundung geographischer Sachverhalte durch die Schüler, wohingegen die Teilnehmer einer Übersichtsexkursion weitgehend passiv-rezeptiv sind.

Übersichtsexkursionen haftet der Ruf einer touristischen Führung an und deshalb sind sie in Verruf geraten (Daum, 1982, S.71 & Haubrich, 1997, S.208). Als Grund dafür lässt sich die dominante und führende Rolle des Lehrers nennen und die mangelnde Aktivität der Schüler. Darum fordert Daum statt Übersichtsexkursionen mehr geographische Praktika, um das entdeckende Lernen zu fördern.

2 Warum ist außerschulisches Lernen wichtig?

2.1 Realitätsorientierung, Lernen mit allen Sinnen

Um dem Anspruch der Schule gerecht zu werden, auf das Leben vorzubereiten, ist die reale Begegnung mit der wirklichen Welt unumgänglich. Durch die originale Begegnung mit Mensch, Natur, Bauwerken etc. können die Schüler sich selber ein Bild von der Realität machen und Informationen aus erster Hand erhalten, die nicht durch Medien gefiltert worden sind (Haubrich, 1997, S.208). Handlungsorientierter Unterricht wird durch den Realitätsbezug möglich, denn der Bezug zur Alltagswelt verlangt vom Schüler selbständiges Handeln und „Lernen mit allen Sinnen“ (Staatsministerium für Schulpädagogik und Bildungsforschung München, 1995, S. 9).

2.2 Entdeckendes Lernen, Learning by doing

Das entdeckende Lernen ist essentiell für eine Exkursion. Zunächst stellt man eine Hypothese zur Lösung eines Problems auf und überprüft deren Richtigkeit im Gelände. Je mehr die Schüler selber „erforschen“ dürfen, desto mehr Interesse wird in ihnen geweckt. Durch Entdecken geographisch relevanter Zusammenhänge wird rationales Problemlösungsverhalten geübt und „Welt und Umwelt als rational erschließbar begriffen“ (Daum, 1982, S.72). Wenn Schüler entdecken und forschen, wenden sie auch bestimmte Arbeitsmethoden an, wie Karten lesen, Skizzen und Pläne erstellen etc. Dadurch werden diese Methoden eingeübt und eingeprägt.

2.3 Schülerorientierter Unterricht, Mitverantwortung des Schülers

Durch außerschulisches Lernen wird nicht nur die Kognition, sondern auch das emotionale und das soziale Lernen geschult (Staatsministerium für Schulpädagogik und Bildungsforschung München, 1995, S. 9). Indem die Schüler im Rahmen von Gruppenarbeit selbständig und aktiv arbeiten – d.h. möglichst ohne die Hilfe des Lehrers – werden soziale Fähigkeiten und Haltungen entwickelt. Die Schüler können und sollten – je nach Jahrgangsstufe und Reife – bei der Planung von Exkursionen mitarbeiten dürfen, wie z.B. bei der Festlegung der Exkursionsziele und der zu behandelnden Themen. Somit wächst das Interesse an der Thematik und der Schüler fühlt sich ernstgenommen, weil seine Wünsche berücksichtigt werden.

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Details

Seiten
13
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638063807
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v92551
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Geographie
Note
Schlagworte
Außerschulisches Lernen Erdkundeunterricht Unterrichtsmethoden Erdkundeunterricht

Autor

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Titel: Außerschulisches Lernen im Erdkundeunterricht