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Ganzheitliche Zahngesundheit bei Hund & Katze

Naturheilkundliche Möglichkeiten der Beratung

Seminararbeit 2008 25 Seiten

Medizin - Alternative Medizin

Leseprobe

GLIEDERUNG

1.) Einleitung
Erläuterung der Fragestellung /These

2.) Grundlagen der Zahnheilkunde bei Hund /Katze
2.1.) Zahnanatomie
Hund
Katze
2.1.2.) Aufgaben der Zähne
2.2.) Naturheilkundlich behandelbare Zahnerkrankungen
- Gingivitis (Zahnfleischentzündung)
- Stomatitis ( Mundschleimhautentzündung)
- beginnender Zahnstein
- begleitende Therapie nach Extraktion von Zähnen, begleitende Schmerztherapie
- FORL ( „Neck Lesion“- Zahnhalsläsion)

3.) Vorbeugende Maßnahmen/prävention
Beratung -Verhaltensregeln für den Besitzer/Tierhalter
3.1.) Ernährung/futterangebot
3.1.1.) Futterzusammenstellung unter Berücksichtigung von Kriterien der TCM
3.1.2.) Naturnahe Ernährung- BARF
3.2.) TTouch/ Maul TTouches
3.3.) Phytotherapeutika

4.) Zahn- erhaltende Maßnahmen
4.1.) Edelsteintherapie
4.2.) Homöopathische Mittel

5.) Fallbeispiele

6.) Möglichkeiten, Vorteile und Grenzen naturheilkundlicher Zahnbehandlung
6.1.) Diskussion- Fazit Ergebnis und Ausblick
6.2.) Zusammenfassung

7.) Literatur

1.) Einleitung

Die vorliegende Facharbeit wird sich mit den ganzheitlich ausgerichteten Möglichkeiten zur Erhaltung der Zahngesundheit von Hund und Katze beschäftigen.

Basierend auf literarischen Vorlagen, Internetrecherche und zwei Erfahrungsberichten.

Die Dentition (Zahnentwicklung) bei Hund und Katze ähnelt der des Menschen.

Unterschiede gibt es in der Menge und der Form der Zähne, ihr anatomischer Grundaufbau ist aber vergleichbar.

Mensch, Hund und Katze sind diphyodont. Das bedeutet die Milchzähne, Dentes decidui

(Milchzähne), werden durch die bleibenden Zähne, Dentes permanentes oder Ersatzzähne, ersetzt.

Hier möchte ich vor allem auf die Gesunderhaltung und mögliche ganzheitliche Behandlung einfacher Zahnschädigung -wie z.B. beginnende Parodontose

(Entzündungsbeginn des Zahnhalteapparates) und Zahnstein- der Dentes permanentes eingehen.

Großflächige Karies, Okklusionsmängel und vieles mehr gehören in die Praxis des Tierarztes und sind nicht mehr naturheilkundlich zu behandeln. Höchstens als unterstützende und begleitende Therapiemaßnahmen.

Meine Erfahrungen haben mir allerdings gezeigt, - dass die Zahnbehandlung bei Hund und Katze sowohl in der veterinärmedizinischen Praxis als auch in der naturheilkundlichen Behandlung eher am Rande beachtet und behandelt wird.

Konträr dazu nehmen die Zahnerkrankungen bei den Haustieren und somit auch bei Hund und Katze aber stetig zu.[1]

Aus diesem Grund möchte ich diese Facharbeit verfassen und vor allem auch auf die bedeutende Rolle der vorbeugenden Maßnahmen zur Erhaltung der Zahngesundheit am Beispiel von Hund und Katze eingehen!

Die ähnliche Dentition von Mensch, Hund und Katze erleichtert das Nachvollziehen der vorgeschlagenen Vorsorgemaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten und erscheint mir auch aus diesen Parallelen her geeignet für ganzheitliche Beratungsansätze.

Eine Übertragung der Erkenntnisse aus der humanen Zahnheilpraxis erscheint in großen Anteilen möglich.

Im Besonderen kann der Tierheilpraktiker in diesem Teilgebiet die Chance des Gesprächs und die Aufklärung der Hunde & Katzenbesitzer nutzen.

Vorbeugen ist besser als bohren oder jede andere tierzahnärztliche Intervention.

2.) Grundlagen der Zahnheilkunde bei Hund und Katze

2.1.) Anatomische Grundlagen:

Der Zahnaufbau:

Abbildung1 /Scan, aus: Eickhoff, Dr.med.vet: Das Hundezahnbuch, a.A.o.ebda; S.15

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[2] Jeder Zahn besitzt oberhalb des Zahnfleischrandes eine Krone und eine oder mehrere Wurzeln unterhalb des Zahnfleischrandes.

Der Hauptanteil des ausgewachsenen Zahns besteht aus Dentin, welches vom Schmelz der Krone und dem Zahnzement der Zahnwurzel überzogen wird.

Das Zentrum des Zahns wird durch die Pulpa (Zahnmark) und das endodontische (mit Zahnnerven durchzogene) System ausgefüllt.

Die Zahnkronen bei Hund und Katze sind noch spitzer als beim Menschen mit scharfen, schneidenden Kanten, deren Kauflächen kaum ausgebildet sind.

Die Zahnzwischenräume sind größer und an den Stellen an denen sich die Zähne berühren ist die Kontaktfläche kleiner als beim Menschen.

Sowohl bei den Milchzähnen als auch bei den bleibenden Zähnen vollzieht sich das Wachstum der Krone im alveolaren Knochen.

Sobald die Schmelzbildung abgeschlossen ist, werden die Almeoblasten abgebaut.

Diese Zellen sind für die Schmelzproduktion verantwortlich.

Eine spätere Bildung von Schmelz ist daher ausgeschlossen.

Die einzige Möglichkeit einer natürlichen Schmelzreparatur nach dem Durchbruch stellt die Oberflächen- Mineralisation dar.

Sie erfolgt durch einen Mineralieneinbau aus dem Speichel in die obere Schmelzschicht.

Dies verweist auf die gute Wirkmöglichkeit diverser (Calcium/Fluorit-Präparate)gesteins-mineralischer Präparate wie Silicea, Zeolith, u.a.

Während die Schmelzbildung zum Zeitpunkt der Zahneruption abgeschlossen ist beginnt jetzt die Bildung des Dentins.

(Auch die Wurzelentwicklung ist mit dem Längenwachstum und der Ausbildung der Wurzelspitze nach dem Zahndurchbruch bei weitem noch nicht beendet.)

Das Grundgerüst eines Zahns besteht aus Dentin (Zahnbein), das durch Odontoblasten

( Dentinbildner) der Pulpa produziert und an der Pulpahöhlenwand abgelagert wird.

Die formgebende Aufbausubstanz des Zahnes ist das primäre Dentin.

Dentin besteht in feuchtem Zustand aus 70% anorganischem Material, 18% organischem Material und 12% Wasser.

Der anorganische Anteil des Dentins besteht hauptsächlich aus Kalzium- Hydroxylapatit-Kristallen die in ihrer Struktur denen von Zahnzement und Knochen ähneln.

Der organische Bestandteil besteht größtenteils aus Kollagen.

Zu erwähnen ist noch, dass sich die Pulpa zusammensetzt aus Bindegewebe, locker verteilten schmalen Blutgefäßen, Lymphgefäßen, myelisierten und nicht- myelisierten Nerven sowie undifferenzierten mesenchymalen Zellen.

Die Pulpa (Zahnmark) befindet sich in der Zahnkrone in der Pulpahöhle und in der Zahnwurzel im Wurzelkanal des Zahns.

Das Parodont ist eine anatomische Einheit, die den Zahn im Kieferknochen fixiert.

Dieser Zahnhalteapparat besteht aus der Gingiva (Zahnfleisch), dem parodontalen Ligament

( Zahnhaltefasern), dem Wurzel-Zement und dem Alveolarknochen (zahntragender Teil des Kieferknochens.

Die Gingiva umschließt den Zahn und wesentliche Anteile des alveolaren Knochens, sie bildet eine manschettenartige Ummantelung eines jeden Zahns.

Innerhalb des Parodonts wird auch der Zahnzement relevant der Zahnzement ist ein sehr wichtiger Zahnbestandteil, da er sowohl resorptive wie reparative Prozesse am Zahn unterstützt.

Der Alveolarknochen wird in den Randbereichen der Kiefer zur Aufnahme der Zähne gebildet.

Den Alveolarknochen durchziehen Blutgefäße und Nerven, die größtenteils das parodontale Ligament versorgen.

Die Zahnwurzeln sitzen in tiefen Knochenhöhlen des Kieferknochens.

2.1.2. Aufgaben der Zähne

Wichtigste Aufgabe:

Kauen /Beute reißen dies ist durch Industriefutter in den Hintergrund gerückt.

Wie nun kann dieses Gefüge, wie z.B. der Zahnhalteapparat Defekte bekommen?

Welche Funktion können die Zähne für unsere domestizierte Wildkatzen (Katze) und Wolfs-rassen (Hund) zu ihrer reinen Funktion als Beißwerkzeuge noch haben?

Mit den Zähnen verbunden, bzw. durch deren Benutzung können man (Mensch) und auch die Tiere Aggression und Machtposition artikulieren.

Weitere optische Signale und Verhaltenssignale werden auch ausgesendet doch die Zähne übernehmen einen Großteil dieser Funktionen.

Der domestizierte Hund und ebenso die Hauskatze haben viel von ihrer ursprünglichen Wildheit verloren, so auch eine Menge ihres Aggressionspotentials.

Doch Aggression im positiven Sinn verstanden, bedeutet nichts anderes als sich im ständigen Kampf ums Überleben durchsetzen zu können.

Dies ist vor allem zur Rangbildung im Rudel wichtig!

Wer darauf verzichtet oder gar keine Gelegenheit dazu bekommt - obwohl im Evolutionsprozess als Kämpfer bedacht- der verliert seine Waffen, in erster Linie die Zähne.[3]

Hund und Katze benötigen etwas zum Kauen, dass gibt Ihnen diverse Möglichkeiten der Stärkung Ihres „Selbstbewusstseins“ und ein Gefühl für Ihre Mitgliedschaft im Rudel oder der Katzen-Banden.

Hunde und Katzen, die Nichts „zum Kauen“ und somit „keine Widerstände“ haben, stumpfen ab.

Die nur mangelhaft sich reibenden Zähne an industriell hergestelltem Dosenfutter (oftmals nicht nur negativ) umgeben sich schneller mit Zahnstein( harte, mineralisierte Zahnbeläge mit Mineralisationskeimen aus dem Speichel)

Dieser drängt sich zuweilen derart auf, dass er den Zahn aus seiner Position verdrängt, er fällt aus.

Dann sind bei den Tieren regelmäßige Zahnsteinentfernungen vom Tierarzt nötig.

2.2.) Naturheilkundlich behandelbare Zahnprobleme

- Gingivitis (Zahnfleischentzündung):

Gesundes Zahnfleisch ist rosafarben und glatt. Die Mukogingivallinie trennt das am Knochen haftende Zahnfleisch von der locker sitzenden Lefzenschleimhaut.

Für das Zahnfleisch wird es gerade am Übergang zum Zahn schwierig, da sich hier ein schmaler Bereich ohne Knochenunterlage befindet, dieser Bereich ist Angriffspunkt für viele parodontale Erkrankungen und eben auch sensibel bei Zahnfleischentzündungen.

- Stomatitis ( Mundschleimhautentzündung)

Die Mundhöhle weist viele unterschiedliche Schleimhauttypen auf- vom derben Zahnfleisch und geriffelter Gaumenschleimhaut über zarte Unterzungenschleimhaut bis zur auf Geschmack spezialisierten Zungenschleimhaut.

Auch diese unterschiedlichen Schleimhäute können sich entzünden.

- beginnender Zahnstein

Die Zahnoberfläche kann mit Plaque überzogen sein.

Dies ist eine klebrige gelbe oder braune Masse. Sie enthält Speichel, Speisereste mit weißen Blutkörperchen und Bakterien, Kohlenhydraten und Fetten.

Plaque muss entfernt werden, weil schon ein Milligramm Milliarden von Bakterien enthält, die Zahnfleischentzündung und – Infektionen verursachen können. Baut sich Plaque über eine lange zeit auf, wird sie zu einer harten mineralisierten Substanz (Zahnstein.)

Plaque kann mit Putzen, Zahnstein muss zumeist vom Tierarzt entfernt werden!

- begleitende Therapie nach Extraktion von Zähnen, begleitende Schmerztherapie
- FORL ( Neck Lesion /Zahnhalsläsion)

3.) VORBEUGUNG/Prävention

Die Beste, davor allem erfolgversprechendste ganzheitliche Behandlung zum Themenbereich Hunde & Katzenzähne besteht in der Beratung und Aufklärung über vorbeugende bzw. präventive Maßnahmen um die Zähne der Tiere gesund zu erhalten.

Vorgebeugt werden kann:

- parodontalen Erkrankungen
- Karies
- zu starke Zahnabnutzung
- Zahnfrakturen

Wichtigste Faktoren um parodontale Erkrankungen und Karies zu vermeiden ist die Erhaltung der Maulhygiene durch Zähne putzen!

Zähne putzen ist zunächst das effektivste Mittel um Plaque & Beläge zu entfernen!

Es gibt spezielle Tierzahnbürsten, erhältlich in gut sortierten Tierhandlungen oder Online Shops (z.B.:http://www.alsa-hundewelt.de/zahnpflege-hundezahnpasta-hundezahnbuerste/zaehne.html?sid=340a165f9dbce8ebb1bfd249b751cfcd und beim Tierarzt.[4]

Erste Hilfe um Zähne putzen seinem Tier nahezubringen und zu erleichtern ist eine nicht schäumende, gut schmeckende Tier-Zahnpasta.[5]

Natürlich stellt die mechanische Reinigung durch das Bürsten den wichtigsten Aspekt dar, doch insbesondere bei Katzen wird die Gewöhnung ans Zähne putzen auch etwas Einfühlung benötigen, ein angenehmer Geschmack kann da sehr hilfreich sein.

Erhältlich sind Zahnpasten für Hund & Katze beim Tierarzt oder im gut sortierten Tierhandel.

Besonders wichtig ist es, sein Tier langsam an das Zähne putzen zu gewöhnen und die Zähne regelmäßig zu putzen.

Daher folgt nach der geschmacklichen Akzeptanz das Zähne putzen als tägliches Ritual.

Die Zahnpasta wird auf eine geeignete Zahnbürste aufgebracht und am besten ein wenig zwischen den Borsten verteilt, dadurch wird ein sofortiges Abschlecken umgangen.

Zunächst sollte mit ein, zwei Fingern die Lefze im Mundwinkel beiseite genommen werden, um die Backenzähne sehen zu können. Die Zahnbürste wird nun in einem Winkel von 45 Grad am Übergang Zahn- Zahnfleisch angesetzt.

Durch leichtes Rütteln werden die Beläge gelockert und durch ein Rot-Weiß-Wischen vom Zahnfleisch in Richtung Zahnspitze entfernt.

Gerne darf der Hund auch mit und durch den zusätzlichen Anreiz von Belohnungen an das Zähneputzen gewöhnt werden.

Auch bei der Katze erfolgt der Zahnputzvorgang mit dem Reinigen der Zähne von Rot- nach Weiß, auch hier darf mit Belohnungen und Spiel- oder Streicheleinheiten eine Zahnputzgewöhnung eingeübt werden.

[...]


[1] Vgl. hierzu: Fogle, Bruce: So bleibt ihr Hund gesund; Starnberg, 2003 Hamilton, Don: Homöopathie für Hunde und Katzen; Sonntag Verlag, 2005?

[2] Gorrel, Cecilia: Zahnmedizin bei Haus & Heimtieren, Elsevier Verlag, München, 2006; hier : S. 31ff

[3] Dr. Becvar, Naturheilkunde für Katzen/Naturheilkunde für Hunde; S.121ff; Zähne; Kosmos Verlag, 1994,1996

[4] Die Zusammenarbeit mit einem Veterinär insbesondere zum Thema Zähne ist bei Beschwerden ohnehin zu empfehlen bis unerlässlich, obgleich die naturheilkundliche Beratung ihre Berechtigung eben bei allen Vorsorge& und Aufklärungsmaßnahmen behält. ( Anm.: B.K.)

[5] Eickhoff, Markus Dr. med.vet.dent.: Das Hundezahnbuch; Parey- Stuttgarter Medizinverlage; 2008:S.100ff

Details

Seiten
25
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638067317
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v93105
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
Schlagworte
Ganzheitliche Zahngesundheit Hund Katze Naturheilkunde Tiere

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