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Das Konzept der nachhaltigen Stadt

Hausarbeit 2001 17 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. EINLEITUNG

II. NACHHALTIGE ENTWICKLUNG – EIN UMFASSENDER BEGRIFF
II.1 „Nachhaltigkeit“ – Vom Ursprung in der Forstwirtschaft zum Konzept der Gegenwart
II.2 Inhaltliche Forderungen an eine nachhaltige Entwicklung

III. DIE STÄDTE – ENTWICKLUNG UND BEDEUTUNG IM KONTEXT DER NACHHALTIGKEIT
III.1 Die Entwicklung der Städte im globalen Kontext
III.2 Die Städte als Problemherde

IV. AUF DEM WEG ZUR NACHHALTIGEN STADT
IV.1 „Nachhaltige Stadt“ im Kontext der wandelnden Leitbilder
IV.2 Die Stadt und ihr Nachhaltigkeitspotenzial
IV.3 Die ersten Schritte in Richtung Nachhaltigkeit

IV.4 Allgemeine Ziel und Handlungsfelder einer nachhaltigen Stadtentwicklung

V. DIE KOMPAKTE STADT
V.1 Das Konzept der kompakten (und durchmischten) Stadt
V.2 Perspektiven der kompakten Stadt – ein kurzer Ausblick

VI. LITERATUR

I. EINLEITUNG

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Konzept der nachhaltigen Stadt. Um diesem Thema gerecht zu werden, war es notwendig recht weit auszuholen. Die Klärung des Begriffs der Nachhaltigkeit und die Reichweite seiner Bedeutung in Kapitel II schien elementar um eine sinnvolle Basis für die folgenden Kapitel zu schaffen. Die Ausführungen zum Konzept der Nachhaltigkeit implizieren schon die elementaren Inhalte einer nachhaltigen Stadtentwicklung, die anschließend an eine Darstellung der Bedeutung der Städte (Kapitel III) in Kapitel IV konkretisiert werden sollen. In Kapitel V soll in einer weiteren Konkretisierung das Konzept der Kompakten Stadt Gegenstand einer knappen inhaltlichen Erläuterung sein.

II. NACHHALTIGE ENTWICKLUNG – EIN UMFASSENDER BEGRIFF

II.1 Nachhaltige Entwicklung – Vom Ursprung in der Forstwirtschaft zum Konzept der Gegenwart

Seit der Veröffentlichung des sogenannten Brundtland-Berichtes der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) 1987 ist die Idee des „Sustainable Development“ zu einem zentralen Leitbild der Umwelt- und Entwicklungspolitik geworden (Hilligardt 1998). Im offiziellen Sprachgebrauch hat sich dafür der Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ durchgesetzt, jedoch nicht ohne Widersprüche und Kritik, was sich auch durch die Suche vieler Autoren nach sinnverwandten Bezeichnungen, wie etwa „umweltgerechte/zukunftsfähige oder dauerhafte Entwicklung“ zeigt (Walcha 1998).

Der Begriff der „Nachhaltigkeit“ wurde aus der Forstwirtschaft übernommen, wo er schon seit dem 17. Jahrhundert in Bezug auf die Holzwirtschaft verwendet wurde, jedoch kamen genauere Definitionen schon damals ebenso wie die Umsetzung des Prinzips, verstanden als schonende, den Wald in seinem Bestand nicht dauerhaft einschränkende Holzentnahme, zu kurz und es lässt sich für die Forstwirtschaft allenfalls eine Nachhaltigkeit des Flächenbestandes feststellen (Coy 1997).

Für den durch den Brundtland-Bericht in neuem Kontext eingeführten Begriff der „Nachhaltigen Entwicklung“ (hier als dauerhafte Entwicklung übersetzt) gilt:

Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse

der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß zukünftige

Generationen ihre eigen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können.“

( Europäische Kommission 1996, S.18)

Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung geht somit weit über den reinen Umweltschutz hinaus und ihm liegt die Besorgnis um bzw. die generelle Wichtigkeit der zukünftigen Generationen sowie der dauerhaft gesunden und unversehrten Umwelt zugrunde (Europäische Kommission 1996). Es sollen demnach die Möglichkeiten der zukünftigen Generationen nicht gefährdet werden, ihre eigenen Bedürfnisse zu stillen und ihren Lebensstil zu wählen.

An diesem Punkt setzt bereits Kritik ein, da schon in der Gegenwart ein Großteil der Menschheit diese Möglichkeit nicht hat, weshalb eine Erweiterung der Definition sinnvoll erscheint. So sieht Jüdes in einer nachhaltigen Entwicklung „die dauerhafte Entwicklung der menschlichen Lebensqualität innerhalb der Tragfähigkeit der Umwelt“ (Henrich et. al. 1998), was im wesentlichen auch den Ausführungen des UN-Entwicklungsprogramms und des Weltnaturfonds entspricht (Europäische Kommission 1996).

Mit diesem Zusatz wird nicht mehr nur ausschließlich die Beziehung Mensch-Umwelt angesprochen sondern es wird auch ein Ausgleich zwischen den Bedürfnissen der Armen und Reichen gefordert. Intragenerationale und intergenerationale Gerechtigkeit sind dementsprechend gleichermaßen von Bedeutung (Henrich et.al. 1998).

Anknüpfend an die „Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung“ (UNCED) in Rio de Janeiro im Juni 1992 sollte fortan nachhaltige Entwicklung auf der Basis dreier gleichwertiger Säulen – „Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft“ bzw. „ökologisch, ökonomisch, sozial“ - angestrebt werden. Die Natur wird in erster Linie als dem Menschen dienliche und daher zu erhaltende Ressource betrachtet, wodurch der anthropozentristische Ansatz des Prinzips der Nachhaltigkeit deutlich wird (Robrecht 2000). Die dreisäulige Konstruktion birgt mithin auch Konflikte in sich und es ist fraglich inwieweit zum Beispiel klassisch verstandenes quantitatives Wirtschaftswachstum im Sinne von absoluter Wohlstandsteigerung wirklich nachhaltig sein kann, obwohl selbst in solchen oder ähnlichen Zusammenhängen gerne von Nachhaltigkeit gesprochen wird (Petersen 2000). Neben dem Potenzial der „Nachhaltigkeit“ gilt es sich also vor dem verschwenderischen Gebrauch des Wortes zu hüten und Nachhaltigkeit in ihrem eigentlichen Sinne nicht immer als gegeben hinzunehmen, wenn der Begriff verwendet wird, sondern genau zu überprüfen, ob es sich nicht nur um eine bloße Worthülle handelt.

Im Rahmen eines umfangreichen Arbeitsprogramms für das 21. Jahrhundert, der Agenda 21, wurden unter anderem alle kommunalen Gebietskörperschaften der Welt aufgefordert, ein kommunales Handlungsprogramm mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung ins Leben zu rufen, womit das Thema „Nachhaltigkeit“ für Städte und Gemeinden schlagartig an Bedeutung gewann (Henrich et.al. 1998) und somit in den 90er Jahren, zumindest dem Wortlaut der Entwicklungspläne nach, die nachhaltige Stadtentwicklung in Deutschland zur dominierenden Leitorientierung wurde (BBR 2000).

II.2 Inhaltliche Forderungen an eine nachhaltige Entwicklung

Das bloße Wort der „Nachhaltigkeit“ mit konkreten Inhalten zu füllen ist eine wichtige Aufgabe von Wissenschaft und (für die Verbreitung der Inhalte) von Politik. Um dem Prinzip der Nachhaltigkeit einen Rahmen bezüglich der inhaltlichen Forderungen an eine nachhaltige Entwicklung zu geben, stellen sich konkret folgende Punkte als die wesentlichen und meistgenannten heraus:

- Der Verbrauch nicht-erneuerbarer Ressourcen muss reduziert bzw. minimiert werden;
- Die Nutzungsintensität erneuerbarer Ressourcen darf ihre Regenerationsrate nicht überschreiten;
- die eingesetzten Ressourcen sollen möglichst lange in Verwendung bleiben, bevor sie zu Abfall werden (Verlangsamung des Ressourcendurchflusses);
- nicht mehr benötigte Ressourcen sollen nicht vernichtet sondern wieder aufbereitet werden;
- die Immissionsbelastung darf die Fähigkeit der Natur, diese zu binden und abzubauen, nicht überschreiten;
- der Einsatz umweltverträglicher Technologien, Stoffe und Produkte ist zu fördern;
- die Bevölkerungsentwicklung ist mit der Tragfähigkeit in Einklang zu bringen
- intra- und intergenerationale Gerechtigkeit (bezüglich der Verteilung) ist auf allen Ebenen anzustreben.

(nach Coy 1997, Fürst 1995,Hilligardt 1998, Mook & Grauthoff 1997)

Basierend auf diesen Grundlagen, an denen sich auch die Konzepte nachhaltiger Stadtentwicklung orientieren, sollen die Ziele der Verteilungsgerechtigkeit, der Generationengerechtigkeit und allgemein die Erhaltung der Lebensgrundlagen des Menschen erreicht werden.

Da Städte in der Gegenwart (und in noch größerem Maße in Zukunft) den größten Anteil am Verbrauch der Ressourcen haben (werden) und Zentren sowohl sozialer als auch ökonomischer Probleme sind, wie im folgenden Kapitel gezeigt wird, werden bezüglich den genannten Prinzipien und Erfordernissen der Nachhaltigkeit in Zukunft ohne Zweifel nur Erfolge erzielt werden können , wenn die Handlungen in den urbanen Räumen ansetzen.

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638160537
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9321
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Geographisches Institut
Note
1
Schlagworte
Nachhaltigkeit Stadtplanung Konzepte zur Stadtentwicklung

Autor

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