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Das Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren. Ermittlung von Betriebsergebnissen

Ein kurzer Vergleich

Hausarbeit 2020 24 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Ermittlung des Betriebsergebnisses nach dem Gesamtkostenverfahren
2.1 Formale Voraussetzungen und Funktionsweise des Gesamtkostenverfahrens
2.2 Berechnungsgrundlage des Gesamtkostenverfahrens
2.3 Vorteile des Gesamtkostenverfahrens
2.4 Nachteile des Gesamtkostenverfahrens

3 Ermittlung des Betriebsergebnisses nach dem Umsatzkostenverfahren
3.1 Formale Voraussetzungen und Funktionsweise des Umsatzkostenverfahrens
3.2 Berechnungsgrundlage des Umsatzkostenverfahrens
3.3 Vorteile des Umsatzkostenverfahrens
3.4 Nachteile des Umsatzkostenverfahrens

4 Gegenüberstellung von Gesamtkosten- und Umsatzkostenverfahren

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eigene Abbildung Bestandserhöhung GKV

Abbildung 2: Eigene Abbildung Bestandsminderung GKV

Abbildung 3: Eigene Abbildung Schema GKV

Abbildung 4: Eigene Abbildung Bestandserhöhung UKV

Abbildung 5: Eigene Abbildung Bestandsminderung UKV

Abbildung 6: Eigene Abbildung Schema UKV

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Eigene Darstellung Berechnung GKV

Tabelle 2: Eigene Darstellung Berechnung UKV

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist neben dem Aufstellen der Bilanz ein essenzieller Bestandteil des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) stellt dabei sämtliche Erträge und Aufwendung eines bestimmten, definierten Zeitraums (zumeist des Geschäftsjahres, quartalsweise, monatlich) gegenüber. Sie weist dadurch die Art, die betragliche Höhe, sowie die Quellen und Ursprünge der geschäftlichen Tätigkeit und des unternehmerischen Erfolges aus und bringt sie dadurch in Bezug. Sie berücksichtigt dabei alle erfolgsrelevanten Daten des definierten Zeitraums (= Rechnungsperiode).

Die Berechnung beziehungsweise Verrechnung der gesammelten und relevanten Daten kann dabei grundsätzlich durch zwei, sich unterscheidende, Verfahren vollzogen werden. Der deutsche Gesetzgeber gewährt hierbei die Wahlmöglichkeit zur Aufstellung zwischen den Grundsätzen innerhalb der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) oder denen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Im Rahmen dieses Scientific Abstracts beziehen wir uns auf die gesetzlichen Form- und Aufstellungsvorschriften sowie Möglichkeiten innerhalb des Rahmens des Handelsgesetzbuchs (HGB).

Das HGB gestattet dem Unternehmen grundsätzlich, dass die Gewinn- und Verlustrechnung entweder nach dem sogenannten Gesamtkostenverfahren (GKV), oder nach dem sogenannten Umsatzkostenverfahren (UKV) erstellt werden kann. Beide Verfahren legen hierbei den generierten Umsatz als Basis zugrunde. Nichts desto trotz unterscheiden sich beide Verfahren in grundlegenden Dingen.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Das Ziel dieses Scientific Abstract ist nun das Herausarbeiten, sowie Präsentieren der Unterschiede des Umsatzkostenverfahrens und des Gesamtkostenverfahrens. Dieses Ziel wird erfüllt, indem der formale Aufbau, die gesetzlichen Voraussetzungen sowie die allgemeine Methodik und Verwendung verglichen und in Bezug gesetzt werden. Entsprechend lautet der Titel dieses Scientific Abstracts „Vergleich von Umsatz- und Gesamtkostenverfahren“.

Im Rahmen dieser Arbeit gehe ich zunächst auf die Datengrundlagen der Rechnungslegung ein, um dann im Anschluss daran die formalen und gesetzlichen Berechnungsmethoden zu erläutern und in Vergleich setzen zu können. Die Frage nach der allgemeinen Verwendungsmöglichkeit wird in diesem Zuge ebenfalls aufgegriffen und erläutert. Beginnend mit dem Gesamtkostenverfahren und den entsprechenden Besonderheiten, werde ich anschließend die Besonderheiten des Umsatzkostenverfahrens erläutern. Als Grundlage für die Erstellung der Schemata und Berechnungen bildet die Rechtsform der GmbH, da diese die relevanteste Unternehmensform für eine Darstellung darstellt. An notwendiger Stelle greife ich zur Verdeutlichung auf eine Beispielgesellschaft mit Rechtsform der GmbH (Bsp.-GmbH) zurück.

Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse und analysierten Unterschiede im Rahmen einer Gegenüberstellung in einem Fazit nochmals bündig vorgestellt.

Die Grundlage für Zitation und formalen Aufbau des Scientific Abstracts bildet im Gesamten der Leitfaden zur formalen Gestaltung von Seminar- und Abschlussarbeiten.

2 Ermittlung des Betriebsergebnisses nach dem Gesamtkostenverfahren

§ 275 Abs. 1 des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) erlaubt zwei Verfahren zur Aufstellung einer Gewinn- und Verlustrechnung. Die Ergebnisrechnung im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung kann entsprechend entweder nach dem Gesamtkostenverfahren oder nach dem Umsatzkostenverfahren dargestellt.1

Im Folgenden Abschnitt wird fokussieren wir uns auf das Gesamtkostenverfahren.

2.1 Formale Voraussetzungen und Funktionsweise des Gesamtkostenverfahrens

In Deutschland ist in § 275 Abs. 2 HGB die Aufgliederung des Gesamtkostenverfahren geregelt. Als Basis für das Gesamtkostenverfahren dient der Umsatz der definierten Rechnungslegungsperiode.2

Die Grundlage für das Gesamtkostenverfahren bildet die Finanzbuchhaltung. Entsprechend werden alle Kosten, der betrachteten Rechnungsperiode, welche im Zuge der betrieblichen Leistungserstellung entstanden sind, den in der gleichen Periode generierten Erlösen gegenübergestellt. Die Aufwendungen werden dabei in Aufwandsarten gegliedert.3

Weiterhin zeichnet sich das Gesamtkostenverfahren in der Ergebnisrechnung dadurch aus, dass neben den Erträgen und Aufwendungen während der Rechnungslegungsperiode auch Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen ausgewiesen werden.4

Entsprechend dieser Regelung werden Bestandsveränderungen anfertigen oder unfertigen Waren und Gütern im Falle einer Bestandserhöhung zu den Umsatzerlösen addiert, oder entgegengesetzt im Zuge einer Bestandsverminderung abgezogen.5

Das Hinzurechnen beziehungsweise das in-Abzug-bringen der Differenz bezieht sich dabei nur auf die tatsächliche Bestandsveränderung bei unfertigen Erzeugnissen und Leistungen sowie fertigen Erzeugnissen. Die faktischen Veränderungen am Lagerbestand der jeweiligen Roh-, Hilfs- und Betriebs- beziehungsweise Handelswaren bleibt jedoch unberücksichtigt.

Neben den Bestandsveränderungen handelt es sich bei aktivierten Eigenleistungen, um Leistungen des Betriebs beziehungsweise der Unternehmung, welche nicht, oder zumindest während des laufenden Abrechnungszeitraumes nicht direkt absatzbestimmt sind. Diese aktivierten Eigenleistungen werden in der Bilanz auf der Aktivseite als Vermögensgegenstand (in der Höhe ihrer Herstellungskosten)6 erfasst. Darüber hinaus werden diese aktivierten Eigenleistungen im Zuge der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag hinzugerechnet. Dieser Ertragsposten gemäß § 275 Abs.2 Nr.3 HGB neutralisiert in diesem Falle die angefallenen Material- und Personalkosten sowie die angefallenen Abschreibungen.7 Die folgenden Abbildungen, Abbildung 1 und Abbildung 2 verdeutlichen das oben beschriebene Prozedere nochmal graphisch.

Bestandserhöhung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Eigene Abbildung Bestandserhöhung GKV

Bestandsminderung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Eigene Abbildung Bestandsminderung GKV

2.2 Berechnungsgrundlage des Gesamtkostenverfahrens

Nach § 275 Abs. 2 sind bei der Anwendung folgende Positionen auszuweisen:8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Eigene Abbildung Schema GKV

Das aufgeführte Schema, auf Basis des § 275 Abs.2 HGB zeigt alle Einzelposten, die im Rahmen einer ordnungsgemäß geführten und abgerechneten Gewinn- und Verlustrechnung beachtet werden müssen.9

Beispielberechnung nach dem Gesamtkostenverfahren:

Zur Verdeutlichung des Gesamtkostenverfahrens möchte ich nun das folgende Berechnungsbeispiel anführen. Es handelt sich um ein Zwei-Güter Beispiel.

Die Bsp.-GmbH hat im vergangenen Geschäftsjahr

- 12.000 Güter A und 6.000 Güter B hergestellt,
- Davon wurden 10.500 Güter A und 5.800 Güter B verkauft.
- Am Ende des Geschäftsjahres verbleiben 1.500 Güter A und 200 Güter B im Unternehmen
- Die Produktions-/Materialkosten belaufen pro Gut A 5,00 € und Gut B 12,50 €
- Der Verkaufspreis von Gut A beträgt pro Stück 10,00 €, der Verkaufspreis von Gut B beträgt pro Stück 25,00 €
- Weitere Kosten im Zusammenhang mit Gut A und Gut B betragen
- Personalkosten 60.000,00 €
- Abschreibungen 6.500,00 €
- Sonst. betriebliche Aufwendungen 13.000,00 €
- Weitere unternehmerische Erträge in Höhe von 8.000,00 €

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Eigene Darstellung Berechnung GKV

2.3 Vorteile des Gesamtkostenverfahrens

Trotz dessen, dass es sich bei dem Gesamtkostenverfahren um ein relativ großes und ausführliches Berechnungsschema handelt, ist der Gewinn der Rohdaten einfach zu handhaben. Da die Basis der verwendeten Daten innerhalb der Rechnungsperiode die aktuelle (Finanz-)Buchhaltung ist, erspart sich der Aufsteller aufwendige zusätzliche Berechnungen und Zuordnungsaufgaben.10

Darüber hinaus ergibt sich aufgrund der direkten und detaillierten Zuordnung der entstandenen zu den Kostenarten eine gute Aufschlüsselung, wie sich die Kosten der Unternehmung genau zusammensetzen.

Aus dieser genauen Aufschlüsselung und der direkten Kostenzuordnung ist es einem Unternehmen beispielsweise relativ einfach möglich (Ein-)Sparpotenziale zu identifizieren, um in diesem Zusammenhang seine Gewinnspanne zu erhöhen.11

Für Produktionsunternehmen ergeben sich darüber hinaus auch noch Vorteile darin, dass im Zuge des Gesamtkostenverfahrens auch halbfertige Erzeugnisse und Produkte miteinfließen.12

[...]


1 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.22

2 (Weber & Weißenberger, 2015) S.161 ff.

3 https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/gesamtkostenverfahren-35681

4 (Döring & Rainer, 2015) S.92

5 (Schäfer-Kunz, 2019) S. 353

6 § 268 Abs. 2 HGB

7 (Döring & Rainer, 2015) S.95-96

8 https://www.controllingportal.de/Fachinfo/Kostenrechnung/Gesamtkostenverfahren.html

9 (Schäfer-Kunz, 2019) S.596

10 (Haberstock, 1993)

11 (Haberstock, 1993)

12 http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/gesamtkostenverfahren-gkv/gesamtkostenverfahren-gkv.htm

Details

Seiten
24
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346261793
ISBN (Buch)
9783346261809
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v933664
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
Umsatzkostenverfahren Gesamtkostenverfahren Accounting Rechnungswesen Kostenstellen Kostenarten Kostenstellenrechnung Kostenartenrechnung

Autor

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Titel: Das Umsatzkosten- und Gesamtkostenverfahren. Ermittlung von Betriebsergebnissen