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Die Vollkostenrechnung. Die Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung

Analyse der Vor- und Nachteile

Hausarbeit 2020 20 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Das System der Vollkostenrechnung
2.1 Das betriebswirtschaftliche Rechnungswesen
2.2 Einordnung der Kostenrechnung in das interne Rechnungswesen

3 Ablauf der Vollkostenrechnung
3.1 Kostenartenrechnung im Zuge der Vollkostenrechnung
3.2 Kostenstellenrechnung im Zuge der Vollkostenrechnung
3.3 Kostenträgerrechnung im Zuge der Vollkostenrechnung

4 Bewertung der Vollkostenrechnung
4.1 Nachteile der Vollkostenrechnung
4.2 Vorteile des Vollkostenrechnung

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ablauf Vollkostenrechnung (Quelle: controllingportal.de)

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation

Das interne Rechnungswesen beschäftigt sich zumeist mit der unternehmensinternen Planung, Kontrolle und Koordination bewerteter Unternehmensprozesse im Rahmen einer Gewinnmaximierung, oder Unternehmensoptimierung in Bezug auf strategische Managemententscheidungen.

Die generierten und ermittelten Daten sollen den objektiven Entscheidungen des Managements dienen und eine Entscheidungsfindung dahingehend erleichtern. Dazu werden in den meisten Fällen Kostenrechnungssysteme zu Rate gezogen, die schlussendlich die Basis für die Konzeption eines Controlling-Mechanismus darstellen.

Eine besondere Rolle kommt hierbei der Kosten- und Leistungsrechnung zu. Sie ist Teil des internen Rechnungswesens, unterliegt, im Gegensatz zu der Finanzbuchhaltung, aber insgesamt nicht den strikten und bindenden gesetzlichen Vorschriften.

Die Kosten- und Leistungsrechnung dient in erster Linie der internen Informationsbereitstellung für die kurzfristige operative Planung von Kosten und Erlösen, sowie deren Kontrolle.1 Die Kosten- und Leistungsrechnung ist somit ein institutionalisiertes und auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Informationssystem, dass alle wirtschaftlich aus- und bewertbaren (Geschäfts-)Vorgänge beinhaltet.2

Die Kosten- und Leistungsrechnung kann dabei auf verschiedene, sich methodisch unterscheidbare, Systeme der Kostenrechnung zurückgreifen. Für eine kurzfristige Betrachtungsweise bietet sich beispielsweise eine detaillierte Deckungsbeitragsrechnung an, für kurz- und mittelfristig zu treffenden Entscheidungen, beispielswiese die Vollkostenrechnung. Bei Langfristigen Entscheidungen kann auf eine Investitionsrechnung zurückgegriffen werden.3

In diesem Scientific Abstract konzentriere ich mich auf die Vollkostenrechnung, als eine mögliche unternehmensinterne Informationsquelle. Die Vollkostenrechnung unterliegt jedoch wie jedes anderes Analyseinstrument, an gewissen (Ansatz-)Punkten und Berechnungsmodalitäten Aussage- und Anwendungsgrenzen.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Kurzfristige unternehmerische Entscheidungen müssen auf Basis valider und geeigneter Informationen gefällt werden können. Dementsprechend lässt sich interpretieren, dass ein Unternehmen verschiedene Informationsbedürfnisse hat, die abgedeckt werden müssen.

Wie eingangs erwähnt bietet hierbei das betriebliche Rechnungswesen, das neben diversen anderen Aufgaben auch eine Informationsfunktion wahrnimmt, eine gewisse Abhilfe. So können hierin beispielsweise Informationen im Rahmen der Kostenrechnung generiert und zur Verfügung gestellt werden. Ein solches Informationssystem bietet ebenfalls die Vollkostenrechnung.

Da jedes Informationssystem natürlichen Aussage- und Anwendungsgrenzen unterliegt, so unterliegt auch die Vollkostenrechnung gewissen Grenzen und ist nicht immer in der Lage relevante, oder benötigte Informationen zu generieren, oder bereitzustellen.

Das Ziel dieser Arbeit ist nun das Herausarbeiten, sowie Präsentieren der Vorteile und Nachteile der Nutzung einer solchen Vollkostenrechnung als Analyseinstrument im Umfeld der Kosten- und Leistungsrechnung. Dieses Ziel wird erfüllt, indem der formale Aufbau sowie die allgemeine Methodik und Verwendung analysiert und in Bezug gesetzt werden.

In diesem Zuge wird das System der Vollkostenrechnung zunächst beschrieben und in den Kontext des allgemeinen betrieblichen Rechnungswesens gesetzt. Ich gehe zunächst auf die Datengrundlagen der Vollkostenrechnung ein, um dann im Anschluss daran die formalen Schritte zu erläutern. Im weiteren Verlauf wird auf die drei Teilbereiche der (Voll-)Kostenrechnung, die Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung, eingegangen.

Die Frage nach der allgemeinen Verwendungsmöglichkeit wird in diesem Zuge ebenfalls aufgegriffen und erläutert. Beginnend mit der Kostenartenrechnung und den entsprechenden Besonderheiten, werde ich anschließend die Besonderheiten der anderen Berechnungsschritte eingehen und diese erläutern.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend in einem eigenen Gliederungspunkt nochmals dargestellt. Hierbei gehe ich zunächst auf die systemischen Vorteile ein, danach auf die Nachteile, die die Verwendung einer Vollkostenrechnung mit sich bringt.

Abschließend werden die gewonnenen Aufschlüsse und analysierten Vor- und Nachteile im Rahmen einer Gegenüberstellung innerhalb eines Fazit nochmals bündig vorgestellt und auf die einzelnen Punkte des Für und Wider eingehen.

Die Grundlage für Zitation und formalen Aufbau des Scientific Abstracts bildet im Gesamten der Leitfaden zur formalen Gestaltung von Seminar- und Abschlussarbeiten.

2 Das System der Vollkostenrechnung

Zu Beginn dieses Scientific Abstracts wird das System der Vollkostenrechnung, das betriebliche Rechnungswesen und die Kostenrechnung kurz beschrieben und erläutert.

2.1 Das betriebswirtschaftliche Rechnungswesen

Das betriebswirtschaftliche Rechnungswesen erfasst und überwacht sämtliche Geld- und Leistungsströme eines Unternehmens. Entsprechend dient das betriebliche Rechnungswesen übergeordnet als Planungs-, Steuerungs-, und Kontrollinstanz. Es kann somit als ganzheitliches Informationssystem interpretiert werden.4

Traditionell lässt sich das betriebswirtschaftliche Rechnungswesen überdies in das interne und externe Rechnungswesen untergliedern.5 Das externe Rechnungswesen richtet sich, wie aus dem Namen ersichtlich, hauptsächlich an externe Adressaten, die jeweils ein gerechtfertigtes Informationsbedürfnis haben.

Das externe Rechnungswesen, in seiner Funktion als Informationsquelle, für externe Adressaten, unterliegt strengen Regulationen und Vorgaben durch den Gesetzgeber.6 Das interne Rechnungswesen unterliegt diesen Regulatorien nicht, da das interne Rechnungswesen darauf ausgelegt ist, dem Management oder dem Unternehmer als Dokumentations-, Kontroll-, und Planungsinstrument zu dienen, jedoch nicht in der Außenwirkung auftritt.7

Hierbei soll zum einen die Dokumentationsfunktion den Leistungserstellungsprozess dokumentieren8 und die Kontrollfunktion die Wirtschaftlichkeit, im Rahmen von beispielsweise Soll-Ist-Vergleichen sicherstellen.9 Im Zuge der Planungsfunktion liefert das Rechnungswesen Informationen über Kosten-Nutzen-Verhältnisse und ermöglicht deren Bewertung und Interpretation, zur Umsetzung von Handlungsalternativen.10

Besondere Importanz kommt hierbei der Kontroll- und Planungsfunktion zu. Beide Funktionsbereiche haben direkten Einfluss auf den kurz- und langfristigen Erfolg einer Unternehmung. Es sind mitunter die wichtigsten Aufgabengebiete des internen Rechnungswesens. Interpretativ kann man hierbei sagen, dass ohne ein vernünftig aufgesetztes Rechnungswesen auf lange Frist gesehen, der Weiterbestand des Unternehmens gefährdet ist.

2.2 Einordnung der Kostenrechnung in das interne Rechnungswesen

Die Kostenrechnung ist ein eben solches Instrumentarium zur Vermeidung einer Außerachtlassung von entscheidungs- und unternehmensrelevanten Finanzzahlen. Die Kostenrechnung ist ein Teil des internen Rechnungswesens.11 Eine Unterscheidung erfolgt nach dem Zeitbezug und dem (Sach-)Umfang der einfließenden Kosten.12

Es erfolgt eine weitere Unterteilung innerhalb des jeweiligen Zeitbezugs beziehungsweise des Umfangs. Innerhalb der Systematisierung nach dem Zeitbezug wird in Ist-, Normal-, und Plankostenrechnung unterschieden.13

Die in einer Rechnungslegungsperiode angefallenen Werte werden durch die Ist-Kostenrechnung erfasst. Diese Werte können auf die ganze Abrechnungsperiode oder nur auf einen einzelnen Kostenträger bezogen sein.14 Die Ist-Kostenrechnung ist dementsprechend vergangenheitsorientiert.

Die ebenfalls vergangenheitsorientierte Normalkostenrechnung, stellt einen Durchschnittswert vergangener Abrechnungsperioden dar. Bei der Normalkostenrechnung gehen die gewonnen Ist-Kostenwerte fortlaufend in die Berechnung ein.15 Der Normalkostenrechnung ist es somit möglich, die Kosten zu normalisieren und auftretende Schwankungen im Zeitverlauf zu eliminieren.

Im Gegensatz zu den vergangenheitsorientierten Ist-, und Normalkostenrechnungen handelt es sich bei der Plankostenrechnung um eine zukunftsorientierte Berechnungsweise. Sie gibt die Ziele der Unternehmung und des Managements wieder und wandelt diese in plausible, anzustrebende Zahlen um. Sie gilt als Steuerungs- und Kontrollinstrument in Bezug auf die wirtschaftliche Durchführbarkeit von geplanten Zielen der geschäftlichen Entwicklung, oder Umsetzung.16

Neben der Unterscheidung in Bezug auf den zeitlichen Horizont, kann man ebenfalls eine Unterscheidung in Bezug auf den sachlichen Umfang der Kosten durchführen. Hierbei wird zwischen Vollkosten- und Teilkostenrechnung unterschieden.17

Die Vollkostenrechnung, die Schwerpunkt dieses Scientific Abstracts ist, erfasst sämtliche, während des Abrechnungszeitraumes, angefallenen Kosten und differenziert diese nicht weiter auf. Im Gegensatz hierzu unterscheidet die Teilkostenrechnung in fixe und variable Kosten, legt aber einen reinen Fokus auf die Betrachtung der variablen Kosten.

Trotz der möglichen Differenzierung in Zeitbezug und Sachumfang sind die oben genannten Systeme nicht voneinander getrennt zu betrachten, sondern sind aufbauend, miteinander zu kombinieren.18

3 Ablauf der Vollkostenrechnung

Im Rahmen der Vollkostenrechnung werden alle, in der Rechnungslegungsperiode, angefallenen Kosten erfasst und auf die jeweiligen Kostenträger verrechnet. Es erfolgt dabei keine weitere Differenzierung der Kosten.19

Der Hintergedanke der Vollkostenrechnung ist hierbei, dass die Umsatzerlöse sämtliche Kosten decken müssen, um einen entsprechenden unternehmerischen Erfolg zu erzielen.20

Trotz dessen, dass die Vollkostenrechnung keine weitere Differenzierung vollzieht, handelt es sich um wichtiges Informationsinstrument, dass das Management des Unternehmens unterstützen soll und den Informationsbedarf bestimmter Adressaten bedienen können muss.

Der Ablauf der Vollkostenrechnung gliedert sich in drei einzelne, aufeinander aufbauende Schritte, die im Folgenden nun erläutert werden. Das Ergebnis dieser Berechnungen bildet das Betriebsergebnis.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ablauf Vollkostenrechnung (Quelle: controllingportal.de)21

3.1 Kostenartenrechnung im Zuge der Vollkostenrechnung

Im Rahmen, der Kostenartenrechnung, des ersten Schrittes im Zuge der Vollkostenrechnung, werden systematisch sämtliche Kosten des Produktions- beziehungsweise Herstellungsprozesses, der Abrechnungsperiode, erfasst und kategorisiert.22

[...]


1 (Friedl, Hofmann, & Pedell, 2010) S.1 ff.

2 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.23

3 (Friedl, Hofmann, & Pedell, 2010) S. 73 ff.

4 (Wöhe & Döring, 2013) S.693 f.

5 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.6

6 (Wöhe & Döring, 2013) S.694

7 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.5

8 https://www.boeckler.de/pdf/mbf_grundlagen_ja_kapitel1.pdf

9 https://www.controlling-wiki.com/de/index.php/Rechnungswesen#Internes_Rechnungswesen

10 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016; Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.5

11 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Kosten- und Leistungsrechnung, 2018) S.23 ff.

12 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.72 ff.

13 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.72

14 http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/istkostenrechnung-ikr/istkostenrechnung-ikr.htm

15 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.72 ff.

16 https://welt-der-bwl.de/Plankostenrechnung

17 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.73

18 (Wöhe & Döring, 2013) S.867 f.

19 (Wöhe & Döring, 2013) S.926 ff.

20 (Coenenberg, Haller, Mattner, & Schutzle, Einführung in das Rechnungswesen, 2016) S.73

21 https://www.controllingportal.de/Fachinfo/Kostenrechnung/Vollkostenrechnung.html

22 (Wöhe & Döring, 2013) S.885 ff.

Details

Seiten
20
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346261670
ISBN (Buch)
9783346261687
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v933666
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
2,0
Schlagworte
Vollkostenrechnung betriebliches Rechnungswesen Accounting Kostenrechnung Kostenstellen Kostenarten

Autor

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Titel: Die Vollkostenrechnung. Die Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung