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Die Darstellung der Frauen in "Pluie et vent sur Télumée Miracle" von Simone Schwarz-Bart

Hausarbeit (Hauptseminar) 2000 30 Seiten

Romanistik - Französisch - Literatur

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die Darstellung der Frauen der Familie Lougandor
2.1 Die Urgroßmutter Minerve
2.2 Die Großmutter Toussine oder “Reine sans Nom”
2.3 Die Mutter Victoire
2.4 Télumée Miracle
2.4.1 Télumée und Elie
2.4.2 Télumée und Amboise
2.4.3 Télumée und Ange Médard (und Sonore)

3. Die Frau in der antillanischen Gesellschaft

4. Die Suche nach einer Identität

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Schauplatz von Simone Schwarz-Barts 1972 erschienenem Roman “Pluie et vent sur Télumée Miracle” ist die Antilleninsel Guadeloupe. Der Leser erfährt aus der Perspektive Télumées, der Ich-Erzählerin und eigentlichen Heldin des Romans, die Familienchronik einer “lignée de hautes négresses” (S.208), der Lougandor. Es ist die Lebensgeschichte von vier Generationen von Frauen, repräsentiert durch Minerve, Toussine, Victoire und Télumée, die von der Mitte des 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts reicht. Im Alter erzählt Télumée als Rückblick die “heroische Geschichte derjenigen, die unter Tränen zu lächeln lernten.”[1]

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: “car qu´est-ce qu´une femme?” (S. 29[2] ). Anhand der exemplarischen Antwort, die für Toussine gegeben wird:

“…un néant, disaient-ils, tandis que Toussine était tout au contraire un morceau de monde, un pays tout entier, un panache de négresse, la barque, la voile et le vent, car elle ne s´était pas habituée au malheur.” (S. 29)

und der im Laufe des ganzen Werkes wiederholten indirekten oder offenen Beantwortung dieser Frage, erkennt man bereits das Anliegen der Autorin. Es geht nicht allein um das Porträtieren einer femme exemplaire, sukzessive verkörpert in den vier Frauen, sondern auch um die Vermittlung verschiedener Facetten des Lebens der farbigen Bevölkerung auf Guadeloupe. Das Leben einer Bekannten veranlasste Schwarz-Bart zum Schreiben dieses Romans und damit gleichzeitig zur Würdigung der Leistungen der antillanischen Frauen. Die Autorin lässt anhand der Familie Lougandor bewusst ein ganzes antillanisches Universum vor den Augen des Lesers passieren, das nach ihren eigenen Aussagen allmählich zu verschwinden drohte, das aber einen wesentlichen Teil des Kapitals und des ganzen antillanischen Wesens ausmacht und daher bewahrt werden sollte.[3] In die Erzählung werden, u. a. Aspekte des Familien- und Arbeitslebens, der kulturellen Traditionen und der Religion sowie die stets präsente Macht der Natur eingewoben. Der Roman setzt in der Übergangszeit von der kolonialen zur postkolonialen Gesellschaft ein und beschäftigt sich dabei auch mit den Widersprüchen der Vergangenheit und des konfliktiven Verhältnisses der Antillaner zu ihrer Geschichte, das sich heute noch im Kollektivbewusstsein äußert. Schwarz-Bart “widmet sich einer `quête identitaire´, sie gründet ein antillanisches Bewußtsein, sie erschafft sich einen kulturellen Hintergrund, dank dessen die Menschen auf den Antillen die Würde ihrer Identität wiederfinden können.”[4] Die Frage nach dem Ursprung und der Identität gehört bereits zu einer literarischen Tradition, besonderes Verdienst Schwarz-Barts ist jedoch hierbei das Eingehen auf das Bedürfnis der Antillaner, einen Beginn ihrer Geschichte zu fixieren bzw. diese durch die Akzeptanz der Heimat Guadeloupe in der Karibik zu verankern, wie es sich in einer zweiten zentralen Aussage (angesichts von Télumées letzter Bewährungsprobe) ausdrückt:

“et s´efforçant d´en tirer une histoire qui ait un sens, avec un commencement et une fin, comme il est nécessaire, ici-bas, si l´on veut s´y retrouver dans le décousu des destinées.” (S. 245)

2. Die Darstellung der Frauen der Familie Lougandor

Die Darstellung der Frauen der Familie Lougandor nimmt den größten Platz im Roman ein. Anhand des fiktiven Lebensberichts der vier Familienmitglieder (vor allem Télumées) entsteht eine Art Familienchronik, die die Wirklichkeit des antillanischen Alltagslebens im ländlichen Milieu widerspiegeln soll. Somit fließt ein Teil der realen Geschichte der Insel und der Bewohner der wald- und bergreichen Basse-Terre[5] in die Konstruktion dieses privaten Schicksals ein. Denn das Geschlecht der Lougandor erfährt seine Begründung mit Minerve kurz nach der Abschaffung der Sklaverei und das Ende mit Télumée, als die moderne Zeit in Form von Elektrizität und Autos anbricht. Télumée wendet sich im Alter aber eher den Träumen der Vergangenheit zu als der Zukunft, und aufgrund ihrer Unfruchtbarbarkeit, hat sie auch keine Nachkommen, die die anbrechende Zukunft leben werden.

Die Lougandor haben alle ähnliche psychische Anlagen, die weitervererbt werden, wobei ihre Persönlichkeit aber dennoch jeweils leicht variiert dargestellt wird. Es handelt sich um eine “lignée de hautes négresses” (S. 208), sie haben “le visage haut-levé” (S. 33). Dabei geht es in erster Linie um eine innere Größe, die auch andere erkennen:

(Le doyen:) “Chacun se tient à une certaine hauteur sur la terre et ça vient du sang: les Lougandor ont toujours aimé survoler, ils s´accrochent des ailes et ils se hissaient, et Victoire n´est même pas encore à sa vraie hauteur.” (S. 32)

“Pour être vraiment une femme sur la terre, il faut prendre son destin en main et savoir assumer toutes les situations.(…) Les femmes de Simone Schwarz-Bart ont le culte de l´énergie.”[6] Daher klingt Toussines Empfehlung für Télumée wie eine Art Manifest der Lougandor, das in der Erziehung und im konkreten Vorleben den Töchtern weitervermittelt wird:

“Nous les Lougandor, nous ne sommes pas des coqs de race, nous sommes des coqs guinmes, des coqs de combat. Nous connaissons les arènes, la foule, la lutte, la mort. Nous connaissons la victoire et les yeux crevés. Tout cela ne nous a jamais empêchés de vivre, ne comptant ni sur le bonheur, ni sur le malheur pour exister, pareils aux feuilles des tamariniers qui se ferment la nuit et s´ouvrent le jour (…) trouve ta démarche de femme et change de pas en vaillante (…) n´oublie jamais qu´il y a une femme contente de vivre, sur la terre, quelque part.” (S. 124)

Sie sind stark, haben Energie und Überlebenswillen und widersetzen sich dem Unglück. Aufgrund ihrer Willensstärke überwinden die Heldinnen die Schicksalsschläge, und ihr Widerstand lässt sie letztlich nicht resignieren, sondern gegen die fatalité bestehen. Daraus entspringt auch ihre Lebensfreude und die Verpflichtung, - auch vor anderen - glücklich zu sein, bzw. anderen zu helfen, damit sie ihr Leben meistern können:

“Je vins à la Reine Sans Nom et lui demandai à quels signes reconnaît-on que le bonheur s´en va (…) Nous, les Lougandor, ne craignons pas davantage le bonheur que le malheur, ce qui signifie que tu as le devoir aujourd´hui de te réjouir sans appréhension ni retenue. Tout Fond-Zombi te regarde…” (S. 142)

(Commère) “Tu as su éclairer ta propre âme et c´est pourquoi tu brilles à tous les yeux” (S. 146)

(Toussine) “Ton affaire est de briller maintenant” (S. 147)

Es geht aber nicht nur um die `biologische´ Geburt der Frauen in die Gemeinschaft einer Familie, sondern auch um die `soziale´ Geburt mit dem Eintritt in die Gesellschaft bzw. als Teil der Gesellschaft:[7]

“le visage de mon ancêtre, et tous les visages sont les mêmes et ils sont tous miens…(…) je vois que nous ne nous sommes pas noyés… nous avons lutté pour naître, et nous avons lutté pour renaître.” (S. 251)

Die Sklaverei, die durch Minerve zur Familiengeschichte gehört, muss als Teil der Geschichte jedes Einzelnen akzeptiert werden, damit das Werden einer antillanischen Gesellschaft in den Nachfahren der Sklaven möglich wird. Reine Sans Nom und später Télumée bewahren durch die Weitergabe der Lieder, Geschichten und Märchen der Sklaven das Andenken an diese Zeit und ziehen ihre eigenen ermutigenden Lehren aus diesen Zeugnissen des inneren Widerstands gegen die weiße Unterdrückung.

Die Wahl des Namens Lougandor begründet die Autorin damit, dass Lougan afrikanisch klingt und carré de terre bedeutet , d. h. die Frauen sind in besonderem Maße mit der Erde verbunden, die sie bearbeiten und auf der sie leben.[8] Die starke Präsenz der Natur in dem Leben der Landbewohner äußert sich in den bei allen Frauen (aber auch den anderen Personen) immer wiederkehrenden Metaphern und Vergleichen mit Bäumen, Blumen, Tieren oder anderen Naturphänomenen.[9] Auch durch ihre Vornamen, seien es nun die natürlichen oder die als Auszeichung gewonnenen, unterscheiden sich diese Frauen von den anderen. Diese Distanz ist ebenso räumlich feststellbar, sie wohnen meist abseits:

“Nous habitions en retrait du village, sur une sorte de plateau qui surplombait les premières cases.” (S. 31) (L´Abandonnée)

“Elle [Toussine] avait posé sa case au bout de Fond-Zombi, en dehors de toutes autres.” (S. 69)

“une barrière infranchissable qui arrétait le monde, l´empêchait d´arriver jusqu´à moi” (S. 191) (Morne La Folie)

2.1 Die Urgroßmutter Minerve

Die Geschichte der Urgroßmutter Minerve, die zeitlich am weitesten von Télumées Leben entfernt liegt, wird am kürzesten geschildert. Minerve erlebt 1848 die Abschaffung der Sklaverei. Nach ihrer Freilassung zieht sie sich weit entfernt von der Plantage, auf der sie arbeiten musste, in einen einsamen, von einem Weißen verlassenen Weiler, L´Abandonnée, zurück. Durch sie wird das Geschlecht der Lougandor begründet und geschichtlich verankert, die Frauen sind Nachfahren einer Sklavin. Sie gilt als schön, wobei der Farbe der Haut eine besondere Bedeutung beigemessen wird und damit Schwarz-Barts bewusst vorurteilsfreier Umgang mit dem äußeren Erscheinungbild der Protagonistinnen deutlich wird:[10]

“Toute jeune encore, vaillante, Minerve avait une peau d´acajou rouge et patinée, des yeux noirs débordants de mansuétude.”(S. 13)

Sie schlägt ihre zahlreichen Verehrer aus dem Ort aus, um sich schließlich von einem Neger von Dominica verführen zu lassen “qui s´éclipsa à l´annonce même de sa paternité.” (S. 12) Damit ist sie die erste Lougandor, die mit einem unehelichen Kind auf sich allein gestellt ist und bei der auf die matrifocalité[11] der antillanischen Gesellschaft hingewiesen wird. Minerve lässt sich jedoch dadurch nicht einschüchtern und findet in Xango einen Mann, der wirklich zu ihr hält, ihre Ehre wiederherstellt und das fremde Kind liebt, als wäre es das eigene:

“Xango releva la honte de Minerve, ma bisaïeule (…). Ainsi, par l´amour et le respect que lui prodiguait Xango, défunte Minerve put désormais se promener sans honte par la rue du hameau, la tête haute, les reins cambrés, les mains aux hanches (…).” (S. 12)

“L´enfant Toussine vit le monde et Xango l´aima comme si elle était née de ses œuvres. (…) elle devenait les deux yeux de cet homme, le sang de ses veines, l´air de ses poumons.” (S. 12)

Minerve kann dem Schicksal der “négresses à l´abandon” (S. 19) entgehen, das auch die anderen Frauen der Familie, wie noch zu zeigen sein wird, in bestimmten Lebensabschnitten bedroht.

“Elle possédait une foi inébranlable en la vie. Devant l´adversité, elle aimait dire que rien ni personne n´userait l´âme que Dieu avait choisie pour elle, et disposée en son corps.” (S. 13)

Diese besondere Gabe, ihr Selbstbewusstsein und ein unerschütterliches Vertrauen in das Leben und das Glück, aber auch das “Anderssein” als andere, vererbt sie ihren weiblichen Nachkommen, so dass diese Eigenschaften zu einem Teil der Persönlichkeit aller Frauen der Familie werden. Auch Minerves Name weist bereits darauf hin: Minerva ist die römische Göttin, die mit der griechischen Göttin Athene gleichgesetzt wird. Athene, Göttin des Krieges einerseits, aber auch der Vernunft und der Weisheit andererseits, trägt als einen ihrer vielen Beinamen auch die Bezeichnung Niké, d. h. “victoire”; auf diesen Namen wird später Toussines eine Tochter getauft werden.[12] Minerve, die wie ihre antike göttliche Namenspatronin die Vernunft verkörpert, stellt so einen Gegenpol zu der folie antillaise[13] dar, die viele Insulaner angreift.

2.2 Die Großmutter Toussine oder “Reine sans Nom”

“Avec elle [Toussine], la lignée atteint son apogée. Le récit dans son ensemble chante la gloire de cette Reine Sans Nom.”[14] Das zeigt sich bereits daran, dass Toussines Leben sprachlich u. a. immer wieder in Bildern aus dem Begriffsfeld der Sonne beschrieben wird. Es beginnt mit verheißungsvoll positiven Vorzeichen, nämlich: “aussi délicatement qu´un lever de soleil par temps clair” (S. 12) und endet auf ähnliche Weise, denn sie stirbt: (man Cia) “les yeux ensorcelés par la lumière du soleil.” (S. 187). Von ihrem Stiefvater wird sie, “une fillette rayonnante” (S. 13), heiß geliebt und mit fünfzehn Jahren erreicht sie “tout son éclat” (S.13), “se détacha nettement de toutes les jeunes filles” (S. 13) und “perçait le soleil avec la grâce d´une flèche de canne” (S. 12). Toussines Anmut resultiert in erster Linie aus einer inneren Schönheit: “la beauté d´un visage est le reflet de la beauté de l´âme (…). L´héroïne rayonne d´une beauté intérieure qui la distingue des autres.”[15]

Sie trifft auf den 19-jährigen Jérémie, einen erfolgreichen Fischer, dessen Element das Meer ist und “qui vous remplissait l´âme de la même clarté” (S. 14). Sie bilden zusammen das ideale Paar des Romans: Ihre Seelen und ihr ganzes Wesen scheinen perfekt miteinander zu harmonieren, und wenig später feiern sie eine prunkvolle Hochzeit. Es folgt eine etwa zehn Jahre währende Zeit des privaten Glücks in der Idylle einer erfüllten Ehe, in der die beiden sich in bescheidenem Wohlstand - von den Dorfbewohnern bis zur Missgunst beneidet - in ihrem kleinen Häuschen mit Garten einrichten. Dort leben sie mit den Zwillingstöchtern Éloisine und Méranée, bis die plötzliche Wende kommt, sie das Glück verlässt. Méranée stirbt nach qualvollem Leiden an den Folgen eines Brandes, der ihren gesamten Besitz vernichtet hat. Toussine wacht 17 Tage und Nächte an dem Krankenlager der Tochter und beweist, welches Leid Frauen ertragen können, ohne daran zu zerbrechen:

“n´ayez pour moi aucune crainte, si lourds que soient les seins d´une femme, sa poitrine est toujours assez forte pour les supporter.” (S. 26)

Nach dem Tod des Kindes ist sie aber wie versteinert; das Paar zieht sich in eine Ruine außerhalb des Dorfes zurück. Jérémie steht Toussine zwar bei, ist aber unfähig, sie aus ihrer Trauer und Verzweiflung zu ziehen. Nach drei Jahren erwacht sie schließlich aus eigener Kraft wieder aus ihrer Lethargie und folie, die man im Dorf bereits als verhängnisvoll eingestuft hatte . Zum Zeichen, dass das Leben wieder Besitz von ihr ergriffen hat, schenkt sie selbst wieder neues Leben. Victoire, das Mädchen, das für sie und die anderen den Sieg über die Hoffnungslosigkeit und die fatalité bedeutet, wird geboren. Toussine erhält daraufhin am Tag der Taufe als Anerkennung von den Dorfbewohnern einen neuen Namen:

“Du temps de ta soierie et de tes bijoux, nous t´appelions Reine Toussine. Nous ne nous étions pas trompés de beaucoup, car tu es une vraie reine. Mais aujourd´hui, avec ta Victoire, tu peux te vanter, tu nous as plongés dans l´embarras. Nous avons cherché un nom de reine qui te convienne mais en vain, car à la vérité, il n´y a pas de nom pour toi. Aussi désormais, quant à nous, nous t´appellerons: Reine Sans Nom.” (S. 29)

Toussine erhält diesen Ehrennamen auch aufgrund “une noblesse de cœur, et la reine sans royaume, sans propriétés terriennes, sans richesses, s´impose à ses sujets par l´excellence de son être: la royauté imaginaire est attribuée comme une recompense.”[16]

Während das weitere Erwachsenenleben im Roman ausgeklammert wird, rückt ihr Leben im Alter wieder in den Blickpunkt. Sie hat sich nach Jérémies Tod nach Fond-Zombi zurückgezogen. Dort wächst Télumée auf, nachdem ihre Mutter Victoire sie den Händen der Großmutter zur Erziehung anvertraut hat. Für Toussine bedeutet die Übernahme dieser Aufgabe eine große Freude:

“Télumée, qu´est-ce que vous avez donc (…) pour faire valser comme ça un vieux cœur de négresse.” (S. 53)

(Télumée) “Il y avait une chose dont je ne souffrirais pas, c´était la pénurie d´amour …Elle vivait par moi, elle respirait par ma bouche.” (S. 69)

Reine Sans Nom schlüpft nun durch ihre Lebenserfahrung in die Rolle der Initiatorin, bereits Télumées Überqueren des Flusses auf dem Weg nach Fond-Zombi wird wie das symbolische Hinüberschreiten in eine andere Welt (“pont de l´Autre Bord”, S.47), in die der Berge (“royaume du monde irrationnel”[17] ), dargestellt:

“et me prenant d´une main, s´agrippant de l´autre au câble rouillé, elle me fit traverser lentement ce casse-cou de planches pourries, disjointes, sous lesquelles roulaient bouillonntantes les eaux de la rivière.” (S. 47)

In der geographischen und symbolischen Gestaltung des Raumes der Insel gibt es immer wieder den Gegensatz zwischen den Orten der Ebene und denen der Berge/des Waldes und der Ebene/Plantagen.[18] In der Tradition der entlaufenen Sklaven symbolisiert die Berglandschaft noch immer Verweigerung, sie bedeutet Schutz und Zufluchtsort für diejenigen, die das Geheimnis der Landschaft erkunden oder ihre Integrität nicht in den Zuckerrohrfeldern verlieren wollen. Die omnipräsente Natur ist selten Selbstzweck und wird oft eingesetzt, um ein Gefühl, eine Stimmung oder Idee zu illustrieren.

[...]


[1] Wiggershaus, a.a.O.

[2] Alle Seitenangaben beziehen sich auf die im Literaturverzeichnis genannte Seuil-Ausgabe.

[3] Schwarz-Bart, Interview, S. 18

[4] Trapp, S. 162

[5] Vgl. Danielson, S. 33

[6] Bouchard, S. 35

[7] Vgl. Toumson, S. 46 f.

[8] Schwarz-Bart, Interview, S. 16

[9] Vgl. Danielson, S. 32-39

[10] Vgl. Trapp, S. 215-221

[11] Vgl. dazu Kap. 3

[12] Vgl. Le Petit Robert, Artikel “Minerve” und “Athéna”.

[13] Schwarz-Bart definiert sie folgendermaßen: “C´est le génie particulier de l´Antillais. Le moteur de sa conduite. Je ressens, chez les gens que j´observe, une grande part d´irrationnel. (…) Cette façon d´appréhender le monde, de ne pas vouloir calculer (..)” Interview, S. 17 f. Die folie antillaise nimmt in dem Roman unterschiedliche Formen an. Vgl. Kap. 4

[14] Toumson, S. 32

[15] Bouchard, S. 28

[16] Toureh, S. 122

[17] Toureh, S. 65

[18] Vgl. Toureh, S. 64

Details

Seiten
30
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638068383
ISBN (Buch)
9783638953979
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v93572
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Romanisches Seminar
Note
1,00
Schlagworte
Darstellung Frauen Pluie Télumée Miracle Simone Schwarz-Bart Frankophone Literatur Karibik

Autor

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