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Handlungstheorien im Überblick

Hausarbeit 2008 13 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Wissenschaftsverständnis nach Silvia Staub-Bernasconi
2.1 Kritik
2.2 Prozess- und Systemtheorie
2.3 Die Entstehung sozialer Probleme als Gegenstand sozialer Arbeit

3 Elemente der Handlungstheorie nach Staub-Bernasconi
3.1 Gegenstandswissen
3.2 Erklärungswissen
3.3 Wert- oder Kriterienwissen
3.4 Verfahrenswissen
3.5 Evaluationswissen

4 Professionelles Handeln am Beispiel einer Inobhutnahme
4.1 Was? - Die Problembeschreibung
4.2 Warum? – Erklärung des sozialen Problems
4.3 Woraufhin? – Betreuung des sozialen Problems
4.4 Wer? – Bestimmung der Akteure
4.5 Womit? – Bestimmung der Arbeitsweisen 4. 4.6 Wie? – Bestimmung der Handlungsanweisungen
4.7 Ob? – Evaluation

5 Fazit

6 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

In Bezug auf das Seminar „Theorien der sozialen Arbeit II“ habe ich diese Arbeit zum Thema Handlungstheorien am Beispiel meines Praktikums geschrieben. Das Seminar vermittelte theoretische Ansätze der sozialen Arbeit.

Zunächst gehe ich auf die theoretischen Ansätze von Silvia Staub-Bernasconi ein und erkläre den Prozess- und Systemtheoretischen Ansatz. Im nächsten Kapitel erläutere ich die komplexe Handlungstheorie anhand der fünf Wissensebenen.

Im letzten Abschnitt beschreibe ich am Beispiel einer Inobhutnahme das professionelle Handlungsmodell von Silvia Staub-Bernasconi.

Abschließend ergänze ich meine Arbeit mit einer Schlussfolgerung.

2 Wissenschaftsverständnis nach Silvia Staub-Bernasconi

Laut Staub-Bernasconi benötigen die heutigen sozialen Probleme mehr als nur einen einzigen theoretischen Ansatz. Sie ist der Meinung, dass die komplexen gegenwärtigen sozialen Themen eine „wissenschaftliche Metatheorie“[1] brauchen. Das heißt, dass mehrere Elemente eine komplexe aber wissenschaftlich fundierte Handlungstheorie bilden.

2.1 Kritik

Kritiker der Sozialarbeitswissenschaften sind der Meinung, dass verschiedene Illusionen die Arbeit der Theoretiker und Praktiker beeinflussen.

In ihrem Buch „Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft“ beschreibt Silvia Staub-Bernasconi Paul Watzlawicks Realitätsillusion mit einem häufig verwendetem Zitat: „Wir leiden nicht an der Wirklichkeit, sondern an unseren Bildern von der Wirklichkeit.“[2] Dieses Zitat beschreibt ein soziales Problem, welches erst durch die Profession der sozialen Arbeit als solches benannt wird. Das heißt, dass wir als SozialarbeiterInnen/ SozialpädagogenInnen Probleme konstruieren, indem wir durch die Beschreibung unsere Wahrnehmungen Wert- und Normvorstellungen erschaffen.[3]

Außerdem beschreibt sie die Wissenschafts- und die Wahrheitsillusion. Erstere sagt aus, dass man in der sozialen Arbeit mehr als nur wissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten und wissenschaftliches Verständnis anwendet, um Prozesse erklären zu können.[4]

Die Wahrheitsillusion steht für Aussagen, die als wahr angenommen werden. Das heißt, dass die Wahrheit an Macht und Interessen des Einzelnen gebunden ist und individuell von dem Betrachter als Realität bewertet wird.

Theorie und Praxis sind nach der Luhmannschen Systemtheorie nur schwer miteinander zu vereinbaren. Das System der Wissenschaft begründet sich an der Wahrheit, jedoch das System der sozialen Arbeit sowie der Profession orientieren sich an der Wirksamkeit und Effizienz ihrer Arbeit.[5]

2.2 Prozess- und Systemtheorie

Nach dem Verständnis von Silvia Staub-Bernasconi sind Prozess- und Systemtheorie miteinander verbunden und drücken aus, dass „alles was ist, in Systemen eingewoben“[6], endlich und wandelbar (ist). Sie beschreibt, dass wir alle in verschiedenen Systemen eingebunden sind. Diese Systeme sind wiederum aus unterschiedlichen Komponenten zusammengesetzt worden, um das Gefüge zum Ganzen zu machen. Die Systeme sind über die verschiedenartigen Bestandteile miteinander vernetzt.

Beschrieben am Beispiel Mensch sind wir Mitglieder einer sozialen Gesellschaft mit Bedürfnissen, Trieben, Emotionen und Empfindungen, die uns zu Verhalten motivieren, unsere Wünsche zu befriedigen. Um diesen Bedürfnissen nachzugehen, müssen Menschen auf der Suche nach Lösungen im sozialen System kooperieren oder Konflikte eingehen. Das bedeutet, dass sich der Mensch sich entweder am Ganzen anpassen muss oder gegen die gesellschaftliche Normstruktur handelt.

2.3 Die Entstehung sozialer Probleme als Gegenstand der sozialen Arbeit

Gegenstand sozialer Arbeit ist nach Staub-Bernasconi das „soziale Problem“. Für sie ist „das Problem“ der Zustand, nach dem Menschen suchen um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Damit ist der Zustand gemeint, indem ein Mensch sich befindet, wenn er nicht weiß, wie er seine Begierden befriedigen und seine Ressourcen richtig ausschöpfen soll.

Um Bedürfnisse zu befriedigen, brauchen die Menschen einander. Die persönlichen Wünsche kennen fast keine Grenzen. Das soziale System jedoch besitzt nur eine begrenzte Fähigkeit die Bedürfnisse des Einzelnen umzusetzen. Die Befriedigung aller Begierden ist somit kaum realisierbar und von Machtstrukturen abhängig. Diese Hindernisse stellen das soziale Problem als Gegenstand der sozialen Arbeit dar.

[...]


[1] http://www.uni-magdeburg.de/iew/web/studentische_projekte/ss02/seybusch/bernasconiWissen.htm, 18.07.07

[2] Staub-Bernasconi, Silvia . Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft. Systemtheoretische Grundlagen und professionelle Praxis - ein Lehrbuch. Haupt Verlag Bern Stuttgart Wien. 1. Auflage 2007. S. 228

[3] ebd. S. 228

[4] ebd. S. 229

[5] ebd. S. 230-231

[6] http://www.uni-magdeburg.de/iew/web/studentische_projekte/ss02/seybusch/bernasconiTheorie.htm, 18.07.07

Details

Seiten
13
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783638068406
ISBN (Buch)
9783638953856
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v93575
Institution / Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Note
2,0
Schlagworte
Handlungstheorien Theorien Arbeit

Autor

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Titel: Handlungstheorien im Überblick