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Die Rolle der Religion innerhalb der Gesellschaft aus der Sicht des Religionssoziologen Emile Durkheim

Hausarbeit 2006 13 Seiten

Soziologie - Religion

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition der Religion und der religiösen Phänomene
2.1 Die Magie und die Religion
2.2 Die Funktion der Religion nach Durkheim
2.3 Religiöse Phänomene
2.4 Das Göttliche innerhalb der Religion

3  Der Begriff der Seele

4 Der Begriff des Geistes und des Gottes

5 Zusammenfassende Worte

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Religionssoziologie ist ein spezieller Bestandteil der Soziologie, beziehungsweise eine der sogenannten Bindestrich – Disziplinen der Religionswissenschaft. Diese setzt sich mit den sozialen Voraussetzungen und Auswirkungen der Religion auf die Gesellschaft, sowie mit der soziologischen Untersuchung religiöser Gruppen und Phänomene auseinander.

Emile Durkheim gilt als Begründer der Religionssoziologie, er lebte von 1858 bis 1917. In seinem Werk „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ spiegelt sich wider, dass Religion eine „kollektive Sache“ sei und dass diese innerhalb einer Gesellschaft eine bedeutende Rolle einnimmt. Des Weiteren setzt sich der Religionssoziologe mit den Begriffen „heilig“ und „profan“ auseinander. In seinem Werk „Der Selbstmord“ stellt Durkheim dar, dass kollektive Phänomene in einer Gesellschaft zerreißen und dass die Korrelation zur Religion verloren geht. So ist er der Meinung, dass alle gesellschaftlichen Phänomene einen Zusammenhang zur Religion darstellen.

In dieser Arbeit „Die Rolle der Religion innerhalb der Gesellschaft [...]“ möchte ich mich mit den wichtigsten Themenfeldern innerhalb der Religionssoziologie laut Durkheim befassen. Es besteht ein fächerübergreifender Bezug zur Soziologie und auch in diesem Teilgebiet ist Durkheim eine wichtige Persönlichkeit.

2 Definition der Religion und der religiösen Phänomene

Bevor Durkheim zu einer Definition des religiösen Phänomens und der Religion gelangt, muss er Bedingungen aufstellen, unter denen eine Definition möglich ist. Man soll vollkommen vorurteilsfrei definieren; nur die Wirklichkeit in Betracht ziehen. Außerdem sollen alle Religionen betrachtet werden, denn nur wenn man etwas entdeckt, was allen Religionen innewohnt, so kann man definieren, was Religion im eigentlichen Sinne darstellt. Durkheim sucht nach einer Universaldefinition.

Durkheim erwähnt, dass Religion immer schon etwas Übernatürliches war und dass  dies ein Charakterzug ist, welcher allen Religionen gemein ist. Als übernatürlich kann  man die Dinge bezeichnen, welche das menschliche Verständnis überfordern, welche  nicht greifbar sind. Mit dem Begriff übernatürlich bezeichnet Durkheim  unverständliche Dinge, das Mysteriöse. Durkheim behauptet, dass mit Hilfe der  Religion versucht wird, das Unbegreifliche begreifbar zu machen. Setzt man Religion  nun mit dem Übernatürlichen in Verbindung, so muss gewährleistet sein, dass eine  natürliche Ordnung der Dinge herrscht und dass es rationale und logische Erklärungen  in Beziehungen zu Dingen gibt. Erst wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, und man in  bestimmten Fällen gewisse Gefühle des Übernatürlichen in sich trägt, kann man auch  von diesen sprechen. Wenn nun plötzliche Erscheinungen wie beispielsweise eine  Sonnenfinsternis auftreten, so schreibt man diesem Ereignis etwas Übernatürliches zu.  Durkheim weist auf, dass erst durch den Begriff des Übernatürlichen das religiöse  Denken entstanden ist und dass dies ein wesentlicher Bestandteil der Religion ist.

2.1 Die Magie und die Religion

Magie besteht aus Überzeugungen und Riten, sie besitzt wie die Religion Mythen und Dogmen, allerdings sind diese unentwickelter, denn die Magie versucht, Ziele zu verfolgen, die Nutzen erzeugen. Magier rufen oft die selben Wesen, welche auch in der Religion zu finden sind. So sind beispielsweise Dämonen in der Magie vertreten, welche Bestandteile magischer Handlungen sind und teilweise ist es schwierig, diese von eigentlichen Göttern zu unterscheiden.

Magie und Religion sind zu trennen, sie lassen sich nicht miteinander vereinen. In Riten kommt der Gegensatz religiöser Zeremonien zum Vorschein. Religiöse Überzeugungen werden von einer Gruppe ausgeübt, die bezeugt, ihnen anzugehören und gemeinsame Riten zu praktizieren. Dabei werden diese nicht individuell ausgeführt, sondern gemeinsam von der Gruppe, dadurch entsteht eine Einheit. Ein Kollektiv innerhalb der Individuen kann auch deshalb zu Stande kommen, da alle dem selben Glauben angehören. „Eine Gesellschaft, deren Mitglieder vereint sind, weil sie sich die heilige Welt und ihre Beziehungen mit der profanen Welt auf die gleiche Weise vorstellen und diese gemeinsamen Vorstellungen in gleiche Praktiken übersetzten, nennt man eine Kirche“[1]. Durkheim behauptet, dass keine Religion ohne Kirche existieren kann. Der Religionssoziologe ist der Überzeugung, dass zur Unterscheidung zwischen Religion und Magie die Kirche ein entscheidendes Merkmal ist.

In der Magie trifft man die Institution „Kirche“ nicht an; ihr ist es nicht möglich, Menschen zu verbinden und in eine gemeinsame Gruppe zu integrieren, welche die gleichen Lebensweisen pflegen. Denn laut Durkheim gibt es keine magische Kirche. Magier haben Kontakt zu Individuen und all diese Individuen, welche den Magier aufsuchen, kennen sich meist nicht untereinander und haben auch sonst keinerlei emotionalen Bezug zum Magier. Allerdings kommt es teilweise vor, dass die Magier untereinander Gemeinschaften bilden. Dies ist aber selten, denn ein Magier braucht keinen seiner Kollegen, um sein Handwerk auszuüben. Dagegen steht nun, dass die Religion untrennbar mit der Kirche verbunden ist. Hier zeigt sich der erste gravierende Unterschied zwischen Magie und Religion. Durkheim ist allerdings der Meinung, dass Magier untereinander so etwas wie die Priester in der Religion darstellen. Nun steht aber dagegen, dass eine Kirche nicht nur aus Priestern besteht, sondern dass sie eine moralische Gemeinschaft ist, welche aus Anhängern eines gemeinsamen Glaubens besteht. Solch eine Gemeinschaft ist in der Magie nicht vorhanden. Eine Kirche dient dazu, den Mitgliedern einer Glaubensgemeinschaft zu erläutern, welche persönlichen Götter sie anrufen können, wie er mit diesen kommunizieren kann und wie er diese verehren muss. Durkheim kommt also zu folgender Definition: „Eine Religion ist ein solidarisches System von Überzeugungen und Praktiken, die sich auf heilige, d. h. abgesonderte und verbotene Dinge, Überzeugungen und Praktiken beziehen, die in einer und derselben moralischen Gemeinschaft, die man Kirche nennt, alle vereinen, die ihr angehören“[2]. Wie erwähnt, ist die Idee der Kirche nicht von der Idee der Religion zu trennen. Nun kann man davon ausgehen, dass Religion eine kollektive Angelegenheit darstellt.

2.2 Die Funktion der Religion nach Durkheim

Nach Durkheim spielt die Religion innerhalb einer Gesellschaft eine zentrale Rolle, die Konfession besitzt eine sozialintegrative Funktion, womit deutlich heraustritt, dass Religion als eine Art Selbstdarstellung der Gesellschaft angesehen wird.

Laut dem Religionssoziologen ist die Hauptfunktion der Religion ein Begriffsystem zu erzeugen, durch welches sich die Menschen die Gesellschaft vorstellen können. Riten und Kultpraktiken sollen die Verbindung zwischen den Gläubigen und Gott stärken und damit bekräftigen sie gleichzeitig die Verbindung des Individuums mit der Gesellschaft. Durkheim sagt wörtlich: „[...] denn der Gott ist nur der bildhafte Ausdruck der Gesellschaft!“[3].

Durkheim sieht religiöse Begriffe als „das Ergebnis bestimmter sozialer Ursachen“[4]. So braucht beispielsweise ein Klan einen Namen und/oder ein Wappen. Auf dieses Totem[5], das jedem Individuum überall gegenwärtig ist, werden die Gefühle übertragen, die die Gesellschaft in ihren Mitgliedern erweckt. So etwas wie ein gemeinsames Totem ist nach Durkheim für jede Gesellschaft wichtig. Denn er sagt: „Ein Kollektivgefühl kann sich nur bewusst werden, wenn es an ein materielles Objekt haftet[6]. Dieses Kollektivbewusstsein spielt eine entscheidende Rolle für die Gesellschaft.

[...]


[1] Durkheim, Emile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 2. Auflage, Frankfurt am Main 1998, S.

[2] Durkheim, Emile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 2. Auflage, Frankfurt am Main 1998, S.

[3] Durkheim, Emile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 2. Auflage, Frankfurt am Main 1998, S.

[4] Durkheim, Emile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 2. Auflage, Frankfurt am Main 1998, S.

[5] Totem = Wesen, Ding, Tier, zu dem sich eine Gruppe, ein Stamm in Beziehung sieht und das deshalb verehrt und tabuisiert wird

[6] Durkheim, Emile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 2. Auflage, Frankfurt am Main 1998, S.

Details

Seiten
13
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638069885
ISBN (Buch)
9783638954952
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v93755
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,0
Schlagworte
Rolle Religion Gesellschaft Sicht Religionssoziologen Emile Durkheim Religionssoziologie

Autor

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Titel: Die Rolle der Religion innerhalb der Gesellschaft aus der Sicht des Religionssoziologen Emile Durkheim