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Cannabis als Arzneimittel in der Krebstherapie. Forschungsstand und mögliche Effekte

Hausarbeit 2020 13 Seiten

Medizin - Alternative Medizin

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung:

1. Cannabis: Die Pflanze, Historik
1.2 Botanik, Systematik: Indica vs. Sativa

2. Cannabis. als Genussmittel?
2.1 Erwünschte Wirkungen - positive Effekte
2.2 Unerwünschte Wirkungen, Nebenwirkungen
2.3 Folgeschäden durch Konsum?
2.4 Abhängigkeit durch den Konsum?

3. Cannabis als Arzneimittel - kurzer Historie Überblick
3.1 Inhaltsstoffe der weiblichen Cannabispflanze

4. Gesetzliche Grundlage: “Cannabis als Medizin”

5 Kurze Übersicht: Medikamente
5.1 Gründe für den Einsatz, von aktiven Cannabisnutzer*innen
5.2 Therapieeinsatz bei Krebspatienten*innen
5.3 Exkurs: Krebs in Deutschland - aktuelle Zahlen, Daten, Sterberate

6. Ergebnisteil: Cannabisarzneimittel bei Übelkeit und Erbrechen durch CINV bei Krebspatienten*innen?
6.1 Review: Tafelski et al. (2016)
6.2 Ergebnisse durch Tafelski et al. (2016)
6.3 Review: Whiting et al. (2015)
6.4 Ergebnisse durch Whiting et al (2015)

7. Diskussion

Literaturverzeichnis:

Einleitung:

Noch vor ein paar Jahren galt Cannabis, bzw. das Konsumieren der Cannabispflanze als Einstiegsdroge, doch in den letzten Jahrzehnten hat sich die Sicht, auf die vermeintliche Droge Cannabis und den darin enthalten Wirkstoff THC / CBD gewandelt. Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland scheint greifbar nah. Und auch das Interesse in der Medizin ist seit den letzten Jahrzehnten in Hinblick auf die Behandlung von verschiedenen Krankheiten, z.B. Schmerzen, Angstzuständen und Übelkeit, Erbrechen bei der Chemotherapie, immer wieder präsent in der Politik, als auch in den Medien vertreten, welches die Aktualität und Relevanz ganz klar deutlich macht. In meiner Hausarbeit möchte ich mich daher mit der Thematik - Cannabis als Arzneimittel und nachfolgender Fragestellung auseinandersetzen:

Ist Cannabis eine Alternativbehandlungsmöglichkeit, im Hinblick auf die konventionelle Krebstherapie (CINV) und kann ein Effekt bei der Behandlung von Krebspatienten*innen auf Grund wissenschaftlichen Studien erzielt werden.

1. Cannabis: Die Pflanze, Historik

Cannabis ist eine Pflanze, welche es seit Urzeiten gibt. Es wurde viele Jahre als Nutzpflanze angesehen. Das Wort “Cannabis” ist der lateinische Name für den deutschen Begriff Hanf. Cannabis wird lediglich im wissenschaftlichen und medizinischen Kontext als Begriff verwendet. Andere Namen / Synonyme sind: Marihuana, Haschisch, Sativa oder Ruderalis (vgl. Plenert, Stöver 2019 - S. 18).

In der Vergangenheit galt Sie als Rausch- & Genussmittel, sowie als Heilpflanze. Der heutige Cannabis ist das Ergebnis einer Domestizierung, das heißt die Züchtung durch den Menschen. Das gewonnene Produkt, welches die Menschen daran interessiert ist nicht nur die Faser, sondern auch das Aroma, die pharmakologische und berauschende Wirkung (ebd., S. 18). Heutzutage sind der Gebrauch und Genuss, von Cannabis umstritten und sorgen für viel Diskussion in der Gesellschaft und auch in der Gesundheitspolitik.

1.2 Botanik, Systematik: Indica vs. Sativa

Die Ursprünge des Hanfs sind in Asien zu finden. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, selten auch Zwitter-Pflanzen. Nur die weiblichen Pflanzen liefern die Blüten, welche zur Gewinnung des nutzbaren Hanfs, nötig sind. Man unterscheidet dabei in drei Arten von Cannabis. Das Cannabis Sativa = gewöhnlicher, “echter” Hanf. Das Cannabis Sativa = indischer Hanf und Cannabis Ruderalis = verwilderter Hanf. Heutzutage sind die unzähligen Sorten relevant, welche von den verschiedenen Arten abstammen (vgl. Plenert, Stöver 2019, S.19 -20).

2. Cannabis als Genussmittel?

Die Bezeichnung als “Genussmittel” ist gesetzlich nicht genauer definiert. Man versteht in Deutschland eher unter diesem Kontext die Bezeichnung verschiedener Nahrungsmittel, wie z.B. in Schokolade, Kaffee, Tee alkoholische Getränke & Tabak. Cannabis ist daher in Deutschland kein Genussmittel, sondern eine Droge (vgl. Cremer-Schaeffer 2017, S. 39).

2.1 Erwünschte Wirkungen - positive Effekte

Personen, die Cannabis als Genussmittel konsumieren, möchten die positiven Wirkungen des Konsums, erleben. Dazu gehören die Gelassenheit und Entspannung der Gedanken und des Körpers, welche oft mit euphorischen Gefühlen begleitet werden. Aber auch eine veränderte Wahrnehmung - welches dafür sorgt, dass gehörtes und gesehenes intensiver wahrgenommen wird. Weitere erwünschte Wirkungen sind, ein erweitertes, freies Denken, welcher für einen Anstieg des Mitteilungsbedürfnisses, sorgt (ebd., S.39).

2.2 Unerwünschte Wirkungen, Nebenwirkungen

Neben den positiven Wirkungen gibt es auch im Hinblick auf den Umgang als Genussmittel auch unerwünschte Wirkungen beim Konsumenten. Häufig sind davon Erstkonsumenten, mit wenig Erfahrung im Umgang, betroffen. Eine Überdosierung ist eine Ursache Möglichkeit, welche zu folgenden Wirkungen führen kann: Positiv erlebte Euphorie kann in Panik und Angstzustände umschlagen, welche sich bis hin zu Verfolgungswahn steigern kann. Auch im Hinblick auf Merkfähigkeit und Erinnerung können Beeinträchtigungen auftauchen. Gedanken und Kommunikation ist nicht oder nur eingeschränkt möglich. Körperliche Symptome können sich unter anderem mit Herzrasen, Anstieg des Blutdrucks, Übelkeit und Erbrechen, äußern. Auch ein Kreislaufkollaps ist dabei möglich (vgl. Cremer- Schaeffer 2017, S.40).

Auch das sogenannte “Setting” - sprich der Ort, die Umgebung, die emotionale und psychische Verfassung / Stimmungs- & Gefühlslage und die Personen, mit denen der Konsum stattfindet, können einen Einfluss auf die Wirkung beim Konsumenten haben. Die oben beschriebenen Faktoren sind ein wichtiger Einflussfaktor beim Erleben während des Cannabisrausches (ebd., S. 40).

2.3 Folgeschäden durch Konsum?

Gültige, valide Aussagen zu langfristigen Gesundheitsschäden, durch den Cannabiskonsum, sind nicht möglich. Die Dosis, sprich die Häufigkeit, die Anwendungsart und die Beschaffenheit des Stoffs sind abhängig von dem Einfluss auf unsere Gesundheit, dies ist nicht anders wie bei anderen Genussmitteln, z.B. Kaffee, Tabak oder Alkohol oder Zucker. Dennoch ist Cannabis nicht unbedenklich, für den Einfluss auf unsere Gesundheit. Geraucht führt der Cannabiskonsum zu Schädigungen der Lunge & Atemwege. Auch gibt es Hinweise darauf, dass regelmäßiger Cannabiskonsum, Einfluss auf unsere Denk-, Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit hat. Auf der psychischen Ebene steigt, durch den Cannabiskonsum das Risiko an einer Psychose, Schizophrenie oder Depression zu erkranken. Als besonders gefährdet gelten Kinder und Jugendliche, da bei Ihnen die Hirnentwicklung noch nicht komplett abgeschlossen ist (vgl. Cremer - Schaeffer 2017, S. 40 - 41).

2.4 Abhängigkeit durch den Konsum?

Durch einen regelmäßigen Konsum von Cannabis kann es zu einer Gewöhnung bis hin zu einer Abhängigkeit kommen. Die Medizin hat einen Diagnoseschlüssel, zur Klassifizierung von Abhängigkeit (z.B. ICD - 10) festgelegt. Wenn mindestens drei Kriterien, der festgelegten Faktoren, zur Bestimmung zutreffen, wird von einer “Abhängigkeit” gesprochen. Eine körperliche Abhängigkeit von Cannabis ist selten, jedoch gibt es wissenschaftliche Belege über eine psychische Abhängigkeit (vgl. Cremer -Schaeffer 2017, S. 42 - 43).

3. Cannabis als Arzneimittel - kurzer Historie Überblick

Die Verwendung als Arzneimittel ist in einem chinesischen Arzneibuch, von 2700 v. Chr. und durch Textsammlungen, von 1550 v. Chr. des Hinduismus, dokumentiert. Hanfpflanzen wurden im Jahr 1099, von Kreuzrittern, nach Europa gebracht. Es wurde Teil der Medizin und eine Alternative zu Opium. Indikationen damals - Schmerzen, Depressionen, Psychosen, aber auch als Aphrodisiakum. Im Jahr 1929 wurde Cannabis, vom deutschen Reichstag, durch ein geändertes Opiumgesetz, verboten. In Apotheken war es jedoch noch verfügbar, nahm aber in der Bedeutung als Arzneimittel ab. Seit 10.03.2017 können Ärzte in Deutschland wieder cannabishaltige Arzneimittel verschreiben. Dies wurde im deutschen Bundestag beschlossen und alle Fraktionen stimmten der Gesetzesänderung zu. (vgl. Hoch, Friemel, Schneider 2019, S.26).

3.1 Inhaltsstoffe der weiblichen Cannabispflanze

Seit den 1960ern beschäftigt sich die Wissenschaft, mit der Untersuchung der Inhaltsstoffe, der weiblichen Hanfpflanze. Die Hanfpflanze besitzt ca. 100 Phytocannabinoide. Am meisten wurde das Tetrahydrocannabinol kurz THC untersucht. Dies wurde 1964 von Dr. Mechoulam, der Hebräischen Universität in Jerusalem als charakterisierende psychoaktive Substanz aus der Pflanze isoliert und seine chemische Struktur ausgeklärt. Das THC hat schmerzstillende, übelkeitslindernde, appetitanregende, muskelentspannende und psychotrope Wirkungen. Im Jahr 1976 wurde eine weitere Wirkkomponente des Cannabis, das Cannabidiol kurz CBD, synthetisch hergestellt (vgl. Hoch, Friemel, Schneider 2019, S. 27). CBD hat im Gegensatz zum THC nur geringe schmerzstillende, antientzündliche, angstlösende und antipsychotische Wirkungspotenz (vgl. Lander et al. 1976).

4. Gesetzliche Grundlage: “Cannabis als Medizin”

Im März 2017 wurde vom deutschen Bundestag das Gesetz, zum Einsatz von Cannabis, als Therapiealternative, bei schweren Erkrankungen und die palliative Versorgung beschlossen. Der behandelnde Arzt ist dabei verpflichtet darauf zu achten, dass durch den Einsatz von Cannabis, ein Effekt / bzw. die Linderung der Symptome, eintritt. Einsatzgebiete dafür sind, die Schmerztherapie, bei chronischen Erkrankungen, sowie Appetitlosigkeit und Übelkeit (vgl. BMG 2017 - Gesetz “Cannabis als Medizin”, Online unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2017/januar/canna bis-als-medizin.html).

Die Cannabisarzneimittel sind weiterhin im Betäubungsmittelgesetz zu finden und unterliegen deren gesetzlichen Vorschriften und Richtlinien (vgl. Plenert, Stöver 2019, S. 110).

Eine Kostenübernahme, der cannabishaltigen Arzneimittel, ist durch die gesetzlichen Krankenkassen möglich. Die Regelungen dazu finden sich im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V). Das staatliche Instrument zur Überwachung für den kontrollierten Anbau in Deutschland ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) (ebd. BMG 2017 - Gesetz “Cannabis als Medizin”). Zu erwähnen in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass die Kosten für reines CBD, nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden (vgl. ebd., S. 61).

5. Kurze Übersicht: Medikamente

Es können neben Blüten, standardisierte Extrakte, aus mehreren Sorten, vom behandelnden Arzt verschrieben werden. Das zusammenmischen der Sorten geschieht dabei durch den Apotheker. Verschiedene Kombinationen aus CBD und THC können dabei vermischt werden (vgl. Plenert, Stöver 2019, S. 61).

Die am häufigsten , verschriebenen Fertigarzneimittelpräperate sind:

- Naxibimol (Sativex ©) - als Spray, THC & CBD
- Nabilon (Canemes ©) - Tablette
- In den USA: Dronabinol (Marinol ©) - Tablette, nur THC (vgl. Plenert, Stöver 2019, S. 62).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Pergam, Woodfield, Lee 2017 et al. -"Cannabis use among patients at a comprehensive cancer center in a state with legalized medicinal and recreational use"

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Details

Seiten
13
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346278630
ISBN (Buch)
9783346278647
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v942976
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
2,3
Schlagworte
Cannabis CBD Krebstherapie CINV Arzneimittel Alternative Arzneimittel Naturheilkunde Chemotherapie Krebs Marihuana Gras

Autor

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Titel: Cannabis als Arzneimittel in der Krebstherapie. Forschungsstand und mögliche Effekte