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Die radikale Reformation - Täufer des 16. Jahrhunderts in Augsburg und Münster

Magisterarbeit 1999 118 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Vorwort

Wenn man die Geschichte des Täufertum im 16. Jahrhundert vollständig beschreiben wollte, wäre es unumgänglich, allen zu dieser Zeit vorherrschenden gesellschaftlichen, d.h. politischen und kirchlichen Entwicklungen, revolutionären Strömungen und geisteswissenschaftlichen Auseinandersetzungen Rechnung zu tragen. Das wirft jedoch die Frage auf, ob man in diesem Fall aufgrund des äußerst komplexen Sachverhaltes nicht in die Verlegenheit gerät, sich in Einzelfragen zu verzetteln und damit den Überblick für das „große Ganze“, den Gesamtablauf der Ereignisse zu verlieren.

Ich habe mich aus diesem Grund dafür entschieden, am Beispiel der zwei Städte Augsburg und Münster aufzuzeigen, wie unterschiedlich sich das Täufertum in jener Zeit manifestierte bzw. entwickelte.

Am Vorbild der Städte Augsburg und Münster lässt sich gewissermaßen - sozusagen holzschnittartig - ein repräsentativer Querschnitt der Ereignisse, die Anfang des 16. Jahrhunderts in die Täuferbewegung einmündeten, herausarbeiten. Dabei wird man im Verlauf der Untersuchungen feststellen, dass bei der Beurteilung des Täufertums letztendlich immer wieder neue Ansätze gefunden werden müssen, d.h., man wird mit einer verallgemeinernden Beurteilung dieses Phänomens gewiss nicht zur Erhellung eines aufregenden Geschichtsabschnittes innerhalb der Reformationszeit beitragen.

So gab es zum Beispiel in Augsburg Mitte des 16. Jahrhunderts Gruppierungen, die aufgrund ihrer strikten Gewaltlosigkeit vom Magistrat zeitweise geduldet wurden, daneben aber ebenso vagabundierende und kriminelle Banden, die mit härtester Verfolgung rechnen mussten, weil sie unter der Bevölkerung entweder große Unruhe hervorriefen, oder aber auch solche Taufgesinnte, die mit ihren oft charismatischen Predigten die religiöse und politische Ordnung der Städte destabilisierten. In Münster dagegen war alles Gemeinwesen dem Diktat einer allbeherrschenden Theokratie untergeordnet - oder noch deutlicher ausgedrückt - unterworfen.

Die Geschichte der Täufer in Münster ist - immer noch - in ungleich höherem Maße Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten, als dies für Augsburg der Fall war und ist. Sieht man einmal von der vierbändigen, sehr detaillierten Beschreibung der Augsburger Reformationsgeschichte von Friedrich Roth[1] und der Darstellung des Täufertums von Hans Guderian[2] aus dem Blickwinkel heutiger freikirchlicher Sicht ab, so existiert, was die Geschichte der Täufer während der Reformationszeit in Augsburg anbelangt, eher weniger neuere Literatur. Deshalb war ich bei meiner Materialsammlung überwiegend auf Literatur angewiesen, die älteren Datums ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Titelbild: Verhaftung von Täufern in Köln 1565 (Jan van Luyken 1649-1712), kopiert von der Umschlagseite des Buches Die Täufer, Geschichte und Deutung, von Hans-Jürgen Goertz

Einleitung

Seit Luther 1522 von der Wartburg nach Wittenberg zurückgekehrt war, hatte er unausgesetzt mit der Frage zu ringen, wie sich die innere Freiheit der neuen, reformatorischen Gemeindebildungen schützen und behaupten lasse. Er fand sie von verschiedenen Seiten her bedroht: Durch die schwärmerischen und sozialrevolutionären Strömungen, in deren Mittelpunkt Thomas Müntzer stand und durch vormals engste Mitarbeiter wie Karlstadt (Taufname Andreas Bodenstein), die sein theologisches Fundament in Frage stellten, insbesondere die Sakramentenlehre.

Zur selben Zeit - also ein Jahr nach dem Wormser Reichstag - setzte sich in der Schweiz die Reformation unter Führung von Huldrych Zwingli durch. Zürich wurde in den Jahren 1522/23 protestantisch und Zwingli versuchte von nun an, das städtische Leben in all seinen Bereichen zu verchristlichen. Im Gegensatz zu Luther, der die Lehre von den „zwei Reichen“ nach dem Vorbild der dualistischen Theologie Augustins postulierte, stand Zwingli für die Durchsetzung eines alttestamentarischen Lebensmodells, das sich konsequent an der Einheit einer geistlich-weltlichen Lebensordnung orientierte.

Außerhalb der Schweiz erzielte dieser reformatorische Ansatz insbesondere in Süddeutschland, hier vor allem in den Städten Straßburg, Augsburg, Konstanz, Ulm, Nürnberg, Basel und Memmingen eine positive Resonanz. Dort konnten, aufgrund der politischen Gegebenheiten, die zwinglianisch-reformatorischen Bewegungen zeitweise besser Fuß fassen als die lutherischen, da Zunftverfassung und Wählbarkeit der Behörden schnell ein Mitwirken, wenig später dann die Bestimmung der kommunalen Politik durch die Evangelischen ermöglichten.

Ähnlich wie in Zürich wirkte nun auch hier die neue Ausprägung des kirchlichen Lebens ausnahmslos in alle Lebensbereiche hinein. Dies führte zwangsläufig zum Konflikt mit den etablierten Autoritäten, dem sich gerade neu organisierenden lutherischen Kirchenwesen und selbstverständlich mit den Bischöfen und Altkirchlichen. Zusätzlich kam es zur Bildung von innerstädtischen Oppositionsgruppen, deren Mitglieder sich in der Mehrzahl aus Bürgern rekrutierten, die vor der Reformation noch in gehobenen Ämtern gesessen hatten.

Von einer gesicherten Konsolidierung des neuen Kirchenwesens konnte man während dieser Phase der Reformation, also zwischen 1523 und 1540, noch nicht sprechen. Dies sollte sich allerdings ändern, als es galt, sich mit einem Phänomen auseinanderzusetzen, das nach Ansicht sowohl der Katholiken als auch der Protestanten eine große Gefahr für die soziale Ordnung und den Bestand des politischen Gemeinwesens darstellte, nämlich der Täufer-, oder auch diskriminierend genannt, der Täufer-Bewegung. Diese Strömung war gekennzeichnet durch eine sehr heterogene Struktur. Je nach Gruppenzugehörigkeit wurden diese oder jene Glaubensinhalte vertreten: Spiritualistische Deutung des Evangeliums und endzeitliche Heilserwartung oder schwärmerischer sozialer Radikalismus und Ablehnung jedes obrigkeitlichen Reglementierens der religiösen Erneuerung. Allen Gruppen gemeinsam war aber die entschiedene Ablehnung der Kindertaufe. Wenn man alle diese oben aufgeführten Argumente berücksichtigt, ist es deshalb durchaus nicht erstaunlich, dass alle politischen und religiösen Instanzen - gleichgültig ob katholisch oder evangelisch - mit größter Schärfe gegen die Täufer vorgingen.

Dennoch hat die Täuferbewegung in ihren verschiedensten Ausprägungen alle Verfolgungen und Diskriminierungen bis auf den heutigen Tag überstanden. Eine Erklärung hierfür dürfte wohl auch darin bestehen, dass die sich bis ins 20 Jahrhundert stetig vervielfachende Zahl der protestantischen Denominationen es ermöglicht hat, den täuferisch Gesinnten die Nischen zu schaffen, die sie für die Sicherung ihres Fortbestandes benötigten. Stellvertretend für diese Gruppierungen seien hier z.B. nachfolgende Gruppierungen genannt: Schwärmerische Calvinisten, Mennoniten, Baptisten, Adventisten, Amish People aber auch Bewegungen und Sekten, die den Volkskirchen ablehnend bis feindlich gegenüberstehen wie manche Pfingstgemeinden, die Zeugen Jehovas, die Neuapostolischen oder auch einzelne Denominationen der Sieben-Tags-Adventisten.

Die Täufer in Augsburg von 1524 bis 1537

Beginnende Reformation und politische Entwicklung in Augsburg

Der Reichstag 1521 in Worms brachte das erste Aufeinandertreffen Luthers mit Kaiser Karl V. Auch Konrad Peutinger, der Augsburger Humanist und Stadtschreiber, war als Beauftragter des Rates der Stadt Augsburg anwesend. Er gehörte einer Kommission an, die unmittelbar nach dem Verhör Luthers vor Kaiser V. und der Kurie eingesetzt wurde, um den Augustinermönch doch noch zum Widerruf zu bewegen.[3] Außerdem sollte Luther seine Bücher der Prüfung eines Konzils unterziehen. Er willigte ein - allerdings unter dem Vorbehalt, dass die als häretisch bezeichneten Sätze nur anhand der Bibel geprüft beziehungsweise widerlegt werden dürften. Es ist unschwer nachzuvollziehen, dass die Bemühungen der Kommission erfolglos bleiben mussten, da deren Mitglieder sich mit Luther nur auf der scholastischen Argumentationsebene auseinandersetzen wollten. Bemerkenswert war - meiner Meinung nach in negativer Hinsicht in diesem Zusammenhang - das Verhalten Peutingers: Er verschwieg dem um eine faire Disputation bemühten Erzbischof von Trier Luthers Vorstellungen bezüglich der oben erwähnten Prüfung. Jene Verhaltensweise trug Peutinger den Ruf ein, um jeden Preis Frieden stiften zu wollen, weil er seine Loyalität offensichtlich, ähnlich wie Erasmus, nur der alten Kirche schenken wollte.[4]

Meines Erachtens unterstreicht dies en passant die These, dass die Mehrheit der europäischen Humanisten bis auf wenige Ausnahmen sich der alten Kirche gegenüber wieder als loyale theologisch bzw. politische Partner verhielten, weil sie sich von der anfangs tangentialen Haltung gegenüber den protestantischen Bewegungen lösten. Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass anfangs die Vertreter humanistischer Bildung ebenso wie die Reformatoren in dem Streben nach Wiederherstellung alter antiker Bildungs- und Kulturideale einen gemeinsamen Nenner sahen, der letztlich allerdings in der Auseinandersetzung um scholastische oder protestantische Lehrmeinungen darin gipfelte, dass sich die Majorität der humanistischen Denker geneigt sah, die Reformation als vorübergehendes Phänomen zu sehen und demzufolge der römischen Kirche die Treue zu halten, da die scholastische Theologie an allen Universitäten noch vorherrschend war.

Die Rolle Peutingers in Worms war nicht in erster Linie auf sein Mitwirken in der Kommission beschränkt. Da Kaiser Maximilian I. erst zwei Jahre vorher verstorben war, ergriff der Augsburger Rat nun die günstige Gelegenheit, dem neuen Regenten Karl V. die Referenz zu erweisen und gleichzeitig vitale Interessen der Stadt zur Sprache zu bringen. Peutinger und der Altbürgermeister Christoph Langenmantel waren deshalb vom Rat nach Worms gesandt worden, weil sie als diejenigen Persönlichkeiten galten, die mit der besten Reputation ausgestattet waren. Insbesondere Peutinger besaß weit über die Grenzen Augsburgs hinaus einen herausragenden Ruf und bot sich als geschickter Diplomat und Fürsprecher für die Belange Augsburgs an.

Über Luther war, nachdem er auch auf dem Wormser Reichstag nicht widerrufen hatte, die Reichsacht verhängt worden. Auf dem Reichstag in Nürnberg 1522 stellte man jedoch fest, dass es in der Zwischenzeit keinerlei ernsthafte Bestrebungen gegeben hatte, ihn festzunehmen, sieht man einmal von der Tatsache ab, dass sein Landesherr, Friedrich der Weise von Sachsen, dafür gesorgt hatte, dass Luther sofort nach dem Reichstagsabschied auf die Wartburg in Thüringen gebracht wurde, um ihn vor dem Zugriff des Kaisers und des römischen Pontifex zu bewahren.

Im Jahr nach dem Reichstagsabschluss erfolgte seitens der römischen Kurie eine zweite Reaktion gegen die Evangelischen in Augsburg. Der neue Papst Hadrian richtete am 1. Dezember 1522 ein Schreiben an die Bürgermeister und den Rat der Stadt Augsburg, in welchem in der schon bekannten Weise Luther und dessen Lehre verurteilt wurden.[5] Dabei verfuhr man wie in vielen vorausgegangenen Schreiben nach einem bewährten diplomatischen Rezept. Einerseits lobte man die Treue, die die Stadt und ihre Bürger über Jahrhunderte hinweg der alten Kirche gehalten hatten. Andererseits ging man aber auch in diesem Brief wieder dazu über, die „Einwohner vor der hereinbrechenden Pest“ der Reformation und deren häretischen Traktaten zu warnen, die den gewachsenen Bestand des Gemeinwesens der Stadt aufs äußerste bedrohen würden. Ferner beklagte man sich bitter darüber, dass in einigen Kirchen an Allerseelen keine Messe gehalten und öffentlich gegen das Fegefeuer gepredigt wurde. Im Sommer 1523 erfuhren die päpstlichen Ermahnungen weitere Unterstützung durch Karl V., der vor allem an den Städten Augsburg, Nürnberg und Straßburg heftigste Kritik übte. In diesen Städten, insbesondere in Augsburg, das in 13 Druckereien einen jährlichen Ausstoß von annähernd 500.000 reformatorischen Schriften produzierte (nach Wittenberg war Augsburg die Stadt mit der größten Anzahl an reformatorischen Druckerzeugnissen), sah der Kaiser die eigentlichen Drahtzieher und Multiplikatoren der, wie er es nannte, verdorbenen, verdammten, verführerischen, falschen und ketzerischen lutherischen Lehre.

Der Rat der Stadt verhielt sich in dieser Zeit, aber auch in den folgenden zwei Jahrzehnten, sehr ambivalent. Er sah sich gezwungen, eine Politik einzuschlagen, die sowohl die Anordnungen aus Rom bzw. vom Kaiser befolgen als auch auf die Stimmung in der Bevölkerung Rücksicht nehmen musste, die in großer Mehrheit der alten Kirche den Rücken zugewandt hatte und zur reformatorischen Bewegung überlief (Mehr als 80% der Einwohner in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts). Gegen die Bevölkerung ließ sich von nun an allerdings sehr schwer durchsetzen, was an Weisungen „von oben“ gekommen war. Der Druck seitens der Evangelischen wurde schließlich so groß, dass der Rat die Direktiven der Römischen Kirche sowie diejenigen des Kaisers nur noch halbherzig ausführte, sie teilweise sogar über Monate hinaus verschleppte oder schließlich ignorierte.

In dieser Epoche religiöser Verwerfungen und der damit verbundenen politischen Instabilität kam am 23. November 1524 ein Mann nach Augsburg, der durch seine mitreißende Art, die „neue Lehre“ zu verkündigen, sehr bald eine große Anhängerschaft um sich scharen konnte: Michael Keller, oder, wie er sich auch nannte, Cellarius. Er hatte, bevor er nach Augsburg kam, wegen seiner lutherischen Gesinnung eine Pfarrstelle in Wasserburg am Inn aufgeben müssen, war danach kurz in Wittenberg, ohne mit dem Kreis der dortigen Reformatoren in Verbindung zu treten und kam schließlich nach Augsburg.[6] Dort schloss er schnell Bekanntschaft mit Urbanus Rhegius, einem der drei Doktoren und Prediger beim Karmelitenkloster St. Anna (Die anderen beiden Doktoren bei St. Anna waren Stephan Agricola und der Prior Johannes Frosch).

Rhegius’ Fürsprache sicherte Keller vorerst eine Anstellung als Prediger beim Barfüßerkloster. Von nun an standen Keller, Frosch, Rhegius und Agricola auf der evangelischen Seite als härteste Gegner die drei katholischen Geistlichen Dr. Johann Faber, Dr. Matthias Kretz und Dr. Ottmar Nachtigall gegenüber.

Dr. Johann Faber, ein Mann mit umfassender Bildung, konnte anfangs sicher nicht den zu entschiedensten Gegnern Luthers gerechnet werden. Dies wird vor allem dadurch belegt, dass er - vorerst dem Humanismus noch zugeneigt - des Öfteren mit Erasmus von Rotterdam über Luther und dessen Theologie noch vorurteilslos ins Gespräch kam.[7] Außerdem war er, wie später Bischof Christoph von Stadion, über die Zustände in seiner Kirche sehr besorgt und sah sehr wohl einen akuten Reformbedarf. Sein ausgeprägter Ehrgeiz jedoch, der darin gipfelte, seine Ambitionen auf das Bischofsamt deutlich geltend zu machen, musste letztlich jedoch dazu führen, dass er den Evangelischen gegenüber eine scharfe Haltung einnahm.[8]

Matthias Kretz war, ebenso wie Faber, mit solider wissenschaftlicher Bildung ausgestattet. Er hatte an den Universitäten Wien, Tübingen und Ingolstadt studiert, Kenntnisse in der griechischen und hebräischen Sprache erworben und las mit Leidenschaft die Schriften des Erasmus. 1521 erhielt er die bis dahin von Urbanus Rhegius ausgeübte Domprädikatur. Als überzeugtem Scholastiker diente ihm in erster Linie Johann Eck als Vorbild, schärfster theologischer Gegner Luthers im deutschen Sprachraum.[9]

Ottmar Nachtigall war Lektor am Ulrichskloster, als die Reformation in Augsburg Fuß zu fassen begann. Seine scharfe Kritik an den Zuständen in den Klöstern trug ihm vorübergehend den Ruf ein, heimlicher Lutheraner zu sein. Doch war auch er zu sehr Erasmianer und nicht geneigt, seiner Kirche die Gefolgschaft aufzukündigen. Seine Zuverlässigkeit muss für die alte Kirche schon 1525 wieder zweifelsfrei festgestanden haben, weil er sonst wohl nicht am 30. Juni jenes Jahres von den Fuggern die Prädikatur für das Kloster St. Moritz übertragen bekommen hätte.

Auf evangelischer Seite war Michael Keller der Protagonist der zwinglianischen Prädikanten, der am geräuschvollsten auftrat, wenn es galt, gegen die Papisten zu predigen. Seine Aufsehen erregende Begabung als Kanzelredner und Schriftsteller bescherte ihm beachtlichen Zulauf seitens der Bevölkerung, ließ aber auch Neid unter den anderen Prädikanten Augsburgs aufkommen. Große Resonanz fand vor allem seine Predigt „Sermones vom Nachtmahl“[10], in der er das 22. Kapitel des Lukasevangeliums auslegte. Danach folgten, auf vielfache Nachfrage der Bevölkerung, zahlreiche Nachdrucke der Predigt, die schließlich auch in zwei Auflagen erschien. Hauptangriffspunkt an der alten Lehre war für Keller die Messe, wobei er selbst die gröbsten verbalen Mittel nicht scheute, um bei seinen Zuhörern den größtmöglichen Eindruck zu machen:

Die Messe ist ganz und gar gegen das Wort Gottes, da sie das Nachtmahl Christi, „das ein Band der Liebe ist, zertrennt“. Sie ist teuflisch, deshalb Sünde, ja der Teufel selbst. Zu verurteilen sind diejenigen, die in ihrer Torheit Messen gestiftet, Jahrtage eingerichtet, Kapellen, Stifte und Kloster gebaut haben, nur um ihre „Meßler“ hineinzusetzen. In der Messe sähen sie ihre einzige Zuflucht, ja selbst, wenn sie schliefen, würde es ihnen zum Vorteil gereichen, wenn man für sie eine Messe lese. Am meisten verdammenswert sei jedoch das Treiben der „Meßler“, das nur dazu diene, aus der Messe ein Geschäft zu machen, indem sie so oft wie möglich, zu allen denkbaren Anlässen und meistens auf Verlangen der finanziell potenten Spender gehalten werde.[11]

Die Schriften Kellers fanden, nicht zuletzt aufgrund ihrer populistischen Sprache, reißenden Absatz beim überwiegenden Teil der Einwohner Augsburgs. Auf katholischer Seite reagierte man auf die Ausfälle Kellers erwartungsgemäß äußerst heftig. Der bekannteste katholische Chronist der Stadt Augsburg, Clemens Sender, beurteilt Kellers Wirken so:

„Er hat (...) die Mutter Gottes hoch geschändet[12] und sie zunichte gemacht; sie sei nicht mehr als eine andere Frau. Desgleichen hat er auch die lieben Heiligen gar verworfen und gesagt, man solle sie gar wenig ehren und anrufen wie einen toten Hund. Kein Wunder wäre es, wenn sich die Erde auftäte und die Menschen lebendig verschluckte, die einer Messe anwohnten; es wäre eine geringere Sünde, einen Menschen zu erstechen, als hinter einer gottlosen Messe zu stehen. Alle Tugend hat er vernichtet, alle Laster gelehrt, gelobt und gepflanzt. Darum hat er vielen Menschen wohl gefallen, und ist durch seine Lehre alle Gottesfurcht, Scham und Ehrbarkeit hingefallen.“

Die Armen und Unterprivilegierten proben den Aufstand

Wie oben geschildert, war die politische Situation in der Stadt immer schwieriger geworden. Einerseits war die Stimmung gegenüber dem Klerus der Altkirche von wachsender Aggression geprägt, andererseits richtete sich der Zorn auch gegen den Rat der Stadt, weil dieser in seiner Haltung weiterhin ambivalent blieb, also durchaus Sympathie für die reformatorische Bewegung zeigte, dennoch aber den bisherigen Autoritäten gegenüber loyal blieb.

Die politische und religiöse Instabilität in weiten Kreisen der Bürgerschaft bewirkte noch einen besonders brisanten Nebeneffekt: Es kam zu den seltsamsten Auswüchsen endzeitlicher Erwartungen und Prophezeiungen. Man rechnete fest damit, dass in Kürze ein Strafgericht über die Kirche hereinbrechen werde, weil man diese als den Hauptverursacher für die Unterdrückung des „kleinen Mannes“ ausmachte. Besondere Erregung wurde durch die im Volk schnell verbreitete Kolportage erzeugt, dass zur Lichtmess, wenn die Planeten sich im Zeichen der Fische vereinigen würden, sich eine Sintflut über die sündige Menschheit ergießen sollte.[13] Andere verängstigte Bürger wiederum empfanden die Verkündigung des Evangeliums in diesen Tagen als den letzten Vorboten des Weltendes.

In diesem Klima einer aggressiven Haltung der Mehrheit der Augsburger Einwohner schien es dem Bischof Christoph von Stadion deshalb auch nicht ratsam, dem päpstlichen Legaten Campeggio, der auf seiner Reise zum Nürnberger Reichstag am 9. Mai 1524 die Stadt passierte, einen ebenso pompösen Empfang zu bereiten, wie ihn 7 Jahre vorher Cajetan genossen hatte. Campeggio zog es also vor, ohne viel Aufsehen, von 50 Reitern beschützt, in die Stadt zu kommen. Viele Bürger aber, die am Straßenrand standen, kommentierten seinen Einzug auf die Weise, indem sie ihm mit dem Finger den Esel boten.[14]

Das Barfüßerkloster sollte in diesem Jahr zur Keimzelle einiger Unruhen in der Stadt werden. Dort war im Frühjahr 1524 Johann Schilling als Lesemeister angestellt worden. Er war von Gmünd nach Augsburg versetzt worden, weil er an seiner alten Wirkungsstätte mit seinem groben verbalen Auftreten Unruhe unter der dortigen Bevölkerung gestiftet hatte.[15] In Augsburg konnte er aber schnell großen Anhang finden, was sicher nicht überraschend war, wenn man die zunehmende Verbitterung in der Bevölkerung berücksichtigt. Auf die Armen, aber auch auf den Pöbel, übte er - besonders in seinen scharfen Predigten - eine starke Anziehungskraft aus. Seine Botschaft war einfach: Kampfansage an die Reichen (vor allem an Jakob Fugger) und wenn nötig, auch gegen den Rat der Stadt, falls dieser nicht eine eindeutige Position zugunsten der Armen einnehmen würde. Die unmissverständlich politisch gefärbten Predigten ließen aber die Verkündigung des Evangeliums und damit des Friedens fast vollständig in den Hintergrund treten.[16]

Zum Eklat kam es schließlich am Sonntag, den 8. Mai 1524: Auslöser war eine Diskussion über das Segnen von Brot und Wasser, die Schilling eine Woche vorher im Haus des Maurers Has mit dem Weber Peter Scheppach, Ulrich Richsner und vor allem Bartholomäus Nußfelder geführt hatte.[17] Schließlich beschlossen alle Sitzungsteilnehmer, am 8. Mai die oben erwähnte Segenshandlung in aller Öffentlichkeit als Götzendienst zu brandmarken. Von nun an wurde in der Stadt gezielt das „Gerücht“ verbreitet, dass in St. Barfüßer am Sonntag ein „Spiel“ stattfinden werde:

Lange, bevor Schilling zu predigen pflegte, war die Kirche gedrängt voll. Nußfelder stand ganz vorne am Taufstein und wartete auf den Mönch, der das Wasser weihen sollte. Als dieser kam, stiegen die Leute auf die Kirchenstühle, um das erwünschte Schauspiel besser zu sehen. Kaum hatte der Mönch mit seinen Gebetsformeln begonnen, als sich große Unruhe erhob. Viele Stimmen riefen dem Priester zu, er solle sein Gebet deutsch hersagen. Nußfelder riss ihm das Gebetbuch aus der Hand mit den Worten: „Was willst Du weihen, gib uns das Buch her, denn Du führest nur ab von der evangelischen Wahrheit. Ihr tut das Widerspiel von dem, was die Prediger sagen.“ Damit wollte er das Buch zerreißen. Da aber das Pergament zu stark war, zerschnitt ein anderer, Franz Laminit, die Blätter desselben, das er dann unter dem Beifall der Menge ins Weihwasser warf, um es „im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes“ zu taufen. „Werft den Mönch auch ins Wasser, schrieen einige Weiber, andere suchten zu beschwichtigen: „Will er verflucht sein, so sei er verflucht; will er Gott lästern, so tue er ferner, wie er bisher getan!“ Wieder andere meinten: „Hat nicht der Rat das Schwören verboten? Und dieser Mönch schwört nicht nur, sondern er lästert Gott.“ Dabei fielen aber auch böse Worte gegen den Rat; der solle dem Willen des Volkes fahren und das Evangelium fördern; „denn ein Convent ist mehr als ein Abt und eine Gemeinde mehr als ein Bürgermeister.“[18]

Der Rat musste reagieren, konnte aber angesichts der aufgebrachten Menge nicht mit aller Strenge vorgehen. Eine Entscheidung war jedoch so schnell wie möglich zu treffen: Johann Schilling sollte unverzüglich aus der Stadt verwiesen werden, um die Unruhe im Volk nicht weiter anzuheizen. Um eine Zusammenrottung des Pöbels zu vermeiden, beschloss der Magistrat, am 3. August 1524 die Ratsherren Bartholomäus Welser und Anton Bimel sowie die beiden Doktoren Johann Rehlinger und Conrad Peutinger zu Schilling zu schicken. Sie konnten erreichen, dass er das Versprechen abgab, die Stadt (in Laienkleidung) zu verlassen, ohne es seinen Freunden und Anhängern mitzuteilen. Dafür wurde ihm ein Pferd und 20 Gulden „Zehrpfennig“ garantiert.[19] Schilling nahm das „Angebot“ zur Überraschung seiner Verhandlungspartner sofort an und reiste noch am selben Tag ab, allerdings nicht ohne doch noch sein Schweigeversprechen zu brechen und einige seiner Freunde zu benachrichtigen. So verbreitete sich die Nachricht vom unfreiwilligen Weggang Schillings aus Augsburg innerhalb von zwei Tagen wie ein Lauffeuer in allen Straßen und Gassen. Am 6. August versammelte sich plötzlich eine lärmende, etwa 1800 Personen zählenden Menge vor dem Rathaus und verlangte Aufklärung über Entlassung und Verbannung Schillings. In einer Handschrift der Augsburger Staatsbibliothek wird der Aufstand sehr ausführlich geschildert:

Ain seltzamer aufflauf und wilde, ongewenliche entbörrung (= Empörung), welche sich zwischen ainem erbern Rathe und gemainde der stat Augsburg Anno 1524 aines Barfuossers Münichs (= Mönchs) halben begeben und zugetragen hat. Erstlich durch Clementen Jägern zusamengetragen und beschriben Anno 1532. Abcopiert Anno 1554 Im monat frebrarj.[20]

Die Ratsherren bekamen es mit der Angst zu tun. Man beschloss, mit einer Abordnung der Aufständischen, bestehend aus 12 Mann unter der Führung des Ratsherrn Christoph Herwarth, erste Verhandlungen zu führen, um den johlenden Mob so lange wie möglich hinzuhalten, bis eine halbwegs befriedigende Lösung für beide Seiten erzielt worden sei. Im Rathaus erkannten die Verantwortlichen nun zusehends, dass man mit zwei Gefahren gleichzeitig konfrontiert wurde, einerseits nämlich mit der Abordnung derer, die weiterhin - wie sie meinten - das von Schilling wahrhaftig verkündete Evangelium hören wollten: Zum andern gab es unter den Aufständischen nicht wenige, die nun die Gelegenheit gekommen sahen, ein Großteil der sozial Benachteiligten um sich zu scharen, indem sie sich auf die politisch motivierten Predigten Schillings beriefen und so die Stimmung gegen den Rat, insbesondere gegen den Klerus stetig anzuheizen versuchten. Da man aber der Abordnung um Christof Herwarth endlich versprach, dass man bis zum Lorenzabend am 9. August eine zufrieden stellende Lösung gefunden haben werde, gingen die Protestierenden wieder auseinander.

Zweifellos hatte der Rat eine Niederlage erlitten, denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte er immer die letzte (Gewalt-) Option für sich reklamieren können, wenn es zu einer Notstandssituation in der Stadt gekommen war. Die Gemeinde sah sich jedoch in ihrem Verhalten bestätigt und glaubte nun, zukünftig die Bestallung der Prediger selbst vornehmen zu können. Nicht ohne Sorge sahen deshalb die gemäßigten Kräfte unter den Evangelischen dem 9. August 1524 mit gemischten Gefühlen, wenn nicht gar mit großer Besorgnis entgegen. Um 7 Uhr morgens, also zu der Zeit, zu der Schilling für gewöhnlich zu predigen pflegte, war die Barfüßerkirche übervoll besucht - sowohl von seinen Anhängern als auch von anderen Neugierigen. Als aber statt Schilling Dr. Urbanus Rhegius von St. Anna erschien, kam es zu tumultartigen Zuständen, die die Abhaltung einer Predigt unmöglich machten.[21]

Der Rat war diesmal jedoch auf alle möglichen Konfrontationen mit den wild entschlossenen Anhängern Schillings vorbereitet und hatte Vorsorge getroffen, dass genügend Söldner, Stadtknechte und sonstige dem Rat Ergebene zusammengezogen und mit Waffen aus dem Zeughaus versorgt wurden. (Zum ersten Mal (!) musste zudem der Treueid geschworen werden). Das politische Kräfteverhältnis in Augsburg veränderte sich nun schlagartig, nachdem der Kleine Rat eine große Zahl Bewaffneter um sich scharen konnte, die Aufständischen jedoch waffenlos blieben. Die überwiegende Anzahl derer, die seit dem 6. August und bis dahin einen äußerst scharfen Ton gegen den Rat angeschlagen hatten, gab nun kleinmütig bei und entschuldigte sich wegen ihres Mitwirkens am 6. August.[22]

Der Obrigkeit lag von nun an sehr daran, die Sicherheit innerhalb der Stadtmauern auch weiterhin mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten. Eine 600 Mann starke loyale „Streitmacht“ wurde angeworben und vorerst bis 1. Oktober unter Waffen gehalten. Da die Unruhen sich zur Zufriedenheit des Rates wieder aufgelöst hatten, wurde allen Bürgern, die sich bei den Tumulten am 6. August beteiligt hatten, Amnestie gewährt. Gleichwohl sollten sämtliche nach diesem Datum folgenden Vergehen strengstens geahndet werden. Zusammenrottungen, heimliche Treffen in Häusern und Gärten oder nächtliche Versammlungen auf den Straßen wurden unter Strafe gestellt. Heute, im 21. Jahrhundert, würde man wohl von der Ausrufung des Ausnahmezustands bzw. des Kriegsrechts sprechen...

Trotz aller Restriktionen brodelte es unter der äußerlich glatten Oberfläche eines scheinbar wieder geordneten Gemeinwesens weiter. Viele Unzufriedene kamen ungeachtet der zu befürchtenden Aussicht, härteste Strafen erleiden zu müssen, zu konspirativen Treffen zusammen. Ihr Hass richtete sich vor allem dagegen, dass sie zwar allgemeine Amnestie gewährt bekommen hatten, im Endeffekt aber trotzdem in einem unfreien Zustand verharren mussten.[23]

Zwei Protagonisten aus diesem Personenkreis sind an dieser Stelle besonders herauszustellen: Hans Kag und Hans Speiser, zwei ältere Weber, an denen der Rat erstmals das härteste Exempel statuierte, nämlich die Todesstrafe. Sie hatten in Zusammenarbeit mit dem Kürschner Paul Kisssinger ein 12-Punkte-Programm erstellt und verbreitet, um den Sturz des Stadtregiments herbeizuführen. Vom Programm sind nur noch 9 Forderungen erhalten geblieben, die restlichen drei sind nicht mehr auffindbar. Die Forderungen sind in Vogts Chronik[24] nachzulesen. Unter anderem findet sich darin das für heutige Vorstellungen etwas kurios anmutende Verlangen, dass die alte Maß wieder eingeschenkt werden sollte, aber auch so fortschrittliche Formulierungen wie der Ruf nach mehr Steuergerechtigkeit. So sollten vor allem endlich auch die „Pfaffen“ ihre Abgaben bezahlen. Zentrales Anliegen der beiden Weber war allerdings die Freilassung ihres Kampfgenossen Paul Kissinger, der inzwischen in Kerkerhaft gekommen war. Außerdem verlangte man, dass die beiden Doktoren Johann Kretz und Johann Faber aus der Stadt gewiesen werden sollten.

Hans Kag und Hans Speiser mussten nun die ganze Härte der vom Rat angedrohten Strafen spüren. Um Fürbitten und Eingaben der Bevölkerung zugunsten der Delinquenten zuvorzukommen, wurde das Todesurteil schon im Morgengrauen des 13. August 1524 vollstreckt. Die mit reichlich Sand bestreute Richtstätte lag zwischen Perlachturm und Rathaus, also dort, wo heute die Fahrzeuge des Polizeireviers I abgestellt werden. Bevor man die Exekution vornahm - in beiden Fällen mittels Köpfen durch das Schwert - wurde noch eine Messe gelesen. Dabei weigerte sich Speiser, das Sakrament anzunehmen, da es ihm nicht in beiderlei Gestalt angeboten wurde. Kag kam nach Speiser an die Reihe, ließ sich das Sakrament aber nach altem Brauch reichen.[25] Der Kürschner Kissinger kam wesentlich glimpflicher davon; er wurde wegen Gotteslästerung und aufrührerischen Reden an den Pranger gestellt, mit Ruten geschlagen und aus der Stadt „ausgehauen“.

Johann Schilling hatte wegen der vorangegangenen Proteste der Bevölkerung wieder in die Stadt zurückkehren dürfen. Er hatte jedoch schnell erkannt, wie sich die Kräfteverhältnisse zugunsten des Rates entwickelt hatten. Da seine Tätigkeit von nun an auch wesentlich kritischer als bisher betrachtet wurde, legte er sich mehr und mehr Zurückhaltung auf. Demzufolge hatten die Predigten natürlich nicht mehr die Schärfe, um einen Aufstand provozieren zu können. „Seine Mönche“, schreibt Rem, sahen sauer auf ihn und hielten ihn wie einen Hund, und niemand gab ihm nichts.“[26] Im November 1524 verließ Schilling Augsburg wieder - diesmal endgültig -, ohne noch irgendeine Wirkung bei seinen früheren Anhängern hinterlassen zu haben.

Städtische Unruhen greifen auf das Augsburger Umland über -
Erste Revolten der Bauern

Die Hinrichtungen Hans Kags und Hans Speisers hatten sich wie ein Lauffeuer im ganzen Augsburger Umland und weit darüber, selbst bis nach Antwerpen und Rom verbreitet. Besonders unter der Landbevölkerung wurde immer öfter die Auffassung kolportiert, Kag und Speiser seien allein um der Sache des Evangeliums willen hingerichtet worden und der Rat der Stadt Augsburg paktiere in seiner großen Mehrheit mit den Papisten, um zu verhindern, „dass Gott ein Augsburger werde“; nicht zuletzt auch deswegen, weil er den Prediger Schilling dazu veranlasst hatte, die Stadt zu verlassen.

Die Unruhen, die in Augsburg, vorher aber schon auch in einigen anderen Städten aufgekommen waren, breiteten sich nun mehr und mehr unter dem überwiegenden Teil der bäuerlichen Landbevölkerung aus. Diese Entwicklung hatte ihrerseits schließlich zur Folge, dass in einer Art Rückkopplungseffekt nun auch innerhalb der Augsburger Stadtmauern eine „bäuerliche Partei“ entstand.[27] Festzuhalten gilt also: Ebenso wie innerhalb der Stadtmauern wurde von nun an auch auf dem Land Anstoß daran genommen, dass der Magistrat in der Frage der Verbreitung der neuen Lehre weiterhin eine ambivalente Haltung beibehielt und nichts gegen die Altkirchlichen unternahm. Man muss an dieser Stelle jedoch Folgendes in Betracht ziehen: Die freien Reichsstädte wie Augsburg befanden sich in einer besonders heiklen politisch-kirchlichen Situation. Hätten sie vorschnell und einseitig Partei für die Evangelischen ergriffen, wäre es unter Umständen zu Sanktionen durch Karl V. mit dem Ergebnis einer um so stabileren Wiederherstellung der alten kirchlichen Kräfte die Folge gewesen. Auf der anderen Seite musste aber der enorm anwachsende Reformdruck der mehrheitlich armen Bevölkerung, die endlich eine konsequente Durchführung der Reformation durchgeführt wissen wollte, über kurz oder lang eine eindeutige Entscheidung des Rates herbeiführen.

Wie oben bereits aufgeführt, hatte Johann Schilling Augsburg im Jahr 1524 endgültig verlassen. In diesen Zeitrahmen fallen bereits die ersten sporadischen Bauernerhebungen, vor allem in kleinen Gemeinden des Voralpengebiets wie Hegau und Klettgau, später auch Kempten, wo sich die Bauern gegen ihren Fürstabt stellten. Wie rasant die Entwicklung verlief belegt die Tatsache, dass sich die Unruhen schon Anfang März desselben Jahres auf einer Fläche von Ulm bis zum Allgäu in Nord-Süd-Richtung und vom Bodensee bis zur Donau in West-Ost-Richtung ausbreiteten.

Die Stadt Augsburg befand sich nun also, geographisch gesehen, mitten im Brennpunkt des Geschehens. Dazu kam, dass sich in nahezu allen anderen Städten „gut bäuerliche Parteien“ gebildet hatten, die in der großen Menge der armen Stadtbevölkerung aufgingen und die Verbindung zu den Aufständischen in den ländlichen Gebieten aufrechterhielten. Das Verhalten der Bauern fand in diesen Bevölkerungsschichten ungeteilten Zuspruch, hoffte man doch, dass die „christliche Vereinigung der Bauern“ sich gegen die städtische und klerikale Oberschicht erheben würde, um vor allem die Leibeigenschaft abzuschaffen.[28] Dies war die zentrale Forderung. Schließlich betrachtete man ja die Leibeigenschaft als die größte Versündigung gegen die christliche Gemeinschaft. Über die Verwirklichung dieses Zieles hinaus sollte jedoch ein Vorhaben durchgesetzt werden, welches das Zusammenleben der zukünftigen Gesellschaft in ihrer Ganzheit zu regeln hatte, nämlich „das göttliche Recht, das Evangelium, die reine Predigt, die brüderliche Liebe“ - eine theokratisch-kommunitäre Gesellschaftsordnung also, die ihre Identifikation zum Teil auch aus der Abgrenzung gegenüber den Lutheranern bezog. So bemerkte beispielsweise der bayerische Kanzler Leonhard von Eck:

„ Die Lutherischen und so arm sein, geben den Bauern recht; die nit lutherisch, und die lutherisch aber reich sein, geben den Bauern Unrecht.“[29]

Den größten Zuspruch fand das Anliegen der Bauern bei der mächtigen Weberzunft. Am 9. März kam ein Abgesandter der Bauern in die Stadt, um sich mit Hans Weyer, dem Zunftmeister der Weber, zu treffen. Ergebnis dieses Besuches war der Zusammenschluss beider Gruppierungen. Daraufhin teilte Ulrich Arzt dem Rat der Stadt Augsburg seine Einschätzung der neu entstandenen Lage in einem Brief mit:

„Ich habe auch uf kein zunft mer sorg, denn allain uf die weberzunft; die wandeln an allen orten unter die paurn und auch etwa vil liederlichs volcks under inen haben, die gleich alß gern ufruhr und zerrüttung sehen, weder frid und ainigkait, dann sie vermeinten dardurch etwas zu überkomen.“[30]

Clemens Sender charakterisierte die folgende Zeit so: „Außerhalb der Stadt Furcht und Schrecken, innerhalb Angst und Not.“[31] Ein- und Ausfuhr von Waren geriet immer mehr ins Stocken; die Folge war, dass auch die großen Kaufmanns- und Bankfirmen ihren Geschäftsbetrieb auf ein Minimum reduzierten, schließlich völlig einstellten und ihre Geldvorräte in sichere Städte transferierten. Selbst Bittgesuche hoher Geistlicher wie das des Bischofs von Salzburg, Matthäus Lang, der selbst aus Augsburg stammte und 10.000 Gulden Kredit aufnehmen wollte, blieben erfolglos. Sein Ansinnen wurde mit der Begründung abgelehnt, man müsse befürchten, dass alle Geistlichen erschlagen und verjagt werden würden.

Angesichts dieser äußerst bedrohlichen Umstände musste der Rat seine Bemühungen, die Ordnung der Stadt wenigstens halbwegs aufrechtzuerhalten, beträchtlich intensivieren. Dabei durften zusätzliche Kosten nicht gescheut werden.[32] 400 zusätzliche Landsknechte wurden bestellt, die Tag und Nacht in der Stadt patrouillierten und im Verbund mit bewaffneten Bürgern, die ihren Eid auf den Magistrat ablegen mussten, die Stadttore sicherten.

Im Verlauf dieser Entwicklung meldeten sich auch die Altgläubigen wieder zu Wort, um, wie sie es ausdrückten, aufzuzeigen, dass aller Aufstand und die dadurch verursachte Not das Ergebnis der neuen verkehrten Lehre sei, die das Volk unnötig gegen die bestehende Ordnung aufgewiegelt hätte. Der Domprediger Matthias Kretz agierte hier als „Hauptdarsteller“. Seinen Feind hatte er schon längst ausgemacht: Den Prediger von St. Barfüsser, Michael Keller. In einem 1525 von Keller veröffentlichten hitzigen Streitgespräch warf Kretz den Evangelischen vor, „...sie öffneten mit ihren Reden den Bauern den Weg zum Morden, Schlachten, Rauben und anderer unchristlicher Handlung.“[33] Die im Evangelium zum reichen Jüngling gesprochenen Worte „Gehe hin und verkaufe alles was du hast“ würden von den neuen Predigern als Gebot und nicht als evangelischer Rat hingestellt, womit sie unmissverständlich zum Kommunismus aufriefen. Kretz wollte damit ausdrücken, dass sich aus Kellers These, die Worte Jesu seien ein Gebot, für ihn und dessen Anhänger folgende Sätze ergäben:

- Wer für sich etwas Eigenes behält, wie wenig es ist, ein Scherflein oder Heller, auch ein abgetragenes Kleid, sündigt tödlich.
- So sind alle Dinge jedermann gemein und darf niemand etwas Eigenes besitzen.
- So müßten wir in eben solcher Gemeinschaft leben wie zu der Zeit der Apostel und verkaufen, was wir hätten.
- Wer nicht verkauft, was er hat, und dafür das Geld der Gemeinde übergibt und teilt, der sündigt wie Ananias und verdient dieselbe Strafe.
- So sind wir alle Mönche und Nonnen und gehören alle in diese enge evangelische Armut.
- Abraham, Isaak und Jakob und viele derer, die reich gewesen sind, und solche, die es heute noch sind, sie sind alle in der ewigen Verdammnis.
- Mit solcher Lehre öffnest du den Bauern den Weg zum Morden, Schlachten, Rauben und zu anderer unchristlicher Handlung, wie jetzt vor Augen.[34]

Keller wies Kretz’ Vorwürfe aufs Schärfste zurück. Gerade, weil man das Evangelium zu wenig predige, komme es zu Ausschreitungen. Wenn das Evangelium lehre: „Liebet eure Feinde“, dann hätten die Bauern keinerlei Recht oder Veranlassung, Gewalt anzuwenden. Wenn also die Bauern morden und sengen, dann „hat sie das nicht das Evangelium, sondern der Teufel gelehrt“; und er fährt fort: „Meinst du, zerhaderter Kretz, dass ein ehrbarer Rat zu Augsburg Predigten zu Aufruhr oder anderen Misshandlungen nicht auch versteht, oder dass er solche Dinge hielte und litte?“[35]

Tatsächlich achtete der Rat sehr darauf, dass die Prädikanten ihr Amt im Sinne einer Eindämmung der aufrührerischen Stimmung innerhalb der Bevölkerung ausübten. Besonders aktiv taten sich in dieser Hinsicht die Evangelischen hervor, unter ihnen in erster Linie Urbanus Rhegius, der bei den Sympathisanten des Bauernaufstandes mit einer Predigt über Römer 13 vom Recht der Obrigkeit allerdings Anstoß erregte, weil er sich ihrer Meinung nach den Herrschenden gegenüber in seinem Bemühen um Ausgleich allzu unterwürfig verhielt:

„Er wolle wider die armen Leute sein und den Herren die Wahrheit verschweigen; es sei nicht recht, dass ein Christ den andern verkaufe wie ein Vieh. Deshalb möge er auch den Herren zu Gemüte führen, was in diesem Punkte die Schrift lehre; sonst sei er ein stummer Hund, der nicht bellen wolle sondern den Menschen wohlgefallen.“

Rhegius stellte sich den Vorwürfen und verfasste daraufhin eine eigene Schrift, in der er seine Meinung nochmals dezidiert ausführte.[36] Sie ist in zwei Teile gegliedert, in den einen von den Knechten und den anderen von den Herren. Im ersten Teil ermahnt er die Knechte, die Zustände zu nehmen, wie sie sind; Knechtschaft und Leibeigenschaft sind seiner Ansicht nach eine Folge der Sünde. Wer frei ist in Christus, der ist kein Knecht - trotz aller irdischen Abhängigkeiten und Bindungen.

Im zweiten Teil argumentiert Rhegius, dass es schon zu allen Zeiten üblich und auch biblisch gerechtfertigt sei, wenn es Herren und Knechte gebe. Außerdem sei das Recht des Herrn über jenes des Knechts zu stellen. Der Herr solle aber bedenken, dass beide sich innerhalb dieses Beziehungsgefüges als Christ und Christ, Bruder und Bruder gleichberechtigt gegenüberstehen. Deshalb sollte er nicht hartherzig auf seinem Herrenrecht bestehen, sondern dem Armen gegenüber in christlicher Nachsicht und brüderlicher Liebe begegnen. Was die viel diskutierte Zehntenfrage betrifft, so unterscheidet Rhegius hier zwischen einem Zehnten aus göttlicher und einem aus menschlicher Pflicht. Im ersten Fall gehöre der Zehnt den Priestern, der ihnen zur Sicherung des Lebensunterhalts dienen muss und nicht abgeschafft werden darf. Als Beispiel wird hier die Abgabe des Zehnten an die Leviten im Alten Testament angeführt. Die Abgabe des Zehnten an die Laien ist ein Resultat menschlicher Gesetzgebung und hat nicht den verbindlichen Charakter wie der Zehnt, der Gott gebührt. Dennoch soll auch dieser Zehnt entrichtet werden, allerdings nur, wenn er von den Empfängern nicht missbräuchlich verwendet wird.

Wie oben erwähnt hatten die Altgläubigen versucht, die allgemeine Krisenstimmung als Ausfluss evangelischer Propaganda zu brandmarken. Dieser Versuch musste aber - zumindest zu diesem Zeitpunkt - fehlschlagen, weil der überwiegende der Teil der Bevölkerung die neue Lehre schon angenommen hatte und deshalb den Altgläubigen gegenüber eine feindselige Haltung einnahm. Dieser Entwicklung konnte der Rat nicht länger tatenlos zusehen. Er konnte eine Entscheidung für die eine oder andere Partei nicht mehr hinauszögern, ohne den offenen Aufstand in der Stadt zu provozieren. So wurde die pragmatischste Lösung gewählt, das kleinere Übel in Kauf genommen: Die katholischen Prediger Faber und Murner, die sich am geräuschvollsten gebärdet hatten, wurden aus der Stadt verwiesen. Kretz wurde unter dem Vorwand, man könne seine körperliche Unversehrtheit im Falle seiner andauernden Agitation nicht garantieren, Predigtverbot erteilt.

[...]


[1] Friedrich Roth: Augsburgs Reformationsgeschichte I - IV, 19062.

[2] Hans Guderian: Die Täufer in Augsburg. Ihre Geschichte und ihr Erbe, Ein Beitrag zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg, 1984.

[3] Am 19. April schreibt Peutinger an den Augsburger Rat und berichtet über seine persönliche Begegnung und das Gespräch mit Luther in: Reichstagsakten II, Die Verhandlungen Peutingers mit Luther, Seite 260 ff.

[4] Roth, Friedrich: Augsburger Reformationsgeschichte 1517 -1530, München 1901, S. 95.

[5] Literaliensammlung des Augsburger Stadtarchivs: Die Autographensammlung des Augsburger Stadtarchivs enthält außerdem ein schriftliches Ersuchen des päpstlichen Legaten Chieregati vom 19. Dezember 1522 an den Rat der Stadt, das an ihn gerichtete päpstliche Schreiben vom 1. Dezember desselben Jahres zu beantworten.

[6] Beiträge zur Bayerischen Kirchengeschichte: Zur Lebensgeschichte des Meisters M. Keller; Prädikanten in Augsburg, Jahrgang 1899, S.149.

[7] Paulus, Nicolaus: Der Dominikaner Johann Faber und sein Gutachten über Luther, Historisches Jahrbuch der Görresgesellschaft, Jahrgang 1895, S. 39 ff / Reichstagsakten II, Anmerkung 2, S. 484.

[8] So bemerkt z. B. Ulrich Richsner in dem Gesprächsbüchlein zwischen einem Weber und einem Kramer (1524) über Faber, daß dieser vor drei Jahren ganz anders gepredigt habe als jetzt.

[9] Paulus, Nicolaus in: Historisch-Politische Blätter, S.15. „Sein Leben“, schreibt Johann Koler an Erasmus am 22. Mai 1531, „gehört ganz den schönen Wissenschaften und der scholastischen Theologie.“.

[10] Nach Roth ; Wittmann: Historische Staatsbibliothek, Ettlich Sermones von dem Nachtmahl Christi, Geprediget durch M. Michaeln Keller, Predikanten bey den Parfüssern zu Augsburg, MDXXV, des Monats May.

[11] Roth, Friedrich: Augsburger Reformationsgeschichte 1517 -1530, München 1901, S. 133.

[12] Sender, Clemens: Chronik der Stadt Augsburg, S. 178.

[13] Friedrich, Roth: Astrologie und Reformation; oder die Astrologen als Prediger der Reformation und Urheber des Bauernkrieges, München 1864, S. 87 ff.

[14] Förstemann: Philipp von Freilitsch an seinen Schwiegersohn, Nürnberg, 11. März 1524, l, c. , S.156.

[15] Vogts Chronik: Johann Schilling, der Barfüßer-Mönch, und der Aufstand im Jahre 1524, Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg, Jahrgang 1879, S.23.

[16] Sender, Clemens: a.a.O, S. 156.

[17] Nach den Urgichten der vom Rate in dieser Sache Vernommenen.

[18] Roth, Friedrich: Augsburger Reformationsgeschichte 1517 -1530, München 1901, S. 158.

[19] Sender, Clemens: a.a.O, S. 156.

[20] Die Chroniken von Sender, Clemens (S. 155 ff.), Rem, Wilhelm (S. 205 ff.), Vogt , (S. 24 ff.) und Gasser, Pirminius 1524 sowie die Peutingers bei Vogt, S. 20 ff. berichten von diesem Ereignis. Weitere Quellen für den Aufstand sind die Urgichten der Festgenommenen, die Dreizehnerprotokolle 1524 und die Ratsdekrete dieses Jahres. Eine spätere Abschrift enthält der Codex Augustanum, Staatsbibliothek, Nr. 278.

[21] An diesem Tag beginnt die erste amtliche Tätigkeit von Urbanus Rhegius im Auftrag des Rates. Doch wurde diese vorerst als eine Art Aushilfe betrachtet, denn er bekam dafür noch keine Besoldung, sondern nur ein Honorar, Baurechnung vom 15 Oktober 1524, Blatt 77 b.

[22] Nach Roth; Vogts Chronik, S. 27

[23] Noch am 17. August schreibt der bayerische Kanzler Leonhard Eck an seinen Herzog: Der in Augsburg gehaltene Bundestag werde bald zu Ende sein, „denn Niemand allhie zu verharren Lust hat, der evangelischen Zwietracht halb, welche noch gar nicht gestillt ist“ Jörg, Deutschland in der Revolutionsperiode von 1522 bis 1526, Freiburg i. Breisgau 1851, S. 100.

[24] Vogts Chronik, S. 19.

[25] Über die Hinrichtung: Clemens Sender, S. 159./ Rem, Wilhelm, S. 208./Langenmantelsche Chronik, Blatt 491.

[26] Schilling wandte sich mit einer Supplikation (Bittgesuch) an den Rat, um durch diesen das Abberufungsschreiben seiner Oberen rückgängig zu machen. Er bekam zur Antwort: „Auf Donerstag nach Galli (20. Oktober) hat ain erber rhat auf des leßmaisters zu den barfussen supplication sich entschlossen, ym die antwurt zu geben, ain erber rhat hette sein supplication gehort und zu des provincial schreiben, darin gemeldt, nit gefurdert, wurde sich darin nit schlahen noch des annemen“, Ratsdecret 1524, Blatt 70 a.

[27] Siehe den Bericht des Matthäus Langenmantel bei Vogts Chronik, S. 8.

[28] Korrespondenz des schwäbischen Bundeshauptmanns Ulrich Arzt aus Augsburg 1524 und 1525 in: Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg, Jahrgang 1879, S. 364, Nr. 211.

[29] Vogts Chronik: Die bayerische Politik im Bauernkrieg und der Kanzler Leonhard von Eck, Nördlingen 1883, S 402.

[30] Vogt, a.a.O.: Korrespondenz, 1879, Nr. 123, S. 366.

[31] Sender, Clemens: Chronik der Stadt Augsburg, S.163.

[32] Ebenda: Ende Mai hatte die Stadt im ganzen „zu eigener Notdurft“ 1200 Knechte zu unterhalten; Die der Stadt durch den Bauernkrieg erwachsenen Kosten beliefen sich auf 15.172 Gulden, Baurechnung der Stadt Augsburg aus dem Jahr 1525.

[33] Frag und Antwort etlicher Artickel zwischen Michaelen Kellern predicanten bey den parfüssern und D. Mathia Kretzen predicanten auff dem hohen stifft zu Augspurg newlich begeben, Augsburger Literaliensammlung 1525.

[34] Roth, Friedrich: Augsburger Reformationsgeschichte, Bd. 1, S. 187.

[35] Jörg, a.a.O . S. 265, Radlkofer, Eberlin, S. 310.

[36] Nach Roth; Uhlhorn: Von leibaygeschaft oder knechthait, wie sich Herren unnd aygen leüt Christlich halten sollend. Bericht aus göttlichen Rechten zu Augsburg gepredigt durch Urban Rhegium 1525 , S. 78 ff.

Details

Seiten
118
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638070553
ISBN (Buch)
9783638957205
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v94360
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,70
Schlagworte
Reformation Täufer Jahrhunderts Augsburg Münster

Autor

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Titel: Die radikale Reformation - Täufer des 16. Jahrhunderts in Augsburg und Münster