Lade Inhalt...

Deutschland als Inshoring Ziel

Deutschland als Ziel von Produktionsrückverlagerungen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 28 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 DAS PHÄNOMEN DER RÜCKVERLAGERUNG
2.1 DEFINITION VON RÜCKVERLAGERUNG UND ABGRENZUNG DES BEGRIFFS
2.2 FORMEN DER RÜCKVERLAGERUNG
2.3 PHASEN DER RÜCKVERLAGERUNG

3 THEORETISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR RÜCKVERLAGERUNG
3.1 THEORIE DER INTERNATIONALEN ARBEITSTEILUNG
3.2 STANDORTFAKTORENSYSTEMATIK

4 DEUTSCHLAND ALS INSHORING-ZIEL
4.1 VERLAGERUNG NACH UND RÜCKVERLAGERUNG AUS DEUTSCHLAND
4.1.1 Fakten zur Verlagerung von Wertschöpfung aus Deutschland
4.1.2 Fakten zur Rückverlagerung von Wertschöpfung nach Deutschland
4.2 ARGUMENTE FÜR VER- UND RÜCKVERLAGERUNGSENTSCHEIDUNGEN
4.2.1 Argumente für die Verlagerung von Produktion
4.2.2 Argumente für die Rückverlagerung
4.2.2.1 Rückerverlagerung als Korrektur einer falschen Standortwahl
4.2.2.2 Rückerverlagerung als bewusste Entscheidung für den Standort Deutschland
4.3 PRAXISBEISPIEL LEMKEN GMBH & CO. KG

5 RÜCKVERLAGERUNG UND DIE SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT
5.1 DEFINITION SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT
5.2 PROBLEME AM STANDORT DEUTSCHLAND
5.3 STÄRKUNG DES STANDORTES DEUTSCHLAND UND FÖRDERUNG DER RÜCKVERLAGERUNG

6 FAZIT

1 Einleitung

Das Thema Produktionsverlagerung wird in Deutschland viel diskutiert, da mit einer Verlagerungsentscheidung meist der Wegfall von Arbeitsplätzen verbunden ist. Diese Verlagerungen werden in der medialen Darstellung und der Bewertung in der Öffentlichkeit in einem negativen Bild gesehen. Als viel beachtetes und kontrovers diskutiertes Beispiel lässt sich die Verlagerungsentscheidung des finnischen Mobilfunkgeräteherstellers Nokia anführen, die zur Schließung des Werksstandortes in Bochum und damit zum Wegfall von 2.300 Arbeitsplätzen führen wird.1 Doch im direkten Gegenzug kündigen andere Hightech-Unternehmen wie Rolls-Royce oder GlaxoSmithKline an, große Investitionsvolumina am Standort Deutschland zu tätigen.2

Die folgende Arbeit beleuchtet das Phänomen der Rückverlagerung in der sozialen Marktwirtschaft, d.h. inwieweit der Staat als treibende Kraft in der sozialen Marktwirtschaft den bestehenden Rahmen für Rückverlagerungen beeinflussen und verbessern kann. Zunächst wird das Phänomen der Rückverlagerung definiert und in seiner Form und Phasen beschrieben. Dann werden basierend auf theoretischen Erklärungsansätzen Ausmaß und Argumente für Ver- und Rückverlagerungen offen gelegt. Diese Argumente werden anhand des Beispiels eines deutschen Rückverlagerers in der Praxis beschrieben. Abschließend werden einige Probleme des Standortes Deutschland im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft aufgezeigt und Handlungsempfehlungen herausgearbeitet, die den Standort Deutschland und die Bedingungen für Rückverlagerungen verbessern könnten. Zu bemerken ist, dass auf die Thematik der Rückverlagerungsthese im Rahmen dieser Arbeit nicht eingegangen wird, da sie kontrovers Diskutiert wird und bisher nicht empirisch belegt werden konnte.3

2 Das Phänomen der Rückverlagerung

2.1 Definition von Rückverlagerung und Abgrenzung des Begriffs

Der Begriff Rückverlagerung bezeichnet eine bestimmte Art von Standortentscheidung eines Unternehmens. Es handelt sich hierbei um eine Standortentscheidung, die sich aus zwei aufeinander folgenden einfachen Standortentscheidungen zusammensetzt. Hierbei trifft ein Unternehmen eine Verlagerungsentscheidung weg vom ursprünglichen Standort an einen ausländischen Standort, revidiert diesen Entschluss wieder und verlagert den zuvor verlagerten Bereich ganz oder teilweise an den ursprünglichen oder einen anderen inländischen Standort zurück. Der Verlagerungs- und anschließende Rückverlagerungsbeschluss erfolgt im Zeitablauf und kann somit in verschiedene Prozess-Phasen eingeteilt werden.4 Daher ist es geboten das Phänomen der Rückverlagerung im Zusammenhang mit einer im Vorfeld getroffenen Verlagerungsentscheidung zu betrachten. Dabei ist der zu Rückverlagerung synonyme Begriff „Inshoring“ nicht mit aktuell häufig verwendeten Begriffen wie „Insourcing“, „Backsourcing“ oder „Disinvestment“ zu verwechseln. Unter Insourcing wird die Neuaufnahme bisher außerhalb der unternehmensinternen Wertschöpfungskette stehenden Funktionen verstanden.5 Im Fall von Backsourcing erfolgt nach Fremdvergabe von Teilen der eigenen Wertschöpfung eben deren Reintegration in die unternehmensinterne Wertschöpfungskette.6 Ebenso ist Inshoring nicht mit „Disinvestment“ gleichzusetzen, da nach Jansen (1986) unter Disinvestment „…eine vollständige oder bedeutsame Reduzierung des wirtschaftlichen Eigentumsanteils einer Unternehmung an einem aktiven Betrieb oder einer aktiven Tochtergesellschaft, die sich im Minderheitsbesitz der Unternehmung befindet und keine Finanzinvestition darstellt, durch den Verkauf an eine nicht verbundene Unternehmung“ zu verstehen ist.7 Unter Inshoring ist im Kontext von Insourcing, Backsourcing oder Disinvestment folglich nur die unternehmensinterne Verlagerung eigener Wertschöpfung zwischen verschiedenen Produktionsstandorten zu verstehen.

2.2 Formen der Rückverlagerung

Die folgenden Betrachtungen zum Thema der Rückverlagerung beziehen sich auf Rückverlagerungen im Produktionsbereich, da der Bereich der Fertigung und Montage den größten Anteil an durchgeführten Rückverlagerungen besitzt.8 Aus diesem Grund beziehen sich ein Großteil der verfügbaren Arbeiten zum Thema Rückverlagerung auf den Produktionsbereich, bzw. das verarbeitende Gewerbe. So steht z.B. das Verlagerungs- bzw. das Rückverlagerungsverhalten von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes im Fokus einer Forschungsgruppe des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (FISI)9. Des Weiteren untersucht SCHULZ (geborene SCHULTE) das Phänomen der Rückverlagerung ebenfalls auf Basis von Unternehmen des produzierenden Gewerbes.10. Somit sind in der folgenden Arbeit Rückverlagerungen synonym zu Produktionsrückverlagerungen anzusehen, sofern nicht explizit Rückverlagerungen in anderen Branchen angesprochen werden. Zunächst sollen verschiedene Formen der Rückverlagerung erläutert werden. Das offensichtlichste Unterscheidungskriterium ist dabei die Differenzierung in betroffene Funktionsbereiche, wobei eine Rückverlagerung alle zuvor verlagerten Funktionsbereiche betreffen kann (Fertigung/Montage, Service, Beschaffung, Vertrieb, F&E, Administration). Des Weiteren wird zwischen einer direkten und einer indirekten Rückverlagerungsentscheidung differenziert.11 Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist das Ausmaß der Rückverlagerung, wobei diese total oder teilweise durchgeführt werden kann.12

2.3 Phasen der Rückverlagerung

Das Phänomen der Rückverlagerung lässt sich zur Vereinfachung der Analyse in verschiedene Prozessphasen unterteilen. Diese Einteilung ist jedoch nur analytischer Natur und dient lediglich einer deutlicheren Darstellung der relevanten Frage- und Problemstellungen.13

In der ersten Prozessphase, der Verlagerungsphase, wird eine erste internationale Standortentscheidung getroffen, wobei meist eine Teilverlagerung des betroffenen Produktionsbereichs realisiert wird. Eine Teilverlagerungsentscheidung kann hierbei mit vier Produktionsbereichen in Zusammenhang stehen, im Einzelnen mit der Verlagerung von Produktteilen, ganzen Produkten oder Produktgruppen und vorgelagerten oder nachgelagerten Wertschöpfungsstufen. Die Verlagerungsentscheidung kann in Form von drei verschiedenen Geschäften statt finden,14 wobei sich zwischen additiver15, komplementärer16 oder substitutiver17 Verlagerungen unterscheiden lässt. Die zweite

Phase des Rückverlagerungsprozesses ist die Periode der Auslandsproduktion mit realer Produktion von Gütern und Produkten am ausländischen Standort. Dabei ist kennzeichnend, dass anfangs massive Transferleistungen in Form von Wissen, Know-how und Managementleistungen vom Heimatstandort an den neuen Standort stattfinden müssen. Wesentlich ist hierbei, dass Abstimmungs- und Organisationsprozesse zwischen den Standorten ablaufen, um eine gemeinsame Gütererstellung zu gewährleisten.18 Ebenso muss sich das Unternehmen den spezifischen Anforderungen im Rahmen der internationalen Verlagerung anpassen und sich in einem neuen politischen, kulturellen, und sozialen Umfeld bewähren.19 Gelingt dies nicht, wird die Phase der Auslandsproduktion mit einer Revision der ursprünglichen Verlagerungsentscheidung beendet.

Mit der Rückverlagerungsphase findet der Rückverlagerungsprozess seinen Abschluss. Die Rückverlagerung der Produktion kann als Modifikation der bestehenden ausländischen Produktion oder als vollständige Revidierung der ausländischen Produktionskapazitäten vonstatten gehen. Des Weiteren kann die Rückverlagerung direkt oder indirekt durchgeführt werden.20

3 Theoretische Erklärungsansätze für Rückverlagerung

Im Folgenden werden zur Erklärung des Phänomens der Ver- und Rückverlagerung die Theorie der internationalen Arbeitsteilung und die Standortfaktorentheorie herangezogen werden.

3.1 Theorie der internationalen Arbeitsteilung

Aufgrund der Erkenntnisse diverser Vordenker der Außenwirtschafttheorie21 entwickelte BALASSA in den 1980-er Jahren das Neofaktor-Proportionen-Theorem, welches die Heterogenität des Produktionsfaktors Arbeit bezgl. qualifizierter (Humankapital) und unqualifizierter Arbeit berücksichtigt.22 Demnach exportieren humankapitalreiche Länder Güter, die relativ humankapitalintensiv hergestellt werden. Komparative Vorteile entstehen so auch aufgrund erworbener Standortfaktoren in Abhängigkeit des Qualifikationsniveaus der Arbeit und dem technischen Wissen. Ausgehend von dieser Basis lässt sich also sagen, dass wenn ein Land komparative Kostenvorteile (aufgrund verschiedener Faktorausstattungen mit Arbeit und Kapital) für ein Gut besitzt, es sich auf dieses Gut spezialisieren, es produzieren und dann exportieren wird. Diese komparativen Vorteile zeichnen sich dadurch aus, dass in diesem Land ein bestimmtes Gut zu niedrigeren Kosten produziert werden kann und deshalb ein Standort- und Preisvorteil gegenüber anderen Ländern besteht. Weisen Standorte unterschiedliche Vor- und Nachteile auf, führt dies zu Faktorwanderungen. Die Produktionsfaktoren werden dann an den Standorten eingesetzt, an denen sie den größten Beitrag zur Zielereichung eines Unternehmens liefern, d.h. sie werden dort eingesetzt, wo ihr relativer Kostenvorteil am größten ist23.

Diese Erkenntnisse aus der Theorie der Außenwirtschaftstheorie lassen sich nun zur Erklärung des Phänomens der Ver- und Rückverlagerung heranziehen. Kann ein ausländischer Standort komparative Kostenvorteile aufgrund seiner Faktorausstattung für die Fertigung der Produkte eines Unternehmens bieten, wird das Unternehmen Kapazitäten an diesen ausländischen Standort verlagern. Verändern sich diese komparativen Kostenvorteile zugunsten des Heimatstandortes des Unternehmens, kommt es zu einer Rückverlagerung an den heimischen Standort.

3.2 Standortfaktorensystematik

Die Standorttheorie findet ihren Ursprung im Wesentlichen in den Arbeiten von Alfred Weber (1909).24 Im Folgenden wird auf die Standortsystematik der Forschungsgruppe BESTAND zur Erklärung von Ver- und Rückverlagerung näher eingegangen.25 Aufbauend auf älteren Standortsystematiken werden Schwachstellen behoben, da diese zu Fehleinschätzungen und somit zu falschen Verlagerungsentscheidungen führen können. Somit werden fundiertere Standortentscheidungen möglich.26 Zu den gängigen Standortkriterien Produktions- und Marktfaktoren werden die Kriterien „PerformanceFaktoren“ und „Netzwerkbedarf“ hinzugefügt.27 Durch Performance-Faktoren wird es möglich die unternehmenseigene Leistung (Outputs) in quantitativer28 und qualitativer29 Hinsicht zu bewerten. Diese umfassen somit Kriterien, die für das Erreichen strategischer Wettbewerbsvorteile zwingend notwendig sind. Das Kriterium Netzwerkbedarf bewertet vor Ort bestehende oder vor Ort benötigte Netzwerkstrukturen in Bereichen wie Produktion, Beschaffung und Vertrieb.

Diese integrative Betrachtung aller relevanten Standortfaktoren ermöglicht es, das Phänomen der Rückverlagerung zu erklären. Da eine Rückverlagerung eine zweite Verlagerungsentscheidung darstellt, ist diese Rückverlagerungsentscheidung eine Folge der Neubewertung der beiden zuvor schon bewerteten Standorte.30 Die Rückverlagerung kann einerseits mit einer Verschlechterung der ausländischen Standortfaktoren, oder andererseits mit einer Verbesserung der inländischen Standortfaktoren begründet werden. Ebenso kann eine Rückverlagerung an einen inländischen Standort eine Folge einer falschen Bewertung der heimischen Standortfaktoren bei der Verlagerungsentscheidung sein Wenn dabei nicht alle relevanten Faktoren berücksichtigt werden, kann eine Revidierung der Entscheidung nötig sein, um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.

4 Deutschland als Inshoring-Ziel

4.1 Verlagerung nach und Rückverlagerung aus Deutschland

Ausgehend von den Grundlagen der internationalen Arbeitsteilung und der Standortlehre werden im Folgenden das Phänomen der Rückverlagerung am Beispiel des Standortes Deutschland betrachtet und Fakten und Argumente für eine Ver- und Rückverlagerung diskutiert. Die folgenden Ausführungen basieren auf den Erhebungen des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (FISI) 31 und auf einer Erhebung des statistischen Bundesamtes Deutschland (STATB).32 Die Ausführungen des Fraunhofer Instituts beziehen sich nur auf das verarbeitende Gewerbe (chemische Industrie, Gummi- und Kunststoffwaren, Metall- und Elektroindustrie), wohingegen die Erhebung des statistischen Bundesamtes neben dem verarbeitenden Gewerbe weitere Branchen-Kategorien erfasst (technologieintensives verarbeitendes Gewerbe, wissensintensive Dienstleistungen), deren Auswertungen jedoch noch als vorläufig anzusehen sind und erst im Laufe der Jahresmitte 2008 vollständig verfügbar sein werden. Ebenfalls gilt es den sehr

[...]


1 www.Spiegel.de, o.V. (2008a und 2008b)

2 Vgl. Schneider, S. (2006), S.9ff und www.Spiegel.de, o.V. (2008e)

3 Vertiefend siehe Lücke, M. (1992) und Jungnickel, R. (1990)

4 Vgl. Schulte, A. (2002), S.97f

5 Vgl. Bacher M.R. (2000), S.32

6 Vgl. Hermes H.J. (2005), S.32

7 Vgl. Jansen H. (1986), S.32

8 Vgl. Wildemann, TCW (2005), S.16: Eine Studie der Unternehmensberatung Transfer Centrum GmbH aus den Jahren 2000-2004 belegt, dass ca. 63 % der Rückverlagerungen dem Bereich der Produktion zu zuordnen sind. Bereiche wie Administration und F & E kommen lediglich auf Anteile von jeweils ca. 13 %.

9 Vgl Kinkel, S. (2004a), S.7, Kinkel, S (2008)

10 Vgl. Schulte, A. (2002), S.98

11 Vgl. Schulte, A. (2002), S.102: Bei der direkten Rückverlagerung wird der zuvor verlagerte Funktionsbereich in Eigenorganisation des Unternehmens wieder an einen inländischen Unternehmensstandort rückverlagert. Bei der indirekten Rückverlagerung hingegen finden keine direkten Rückverlagerungsaktivitäten statt, sondern es werden Neu- Investitionen am inländischen Standort zu Lasten des ausländischen Standortes getätigt.

12 Vgl. Schulte, A. (2002), S.101: Eine totale Rückverlagerung ist eine Revidierung der ersten Verlagerung und hat die Beendigung des Engagements am Auslagerungsstandort zur Folge. Bei einer teilweisen Rückverlagerung wird im Rahmen einer Modifikation der Verlagerungsentscheidung weiterhin auf den ausländischen Standort gesetzt, es kommt nur zu einem veränderten Produktionsprogramm.13 Vgl. Schulte, A. (2002), S.98ff

14 Vgl. Deuster, J. (1996), S.26ff

15 Die additive Verlagerung ist eine Parallelproduktion, bei der an zwei Standorten mit gleichen oder ähnlichen Prozessen gearbeitet wird. Es werden durch Neu-Investitionen am ausländischen Standort durch Verschiebungen doppelter Kapazitäten, neue Anlagen oder Übernahme alter Anlagen die benötigten Produktionsmittel beschafft.

16 Unter einer komplementären Verlagerung wird eine Ausweitung des Tätigkeitsbereichs im Ausland verstanden. Zusätzlich zum Kerngeschäft werden weitere neue Produkte/Teile produziert, die zuvor nicht zur Wertschöpfungskette des Unternehmens gehörten. Dies stellt somit eine indirekte Verlagerungsentscheidung dar, da durch eine Unterlassung von Investitionen am inländischen Standort indirekt betriebliche Energie ins Ausland transferiert wird.

17 Von einer substitutiven Verlagerungsentscheidung spricht man, wenn es zum physischen Abzug von Produktionskapazitäten vom inländischen Produktionsstandort kommt. Abgezogen werden hierbei zur Produktion benötigte Produktionsmittel und Produktions-Knowhow, das im Resultat dann am inländischen Standort nicht mehr weiterentwickelt werden kann und somit verloren geht.

18 Welge, M., Holtbrügge, D. (2001), S. 155f

19 Lay, G (2001), S.95ff

20 Siehe Kapitel 2.2

21 Vertiefend siehe Smith, A. (1776), „Theorie absoluter Kostenvorteile“; Ricardo, D. (1817), „Theorie komparativer Kostenvorteile“; Heckscher, E. (1949) und Ohlin, B. G. (1933) „Faktor-Proportionen-Theorem“; Dick, R. (1981), „Leontief-Paradox“

22 Vgl. Balassa, B. (1981)

23 Vgl. Siebert, H. (2000), S.27

24 Weber, A. (1909)

25 Vgl. Kinkel, S. (2004b), S.49ff

26 Eine Schwachstelle älterer Standorttheorien besteht darin, dass diese als relevante Entscheidungsvariablen nur quantitative und qualitative „Produktions-“ (Inputs) und „Marktfaktoren“ betrachten. Es werden also nur Faktoren betrachtet, die durch das jeweilige Umfeld des Unternehmens am Standort determiniert sind. Suggeriert wird hierdurch, dass die eigene Leistung (Performance) des Unternehmens zur Vorteilhaftigkeit eines Standortes nichts oder nur marginal beitragen kann. Ebenso „… wird dem Bedarf an funktionierenden Netzwerken für den spezifischen Standorterfolg keine angemessene Bedeutung zu gemessen.“ (Kinkel, S. (2004b), S.52) Eine weitere Schwachstelle besteht darin, dass diese „… nicht danach differenzieren, für welche Internationalisierungsstrategien welche Standortfaktoren besonders wichtig sind.“ (Kinkel, S. (2004b), S. 52) Es geht also nicht nur darum eine pure Sammlung verschiedener möglicher Erfolgfaktoren zusammen zu tragen, deren Anzahl leicht einen nicht zu bewältigenden Arbeitsaufwand zur Folge haben. Vielmehr ist eine Fokussierung auf „erfolgskritische Standortfaktoren“ von Nöten, um anhand weniger zentraler individuell wichtiger Kriterien Standortentscheidungen treffen zu können, die an die verschieden Internationalisierungsstrategien eines Unternehmens optimal angepasst sind.

27 Siehe Abb.1 Abbildungsverzeichnis

28 Quantitative Größen wie Produktivität, Herstellkosten und Durchlaufzeiten

29 Qualitative Größen wie Innovationsfähigkeit, Flexibilität bei der Produktanpassung und Produktqualität

30 Siehe Kapitel 2.1

31 Kinkel, S. (2004a), Kinkel, S. (2008)

32 Statistisches Bundesamt (2008a)

Details

Seiten
28
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640103249
ISBN (Buch)
9783640122943
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v94386
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Alfred Weber Institut
Note
1,3
Schlagworte
Deutschland Inshoring Ziel Produktionsmanagement

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Deutschland als Inshoring Ziel