Lade Inhalt...

Wirtschaftliche Probleme der Entwicklungsländer - an den Beispielen Bolivien, Malawi und Laos

Seminararbeit 2002 26 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Die ausgewählten Länder als Stellvertreter ihrer Region
2.1 Bolivien
2.2 Malawi
2.3 Laos

3 Die wirtschaftliche Situation
3.1 Kennzahlen der Wirtschaft Boliviens, Malawis und Laos
3.2 Der primäre Sektor und seine Relevanz
3.3 Entwicklung und Infrastruktur

4 Der Außenhandel
4.1 Die Außenhandelsbilanzen
4.2 Der Handel mit Industrienationen
4.3 Die Rohstoffabhängigkeit der Erzeugerstaaten
4.4 Preisstabilisierung durch Rohstoffabkommen

5 Die Verschuldung

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wirtschaftliche Probleme von Entwicklungsländern weisen höchst differente Formen auf, die kaum übergreifen oder gar global einheitlich dargestellt werden könnten. Die Rahmenbedingungen der politischen Systeme, die klimatischen Voraussetzungen, die kulturellen und geschichtlichen Hintergründe und schließlich die individuelle topografische Lage der betroffenen Staaten sind derart verschieden, dass keine direkten Vergleiche möglich sind oder gar die Erarbeitung einer einheitlichen Vorgehensweise zur Behebung der wirtschafltichen Probleme zu realisieren wäre.

Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die wirtschaftliche Situation der sogenannten Entwicklungsländer geben, ohne dabei den Anspruch auf generelle Gültigkeit für einzelne Staaten zu erheben. Die Betrachtung dreier Länder erfolgt hier exemplarisch für die drei Makroregionen Lateinamerika, südliches Afrika und Südostasien. Das in dieser Arbeit verwendete Zahlenmaterial bezieht sich daher zu einem großen Teil auf die Länder Bolivien, Malawi und Laos, die stellvertretende Daten liefern konnten, anhand derer eine Einschätzung der wirtschaftlichen Probleme möglich ist.

2 Die ausgewählten Länder als Stellvertreter ihrer Region

2.1 Bolivien

Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 1.010 US-Dollar im Jahr und einem Ranglistenplatz mit der Nr 114 der HDI-Liste (Human Development Index) gehört Bolivien noch hinter Paraguay und Ecuador zu den ärmsten der südamerikanischen Staaten.[1] Rund 60 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.[2]

Die klimatischen Bedingungen des Landes sind äußerst verschieden. Die im Nordwesten gelegenen Hochregionen des Altiplano sind ausgesprochen trocken und großen jahreszeitlichen und tageszeitlichen Temperaturschwankungen unterworfen. Der Landbau ist hier nur bedingt möglich, Viehzucht und der Anbau begrenzter Getreidesorten und Hochlandkartoffeln prägt das landschaftliche Bild. Neben den hohen Andenregionen hat Bolivien Anteil am Regenwald des Amazonasbeckens. Die feuchtwarmen Regionen im östlichen Landesteil verfügen über große Gebiete unerschlossener Wälder.

Die ehemalige spanische Kolonie ist noch heute geprägt von den Folgen der wirtschaftlichen Konzentration auf den Bergbau, der in den 80er Jahren wichtigster Wirtschaftssektor für den Außenhandel des Landes war. Noch heute führt Bolivien Metalle an Industriestaaten aus, die Förderung ist jedoch aufgrund von staatlich verordneten Minenschließungen und dem erhöhten Abbauaufwand deutlich zurückgegangen.

Bolivien ist heute geprägt von politischen Unruhen, die zu einem großen Teil auf die Entlassungen der Minenarbeiter in großer Zahl, auf die anschließende Zunahme des Kokaanbaus und damit verbundener Kokainproduktion mit all ihren gesellschaftlichen Problemen und auf eine vom Willen zur Sanierung des Staatshaushaltes zum Teil radikal am ökonomischen Erfolg orientierten Politik zurückzuführen ist.[3]

2.2 Malawi

Die ehemalige britische Kolonie im südwestlichen Afrika gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von jährlich etwa 190 US-Dollar[4] ist Malawi selbst im Vergleich zu den meisten anderen afrikanischen Staaten wirtschaftlich schlecht positioniert.[5]

Das Klima des Landes ist geprägt von Trockenheit und Hitze, Trockenwald und Dornensavanne prägen das landschaftliche Bild. Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen finden sich überwiegend im südlichen Teil des Landes, wo Tabak, Baumwolle, Kaffee, Erdnüsse und Getreide angebaut werden. Die Erträge der Landwirtschaft reichen jedoch nicht für die Deckung des eigenen Bedarfs. Etwa 70 % der Bevölkerung sind von akuter Hungersnot bedroht, nachdem Lebensmittelreserven im Rahmen einer großen Korruptionsaffäre verkauft worden sind.[6]

Die Politik des Landes ist in den letzten Jahren von Äffären geprägt. Erst Ende Dezember 2001 endeten die Verkäufe der staatlichen Nahrungsreserven, nachdem mitverantwortliche Politiker des Landes entlarvt werden konnten. Die internationale Reaktion auf diese jüngsten Vorkommnisse äußerten sich in Form von Rückzahlungsaufforderungen des Internationalen Währungsfonds, die die Situation des Landes weiter verschärfen.[7]

2.3 Laos

Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von etwa 280 US-Dollar gehört Laos zu den ärmsten Ländern Südostasiens.[8] Etwa 27 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die ausgesprochen hohe Analphabetenrate von 38 % resultiert u.a. aus dem hohen Anteil der ländlich lebenden Bevölkerung. Nur etwa 23 % der Laoten leben in Städten.[9]

Der einzige Binnenstaat Südostasiens und ehemalige französische Kolonie liegt im Gebiet des randtropischen Monsuns. Die im Norden und den Hochebenen tropische Vegetation wechselt in Flusstälern und Hügellandschaften zu Savanne und Monsunwald. Der Mekong an der westlichen Landesgrenze stellt die wichtigste Verkehrsader des Landes dar.

Holz und Strom sind die wichtigsten Exportgüter des Landes, die Landwirtschaft produziert im Wesentlichen für den eigenen Bedarf. Textilien und Kaffee werden u.a. an europäische Handelspartner verkauft.

Seit 1975 ist Laos eine Volksrepublik, die von Mitgliedern der einzigen zugelassenen Laotischen Revolutionären Volkspartei regiert wird.

3 Die wirtschaftliche Situation

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation eines Landes kann in knapper Form nur grob erfolgen. Um ein ungefähres Bild über die wirtschaftliche Lage zu vermitteln, möchte ich im Folgenden von den gesamtwirtschaftlichen Betrachtungen des Bruttoinlandsproduktes und des Bruttosozialproduktes in der Umrechnung für den Einwohner über die Bedeutung des primären Sektors und seiner wirtschaftlichen Relevanz bis hin zur exemplarischen Auswertung eines markanten Indizes für infrastrukturelle Entwicklung, der Straßendichte, einen Einblick in die wirtschaftliche Situation geben.

3.1 Kennzahlen der Wirtschaft Boliviens, Malawis und Laos

Die wirtschaftliche Leistung eines Landes spiegelt sich statistisch in den Zahlen des Bruttoinlandsproduktes wider. Aussagekräftiger für die Einschätzung der Produktivität einer Nation ist das Bruttosozialprodukt, da hier keine ausländischen Leistungen mit einfließen. Die Umrechnung des Bruttosozialproduktes auf den einzelnen Einwohner kann einen ersten Eindruck von der wirtschaftlichen Lage des Einzelnen vermitteln, wenngleich diese Einschätzung keine individuellen Unterschiede berücksichtigt.

Bei dem Vergleich der Zahlen fällt auf, dass Bolivien mit einem Bruttosozialprodukt von 990 USDollar je Einwohner im Vergleich zu Malawi (170 US-Dollar) und Laos (290 US-Dollar) vergleichsweise hohe Leistungsdaten aufweist. Der exemplarische Vergleich der drei Staaten mit Industriestaaten macht jedoch erst den gravierenden Unterschied deutlich. Selbst das Bruttosozialprodukt von Bolivien wird in Deutschland mehr als 25-fach übertroffen, von den USA gar um das 35-fache. Malawi besetzt mit einem Bruttosozialprodukt von 170 US-Dollar je Einwohner den letzten Platz in diesem Vergleich. [10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: BSP (pro Kopf) und BIP von Bolivien, Malawi und Laos im Ver- gleich mit den USA und Deutschland

Die Grafik macht die gravierenden Unterschiede deutlich, die für sogenannte Entwicklungsländer kennzeichnend sind. Die Schere wirtschaftlicher Leistung klafft erheblich auseinander. Bei der Betrachtung der wirtschaftlichen Gesamtleistung stellt sich die Frage, welche Sektoren der Wirtschaft diese geringen Leistungsdaten verursachen, von welchen Einflüssen die Ökonomie des Landes maßgeblich betroffen ist.

3.2 Der primäre Sektor und seine Relevanz

Bei einer groben Betrachtung der Wirtschaftssektoren von Industrienationen im Hinblick auf ihre wirtschaftliche Relevanz am BIP auf der einen und dem Anteil der Beschäftigten in den jeweiligen Sektoren auf der anderen Seite zeigt eine weitgehende Deckungsgleichheit. So findet man beispielsweise in Deutschland rund 2,7 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft wieder, die einen Anteil von etwa 1,2 % des Bruttoinlandproduktes ausmacht. Das gleiche Bild zeigt sich in den USA, wo 1,6 % der Beschäftigten etwa 2,6 % des Bruttoinlandsproduktes innerhalb der Landwirtschaft erwirtschaften.[11]

Ganz anders stellt sich die Situation in Bolivien, Malawi und Laos dar. Etwa 44,7 % der Erwerbstätigen leisten einen Anteil von rund 22 % des Bruttoinlandsproduktes Boliviens. Noch gravierender erscheinen die Zahlen in Malawi, wo 83,3 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft etwa 42 % des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften. Mit einem Anteil von 53 % hat auch in Laos die Landwirtschaft den wesentlichen Anteil am Bruttoinlandsprodukt, der von über 76 % der Beschäftigten erwirtschaftet wird.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die Landwirtschaft - Beschäftigung und Relevanz am BIP

Die Zahlen machen die wirtschaftliche Relevanz der Landwirtschaft und zugleich deren mangelnde Produktivität deutlich. Diese Erkenntnis war bis Ende der 80er Jahre Beweggrund, in der unproduktiven Landwirtschaft eine der Ursachen für Armut und Unterentwicklung und zugleich einen möglichen Ansatzpunkt für wirtschaftliche Entwicklungsmaßnahmen zu sehen. Die sogenannte Grüne Revolution ist die Bezeichnung für zahlreiche Entwicklungsmaßnahmen, die von Industrienationen mitgetragen wurden. So sollten durch Einsatz von Düngemitteln, durch Erschließung großer Flächen für Monokulturen, durch die Auswahl besonderer Züchtungen und durch Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln höhere Erträge erzielt werden und damit zunächst die landesinternen Ernährungsprobleme gelöst und schließlich der Export der Produkte ermöglicht werden. Die Maßnahmen führten durchaus zu Leistungssteigerungen, konnten aber die Probleme der Entwicklungsländer bis heute keineswegs beheben. Das Engagement der Industrienationen stieß vielfach auf strukturelle Probleme, die die Ausrichtung der Landwirtschaft auf Ihre maximale Produktivität aus dem Blickwinkel der Industrienationen schwer durchsetzbar erscheinen ließen.[13]

Heute betrachtet man die Entwicklungen in der Landwirtschaft der sogenannten Entwicklungsländer kritisch, da die Nachhaltigkeit vieler Prozesse nicht nachgewiesen werden konnte. Ökologische Gesichtspunkte erscheinen heute von größerer Bedeutung.

Werner Mikus sieht die landwirtschaftlichen Fortschritte durchaus auch positiv, merkt aber die Gefahren, die nicht unmittelbar in Erscheinung treten, an:

„Eine pauschale Ablehnung der Maßnahmen in der Grünen Revolution ist nicht berechtigt [...]. Jedoch sind vielfältige Disparitäten durch die Grüne Revolution entstanden und erhebliche Umweltschäden eingetreten, deren langfristige Wirkungen heute noch nicht eingeschätzt werden können. Die Orientierung auf Monokulturen ist partiell mit Gefahren verbunden, die ebenfalls erst mittel- bis langfristig sichtbar werden können.“[14]

Wenngleich eine Entwicklung auch im primären Sektor nicht vernachlässigt werden kann, so ist die Relevanz der Landwirtschaft nicht durch den Anteil an der Wirtschaftsleistung eines Landes zu belegen. Produktivitätssteigerungen unter Einsatz der genannten Maßnahmen führten schon kurzfristig zum Preisverfall, der Druck auf die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse wuchs. Die für den Erhalt der finanziellen Erträge benötigten Flächen stiegen sprunghaft an, die erhöhten Exporterlöse aber sind nicht zu erwarten.

3.3 Entwicklung und Infrastruktur

Für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft in den sogenannten Entwicklungsländern sind zunächst infrastrukturelle Voraussetzungen zu schaffen, die eine weitere Ansiedlung von Industrie- und Dienstleistungsbetrieben überhaupt möglich machen. Die Analyse von Infrastrukturen gibt Aufschluss über die staatliche Leistungsfähigkeit und zeigt vorhandene Entwicklungspotentiale auf. Hans-Rimbert Hemmer spricht von vier Arten von Infrastruktur, deren erste Gruppe, die materielle Infrastruktur, ein Indiz für das staatliche Engagement und damit für die finanzielle Möglichkeiten des Staates ist.[15]

Das Verkehrsnetz spielt für ökonomischen Entwicklungen eine wesentliche Rolle. Die Dichte der Verkehrwege ist nur ein einzelnes Merkmal für die Qualität einer materiellen Infrastruktur, sie spiegelt aber exemplarisch die Voraussetzungen wider, die Investoren und Unternehmer vor einer Initiative ihres Engagements vorfinden.[16]

Um eine Kennzahl für den Vergleich der Dichte eines Straßennetzes zu erhalten, lassen sich Straßenlänge und Landesflächen gegenüberstellen. Die folgende Abbildung zeigt den Quotienten für Bolivien, Malawi und Laos im Vergleich zu Deutschland und den USA als Vertreter von Industrienationen. [17]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: befestigte Pisten je Quadratkilometer im Vergleich mit Deutschland

4 Der Außenhandel

Bei der Betrachtung von Außenhandelsstrukturen erscheinen die Beziehungen der Entwicklungsländer mit Industrienationen zunächst positiv. Bolivien unterhält Kontakte in die USA und nach Europa, ein Teil der Exportprodukte werden aber auch an anliegende Nachbarstaaten wie Brasilien und Chile geliefert.[18] Ein ähnliches Bild ergibt sich in Malawie, wo Beziehungen nach Deutschland, Großbritannien und nach Südafrika für den Export bestehen. Laos unterhält Exportbeziehungen nach Thailand, Japan, in zahlreiche europäische Länder, den USA und China. Die Abnehmer der Exporte sind in der Regel zugleich Lieferanten für Bolivien, Malawi und Laos. Darüber hinaus importieren die Länder Produkte von weiteren Industrie- und Nachbarstaaten.

Unabhängig von Exporterlösen und Ausgaben erscheinen diese Beziehungen zunächst positiv, die genannten Staaten finden sich in einem recht breit gefächerten Netz von Handelsbeziehungen, in denen die zahlungskräftigen Industriestaaten auch als Abnehmer und zuverlässige Handelspartner erscheinen können.

4.1 Die Außenhandelsbilanzen

Betrachtet man die Gesamtzahlen aller Erlöse von Exporten und stellt diese den Ausgaben für Importe gegenüber, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Dargestellt und diskutiert werden hier die Zahlen für die Jahre 1998 (Malawi) und 2000 (Bolivien und Laos).[19]

Die Außenhandelsbilanzen der drei Länder sind durchweg negativ, es werden also im Austausch von Waren in der Summe betrachtet keine Einnahmen, sondern sehr hohe Ausgaben getätigt. Bei der Betrachtung der Grafik ist zu beachten, dass die absoluten Zahlen dieser Bilanz immer im Verhältnis zum Umfang der Exporterlöse zu sehen sind. Hat Malawi eine negative Bilanz von etwa minus 14 Millionen US-Dollar im Jahr 1998 aufzuweisen, so erscheint diese Zahl im Vergleich zu Bolivien (minus 600 Mio. US-Dollar) und Laos (minus 198 Mio. US-Dollar) gering. Ein Blick auf die Summe der insgesamt verzeichneten Exporterlöse von Malawi mit rund 16 Mio. US-Dollar im Jahr 1998 zeigt jedoch, wie gravierend diese negative Handelsbilanz tatsächlich für das Land ist. Die negative Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben hat beinahe das Niveau der Einnahmen erreicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Der Außenhandel, Angaben in Mio. US-Dollar

Malawi verzeichnet ein jährliches Defizit, das etwa 86 % der insgesamt getätigten Einnahmen ausmacht. In Bolivien ist ein Defizit zu beklagen, das etwa 49 % der Exporterlöse ausmacht, Laos steht mit einem Defizit von 198 Mio. US-Dollar, die etwa 50 % der Exportsumme ausmachen, nicht besser dar.

Die relativen Angaben machen deutlich, welche Tendenzen die Entwicklungen nehmen. Negative Handelsbilanzen sind ein alarmierendes Zeichen für die Wirtschaft eines Staates. Die für Importe wichtigen Devisen fehlen, die Gelder des Landes werden nicht über den Außenhandel vermehrt, sondern in großen Mengen ausgegeben.

4.2 Der Handel mit Industrienationen

Die Bilanzen des Außenhandels der drei untersuchten Länder sind durchweg negativ. Hier taucht die Frage auf, wo die Ursachen liegen. Dazu zeige ich exemplarisch einzelne Handelsbeziehungen und deren Charakter auf, die zwischen Bolivien, Malawi und Laos zu jeweils einem Industriestaat sowohl für den Import als auch den Export bestehen.

Bolivien exportierte im Jahr 2000 Rohstoffe an die USA im Wert von rund 295 Millionen US- Dollar. Importiert werden aus den USA u.a. Zwischenprodukte, Rohstoffe, Konsumgüter und Kapitalgüter im Wert von etwa 403 Millionen US-Dollar.

[...]


[1] vgl. Hemmer 2002, S. 1027

[2] vgl. Baretta 1996, S. 125

[3] vgl. Coote 1994, S. 27

[4] vgl. Hemmer 2002, S. 1028

[5] Malawi nimmt gemeinsam mit Niger den viertletzten Platz in der Rangliste des Pro-Kopf-Einkommens ein. (vgl. Hemmer 2002, S. 1031)

[6] vgl. Baretta 2002, S. 519

[7] vgl. Baretta 2002, S. 159

[8] vgl. Hemmer 2002, S. 1031

[9] vgl. Baretta 2002, S. 495

[10] vgl. Baretta 2002, S. 31ff

[11] vgl. Baretta, S. 184, 840

[12] vgl. Baretta, S. 124, 496, 519

[13] vgl. hierzu Hemmert, S. 618ff: Entwicklungen in der Landwirtschaft setzen strukturelle Neuordnungen und eine z.T. erhebliche Veränderung historisch gewachsener Verhaltens- und Sichtweisen der Bevölkerung voraus. Um die Subsistenzwirtschaft durch eine international ausgerichtete export- und leistungsorientierte Landwirtschaft zu ersetzen, bedarf es mehr als finanzielle Mittel und materielle Fördermaßnahmen. Mangelhaft erscheint auch der Blick der Industrienationen für die individuellen Rahmenbedingungen in den sogenannten Entwicklungsstaaten. So wurde die Bevölkerung selbst in der Regel in Entscheidungsprozesse nicht mit einbezogen.

[14] Mikus, S. 141

[15] vgl. Hemmer, S. 564f

[16] so finden sich in zahlreichen wirtschaftlichen Zusammenfassungen die Angaben zum Verkehrsnetz als Indiz für den Entwicklungsstand der Infrastrukturen wieder. Vgl. Baretta, S. 61-868.

[17] Bolivien: http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=InfoContainer&_ MENUID=_40%2C156% (11.12.2002, 11:15 Uhr) Malawi: http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=InfoContainer&MENUID=40%2C156% (11.12.2002, 11:15 Uhr) Laos: http://www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=InfoContainer&MENUID=40%2C156% (11.12.2002, 11:15 Uhr) Deutschland: http://www.destatis.de/jahrbuch/jahrtab36.htm (11.12.2002, 12:20 Uhr)

[18] vgl. Baretta, S. 124

[19] die aktuelle Ausgabe des Fischer Weltalmanach 2003 enthält Daten von 1998 für Malawi und von 2000 jeweils für Bolivien und Laos. Vgl. Baretta, S. 124, 496, 519f

Details

Seiten
26
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638161541
ISBN (Buch)
9783640916986
Dateigröße
932 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9455
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück – Geografie
Note
1,8
Schlagworte
Wirtschaft Entwicklungsländer Dritte Welt Bolivien Malawi Laos Entwicklungspolitik

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Wirtschaftliche Probleme der Entwicklungsländer - an den Beispielen Bolivien, Malawi und Laos