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Einflussfaktoren der Partnerwahl

Hausarbeit 2008 15 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einflussfaktoren der Partnerwahl
2.1 Sozioökonomische Kriterien, Bildungsstatus und Soziales Umfeld
2.2 Attraktion
2.3 Geschlechterspezifische Präferenzen
2.3.1 Was Frauen in der Partnerwahl suchen
2.3.2 Was Männer in der Partnerwahl suchen

3 Austauschtheorien der Partnerwahl
3.1 Die Equitytheorie von Walster, Berscheid und Walster
3.2 Equity und Partnerwahl

4 Schlussfolgerungen

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Obwohl die meisten Menschen in unserer heutigen „modernen“ Gesellschaft ihr Leben frei, unabhängig und autonom gestalten wollen, bleibt der Wunsch nach einer befriedigenden und glücklichen Partnerschaft bestehen. Liebe und Partnerschaft sind für die meisten von uns die wichtigste Sache der Welt. Wer kann schon von sich behaupten, noch nie Liebesfreud und Liebesleid durchlebt zu haben, mit Flugzeugen im Bauch bis zur herzzerreißenden, unerfüllten Sehnsucht nach der/dem Auserwählten? Aber wer hat auf der anderen Seite nicht auch schon mal kühl überlegt, wer passt eigentlich zu mir, was ist mir in einer Paarbeziehung eigentlich wirklich wichtig, ist es zum Beispiel das Aussehen, gemeinsame Interessen, Empathiefähigkeit, sexuelle Anziehung oder der soziale Status der/des Auserwählten? In unserer heutigen Gesellschaft wird die Partnerwahl als eine „formal“ freie Wahl angesehen, da sie sich im Laufe der letzten Jahrhunderte weitgehend von familiären, staatlichen oder kirchlichen Bevormundungen losgelöst hat. Wer mit wem eine partnerschaftliche Verbindung eingeht, scheint dem Glück des Zufalls der Begegnung zugeschrieben oder gibt es doch bestimmte Kriterien für die Partnerwahl?

Da ich eine Antwort auf die Frage: „Ist Partnerwahl ein Zufall oder gibt es bestimmte Kriterien nach denen ein Partner ausgewählt wird?“ finden möchte, werde ich im Verlauf dieser Ausarbeitung einen kurzen Überblick von möglichen Einflussfaktoren sowie eine Austauschtheorie, die sogenannte Equitytheorie von Walster, Berscheid und Walster darstellen, welche nach der vorhandenen Fachliteratur für die Partnerwahl von Bedeutung sein können.

2 Einflussfaktoren der Partnerwahl

Betrachtet man wissenschaftliche Befunde und Erklärungsmodelle zum Thema in der Fachliteratur, ergibt sich schnell eine neue Sicht auf den Zufall der Partnerwahl. Hätte die Alltagstheorie des Zufalls in der Realität bestand, würden sich gegenwärtige Gesellschaftsstrukturen in ihrer sozialen Schichtung keinesfalls so fortbestehen, wie es sich in vielen Studien entnehmen lässt. In allen Industrie-gesellschaften heiraten Männer und Frauen bevorzugt innerhalb ihrer eigenen Bildungsgruppe und sozialen Schicht und schreiben so die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft fort.

Um diese Aussage zu verdeutlichen, möchte ich im Folgenden einige Kriterien der Partnerwahl darlegen, die durch unsere Geburt in eine Familie und der daraus resultierenden Sozialisation bestimmt werden.

2.1 Sozioökonomische Kriterien, Bildungsstatus und Soziales Umfeld

Vor der eigentlichen Partnerwahl muss der Kontakt bzw. das Zusammentreffen der potentiellen Partner stehen. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammentreffens wird durch Aspekte der räumlichen Nähe wie z.B. der Wohngegend beeinflusst. Personen, die in unterschiedlichen Städten, Ländern oder gar Erdteilen leben, haben eine weitaus geringere Kontaktwahrscheinlichkeit als solche, die in der gleichen Stadt, dem gleichen Viertel oder der gleichen Straße wohnen. Eine große Bedeutung muss auch dem Bildungsstatus der Ausbildungsstätte (Schule, Uni usw.) bzw. dem Arbeitsplatz zugeschrieben werden. Auch erhöhen gemeinsame sowie ähnliche Freizeitinteressen die Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens zweier Personen.[1] Der Zufall des Zusammentreffens ist folglich abhängig davon, in welchen Lebensräumen sich Menschen bewegen. Hieraus wird deutlich, dass es sich bei der Wahl von potentiellen Partnern nicht um eine zufällige Auswahl handelt, sondern um eine Auswahl die meistens gewissen sozioökonomischen Kriterien unterliegt.

Auch das familiäre Umfeld ist als möglicher Einflussfaktor der Partnerwahl zu nennen, da es die Grundlage der Zugehörigkeit und das Aufwachsen in einer sozialen Schicht bestimmt hat. Darüber hinaus gehen unter Anderem Jens Asendorpf und Rainer Banse in der Fachliteratur davon aus, dass mit Ausnahme des biologischen Geschlechts sich Liebespartner in einer großen Anzahl von soziodemographischen, physischen und psychischen Merkmalen ähneln.[2] Hieraus würde sich Schlussfolgern lassen, dass die biologische Herkunftsfamilie somit die Voraussetzungen von soziodemographischen (z.B. Lebensumfeld, Bildungsstatus), physischen und psychischen Merkmale festlegt. Des Weiteren beeinflusst das familiäre Umfeld durch gemeinsame Aktivität und Kommunikation das Entstehen und Verfestigen bestimmter Einstellungen, Interessen und Verhaltensweisen eines Individuums, welche als grundlegende Merkmale, die für das Auftreten von Faszination gegenüber einem potentiellen Partner anzusehen sind. Zwar werden diese biologischen und sozialen Merkmale sowie Einflussfaktoren vom Individuum nicht bewusst, d.h. aktiv selektiert, so findet dennoch eine unbewusste Selektion statt, die soziale Schichtung in ihren mannigfachsten Möglichkeiten von Variation in zahlreichen unterschiedlichsten Merkmalen deutlich verringert. So kommt es, dass innerhalb einer sozialen Schicht, in dem ein Individuum hauptsächlich interagiert, schon eine gewisse Homogenität, also Grundähnlichkeit hinsichtlich bestimmter Merkmale besteht.[3] Folglich würde dies bedeuten, dass ein potentieller Partner hauptsächlich durch das eingebettete soziale Milieu und dessen Einflüsse bestimmt wird.

Die oben genannten Faktoren machen deutlich, dass von einer völlig „freien“ Partnerwahl nicht ausgegangen werden kann, da schon vor der eigentlichen Partnerwahl eine mehr oder weniger beeinflusste bzw. unbewusste Auslese stattfindet.

2.2 Attraktion

Zwischenmenschliche Attraktion oder auch Anziehung wird als das Entstehen von positiven Einstellungen gegenüber einer Person verstanden. Es ist also eine gelernte Bereitschaft, gegenüber einer anderen Person mit positiven Meinungen, Gefühlen und Verhaltensweisen bzw. Verhaltensabsichten entgegenzutreten.[4] Gerold Mikula und Wolfgang Stroebe führen in dem Buch: „Attraktion und Liebe“ zur Erklärung der Entstehung von Anziehung zusammenfassend folgende vier Theoriefamilien auf:

[...]


[1] Vgl. Andrea Lengerer. Wo die Liebe hinfällt. In: Thomas Klein. Partnerwahl und Heiratsmuster. Sozialstrukturelle Voraussetzungen der Liebe. Opladen 2001, S. 133f.

[2] Jens Asendorpf/Rainer Banse: Psychologie der Beziehungen. Göttingen 2000, S. 44.

[3] Vgl. Klein/Lengerer a.a.O., S. 268.

[4] Vgl. Gerold Mikula und Wolfgang Stoebe. Theorien und Determinanten der zwischenmenschlichen Anziehung. In: Manfred Amelang,/Hans-Joachim Ahrens/ Hans Werner Bierhoff. Attraktion und Liebe. Formen und Grundlagen partnerschaftlicher Beziehungen. 2. Auflage, Göttingen 1995, S. 61.

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640107032
ISBN (Buch)
9783640116997
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v94676
Institution / Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Note
1,3
Schlagworte
Einflussfaktoren Partnerwahl Soziologie Partnerbeziehungen

Autor

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Titel: Einflussfaktoren der Partnerwahl