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Das menschliche Nervensystem, die Hormone der Hypophyse und Neurofeedback

Einsendeaufgabe 2020 20 Seiten

Psychologie - Biologische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe 1 - Das Nervensystem
1.1 Das Nervensystem
1.2 Das vegetative (autonome) Nervensystem
1.3 Das somatische Nervensystem
1.4 Der Unterscheid zwischen den Nervensystemen

Aufgabe 2 - Hormone der Hypophyse
2.1 Hormon Ausschüttung an der Hypophyse
2.2 Oxytocin
2.3 Vasopressin
2.4 Somatotropin
2.5 Adrenocorticotropes Hormon

Aufgabe 3 - Neurofeedback
3.1 Neurofeedback
3.2 Anwendung von Neurofeedback
3.3 Ablauf des Neurofeedbacks

Verzeichnisse

4.1 Literaturverzeichnis
4.2 Tabellenverzeichnis
4.3 Abbildungsverzeichnis

Aufgabe 1 - Das Nervensystem

Beschreiben Sie den Unterschied zwischen dem somatischen und dem vegetativen Nervensystem.

1.1 Das Nervensystem

Das Nervensystem wird auch als Organ des Erlebens und Verhaltens bezeichnet (Morschitzky 2009, S.201). Es besteht aus Nervengewebe des Menschen und dient der Erfassung, Fortleitung und Speicherung von Informationen aus der Umwelt und dem Körper. Andersherum ermöglicht das Nervensystem es den Menschen aktiv mit ihrer Umwelt durch beispielsweise bewusste Bewegungen zu interagieren. Nach Siems et. al (2009, S. 174) gehören zu den wichtigsten Aufgaben des Nervensystems:

- Die Wahrnehmung von Sinnesreizen
- Die Speicherung von Informationen
- Das Setzen von Handlungsimpulsen
- Entwicklung (neuer) Handlungsmuster
- Das Vorgeben eines Rhythmus für Leistungs- und Erholungsphasen

Das Nervensystem lässt sich grob in zwei Subsysteme unterteilen: Zum einen in das Zentralnervensystem (ZNS) und zum anderen in das periphere Nervensystem (PNS). Während das Zentralnervensystem aus dem Gehirn und dem Rückenmark besteht, gehören alle anderen Nervenfasern zum peripheren Nervensystem. Diese werden wiederum in das somatische und das vegetative bzw. autonome Nervensystem unterteilt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufteilung des menschlichen Nervensystems (Karim & Eck 2015, S. 26)

Das somatische (oder auch willkürliche) Nervensystem agiert mit der Umwelt, indem afferente Nerven sensorische Informationen aus der Haut oder den Gelenken zum Zentralnervensystem leiten. Die Bezeichnung afferent geht auf das Lateinische zurück (afferre = hinbringen). Afferente Neuronen bilden die aufsteigende Projektionsbahn. Sie führen zu Projektions- und somit zu den im Assoziationskontext befindlichen Assoziationszentren (Voss & Herrlinger 1964, S. 21 ff.). Informationen werden jedoch nicht nur durch afferente Nerven weitergeleitet, sondern ebenfalls durch efferente Nerven. Diese leiten Signale, die aus dem Zentralnervensystem kommen, in die quergesteifte Muskulatur, meistens die Skelettmuskulatur, weiter (Voss & Herrlinger 1964, S. 21 ff.). Efferente Nerven stellen so gesehen das Gegenstück zu afferenten und leiten sich begrifflich ebenfalls aus dem Lateinischen her (effere = hinausbringen) (Karim & Eck 2015, S, 26). Zusammengefasst steuert das somatische Nervensystem die Motorik der Skelettmuskulatur. Diese Steuerung der Körperaktionen verläuft willkürlich (daher auch die Bezeichnung willkürliches Nervensystem) und reflektorisch. Es ermöglicht eine Sensibilität von Oberflächen und Tiefen (Antwerpes 2016).

1.2 Das vegetative (autonome) Nervensystem

Das vegetative bzw. autonome Nervensystem (abgekürzt mit VNS oder ANS) reguliert die Organe. Dazu gehört beispielsweise die Regulation der Verdauung, der Atmung oder der Herzfrequenz. Kurz gesagt reguliert das autonome Nervensystem Prozesse im Körperinneren und passt den Organismus an äußere Belastung an, es hält somit das innere Gleichgewicht. Auch in diesem Teil des peripheren Nervensystems wird die Funktion von afferenten und efferenten Nerven unterschieden. Afferente Nerven sind für die Weiterleitung von Signalen aus den Organen hin zum Zentralnervensystem zuständig, während efferente Nerven gegenteilig die Signale des Zentralnervensystems zu den Organen leiten (Karim & Eck 2015, S. 26).

Das autonome Nervensystem ist aus drei großen Teilsystemen aufgebaut, die jeweils Signale efferent weiterleiten. Zu diesen Teilsystemen zählen der Sympathikus (oder die sympathischen Nerven genannt), der Parasympathikus (oder die parasympathischen Nerven genannt) und das Darmnervensystem. Der Aufbau des Sympathikus und des Parasympathikus sind hierbei gleich: beide Nerven bestehen aus einer zweizeiligen Neuronenkette - ein Neuron beginnt im Hirnstamm oder im Rückenmark und leitet die Signale zu einem zweiten Zellkörper weiter, der in der Peripherie liegt. Die Nerven des Darmnervensystems verbinden das Gehirn oder das Rückenmark mit den in den Wänden des Magen-Darm-Tranks liegenden Neuronen (Birbaumer & Schmidt 2018, S. 102). Der Sympathikus und der Parasympathikus werden in unterschiedlichen Situationen aktiviert, agieren jedoch ununterbrochen miteinander.

Der Sympathikus wird dann aktiv, wenn der Körper sich an kritische und gefährliche Situationen und umstände anpassen muss. Er wird aktiv darauf vorbereitet zu kämpfen oder zu fliehen. Dies wird als fight or flight Reaktion bezeichnet. Wie der Parasympathikus besteht der Sympathikus aus einer zweizelligen Neuronenkette. Im Körper sind die Zellkörper der sympathischen Neuronen im Brustmark bzw. im oberen Lendenmark lokalisiert, die dem Zentralnervensystem entspringen. Die Nervenzellkörper, die außerhalb des Rückenmarks liegen, bilden einen Grenzstrang, der aus einer Ganglienkette besteht. Die Axone der Neuronen liegen in der glatten Muskulatur, den inneren Organen oder den Blutgefäßen und werden als Effektoren bezeichnet (Ehlert 2016, S. 22). Im Körper wird am Zielorgan der Nervenimpuls durch den Botenstoff Noradrenalin aus der Nebennierenrinde übertragen (Golenhofen 2019, S. 146). Dieses wird beispielsweise unter Stress oder in gefährlichen Situationen gebildet und ermöglicht adaptive Veränderungen in den angesprochenen Organen. Kommt es zu chronischem Stress, kann diese Reaktion zu maladaptiven Nebenwirkungen, Herz-Kreislauf-Störungen und Funktionsstörungen anderer Organe führen (Golenhofen 2019, S. 146). Der Körper wird somit immer in dem Zustand der höchsten Leistungserbringung gehalten, um schnellstmöglich auf mögliche Gefahren reagieren zu können. Diese Reaktion stellt die Reaktion der Hypothalamus- Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA) da und ist eine von zwei Stressachsen des Körpers. Die zweite bildet die Sympathikus­Nebennierenrindenmark-Achse (SNA), die deutlich schneller als die HHNA reagiert. Durch die sympathische Aktivierung kommt es zu einer Aussetzung von Adrenalin und Noradrenalin in den Nebennierenrindenmark. Dadurch wird die Herzschlagrate erhöht, die Blutgerinnung wird beschleunigt und es wird Glucose freigesetzt. Wird dieser Zustand über längere Zeit aufrechterhalten oder kommt es zu einer ständigen Aktivierung, können gesundheitliche Probleme resultieren, wie beispielsweise Herz­Kreislauf-Erkrankungen (Petermann et al. 2011, S. 92).

Zur Messung der Aktivität sympathischer und parasympathischer Nerven werden in der biologischen Psychologie verschiedene Methoden unterschieden. An dieser Stelle soll nur darauf verwiesen werden, dass die elektrodermale Aktivität (EDA), eine Form der Hautleitfähigkeitsmessung als Indikator für die Aktivität sympathischer Nerven angesehen werden kann. Dies ist dadurch zu begründen, dass die Schweißdrüsenaktivität ausschließlich vom Sympathikus beeinflusst wird (Karim & Eck 2015, S. 27).

Der Parasympathikus ist der Gegenspieler des Sympathikus und wird aktiv, wenn wir uns in einem entspannten Zustand befinden. Zudem baut er Energiereserven auf und sorgt dafür, dass sich der Körper ausruht und sich erholt (Karim & Eck 2015, S.26). Durch seine Aktivierung wird Erholung, Regeneration und Entlastung möglich (Golenhofen 2019, S.146 ff.). Er wird vor allem durch den Hirnnerv N. vagus vereinnahmt und beginnt beim Hirnstamm und wandert durch den gesamten Körper. Er koordiniert das Zusammenspiel vieler innerer Organe, wie beispielsweise der Lunge, dem Herzen, dem Magen und dem Darm. So stimuliert er die Verdauung, erweitert die Blutgefäße der Haut und verlangsamt den Herzschlag (Ehlert 2016, S.23).

Zusammenfassend lassen sich folgende Wirkungen von Sympathikus und Parasympathikus aufzeigen (Tabelle 1).

Tabelle 1: Wirkung von Sympathikus und Parasympathikus auf verschiedene Organsysteme des menschlichen Körpers (nach Ehlert 2016, S.22)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
20
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346316783
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v947556
Institution / Hochschule
SRH Fachhochschule Heidelberg
Note
1,3
Schlagworte
biologische psychologie nervensystem hormone oxytocin neurofeedback adhs autonomes nervensystem somatisches nervensystem
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Titel: Das menschliche Nervensystem, die Hormone der Hypophyse und Neurofeedback