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Schöne neue Arbeitswelt - Vom Ende des Normalarbeitsverhältnis und seinen Nachfolgern

Hausarbeit 2002 25 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhalt

Prolog

1 Labor o ergo sum

2 Das Phanomen Arbeit - von der Rage zum Ideal

3 Die Abkehr vom %-Tag
3.1 Substitution per Innovation: die Auswirkungen des technischen Fortschritts
3.2 De Effekte des , global playing“
3.3 Innovation und Gobalisierung - ein Danaergeschenk?

4 Schone neue Arbeitswelt? Die Alternativen zum Normalarbeitsverhaltnis
4.1 De Ruckkehr der Arbeit ins eigene Heim: Telearbeit
4.2 Jeder sein eigener Unternehmer: Freelancing
4.3 Der Tatige als Leihware: Zeitarbeit

5 Die Reise in die Zukunft - wer den Anforderungen genugt, darf partizipieren

Fazit

Literaturverzeichnis

Prolog

Im Juli 1998 wurde der Verfasser von der Parchimer Lokalredaktion der „Schweriner Volkszeitung“ mit der Wederbelebung der Reportageserie ,,Nachts, wenn Parchim schlafT beauftragt. Portraits von Menschen, die nachts arbeiten, sollten entstehen und Einblick gewahren in eine Arbeitssphare, die den Lesern bislang ver- borgen geblieben war. Der Verfasser schrieb sechs Artikel uber Menschen, „die ihren Tagesablauf aus berufli- chen Grunden aufden Kopfgestellt haben.“[1] Eine Angestellte einer Tankstelle,[1] [2] zwe Nachtportiers eines Ho­tels,[3] ein Gastwirt,[4] ein Fernfahrer,[5] eine Krankenschwester[6] und eine McDonaJd’s-Angestellte[7] waren Gegen- stand der Betrachtung. Ale vorgestellten Personen zeichneten sich - neben der Nachtarbeit - durch eine Kon- gruenz aus: Sie arbeiteten alle im Dienstleistungssektor.

Nachtarbeit hatte zu jener Zeit in der ostdeutschen Keinstadt den Charakter, auBergewohnlich oder bizarr zu sein. Daran durfte sich bis heute einiges geandert haben.

Modifikationen haben sich gleichfalls in anderen Bereichen der Arbeit ergeben. Die Bedeutung des Normal- arbeitsverhaltnis’ „in der Form unbefristeter Voll-Erwerbsarbeit im erlernten Beruf[8] sinkt; andere „atypische“ Formen der Erwerbsarbeit sind entstanden und gewinnen an Boden. Mit diesen Tendenzen will sich diese Hausarbeit beschaftigen. Zwei Fragen stehen dabei im IMttelpunkt. Erstens: Weso verschwindet der sichere 7,5 Stunden-Arbeitstag? Zweitens: Walche Aternativen treten an seine Stelle?

Zunachst wird herausgestellt, weshalb das Phanomen Arbeit eine zentrale Position im Leben des Einzelnen einnehmen konnte. Basis ist hierbei das traditionelle NormaJarbeitsverhaltnis. Anhand jungerer Entwicklungen, allen voran Technisierung und Gobalisierung, stellt der Verfasser dann die Veranderungen der Arbeitswelt dar. Es folgt eine Darstellung und kritische Diskussion der neuen Arbeitsformen Telearbeit, Freelancing und Zeitarbeit. Die zukunftigen Anforderungen an Arbeitnehmer werden im Anschluss behandelt. Im Fazit werden Kerngedanken gebundelt, die Entwicklungen gewertet und prospektive Tendenzen aufgenommen.

1 Laboro ergo sum

„Ich arbeite, also bin ich“ - das mag auf den ersten Bick befremdlich klingen. Denn diese Aussage beinhal- tet, dass sich eine Person ausschlieRlich uber die Tatsache, dass sie arbeitet, konstituiert. Der logische Um- kehrschluss wirkt sogar noch provokanter: Wfer nicht arbeitet, ist nicht. Avanciert Arbeit, speziell Erwerbsarbeit, somit zum zentralen Medium, das die Existenz eines Menschen und seinen Wbrt determiniert? Bevor die Fra- ge beantwortet werden kann, ist es erforderlich, den vermeintlich simplen Begriff Arbeit zu definieren.

De Begriffsbestimmung bereitet bereits Probleme, handelt es sich laut Martin Stengel doch bei ,Arbeit“ um einen ,,der am meisten gebrauchten und am wenigsten scharf abgrenzbaren Begnffe.“[9] In der Wssenschaft bestehen uber die Kategorisierung der arbeitsimmanenten Kriterien kontrare Ansichten. Ungeachtet der diver- gierenden Meinungen existiert ein basaler Konsens, der besagt, Arbeit sei eine zielgerichtete Tatigkeit, die der Bedurfnisbefriedigung diene.[10] Diese abstrakte Definition trifft vor allem auf Arbeit als anthropologische Not- wendigkeit zu: Wbr beispielsweise Hunger hat, versucht das Mangelgefuhl zu beseitigen, indem er sich Nah- rung verschafft. Die Definition, an die sich der Verfasser halt, stammt von Eberhard Ulich. Ihr zufolge ist Arbeit eine Tatigkeit, ,,durch deren Ausfuhrung der Oder die Arbeitstatige zur Schaffung materieller Oder immaterieller Werte fur sich und/oder andere beitragt.“[11]

Davon abgegrenzt ist Erwerbsarbeit eine moderne ,,vorherrschende Form bezahlter Arbeitsleistung“[12]. Se dient der Produktion von Gutern und Dienstleistungen und als Mittel, den Lebensunterhalt zu verdienen.[13] In der Regel wird Erwerbsarbeit im Sinne einer beruflichen Aktivitat verstanden.

Evidenter als eine dogmatische Definition sind die Auswirkungen, die Arbeit auf Menschen hat. Se ,,pragt die Menschen - und mit ihnen auch die Gesellschaft, in der sie arbeitsteilig leben“[14] und bildet die Basis der Ent- wicklung von ,,individuelle[r] Identitat und Selbstwertgefuhle[n]“[15]. Wbitere Konsequenzen der Arbeit beschreibt Marie Jahoda: ,,Sie [die Erwerbsarbeit - d. Verf.] gibt dem Tag eine Zeitstruktur, sie erweitert die sozialen Be- ziehungen uber Familie und Nachbarschaft hinaus und [...] und weist einen sozialen Status zu. “[16] Ncht zuletzt ist Arbeit die Basis des (finanziellen) Uberlebens des Subjekts.

De Genesis der Zvilisation in der Form, wie sie heute existiert, ist Folge der menschlichen Arbeit. Arbeit hat somit weit reichende Folgen, die unter Anderem soziologischer, gesellschaftlicher, kultureller und psychologi- scher Natur sind. Lutz von Rosenstiel meint stellvertretend fur andere Autoren dazu, ,,die Arbeit [sei] eine zen- trale Thematik unseres Lebens. “[17] Es stellt sich die Frage, ob Arbeit nicht sogar die zentrale Thematik gewor- den sei. Oskar Negt bejaht dies, indem er das Empfinden von Arbeitslosen beschreibt:

„Arbeitslose sprechen vielfach davon, daR ihnen der Boden unter den FuRen schwindet Oder schwankend wird; sie erfahren einen Realitatsentzug, [...] einen Realitatsverlust. Es ist der Abstieg in eine andere Welt[..].“[18]

Er fuhrt fort, der Entzug der Arbeit werde von Betroffenen als ,,Angriff auf die individuelle Integritat, auf Wur- de und Ansehen wahrgenommen [...], das sind mittlerweile absolut erhartete Resultate von Arbeitslosenunter- suchungen. “[19] [20] Sehr emphatisch druckt das Jeremy Rifkin aus, indem er die Studienergebnisse des Psycholo- gen Thomas T. Cottle beschreibt. Ihnen zufolge ,,zeigen Langzeitarbeitslose pathologische Symptome, die de- nen Sterbender ahneln. ‘q° Arbeitslose gelten und fuhlen sich demnach nicht nur als Parias, sondern als leben- de Tote. Des zeigt, dass ein Leben ohne Arbeit im heutigen Verstandnis keines ist: Laboro ergo sum.

2 Das Phanomen Arbeit - von der Plage zum Ideal

Es ist nach Meinung des Verfassers elementar, einen Bick auf die Historie[21] zu werfen, um fur die Genese des Status' der Arbeit sensibilisiert zu warden. Denn das heutige (Selbst)Verstandnis der Arbeit resultiert aus einem gesellschaftlich-evolutionarem Prozess. Der Stellenwert des Phanomens Arbeit ist eng verquickt mit seiner Geschichte. Wbchselseitige historische Impulse und Tendenzen fuhrten zum heutigen glorifizierten Ar- beitsbegriff samt seiner Effekte.

Ursprunglich war Arbeit Folge der Bedurfnisbefriedigung, beispielsweise um Nahrung zu erhalten. Sie besal3 fur den fruhen Menschen reinen Subsistenz-Charakter. Eine neue Qualitat gewann sie, als Fruchte gesammelt und bevorratet wurden.[22] Denn dadurch begann die Kultivierung der Natur; der Mensch fing an, sich von den naturlichen Gegebenheiten zu losen und seine Dependenz zur Umwelt zu uberwinden. Vom fruhen Men­schen, der Vorratshaltung betrieb und damit uber eine gewisse existenzielle Sicherheit verfugte, bis zur Ent- stehung der Hochkulturen der Agypter oder Griechen sollten Millennien vergehen. Das Prinzip fur Unabhan- gigkeit von der Natur und fur den Fortschritt blieb jedoch dasselbe: die ,,Erwirtschaftung von UberflulB[23]

Das Griechenland der Antike fuBte auf der Sklavenarbeit. De ponos war Sklavenarbeit und jenen auferlegt, die besiegt wurden.[24] Korperliche Arbeit besaB trotz ihrer Notwendigkeit fur das Bestehen der Gesellschaft de- goutanten Charakter als Tatigkeit fur Unterlegene und fur untere soziale Schichten. Der Burger widmete sich den erfreulicheren Dngen: der MuBe (ascholia) und politischen Aktivitaten.[25]

Daran sollte sich bis ins 15. Jahrhundert wenig andern. Es galt:

„ Wer sein Leben nicht anders als durch Arbeit bestreiten kann, gibt damit zu erkennen, daR er weder uber Mittel noch Fahigkeiten verfugt, den Herrschaftsstanden anzugehoren Arbeit ist unwurdige Muhsal, Strafe, die Folge des Sundenfalls. “[2]e

Arbeit wurde ergo fur ein Zeichen der eigenen Schwache und Strafe Gottes gehalten. Dese Korrelation er- wies sich als Wfendepunkt mit dem Resultat, dass „Ora et labora“ im Laufe der Zeit eine feste Maxime im Leben der Monche wurde. Durch den groBen Enfluss der Kirche verwandelte sich Arbeit sukzessive zu einer Art der sakrosankten Lebensfuhrung und zu einer kollektiven Katharsis. Arbeit wurde einem Gottesdienst gleichgestellt.[26] [27] [28] [29] Der Paradigmenwechsel erfuhr weitere Unterstutzung durch die von Martin Luther entschei- dend gepragte Reformation; die ,,Grundlage fur die Verinnerlichung der Arbeitsmoral“[23] entstand.

Wbnngleich im Laufe der folgenden Jahrhunderte bis in die heutige Zeit der Prozess der Sakularisation fort- geschritten ist, was besonders fur das 20. und 21. Jahrhundert gilt, strahlt der Nmbus der Arbeit heute nicht weniger hell. Nachdem sich das Phanomen Arbeit emanzipiert hatte, nahm es schnell eine zentrale Bedeu- tung im Leben des Menschen ein. De Genesis der Erwerbsarbeit ist seit geraumer Zeit nicht mehr nur indivi- duell folgentrachtig, sondern auch gesellschaftlich wirksam:

„Die Neuzeit hat [...] damit begonnen, theoretisch die Arbeit zu verherrlichen, und sie hat zu Beginn unse­res Eahrhunderts [das 20. Jahrhundert - d. Verf.] damit geendet, die Gesellschaft im Ganzen in eine Ar- beitsgesellschaft zu verwandeln.m De Geschichte der Arbeit resp. ihres Renommees zeigt sehr deutlich: De einstige Bedeutung der Arbeit ,,als korperliche Muhsal fur niedrig und entehrend gehalten[e Beschaftigung] - etwas fur Knechte und Sklaven“[30] hat sich radikal gewandelt. Ihr heutiges Bld steht dem alten nach Gerhard Willke diametral gegenuber: ,,Uber Erwerbsarbeitgewinnen Arbeitende ihre soziale ldentitat.“[31]

En weiterer Aspekt ist das leise Verschwinden der Subsistenzarbeit. Mit der Umwandlung der Arbeit zur Er­werbsarbeit ist sie ,,zum Zweck an sich geworden“[32] und ahnelt einer permanenten selbsterfullenden Prophe- zeiung. Fur den Enzelnen bedeutet dies, so Negt: ,,lch arbeite, um zu arbeiten; ich ube einen Beruf aus, weil ich einen Beruf habe.“[33]

Erwerbsarbeit, ist ,,eine Erfindung der Moderne“[34] mt erstaunlicher Karriere. In einer vergleichsweise kurzen anthropogenen Epoche, die keine 20 Generationen gedauert hatte, arrivierte Erwerbsarbeit zum Nabel der individuellen Existenz, und das zumeist in der Form des Normalarbeitsverhaltnis'.

3 Die Abkehr vom [3]/3-Tag

Das Normalarbeitsverhaltnis ist ,,ein unbefristetes, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhaltnis mit voller tariflicher Wochenarbeitszeit und normalerLage der Arbeitszeit“[35] [36] resp. etwas pragnanter: Das Normalarbeits­verhaltnis ist als ,,eine feste Vollzeitanstellung im erlernten Beruf definiert [.. .].“[36] Dese bis in die jungere Ver- gangenheit typische Beschaftigungsform[37] lasst sich somit auf einige Eckpunkte subsumeren: unbefristete Vdlzeitbeschaftigung mit monatlicher Vergutung, Sozialversicherungspflicht und Tarifschutz.

Das Normalarbeitsverhaltnis ist wie Arbeit selbst ein historisches Fhanomen und hat sich bis in das 20. Jahr- hundert etabliert und unterliegt derzeit, so Gerhard Willke, ,,einem Erosionsprozeft“[38] und ,,schleichende[n] Ve- rfall.“[39] Dies ist die Position, die diverse andere Wssenschaftler gleichfalls einnehmen. Oskar Negt sieht die Zeichen der Zeit darin, ,,sich vom Normalarbeitsverhaltnis und den Vollarbeitsplatzen zu verabschieden.“[40] Ri­chard Sennett konkretisiert:

„ln der Arbeitswelt ist die traditionelle Laufbahn, die Schritt fur Schritt die Forridore von ein oder zwei Insti­tutions durchlauft, im Niedergang begriffen. Dasselbe gilt fur das Hinreichen einer einzigen Ausbildung fur ein ganzes Berufsleben. “[41]

Laut Willke sind heute ,,nur noch % aller Erwerbstatigen ,regular[1] beschaftigt“[42], der Rest in so genannten „,atypischen‘ Formen der Beschaftigung.“[43] [44] [45] Tendenz: steigend. Zum Beispiel arbeiteten in Deutschland im Jahr 2000 neun Frozent aller Erwerbstatigen in einem befristeten Arbeitsverhaltnis, 1991 waren es 7,5 “/a[44] Doch warum verschwindet die traditionelle Beschaftigungsform sukzessive? Zwei Faktoren haben - neben vielen anderen - daran betrachtlichen Einfluss: der technische Fortschritt, der mit der Ersten Industriellen Re­volution enorme Dimensionen annahm, und seit circa einem Verteljahrhundert die Globalisierung.

3.1 Substitution per Innovation: die Auswirkungen destechnischen Fortschritts

,,ln den letzten 200 Jahren hat unsere Gesellschaft einen dramatischen Wandel von der Agrargesellschaft uber die Industriegesellschaft hin zur Dienstleistungsgesellschaft durchlaufen. “[45] Dese Transformationen sind groBtenteils Folgen des technischen Fortschrittes.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte die Erste Industrielle Revolution ein. Mt der von James Watt in ihrer Effizienz gesteigerten Dampfmaschine wurde es moglich, ,,Dampfmaschinen nicht nur wie bis dato zum Betrei- ben langsamer Pumpen in Bergwerken, sondern auch in Fabriken und spater dann in Eisenbahnen einzuset- zen. “[46] De auf Kohle beruhende Kraft des Dampfes etablierte sich schnell. Betroffen waren neben dem Trans- portwesen, in dem Dampfer an die Stelle von Segelschiffen traten und die Lokomotive den Pferdewagen subs- tituierte, gleichfalls die Textilfabriken in GroBbritannien und den USA, wo mechanisierte Wbbstuhle ihren Ein- zug hielten.[47]

De Zweite Industrielle Revolution ereignete sich zwischen 1860 und 1914 und brachte fundamentale Erfin- dungen und Innovationen hervor. Stahl, Zement, Fotografie, Chemie, Telefon, Automobil - das sind die be- deutendsten Entwicklungen jener Ara[48] Nicht zuletzt waren sie Vorlaufer eines Trends' ,,Dm 20. Jahrhundert zogen Roboter in die Fabriken ein. “[49] 1991 waren es weltweit 630.000.[50] In Deutschland waren in jenem Jahr 34.140 Industrieroboter eingesetzt; 1995 stieg ihre Zahl um drei Vertel auf 56.175.[51]

Deser Trend wurde maBgeblich unterstutzt von der Dritten Industrielle Revolution, die nach Jeremy Rifkin ,,ihren Anfang gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges“[52] nahm Die Zeitpunktbestimmung des Ara-Be- ginns ist jedoch strittig. Der GEO-Redakteur Cay Rademacher legt ihn auf das Jahr 1969 fest, als das Internet in seiner fruhesten Form, dem ARPAnet, den Betrieb aufnimmt - und bereits bei der Engabe des dritten Buchstabens kollabiert.[53]

Der Computer und mit ihm das Internet sind zwar nicht die einzigen Resultate des 20. Jahrhunderts; neben einer expandieren (Mkro)Bektronik, Kunststoffen, der Petrochemie sowie der Raumfahrt kamen Kernkraft und Gentechnik hinzu[54] - doch hat die rasante Entwicklung der Informations- und Telekommunikationstechnologie, allen voran das Internet, ,,Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft umgekrempelt. “[55] [56]

De technischen Fortschritte blieben nicht folgenlos fur die Arbeit. So nahm der Anteil der in der Landwirt- schaft Arbeitenden sukzessive ab: ,,Dm 18. Jahrhundert waren uber 90 % der Bevolkerung [dort] tatig. Heute sind [es] nicht einmal mehr 3 % [...]. “[56] Die Verschiebung der Quote ist signifikant und symptomatisch.

Im Vergleich von 1895 bis 1995 hat sich die Beschaftigungsstruktur in Deutschland bemerkenswert veran- dert. Arbeiteten am Ende des 19. Jahrhunderts noch 38 % der Erwerbstatigen im primaren Sektor und 25 °% im tertiaren, waren es am Ende des zweiten Jahrtausends in der Urerzeugung nur noch 3 %> und im Dienst- leistungsbereich bereits 61. Lediglich der sekundare, ergo industrielle Sektor wies eine stabile Zffer auf.

[...]


[1] Phlipp, Maik: Keine Verschnaufpause nachts an der Tankstelle. In: Schweriner Volkszetung (SVZ), Nr. 177, 1. August 1998, S. 15.

[2] Vg. Ibd.

[3] Vg. ders.: Der Portier wrd zum Hoteldirektor der Nacht. In: SVZ, Nr. 183, 8. August 1998, S. 15.

[4] Vg. ders.: Nacht-Arbeitsplatz mit einem Hauch von Irland. In: SVZ, Nr. 189, 15. August 1998, S. 15.

[5] Vg. ders.: In der Nacht mit dem LKW durch ganz Deutschland. In: SVZ, Nr. 195, 22. August 1998, S. 15.

[6] Vg. ders.: Schwester Rosi ist nachts in der Klinik ,das Madchen fur alles“. In: SVZ Nr. 201, 29. August 1998, S. 15.

[7] Vg. ders.: Nachtschicht zwschen Pommes und Hamburgern. In: SVZ, Nr. 207, 5. September 1998, S. 17.

[8] Wllke, Gerhard: De Zukunft unserer Arbeit. Hannover 1998. S. 11.

[9] Stengel, Martin: Psychologie der Arbeit. Wfeinheim 1997. S. 18.

[10] Vg. Rosenstiel, Lutz von: Grundlagen der Organisationspsychologie. Basiswissen und Anwendungshinwaise. 4. uberarb. und erw. AuH. Stuttgart 2000. S. 47; Stengel (1997), S 10; Wilke (1998), S. 14.

[11] Ulich, Eberhard: Arbeitspsychologie. Zurich, Stuttgart 1994. S. 1. Zt. nach: Rosenstiel (2000), S. 47.

[12] Negt, Cskar: Arbeit und menschliche Wjrde. Gottingen 20022. S. 18.

[13] Vg. Stengel (1997), S 10; Wllke (1998), S 14.; Rosenstiel (2000), S 47.

[14] Wllke (1998), S 15.

[15] Negt (2002), S 18

[16] Jahoda, Marie: Sodal institutions and human needs. A comment on Fryer and Fayne. Leisure Studies, 3. O. C 1983. S. 136. Zt. nach: Rosenstiel (2000), S. 47f.

[17] Ibd.

[18] Negt (2002), S. 242. - Das Beispiel der Arbeitslosen unterstreicht den Wbrt der Arbeit exemplarisch. Wenn ihre Abwesenheit spurbar wird, spricht dies fur die Wchtigkeit der Arbeit.

[19] A. a O., S. 257. Vgl. auch Muller, Rolf Fritz: Kurzinterviews mt Arbeitslosen. In: Berk, Hermann-Josef u. a. (Hg.): Qjte Arbeit - schlechte Arbeit. Sozalanalytische Zugange zum Begriff der Arbeit. Frankfurt a. M 1998. S. 79 -92.

[20] Rflrin, Jeremy: Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. Frankfurt a M, New York 1995. S. 138

[21] De Darstellung kann sich aus Platzgrunden nur auf Eckdaten des historischen Wbrtewandels beschranken.

[22] Vgl. Stengel (1997), S. 19.

[23] Vogt, Jurgen: Kurzgeschichte der Arbeit. In: Berk u. a. (Hg.) (1998), S. 59 - 73, S. 60.

[24] Vgl. Negt (2002), S. 294.

[25] Vgl. Stengel (1997), S. 20.

[26] Negt (2002), S. 294.

[27] Vg. Stengel (1997), S. 23.

[28] Ibd.

[29] Arendt, Hannah: Viva activa oder Vom tatigen Leben. Stuttgart I960. S. 11. Zt. nach.: Negt (2002), S. 319.

[30] Wllke (1998), S. 17.

[31] A. a O., S. 15.

[32] A. a O., S. 17.

[33] Negt (2002), S. 302.

[34] Wllke (1998), S. 17.

[35] Fischer, Harry; Kern, Heiko [1997]: 1. Gesellschaftliche Dimension der Telearbeit. URL: http://www.wagner-kern.de/pub/telearb/kap_1.htm (Stand: 26. April 2002)

[36] Wllke (1998), S. 146.

[37] Auf die Geschichte des Normalarbeitsverhaltnis wi rd aus Platzgrunden nicht naher a ngegangen. Der Verfasser beschrankt sich auf die Feststellung, dass diese Beschaftigungsform ein historisches Produkt ist, das von den zetlichen gesellschaftlichen und okonomschen Gegebenheiten determ niert worden ist.

[38] Wllke (1998), S. 147.

[39] A. a O., S. 11.

[40] Negt (2002), S. 179.

[41] Sennett, Richard: Der flexible Mensch. De Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin 20002. S. 25.

[42] Wllke (1998), S. 146.

[43] Ibd.

[44] vg. Statistisches Bundesamt [2000]: Leben und Arbeiten in Deutschland. Ergebnisse des Mkrozensus 2000. Wesbaden 2000. S. 14. URL: http://www.destatjs.de/presse/deutsch/pk/2001/leben_arbeiten.pdf (Stand: 2002-04-27)

[45] Wllke (1998), S. 45.

[46] Kramer, Walter; Trenkler, Gtz: Lexikon der popularen Irrtumer. Munchen 1998. S. 81.

[47] Vg. Rfkin (1995), S. 47f.; Wllke (1998), S. 40.

[48] Vg. Rfkin (1995), S. 48.; Wllke (1998), S. 40, S. 184.

[49] Sparmann, Anke: Das Gesicht der Zukunft. In: GEO 26 (2001), H. 10, S. 142 - 160, S. 150.

[50] Vg. Rfkin (1995), S. 101.

[51] Vgl. Wllke (1998), S. 174.

[52] Rfkin (1995), S. 48.

[53] Vg. Rademacher, Cay: Internet - Das Netz der Netze. In: GEO 25 (2001), H. 3, S. 67 - 82, S. 67f.

[54] Vg. Wllke (1998), S. 40.

[55] Simon, Caus Peter: De Geschichte des Internet. In: GEO WSSEN 14 (2001), H. 27, S. 80 - 85, S. 80.

[56] Wllke (1998), S. 45.

Details

Seiten
25
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638161893
Dateigröße
656 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9496
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg – Fachbereich III - Kulturwissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Schöne Arbeitswelt Ende Normalarbeitsverhältnis Nachfolgern

Autor

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Titel: Schöne neue Arbeitswelt - Vom Ende des Normalarbeitsverhältnis und seinen Nachfolgern