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Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Selbstwirksamkeitserwartung, Alkoholsucht und Beratungsgespräch

Einsendeaufgabe 2018 18 Seiten

Gesundheit - Gesundheitswissenschaften - Gesundheitspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG
1.1 Definition Selbstwirksamkeitserwartung
1.2 Messung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung
1.3 Gegenüberstellung zweier wissenschaftlicher Studien

2 SUCHTERKRANKUNG (ALKOHOLSUCHT)
2.1 Definition Alkoholsucht
2.2 Theoretische Grundlagen
2.3 Entstehung
2.4 Überblick über aktuelle Daten und Zahlen
2.5 Präventions- und Interventionsprogramme
2.6 Konsequenzen für eine gesundheitsorientierte Beratung

3 BERATUNGSGESPRÄCH
3.1 Das Transtheoretische Modell (TTM)
3.2 Rolle des Beraters
3.3 Gesprächsverlauf

4 LITERATURVERZEICHNIS

5 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
5.1 Tabellenverzeichnis
5.2 Abbildungsverzeichnis

1 Selbstwirksamkeitserwartung

In den folgenden drei Teilkapiteln wird das Konstrukt der Selbstwirksamkeitserwartung (Kompetenzerwartung) genauer erläutert.

1.1 Definition Selbstwirksamkeitserwartung

Unter Selbstwirksamkeitserwartung versteht man „die eigene Überzeugung, bestimmte Situationen bewältigen, etwas bewirken und sein Leben selbst kontrollieren zu können“ (Hobmair, 2008, S.172).

Selbstwirksamkeit (engl. self-efficacy) ist also die individuelle Überzeugung eines Men­schen, in einer bestimmten Situation die bestmögliche Leistung zu zeigen. Dabei gibt es einige Einflussfaktoren auf die Gefühle eines Menschen: Einsicht, Wahrnehmung, Moti­vation. Wenn es zu Konflikten oder schwierigen Situationen kommt, ist es von enormer Bedeutung, dass man eine positive Einstellung mitbringt damit diese Situationen gemeis­tert werden können. Denn Menschen neigen oft dazu, scheinbar schwierigen Situationen aus dem Weg zu gehen. Auch wenn eine Person in der Lage ist eine bestimmte Situation zu meistern, wird erst überlegt, ob man wirklich dazu im Stande ist, weil man glaubt, dass einem das Nötige fehlt. Selbstwirksamkeit steht also für das Gefühl des eigenen Könnens, nicht zu verwechseln mit dem Selbstvertrauen. Der Erwerb von Selbstwirksamkeitser­wartung wird am Stärksten durch direkte Erfahrungen beeinflusst. Indirekte Erfahrungen (Beobachtung einer Person) sind auch von enormer Bedeutung, da man sich mit der Mo­dellperson identifizieren kann. Des Weiteren kann es zu einer höheren Selbstwirksam­keitserwartung mit symbolischen Erfahrungen (verbale Ermutigung) kommen, denn so steigt das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen. Die Gefühlserregung (Emotionen) spielt im Vergleich zu den direkten Erfahrungen eine nicht so große Rolle in der Stärkung der Selbstwirksamkeit. Alles in allem kann man sagen, dass eine hohe Selbstwirksamkeit günstige Voraussetzungen zur Bewältigung schwieriger Situationen schafft (Studienbrief, S127).

Eine weitere Definition der Selbstwirksamkeitserwartung ist „die subjektive Gewissheit neue und schwierige Anforderungssituationen auf Grund eigener Kompetenzen bewälti­gen zu können“ (Jerusalem & Hopf, 2002).

Dieses Konzept bezieht sich ähnlich wie das oben genannte Zitat auf Banduras sozial­kognitive Theorie. Es werden also Prozesse (Motivation, Emotionen, etc.) durch die sub­jektive Überzeugung gesteuert.

1.2 Messung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung

In dem oben dargestellten Diagramm wird die Selbstwirksamkeit zu sportlichen Aktivität dargestellt. Hierfür wurden fünf Personen aus dem beruflichen Umfeld befragt, ob diese in der Lage sind, eine sportliche Aktivität auch dann noch auszuführen, wenn widrige Umstände herrschen. Um diese Merkmale zu erfassen, wurde ein 12-Item-Instrument (SSA-Skala) benutzt (Fuchs & Schwarzer, 1994, S.141).

Des Weiteren wurden sieben Antwortvorgaben verwendet, mit drei Einstufungskatego­rien: gar nicht - vielleicht - ganz sicher. Durch das Aufsummieren der zwölf Antwort­möglichkeiten kommt man auf den entsprechenden Score für jede Person. Der maximal zu erreichende Wert liegt bei 84, demgegenüber ist 12 der Mindestwert. Die y-Achse zeigt den Score auf, welcher bei Person 3 den höchsten Wert von 65 aufweist. Je höher der Score desto höher ist die Selbstwirksamkeitserwartung. Daraus resultiert, dass der Pro­band eine sehr hohe Selbstwirksamkeitserwartung besitzt. Person 4 hat den geringsten Score von 53, daraus lässt sich schließen, dass dieser Proband eher weniger Sport treibt als beispielsweise Person 3. Die restlichen drei Probanden liegen mit einem Score im Bereich des Wertes 55 und weisen damit eine Selbstwirksamkeit auf, die leicht über dem Mittelwert liegt. Zudem ist auffällig, dass die männlichen Probanden (Personen 2,3 & 5) eine höhere Selbstwirksamkeit aufzeigen als die Frauen (Personen 1,4). Bei einer Um­frage von fünf Personen ist es allerdings möglich, dass es Zufall war. Alles in allem ist festzuhalten, dass die SSA-Skala darüber Aufschluss gibt, wie sportlich aktiv beziehungs­weise wie sportlich inaktiv eine Person ist.

1.3 Gegenüberstellung zweier wissenschaftlicher Studien

Im Folgenden werden zwei Studien verglichen, welche sich mit dem Thema der Selbst­wirksamkeitserwartung auseinandersetzen. Auf der einen Seite geht es um den Einfluss von Ergebnis- und Selbstwirksamkeitserwartung auf die Ergebnisse einer Rehabilitation nach Hüftgelenkersatz (Dohnke, Müller-Fahrnow & Knäuper, 2006). Auf der anderen Seite beschreiben Schneider, J. und Rief, W. (2007) die Selbstwirksamkeitserwartung und Therapieerfolge bei Patienten mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung.

Tab. 1: Vergleich zweier Studien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Offene Fragestellung:

- Üben die Verbesse­rungen in den ge­nannten Bereichen ih­ren Einfluss auf die Steigerung auf der Selbstwirksamkeitser­Wartung jeweils direkt oder indirekt aus?
- Wie groß ist bei gleichzeitiger Berück­sichtigung aller ge­nannten Bereiche der relative Einfluss der einzelnen Bereiche?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Folglich lässt sich sagen, dass es bei beiden Studien um das Thema der Selbstwirksam­keitserwartung geht. Dohnke et al. (2006) beschreibt eher die das Wohlbefinden der Pati­enten, wohingegen Schneider und Rief (2007) sich eher auf psychische Faktoren bezie­hen. Des Weiteren ziehen beide Studien Schlüsse von Reha-Beginn bis Reha-Ende, doch bei Dohnke et al. (2006) geht es über sechs Monate nach Reha-Ende hinaus. Unterschiede findet man auch deutlich bei dem Untersuchungsdesign. Auf der einen Seite eine Feld­studie bei Schneider und Rief (2007), auf der anderen Seite eine multizentrische Längs­schnittstudie. Außerdem ist die Anzahl der Hüft-TEP Patienten mit n = 1065 deutlich höher als die Patienten mit somatoformer Schmerzstörung n = 316.

Letztendlich ist aus der Gegenüberstellung zu schließen, dass die Selbstwirksamkeit der Patienten bei Dohnke et al. (2006) ausgeprägter ist als die von Schneider und Rief (2007). Aufgrund der oben genannten Aspekte ist ein Vergleich beider Studien schwer möglich.

2 Suchterkrankung (Alkoholsucht)

In den folgenden 6 Teilaufgaben wird Alkoholsucht genauer erläutert.

2.1 Definition Alkoholsucht

Alkoholsucht wird definiert als „chronische Verhaltensstörung, die bestimmt wird durch exzessives Trinken durch Alkohol über das sozialübliche Maß hinaus, unter anderem mit der Folge körperlicher und psychischer Abhängigkeit“ (Payk & Brüne, 2013).

Alkoholsucht ist eine seelische Erkrankung, bei der eine Droge (Alkohol) in rauen Men­gen konsumiert wird. Es kann alle gesellschaftliche Schichten treffen und ist deshalb sehr schwierig zu erkennen. Symptome für Alkoholsucht sind das allgemeine Verlangen nach Alkohol. Des Weiteren sind das ständige Denken sowie die Vernachlässigung von Freun­den und Familie ein weiteres Anzeichen auf Alkoholsucht. Alkoholsüchtige nehmen Dinge in Kauf, beispielsweise das Verlassen der Familie damit sie ungestört Alkohol kon­sumieren können.

Merkmale einer Sucht (Fertinger, 2000):

1. intensives Verlangen, einen Wirkstoff (Alkohol) zu konsumieren, sich in eine be­stimmte Situation zu begeben
2. Neigung, die Dosis des Wirkstoffes zu steigern oder sich in eine bestimmten Zu­stand zu versetzen
3. physische, psychische und soziale Abhängigkeit von der angenehmen Wirkung des Wirkstoffes
4. Entzugserscheinungen, wenn der Wirkstoff, die bestimmte Situation nicht erreicht werden kann
5. Den Sinn, den der Abhängige in der Sucht sieht

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Details

Seiten
18
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346293817
ISBN (Buch)
9783346293824
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v953998
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,4
Schlagworte
psychologie gesundheitsverhaltens selbstwirksamkeitserwartung alkoholsucht beratungsgespräch

Autor

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Titel: Psychologie des Gesundheitsverhaltens. Selbstwirksamkeitserwartung, Alkoholsucht und Beratungsgespräch