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Goethe, Johann Wolfgang von - Faust

Referat / Aufsatz (Schule) 1999 13 Seiten

Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Faust

Autor: Melanie Zange

Historisch: Johannes Faust geb. 1480 in Knittlingen; gest. 1540 in Staufen bei Breslach Magister, Astrologe, Arzt (ohne Doktortitel)

Vorspiel auf dem Theater

räumliches Konzept:

Vers 239 bis 243: "So schreitet in dem engen Bretterhaus Den ganzen Kreis der Schöpfung aus, Und wandelt mit bedächt'ger Schnelle Vom Himmel durch die Welt zur Hölle."

*** in Faust wird sowohl Himmel und Hölle als auch die Erde dargestellt Gott, der Teufel und der Mensch wird auftreten (Gesamt - Welt - Theater)

Thema:

Vers 167 bis 169: "Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt, Und wo Ihr's packt, da ist's interessant."

*** das wahre Leben schreibt die besten Geschichten es wird Alltägliches dargestellt

Vers 146 bis 147: "Wer ruft das Einzelne zur allgemeinen Weihe, Wo es in herrlichen Akkorden schlägt?"

*** das Einzelne wird als Thema allgemeiner Gültigkeit dargestellt, das Einzelne ist zu verallgemeinern

Vers 99 bis 104 : "Gebt Ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken!

Solch ein Ragout, es muß Euch glücken; Leicht ist es vorgelegt, so leicht als ausgedacht. Was hilft's, wenn Ihr ein Ganzes vorgebracht Das Publikum wird es Euch doch zerpflücken."

*** das Publikum weiß ein thematisch ganzes Stück, das auch in Einzelteilen zusammenpaßt, nicht zu schätzen

Prolog im Himmel

Raphael, Michael, Gabriel:

- die drei Erzengel
- sprechen über Schöpfung und preisen diese
- reden zu Gott
- positive und negative Seiten der Schöpfung (harmonieren zusammen)

*** pansophisches (kosmisches) Weltbild

Mephistopheles:

- bezeichnet sich als Teil des Gesindes (der Diener)
- Gott ist der Herr, das Gesinde sind die Engel (Mephistophanes ist ein gefallener Engel)
- spricht über die Menschen: Vernunft wird schlecht gebraucht/verwendet
- Mensch ist "kleiner Gott der Welt" (ironisch)
- formuliert Anklage: Wie funktioniert der Mensch in der vollkommenen Schöpfung?

Faust:

- der Herr sieht ihn als Diener

- Mephistopheles (sieht Faust so):

*** er dient auf besondere Weise

*** strebt nach dem Erkennen des Göttlichen

*** angetrieben von Suche nach Wahrheit und Erkenntnis

*** will nur das Beste

*** will von der Erde Sinnlichkeit

*** mit nichts zufrieden

*** maßloses Streben

- der Herr:

*** Faust wird sein Ziel erreichen

*** bezeichnet sich selbst als Gärtner, der über die Entwicklung seiner "Wesen" Bescheid weiß

*** Wette: Solange Faust lebt, darf der Teufel ihn prüfen und auf ihn einwirken, wobei Gott in den Glauben Fausts vertraut.

Zusammenfassung von Ijob 1,1 bis 2,10 (biblische Grundlage der Wette):

Im Land Uz lebte ein Mann namens Ijob. Dieser war ziemlich reich und hatte sieben Söhne und drei Töchter. Er war sehr gottesfürchtig und brachte Brandopfer dar, falls seine Kinder gesündigt hätten.

Eines Tages kam der Teufel zu Gott und erzählte von seiner Reise über die Erde. Dabei kommt das Gespräch auf Ijob und dessen Gottesfürchtigkeit.

Der Teufel behauptet, wenn Gott seine Hand gegen ihn ausstreckt, wird er Gott verfluchen. Gott geht auf diese Wette ein und überläßt Ijob dem Teufel.

Ijob verlor zuerst sein Vieh und dann bei einem Brand seine Familie. Doch trotz all dem verfluchte er Gott nicht, sondern nahm es hin.

Als nun Gott und der Teufel sich ein weiteres Mal trafen, sprachen sie wieder über Ijob. Die Wette wurde erweitert, indem nun Ijob seine Gesundheit, aber nicht sein Leben verliert. So schlug der Teufel Ijob mit Geschwüren und Krankheit, doch auch nun lästerte er nicht über Gott oder verfluchte diesen.

Der Tragödie erster Teil

Nacht

Das Gespräch zwischen Faust und Wagner

Faust und Wagner sind zwei sehr unterschiedliche Typen von Wissenschaftlern. Wagner, der Schüler Fausts, sieht den Sinn der Lebens und sein persönliches Ziel darin, sich kaltes, erlernbares Wissen anzueignen.

Dies versucht er durch das Sammeln und die Imitation von schon vorhandenem Wissen.

Er findet die Erfüllung darin, aus dem Vergangenen zu lernen, und er findet es spannend zu erkennen, was die früheren Wissenschaftler gedacht und herausgefunden haben. Er bewundert seine "Vorgänger" und ist stolz darauf, die Möglichkeit zu haben, sich all das, was diese entdeckt haben, durch Lernen anzueignen.

Er folgt nicht, wie Faust, dem Zwang des Herzens, wobei er trotzdem mit Herz und Seele bei der Sache ist.

Doch kann man ihn nicht als "richtigen" Wissenschaftler bezeichnen, denn Faust forscht ebenfalls mit dem ganzen Herzen, versucht allerdings etwas Neues, bisher unentdecktes herauszufinden.

Er sucht nach dem Sinn des Lebens, dem Sinn des Menschseins.

Wagner möchte durch sein Streben Ruhm, Ansehen und die Anerkennung der Gesellschaft erlangen; er besitzt deshalb lediglich eine rationale Welterkenntnis.

Faust hingegen strebt nach dem absoluten Wissen, der absoluten Erkenntnis.

Dies versucht er durch neue, originelle Denk- und Forschungsansätze zu erreichen.

Faust folgt bei seinen Forschungen nicht der Erwartung, die andere Menschen an ihn stellen, sondern allein der Stimme seines Herzens; er forscht einzig für sich selbst. Er ist voll von Zweifeln und steht einer neuen Erkenntnis immer skeptisch gegenüber. Er wird von einem irdischen Trieb und einem beinahe göttlichen Wissensdrang angetrieben. Diese sind wie zwei Seelen in seiner Brust, die er zu vereinen sucht.

Er ist nach der Erkenntnis, daß es nicht weiter geht, daß er gescheitert ist, nicht fähig, seine Forschungen zu beenden, da dies sein innerer Antrieb nicht zuläßt.

Er muß immer weiter suchen, obwohl er sich der Aussichtslosigkeit zu einer Erkenntnis zu kommen bewußt ist.

Dieser Drang und die irrationale Weltansicht fehlen Wagner, der so ewig auf seine rationale Sicht beschränkt bleiben wird.

Sein Wissenschaftsverständnis unterscheidet sich daher erheblich von dem Fausts.

Faust (als er wieder allein ist):

- wundert sich wie Wagner bei seinen Studien nicht verzweifelt, da dieser nur minimale, unbedeutende Dinge herausfindet
- Wagner hat Faust aus seinem Gefühl der Verzweiflung herausgeholt
- die eigenen Taten der Menschen und ihre unverschuldeten Leiden hemmen ihr Leben
- Faust ist nicht den Göttern gleich, er ist vielmehr ein armer, kleiner Wurm, der einfach vernichtet werden kann
- alles, was bisher niedergeschrieben wurde, hilft ihm nicht dabei, das zu finden was ihm fehlt und nach dem er sucht
- alle Hilfsmittel brachten ihn der Lösung keinen Schritt weiter
- man kann die Natur nicht zwingen ihre Geheimnisse preiszugeben, was sie dem Geist der Menschen nicht offenbaren will, bleibt für immer ein Geheimnis
- man muß schwer arbeiten, um das Erbe seiner Eltern antreten zu können und sich dieses erst einmal verdienen
- sein Blick fällt auf eine Flasche, die mit einem Gift gefüllt ist durch deren Anblick wird sein Schmerz gelindert, beim Fassen derselben läßt sein Streben nach dem Wissen nach
- malt sich den Tod aus
- er nimmt eine Schale, füllt diese mit dem Gift und führt sie zum Mund
- Glockenklang ist zu hören, ein Engelschor singt
- Faust hört es und trinkt das Gift nicht
- der Chor der Weiber und der Engel singen von der Auferstehung Jesu und preisen diesen selig
- Faust ist seiner eigenen Meinung nach ungläubig, er strebt nicht nach solchen Zielen
- dieser Glaube, den er von seiner Jugend an kennt, holt ihn ins Leben zurück
- er verbindet Jugenderinnerungen mit dem Lied, das gesungen wird
- Chor der Jünger: Jesus ließ sie auf der Erde zurück Sie weinen über das Glück, das Jesus durch seine Auferstehung widerfährt
- Chor der Engel: Jesus ist den Tod entronnen So sollen auch wir an ein ewiges Leben glauben Jesus ist für alle da, die an ihn glauben

Vers 354 bis 363 Deshalb verschreibt sich Faust der weißen Magie

Vers 377 bis 385 Faust will Wissen mit Leib und Seele, also als ganzer Mensch erleben

Zw. Vers 429 und 430 Nicht Nostradamus, sondern Swedenborgs Anschauungen

Vers 437 bis 446 Nur ein Schauspiel/Abbild, nicht die Ganzheit der Natur erfahren

Vers 481/498/500/512 Erdgeist weist Faust in die Schranken, daß er kein "Obermensch" ist; Faust kann ihn nicht halten

Vers 514 bis 517 Faust verzweifelt

*** Wagner reißt Faust aus dieser Verzweiflung heraus

Vers 527 Wagner immitiert die großen Wissenschaftler

Vers 530 bis 533 distanzierter Wagner

Vers 588 bis 595 Faust pessimistisch (Wagner optimistisch), er stößt an die Grenzen in Wissen und Gesellschaft

Vor dem Tor

Vers 937ff Das Volk kann sich ausruhen, ist fröhlich und zufrieden

Faust fühlt sich als Beobachter, sympatisiert mit dem Volk, weiß aber, daß er nicht dazugehört.

Vers 941ff Wagner kann sich damit nicht identifizieren

Einfaches, natürliches Leben ist nichts für Wagner, er ist ein Bücherwurm und kritisiert die "einfache" Freude.

Faust ist beim Volk beliebt und wird auch bewundert.

Die Arznei, die von ihm und seinem Vater gebraut wurde hat nicht immer geholfen, was an der unvollkommenen Heilkunst lag.

Vers 1050/1053/1055 Faust steht der Herstellung von Arznei skeptisch gegenüber

Wagner verehrt Faust, vielleicht geht ein Abglanz auf ihn über.

Wagner kümmert sich nicht um die mögliche Fehlwirkung der gebrauten Medizin.

Vers 1064 Faust glaubt, daß er nicht in der Lage ist mit seinen bisherigen Mitteln Erkenntnis zu gelangen

=> Ausdruck seines Pessimismus

Die Natur erscheint Faust schön und beruhigend

Vers 1090 - 1095 Faust versucht eins mit der Natur zu werden sinnliche Identifikation mit der Natur

Vers 1104ff Wagner kann die Naturbegeisterung Faust nicht verstehen

Vers 1110ff In Fausts Brust befinden sich zwei Seelen:

1) will Sinnlichkeit erleben (=> Gretchen)

2) Geistiger "Höhenflug" (=> Gelehrtentragödie)

*** Faust ist offen für Mephistos Auftreten

Studierzimmer I

Vers 1335 Stellung Mephistos im Heilsplan Gottes => strebt Böses an, doch Gutes wird erreicht

Vers 1333 Lügner = Diabolo ;

Verderber = Satan ;

Fliegengott = Belzebub

Spannung erzeugend ist, daß Faust nicht gleich zustimmt

Vers 1414 Faust hakt ein, als er hört, daß ihm jemand weiterhelfen könnte

Mephisto kann zwar nicht mehr aus dem Zimmer (Schau?), ist jedoch durchaus in der Lage sich nicht von Faust festhalten zu lassen (schläfert Faust ein).

*** zeigt nochmals, daß Faust, ein Mensch, die Entgrenzung versucht, aber letztlich scheitern muß.

Studierzimmer II

Fausts Freuden liegen in diesem Leben und darauf beschränkt sich auch sein Streben

Vers 1583ff Faust verflucht alles, was er noch nicht erreicht hat die Flüche machen ihn Mephisto ähnlich

Faust ist rastlos / unruhig und dies treibt ihn voran / bestimmt sein Leben

Faust hat mit der Religion sehr wenig Kontakt

Vers 1646/1648 Mephisto bietet sich als Knecht, Geselle und Diener an

Vers 1675 - 1687 Faust verlangt unmögliche Dinge

Vers 1700 Die Wette ist beendet, wenn Faust kein Rastlosigkeit mehr empfindet; dann gehört er Mephisto

*** sobald Faust und Gretchen glücklich wären, wäre die Wette beendet

*** Die Beziehung muß scheitern

ab Vers 1750 Faust formuliert seine Forderungen

er möchte alle Gefühle der Menschheit erleben und damit sein Selbst erweitern

*** Reise in große und kleine Welt

Vers 2055 Faust fühlt sich zu alt

=> Zwei Vorschläge von Mephisto:

1) Verjüngung durch Arbeit => lehnt Faust ab

2) Verjüngungstrank der Hexe

Hexenküche

Vers 2609 erste Reaktion auf das Sehen von Gretchen

Vers 2678ff Faust gefällt Margarete sie wird neugierig auf ihn

Vers 2759 - 2782 Lied vom "König von Thule"

Die Geliebte des Königs lag im Sterben und gab dem König einen Trinkbecher Als nun auch der König sterben mußte, warf er den Becher in das Meer, damit ihn kein anderer bekommt Sowohl der König als auch die Geliebte sterben

=> Liebe und Tod liegen nah zusammen

=> Vorausdeutung für die Beziehung zwischen Faust und Margarete

Entdeckung des Schmucks Gretchen ist neugierig, überwältigt von der Pracht Sie zeigt den Schmuck ihrer Mutter Diese gibt ihm dem Pfarrer Darüber regt sich Mephisto auf Faust bleibt ruhig; Mephisto soll einfach neuen Schmuck besorgen

Ist an Fausts Sprache nach Einnahme des Verjüngungsmittels eine Veränderung zu erkennen (ab Vers 2619)?

Mit dem Auftritt Mephistos verändert sich Fausts Verhalten.

Er spricht wie jemand, der nur an sinnlichen Erfahrungen interessiert ist ("...mir die Dirne schaffen!" Vers 2618).

Ihm ist vermutlich klar geworden, daß er aufgrund der Unterstützung Mephistos einen Wunsch nur äußern muß, und dieser dann erfüllt wird, ohne daß er sich selbst darum bemühen muß.

Abend (2678 - 2804)

- Gretchen ordnet ihr Haar, da sie ihre Nachbarin besuchen will, und verrät in einem Monolog, daß die Begegnung mit Faust sie beeindruckt hat.
- Als sie das Zimmer verlassen hat, erscheinen Faust und Mephisto.
- Faust ist durch Gretchens Welt beglückt, und er drückt dies in religiösen Vokabeln aus, um damit die Geliebt zu erhöhen.
- So spricht er von Gretchens "Heiligtum" (2688), beschreibt sie als "göttergleich" (2707). Er zeichnet sich ein Bild von einem idealen Familienleben, wie es gar nicht sein kann (2697 - 2706).
- Seine Ausdrücke "Liebespein" (2689), "schmachtend" (2690) oder "Wonnegraus" (2709) zeugen von seiner sinnlichen Begierde.

Garten (3073 - 3204)

- Das Rendezvous ist von Mephisto arrangiert
- Beide Paare treten im Wechsel auf
- Faust versteht Gretchens Lebensumstände nicht Sie macht die gesellschaftlich unterschiedliche Stellung von Faust und sich deutlich
- Marthe sieht in Mephisto einen geeigneten Ehemann, wobei er dies umgeht, indem er so tut als würde er sie nicht verstehen (3161)
- Faust versucht den Standesunterschied aus der Welt zu schaffen, indem er die Demut, Einfalt und Niedrigkeit als Tugenden lobt (3102ff)
- das Lob ihrer Einfalt und Demut kann Gretchen gar nicht verstehen, da sie sich deren gar nicht bewußt ist
- Gretchen erzählt von ihrer Familie, ihrer Arbeit und ihren Pflichten (3109 - 3148), um Faust zu zeigen, wer sie ist und was sie kann
- Vers 3117/18 Gretchen will Faust zu verstehen geben, daß sie eine Mitgift besitzt und heiratsfähig ist
- Vers 3121 Sie weist darauf hin, daß sie die Hausfrauen- und Mutterrolle übernehmen kann
- Höhepunkt der Szene ist der Gesprächsabschnitt, der die Liebeserklärung beinhaltet (3163 - 3194)
- Gretchen will Faust deutlich machen, daß sie nichts getan habe, was die Frechheit Fausts bei der ersten Begegnung gerechtfertigt hätte; doch Faust versteht den Tadel nicht
- Gretchens Entscheidung gegen die geltenden Normen zeigt sich im Blumenorakel, welches auf das Ende der Tragödie hinweist

Zunächst bedeutet es den Verlust ihrer Jungfräulichkeit, und weiterhin symbolisiert die Zerstörung der Magerite (Sternblume), die Zerstörung

Gretchens Seins

- Gretchen ist die, die zuerst ihre Liebe gesteht, wobei Faust nur antwortet :Ja, er liebt Dich.
- Vers 3190ff In Bezug auf die Wette darf sich Faust nicht Gretchen hingeben, da dies das Ende der Wette wäre, und er somit verloren

Wald und Höhle (3217 - 3373)

In Fausts Leben gibt es den Bereich des Strebens nach absoluter Erkenntnis und Wahrheit, in den er Gretchen nicht einbeziehen will.

Faust sitzt hier in einer Höhle und richtet ein Dankgebet an den Erdgeist, der ihn abgewiesen hatte, als Faust ihn durch Magie zwingen wollte, ihm jetzt aber das Gefühl des Einklangs mit der Natur schenkt.

Fausts Gefühle schlagen jedoch schnell in Depression um; er denkt an Mephisto, der ihn ihm die Sehnsucht nach Sinnlichkeit erweckt und damit die Harmonie zwischen Faust und der Natur zerstört.

Mephisto erschient nun in der Höhle, um einen Dialog mit Faust zu führen.

Mephisto versucht eine Strategie, mit der er zuerst Fausts Glücksgefühle in der Natur stören und dann das "wilde Feuer" schüren will, das Faust in Richtung der Erfüllung seiner Lust treibt.

Mephisto regt sich über die Doppelmoral der Menschen auf, die darin besteht, daß man nicht über Sexualität reden darf, obwohl sie niemand missen will.

So zeigt sich, daß Mephisto nur die Triebhaftigkeit der Menschen, und nicht ihr Streben nach höheren Zielen, erfassen kann.

Mephisto berichtet Faust dann von Gretchen und will damit seine Begierde anstacheln.

Der Gegensatz zwischen der Betrachtung der Natur, die Fausts höheres Streben verdeutlicht, und Mephistos Drängen, macht die folgenden Äußerungen Fausts möglich, die Bedenken und Gewissensbisse zeigen.

Vers 3347 Faust erkennt, daß er Gretchen nur Unglück bringen wird und ihre heile Welt zerstören wird.

Faust glaubt, daß alles, was jetzt noch folgen wird Schicksal ist und nicht in seiner Hand liegt. Faust ist sich der Zerstörung Gretchens durchaus bewußt, wenn er nicht auf die Erfüllung deiner Begierde verzichtet.

Mephisto kann die Gedanken Fausts nicht verstehen, da er ja nur die triebhafte Ebene des menschlichen Seins erfassen kann.

Inhalt des Gedichts in der Szene Gretchens Stube (3374 - 3413)

Diese Szene zeigt Gretchens Gemütszustand, während Faust sich in der Natur aufhält. Gretchen ist voll von ihren Gefühlen für Faust erfüllt.

Während diesem Selbstgespräch spinnt Gretchen am Spinnrad.

Die immer wiederkehrende Strophe, in der sie vom Verlust ihrer inneren Ruhe spricht, teilt das Gedicht in drei Teile.

Die zweite und dritte Strophe, sagen aus, daß es für sie keine Freude gibt, solange der Geliebte (Faust) nicht bei ihr ist.

In Strophe fünf bis sieben ruft sie sich sein Aussehen in ihr Gedächtnis zurück.

In den letzten beiden Strophen spricht sie von ihrer Sehnsucht nach der Vereinigung mit Faust.

Marthens Garten (3414 - 3543)

Das Gespräch beginnt mit Gretchens Frage nach Fausts Religion. Faust hat eine sehr moderne Einstellung zum Thema Religion. Er hält sie für eine Sache der Gefühle.

Außerdem ist er der Ansicht, man müsse die Religion der anderen achten, auch wenn man selbst keine haben sollte.

Margarete begnügt sich jedoch nicht damit, für sie gehören sowohl die Sakramente als auch der Glauben zur Religion (3421/3423).

Faust antwortet auf die erneuten Fragen nach seinem Gottesglauben mit einer Art Gedicht, was Gretchen verwirrt.

In seiner Rede gibt Faust eine Diskussion über die "Namen Gottes" wider.

Doch bei Faust verliert sich der Gottesgedanke zu einem Gefühl, in das er auch die Beziehung zu Gretchen als Beweis für Gott mit einbezieht.

Als Gretchen bemerkt, daß fast jeder Pfarrer ebenso redet, erwidert er, daß jeder in seiner eigenen Sprache redet (3464).

Gretchen beschließt dieses Thema mit der Feststellung "Du hast kein Christentum." (3468) Margarete geht nun zum Thema Mephisto über, wobei Faust recht schweigsam erscheint. Margarete sieht in Mephisto zwar einen Menschen, doch erkennt sie die Gefahr, die von ihm ausgeht (3488).

Ihr wäre es am liebsten, wenn Faust ihre Abneigung gegenüber Mephisto teilen würde.

Margarete möchte sich verabschieden, da lenkt Faust das Thema auf eine mögliche gemeinsame Nacht, die sie durch ein Schlafmittel, welches er Gretchen für deren Mutter gibt, verleben könnten.

Zwinger (3587 - 3619)

Gretchen hat von ihren Mitmenschen keine Hilfe zu erwarten und wendet sich darum im Gebet an die Mutter Gottes.

Das Gebet gliedert sich in vier Teile:

Zunächst die Anrede und die allgemeine Bitte (3587 - 3589), die Mutter Gottes möge ihr Gehör schenken.

Danach betrachtet Gretchen die Schmerzen Mariens (3590 - 3595), die Gott um Hilfe bat. Weiter schildert Gretchen ihr die eigene Not (3596 - 3615); sie kann nicht ohne Faust leben und bittet Maria um Hilfe.

Am Ende fleht sie Maria an, sie von der Schmach und dem Tod zu erretten, da sie ein uneheliches Kind erwartet (3616 -3619).

Hierbei stellt sich die Frage, warum sie nicht zu Faust geht, ihm von dem Kind berichtet und ihn bittet sie nicht der gesellschaftlichen Diskriminierung auszusetzen.

Sie macht diesen Schritt nicht, da sie ihn nicht zu irgend etwas zwingen will, was nicht seinen Vorstellungen entsprechen und ihn zu etwas zwingen würde.

Details

Seiten
13
Jahr
1999
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v95502
Note
Schlagworte
Goethe Johann Wolfgang Faust Deutschunterricht Thema Faust

Autor

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Titel: Goethe, Johann Wolfgang von - Faust