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Remote Interpreting in Organisationen in der Corona-Zeit. Ist Distanz die neue Berufszukunft?

Hausarbeit 2020 29 Seiten

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was zeichnet Dolmetschen vom Übersetzen aus?

3 Remote Interpreting

4 Methodologie

5 Interview-Auswertungen
5.1 Fachexperte?
5.2 Community Interpreting
5.3 Einfluss der Corona-Maßnahmen auf die Dolmetschvorgänge
5.4 Distanz beim Dolmetschen

6 Methodologie-Auswertung und Selbstreflexion

7 Schluss

Anhang: Interview

Bibliographie

1 Einleitung

Noch vor einigen Jahrhunderten entwickelte sich unsere Welt sehr langsam. Man konnte einige Hundert Jahren leben, ohne irgendwelche Veränderungen erlebt zu haben. Heute in der Zeit der Technologienfortschritten und Digitalisierung sieht alles ganz anders a us. Diese Ära wird außerdem Informationszeitalter genannt (vgl. Anderl: 2020). Allein wenn man an die 2000-er denkt und die damalige Zeit mit der heutigen vergleicht, so wird man feststellen, dass die Zeit damals im Vergleich zu heute sehr langsam voranging. Heutzutage geht die Zeit sehr schnell vorbei.

Genauso schnell wie unsere Zeit vergeht, entwickeln sich auch unterschiedliche Technologien. Dies hat zur Folge, dass viele Berufsbilder verändert werden, wenn überhaupt nicht abgeschafft. Dazu gehö rt beispielsweise der Drahtzieher-Beruf, der einem anderem Beruf zugeordnet wurde oder der Kaffeeriecher-Beruf, der heutzutage nicht mehr existiert (vgl. Von Wedemeyer: 2020) u. a. Seitdem man an der künstlichen Intelligenz (KI) arbeitet und deren Erfolge zu sehen bekommt, entsteht bei den Translatoren1 die Sorge, ob die KI die Übersetzer und Dolmetscher irgendwann ersetzt (vgl. Menschlicher Übersetzer gegen Künstliche Intelligenz - die Konfrontation des Jahrhunderts: 2018). Eines dieser Erfolge sind beispielsweise gute Übersetzungen durch das Übersetzungstool DeepL.

Auch Dolmetschen entwickelte sich im Laufe der Jahre zusammen mit der Technologie, so Gabriel Cabrera Méndez (2016) (vgl. Cabrera Mendez 2016:21). Remote Interpreting (RI, Remote­Dolmetschen) kann daher als eine Form des Berufswandels angesehen werden, weil im RI Digitalisierung im Vordergrund tritt. Auch wenn an dieser Stelle die Maschinen die echten Translators (noch) nicht ersetzen, ist es als erster Schritt auf dem Weg zur Abschaffung der zwischenmenschlichen Beziehungen anzusehen, die im Berufsbild Dolmetschen nicht die letzte Rolle spielen. Mehr zum Thema das konventionelle Berufsbild eines Dolmetschers kann man aus dem Kapitel 2 entnehmen. Im darauffolgenden Kapitel wird auf die Besonderheiten des RI eingegangen.

Da ich seit Jahren für Konferenzdolmetschen schwärme und danach strebe, Konferenzdolmetscherin zu werden, wurde ich in der Corona-Zeit sehr verunsichert, ob dieser Berufsweg der richtige in meinem Leben ist. Dieser Zweifel beruht sich auf der Realität der Corona -Maßnahmen und der heutigen Veränderungen des Berufsbildes Dolmetschen. Egal ob Maskenpflicht, Abstandsregeln oder RI macht jeder dieser Punkte den Dolmetscherberuf für mich sehr unattraktiv. Auf diese Art und Weise wurde mein Interesse geweckt, auf diesem Themengebiet zu forschen und Ergebnisse zu sammeln, wie der heutige Dolmetscheralltag aussieht. Diese Arbeit bezieht sich allerdings nicht auf Konferenzdolmetschen, sondern an Dolmetschen als eine Ganzheit mit dem Fokus auf Community Interpreting (CI, Kommunaldolmetschen). Auch wenn sich beide Konferenzdolmetschen und CI an manchen Stellen unterscheiden, steht jede dieser beiden Dolmetschformen im Grunde genommen für „mündliche Übertragung eines gesprochenen oder laut vorgelesenen Textes“, so Margareta Bowen (2006) (Bowen 2006:43). Erich Feldweg (1996) stellt den Dolmetscher als ein wichtiges Bindeglied zwischen Kommunikationsparteien: „Es ist Aufgabe des Dolmetschers, Verständigung zu vermitteln, das heißt, Menschen, die einander ohne seine Hilfe nicht verstehen würden, in die Lage zu versetzen, einander zu verstehen“ (Feldweg 1996:476). Darüber hinaus gibt auch Franz Pöchhacker (2007) Definition für den Begriff Dolmetschen: „Dolmetschen bedeutet [...] im Kern ,verständlich machen‘, genauer gesagt, etwas oder jemanden für jemanden verständlich machen“ (Pöchhacker 2007:5). Dabei ist es außer Acht, um welche Form des Dolmetschens es geht. Denn das Ziel bleibt immer dasselbe, und zwar, die Kommunikation zwischen mehreren Parteien zu ermöglichen.

Außerdem ist das Thema Dolmetschen in der Corona-Zeit sehr aktuell, weil zu dem Zeitpunkt der Anfertigung dieser Hausarbeit in der Welt immer noch die Corona-Pandemie2 herrscht. Darüber hinaus gibt es eine sehr große Forschungslücke in Bezug auf Dolmetschen in der Corona-Zeit. Zwar wird es in den Medien darüber berichtet, welche Gesellschaftssichten und bestimmte Wirtschaftszweige unter der Corona-Krise leiden, trotzdem wird kaum Stellung zu den Dolmetschern in der Corona-Zeit genommen (vgl. Coronavirus: Wer unter der Krise richtig leidet: 2020). Erst Mitte Sommer 2020 kam ich auf einen Artikel zu RSI (Remote Simultaneous Interpreting) und RSI- Plattformen verfasst von Sonja Willner (2020) aus der zu dieser Zeit aktuellen Ausgabe der MDÜ- Zeitschrift (vgl. Willner et al. 2020:40ff). Daran ist zu sehen, dass die Erfahrungen der Dolmetscher in der Corona-Krise erst nach und nach gesammelt, ausgewertet und veröffentlicht werden, auch wenn diese zuerst in den Fachzeitschriften erscheinen.

Wenn man auf dieses Thema aus breiteren Blickwinkel betrachtet, so wurde das Thema des Berufswandels und der Digitalisierung in Karsten Berr et al. (2019) behandelt. Darüber hinaus wurde Distanzdolmetschen in Caroline Blumenthal (2016) entfaltet, indem sie auf das Nonverbale beim Dolmetschen im psychotherapeutischen Setting eingeht sowie in der Masterarbeit von Maria Shadrina (2015) zu den Auswirkungen der Distanz auf die Neutralität des Dolmetschers. Auch die Publikationen zu RI könnte man an dieser Stelle aufzählen, allerdings handelt es beim Thema Dolmetschen in der Corona-Zeit um das Distanzdolmetschen, welches aus der Not entstanden wurde. Nach einer langen Recherche haben sich keine Publikationen in Bezug auf dieses bestimmte Thema ergeben, geschweige von Publikationen, die sich explizit auf das Dolmetschen in der Corona-Zeit beziehen. Der Grund dafür ist, dass dieses Ereignis sehr neu ist und kaum erforscht. Daher gibt es heutzutage die Forschungslücke bezogen auf Dolmetschen in der Corona-Zeit oder Distanzdolmetschen gedrungen aus der Not.

Es wäre vorstellbar, dass heutzutage sehr viele Dolmetscher gibt, die an ihrer Berufstätigkeit wie ich aktuell verzweifelt und verunsichert sind. Bei der Anfertigung dieser Arbeit hat es sich durch den Austausch mit den aktuellen Kommilitonen sowie mit den ehemaligen Kommilitonen der Austausch­Programmen herausgestellt, dass ich nicht die einzige Studentin bin, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchte. Es ist zu betonen, dass dieses Thema nicht nur die deutschen Studierende des Faches Dolmetschen, sondern auch die Studierende an den ausländischen Hochschulen berührt. Das deutet darauf hin, dass bei Studenten im Bereich Dolmetschen die Sorge besteht, wohin die aktuelle Technologie-, Weltordnungsentwicklung sowie die aktuelle Krise und die daraus resultierten Folgen Dolmetscher hinbringen könnten.

Um diese Forschungslücke zu decken und Antworten auf zahlreiche Fragen rund um das Dolmetschen in der Corona-Krise zu finden, habe ich mich dazu entschlossen, ein Interview zu diesem Thema mit einem Mitarbeiter der Organisation fördern und wohnen3 und BAMF zu führen, der dort als Dolmetscher tätig ist. Die Transkription des Interviews ist im Anhang zu finden. Dies sollte einen Überblick darüber verschaffen, wie die aktuelle Corona -Lage im Beruf eines Dolmetschers aussieht, wie der übliche Alltag eines Dolmetschers durch Corona -Maßnahmen verändert wurde und wie dies von den Dolmetschern empfunden wird. Im Kapitel 5 werden die Ergebnisse des Interviews unter die Lupe genommen. Dabei sollte herausgefunden werden, ob Remote Interpreting und Distanz beim Dolmetschen unsere neue bevorstehende Zukunft sind.

2 Was zeichnet Dolmetschen vom Übersetzen aus?

Bereits vor dem Studienanfang wissen die meisten Studienbewerber, ob sie später Dolmetscher oder Übersetzer werden wollen. Um ihre Wahl auf eine der beiden Formen von Translation zu begrenzen verhilft ihnen sowohl die eigene Vorliebe zu einer bestimmten Translationsart als auch die Kenntnis über die eigenen Schwächen, Stärken und Persönlichkeitseigenschaften. Diese Eigenschaften bewegen sie dazu, sich in einer bestimmten Richtung zu entwickeln. Spätestens im Studium selbst wird das Streben nach einem bestimmten Berufsweg durch Ausprobieren, Tasten und Erwerb der umfangreichen Kenntnisse im Bereich Translation deutlicher und bestimmt.

Mascha Dabic (2017) zeigt, was Dolmetschen vom Übersetzen im Hinblick auf persönliche Charakterzüge und eigene Präferenzen auszeichnet. Diejenigen, die sich den Beruf des Dolmetschers aneignen möchten, fühlen sich wohl, vor einem Publikum aufzutreten. Dies wirkt auf sie außerdem anregend (vgl. Dabic 2017:211f). Daran ist zu erkennen, dass bei den Dolmetschern der soziale Bezug sehr ausgeprägt ist und für sie von einer hohen Bedeutung ist. Außerdem wird bei den Dolmetsch­Studierenden den Wert auf den „Teil eines im Hier und Jetzt ablaufenden kommunikativen Prozessen [gelegt]. Die ständige Abwechslung, die intensive Präsenz und das Fehlen von Routine w ird als positiv erlebt“ (Dabic 2017:212). Daraus lässt sich schließen, dass der soziale Aspekt, das körperliche Dasein und die Vielseitigkeit dieser Tätigkeit sowie die abwechselnden Arbeitsabläufe entscheidend bei der Auswahl dieses Berufes ist.

Laut Duden ist Routine eine „[technisch perfekte] Ausführung einer Tätigkeit, die zur Gewohnheit geworden ist und jedes Engagement vermissen lässt“ (Duden: o. J.). Auch wenn man sich beim Dolmetschen bestimmte Techniken genauso wie beim Übersetzen aneignen muss und dadurch in einer bestimmten Art und Weise in die Routine beim Einsatz dieser Techniken verfällt, bringen sie nach wie vor jedes Mal neue Herausforderungen mit sich. Trotzdem haben freiberufliche Dolmetscher die Möglichkeit, die abwechselnden Arbeitsabläufe zu genießen. Sie resultieren aus der Vielfalt an den Dolmetsch-Aufträgen, ihren Teilnehmer, die die Gesprächssituation beeinflussen, unterschiedlichen Orten für die Dolmetsch-Einsätze usw. Beispielsweise kann durch immer wieder abwechselnde Arbeitsorte der Tag eines Dolmetschers immer wieder neu aussehen. Auf diese Art und Weise kann man heute in Frankfurt und morgen in Wien oder Brüssel dolmetschen. Dabei hat Flexibilität eines Dolmetschers eine besondere Stellung und heißt in diesem Beruf willkommen.

Nichtsdestotrotz wird es auf eine gewisse Routine im Bereich Community Interpreting hingewiesen, die im Vergleich zum Konferenzdolmetschen weniger strickt organisiert zu sein scheint (vgl. Dabic 2017:220). Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Austausch zwischen zwei oder mehr Parteien mithilfe eines Dolmetschers im Rahmen des CI nur nach einem sehr abstrakten Plan verlaufen kann bzw. wird. Denn man kann nicht vorhersagen, wie das Gespräch ablaufen wird und was es mit sich bringen wird bzw. womit der Dolmetscher konfrontiert wird. Darüber hinaus wird betont, dass die Dolmetschertätigkeit im Bereich Asyl mit besonderen Herausforderungen für den Dolmetscher verknüpft ist. Das kann sowohl die ökonomischen als auch die psy chischen Konsequenzen beim Dolmetscher haben (vgl. Dabic 2017:220). Die Dolmetschertätigkeiten im Bereich Asyl werden explizit erwähnt, weil sie für diese Arbeit relevant sind. Der interviewte Fachexperte arbeitet nämlich sehr viel mit den Asylbewerbern (sieh. Anhang).

In Bezug auf den freiberuflichen Übersetzer kann auch er genauso wie der freiberufliche Dolmetscher immer wieder an den neuen unterschiedlichen Aufträgen arbeiten. Sein Vorteil liegt darin, dass er seinen Aufenthaltsort dabei selbst bestimmen darf, weil er an keinen Arbeitgeber im Sinne der Anstellung verknüpft ist und seine Arbeit somit auch digital erledigen kann. Das ist auch eine Art Flexibilität, die sich allerdings anders entfalten lässt als bei einem Dolmetscher. Die Ausnahme im Bereich Dolmetschen könnte an dieser Stelle Remote Interpreting darstellen (mehr dazu im nächsten Kapitel). Auf diese Art und Weise kann der Übersetzer entweder die Routine genießen und auf Dauer beispielsweise von Zuhause aus arbeiten oder seine Flexibilität ausnutzen, indem er seine Aufenthaltsorte beliebig wechselt.

Unabhängig davon, aus welchen Gründen man sich für einen oder den anderen Berufsweg entscheidet, lässt es sich schließen, dass beide Dolmetschen und Übersetzen in ihrem Kern sehr unterschiedliche Arbeitsabläufe haben. Man sollte bestimmte Kriterien erfüllen, um dem einen oder dem anderen Berufsbild zu entsprechen und selbst mit seiner Tätigkeit glücklich zu se in. Dabei werden beide Berufswege ebenfalls durch besondere Merkmale gekennzeichnet, welche dafür entscheidend sind, ob man in Richtung Dolmetschen oder Übersetzen geht.

3 Remote Interpreting

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, hat sich unsere Welt bis heute sehr weit nach vorne entwickelt. Ma. Jesus Gonzalez Rodriguez (2016) zufolge leben wir heutzutage in einer globalisierten Welt. Dank den neuen Technologien sowie den neuen Geräten wie Laptops, Smartphones u. a. ist es heutzutage möglich, mit den Menschen am anderen Ende der Welt zu kommunizieren (vgl. Gonzalez Rodriguez 2016:75). Auf diese Art und Weise erschien auch die Bühne zur Entwicklung von Remote Interpreting. Claudio Fantinuoli (2018) beschreibt RI wie folgend:

Remote interpreting is a broad concept which is commonly used to refer to forms of interp reter-mediated communication delivered by means of information and communication technology. It is not a monolithic notion, but it can rather be used to designate different settings and modalities, for example when all event participants are gathered at one place while the interpreters are located at a different venue, or when the interpreter and one of the interlocutors are both present at the same place. As far as technology is concerned, RI can be carried out by means of different solutions, from simple telephone to advanced videoconference equipment. (Fantinuoli 2018:4)

Auch der Masterarbeit von Maria Shadrina (2015) ist zu entnehmen, dass unter RI Telefon- und Videodolmetschen zu verstehen sind (vgl. Shadrina 2015:9). Laut Elvira Iannone (2020) können verschiedene Dolmetscharten nach unterschiedlichen Kriterien kategorisiert werden. Zu diesen Kriterien gehören Dolmetschmodus, Technikausrüstung, Einsatzort sowie Direktionalität der Kommunikationssituation u. a. Zu der für diese Arbeit relevanten Kategorie gehört die Technikausrüstung. Neben Video- und Telefondolmetschen fällt au ch Kabinendolmetschen in diese Kategorie (vgl. Iannone 2020:32). Diese drei Arten des Dolmetschens unterscheiden sich je nach den verwendeten technischen Mitteln, die bereits aus den Namen der Dolmetschformen zu erschließen sind.

Unter dem Kabinendolmetschen ist Simultandolmetschen zu verstehen, welches einer der beiden Dolmetschmodi darstellt. Der Tätigkeit eines Simultandolmetschers könnte auch mithilfe von anderer bzw. weiterer technischer Ausrüstung in Form des RI nachgegangen werden. Für diese Art des Dolmetschens gibt es eine besondere Bezeichnung: RSI (Remote Simultaneos Interpreting) (vgl. Willner et al. 2020:40ff).Da RSI eine ganz besondere Form des Dolmetschens darstellt und ganz andere Besonderheiten und Schwierigkeiten als das konventionelle Video- und Telefondolmetschen haben kann, wird in dieser Arbeit keine explizite Stellung auf RSI genommen. Darüber hinaus wird Remote Interpreting wie bereits erwähnt anhand von Community Interpreting betrachtet.

Laut Sabine Braun (2004) handelt es sich bei Videodolmetschen und eine Videokonferenz mit der Video- sowie Audioübertragung, die sowohl Visuelle- als auch Audiokommunikation ermöglichen (vgl. Braun 2004:8). Telefondolmetschen erschließt dagegen nur Audiokommunikation, ohne die Kommunikationspartner sehen zu können. Video- und Telefondolmetschen verbindet die Tatsache, dass diese beide Dolmetscharten die Kommunikation zwischen mindestens zwei Kommunikationspartnern, die keine gemeinsame Sprache sprechen und räumlich getrennt sind, ermöglichen. Die Kommunikation findet dank eines Dolmetschers statt (vgl. Braun 2004:8; Cabrera Méndez 2016:21; Cheng 2015:2).

Telefondolmetschen erschien im Jahr 1973 in Australien (vgl. Cabrera Méndez 2016:21). Laut Maria Del Mar Rivas Carmona (2016) wurde auf dem Themengebiet Telefondolmetschen sehr wenig geforscht. Außerdem ist es heutzutage eine der beliebtesten Dolmetscharten (vgl. Rivas Carmona 2016:107ff). Diese Tatsache lässt sich anhand von zahlreichen Flyern bzw. Ausschreibung en zur Suche nach den Telefondolmetschern oder mit den Leistungsangeboten eines Telefondolmetschers bestätigen. Darunter ist der Flyer des Justizministeriums Thüringen. Daraus ist zu entnehmen, dass die Leistungen der Audio- und Videodolmetscher im Mai 2019 im Rahmen des Landesprogramms Dolmetschen vielen unterschiedlichen Einrichtungen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden (vgl. Landesprogramm Dolmetschen: Video- und Audiodolmetschen in Thüringen: 2019). Fast ein Jahr später im März 2020 kam vom Justizministerium Thüringen noch ein weiterer Flyer in Bezug auf dieselbe Thematik, dessen Inhalte online leider nicht abrufbar sind.

[...]


1 Soweit personenbezogene Bezeichnungen im Maskulinum stehen, wird diese Form verallgemeinernd aufgrund der besseren Lesbarkeit verwendet und bezieht sich auf beide Geschlechter.

2 Weltweiter Ausbruch von Coronavirus, welches zum Lockdown in zahlreichen Län dern, unter anderem in Deutschland als Folge hatte. Der erste Fall wurde im Dezember 2019 in China, Provinz Hubei registriert (vgl. Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS -CoV-2: 2020; Wie ein neuer Lockdown verhindert werden kann: 2020).

3 fördern und wohnen gibt wohnungslosen Menschen ein Dach über dem Kopf und hilft ihnen, wieder Fuß zu fassen (fördern & wohnen: 2020).

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