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Allgemeine Psychologie II - Kleiter

Skript 1993 7 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Biologische Grundlagen 1

Denkpsychologie

Denken= die komplexeste Form der Symbolverarbeitung, zielgerichteter Weiterverarbeitungsprozess.

Problemlösen (=problem solving)

Deduktives Denken (deductive reasoning): Analogien,Schlußfolgerng

Induktives D.(ind. reasoning)

sprachnahe Codes: Denken= Infoermationsverarbeitung mit sprachnahen Symbolen, arbeitet mit symbolhaften Repräsentationen.

Ist denken inhaltsgebunden (domaine specific)? Mit beliebigen Symbolen - auswechselbar? - Emotions- und Meinungsgebunden!

coverstory = einkleidende Geschichte; haben Einfluß auf Leichtigkeit der Lösung der Probleme. (isomorphe Probleme= abstrakte Struktur des P. ist dieselbe - coverstory ist anders.) Denken ist nicht so abstrakt und inhaltsfrei wie oft vermutet. -Grund für grobe Denkfehler; Rationalitätsproblem.(unser Denken ist nicht so rational wie lange angenommen. -Griechen: die R. wird durch Gefühle und Triebe gestört. -heute: unser Denken an sich birgt Fehler.(systematische Fehler in der Logik)

Wie rational ist unser Denken ?

Probleme: von heute und von früher haben sich inhaltlich nicht stark geändert, nur die Struktur ist anders:

- Ausmaß der Schädigungen ist größer
- schockartige irreversible Ereignisse erschweren das (langsame) Lernen. (schnelle technische Entwickl ungen)
- Mensch ist an vorausschauendes Denken (Langzeitfolgen) schlecht ausgestattet.
- Die Globalität der Probleme ist schwer zu begreifen -

Begrenztheit des Systems(Denken in Algorithmen, Unterschiedsschwellen, rekursives Denken )

(r.D.= alles muß zerstört und wieder aufgebaut werden)

- Komplexität (übersteigt unsere kognitiven Möglichkeiten)
- Globalität (Schwer zu begreifen)
- extreme Alternativen

Schere: (Club of Rome) wir erzeugen uns viele Probleme selbst, die aber für uns zu kompliziert (komplex) sind.

Die Psychologie kann zum Verstehen beitragen und beim Strukturieren und Darstellen von Problemen helfen. (Aufbereitung von Medien)

Was ist ein Problem ?

besteht aus 3 Komponenten: Anfangszustand

Satz von Transformationsregeln(welche Reihenfolge der Formeln)

Endzustand (Lösung)

( hat Barriere: Wissen, IQ...)

meistens: 2 Komponenten bekannt, welche fehlt, beeinflußt die Art des Problems.

(Kompositionsproblem/ Kreationsproblem/ Tramsformationsproblem)

Wohl definierte vs. schlecht definierte Probleme:

a) wohldefinierte P.: zB. mathematische Probleme (definierter Lösungsweg, 2 Komponenten definiert)
b) schlechtdefinierte P.: zB. Zukunftsperspektiven von

Körperbehinderten. (versch. Herangehensweisen)

Problemlösen= Absuchen eines Problemraumes. (Simon / Newell)

Objektiver Problemraum: die Menge der Zustände, in denen sich ein Problem befinden kann (Menge aller Problemzustände und - übergänge)

WICHTIG= Zustände im Problemraum bewerten!

Heuristische Problemlösung: ( Mitte 60- er Jahre) Problem wird in Teilziele zerlegt, Differenzen zwischen Zustandsbeschreibungen werden durch Operator (= Handlung durch die ein Ziel erreicht wird) minimiert bis Op. auf jeweiligen Zustand anwendbar; wiederholt bis zur Zielfindung. Wir denken im Alltag nicht heuristisch! (viel zu systematisch und deduktiv!)

Algorithmen= Verfahren, die garantiert zu einer Lösung führen.

Heuristiken= Faustregel, die häufig, aber nicht immer zu einer Lösung des Problemes führt.

Denkforschung: mehrere Möglichkeiten: a) Introspektion: Erklärung des eigenen Denkens ( mit Interpretation! ) -Objektivität !

b) Laut denken: aussprechen des Gedachten (ohne Interpretation)

-systematischer; aber zensiert.

c) process training: Beobachtung (wohin schaut Vp. -Augenbewegung)

AI: nicht nach dem Muster der menschlichen Intelligenz! (man muß Fehler der menschlichen Denkstruktur ausschalten)

de Groot:(1938) Schachpositionen werden Spielern und Nicht- Spielern vorgestellt. "Chunks"= Muster von versch. Ausschnitten. -der löst ein P. besser, der einen reichen Erfahrungsschatz (an Chunks) hat. (auch bei Sportlern.)

Newell: Problemlösen hat sehr viel mit Suchen zu tun. ( a) Suchen im subjektiven Problemraum zB. Rechnen nach Regeln b) Suchen im Gedächtnis nach "chunks" zB. auswendig gelerntes 1x1 )

Problemlösungsmethoden:

1- Unterschiedsreduktion: Der Mensch läßt sich gerne von Ähnlichkeiten mit dem Zielzustand leiten.

2- backtracking: (=rückverfolgen): beim "anstehen" an P.- zurück bis zur letzten richtigen Abzweigung - neuer Pfad.

(Krypt - Arithmetik: Donald + Gerald = Robert (723970))

3- Simon: Mittel - Zweck - Analyse: (means-end-analysis)

Anfangszustand (Beschr. A)---------- Zielzustand (Beschr. Z)

-> suche eine Operation, die diese Distanz vermindert.

GPS = General Problem Solving ( Simon & Newell)

4-Rückwärtssuche: Vom Ziel ausgehend wird rückwärts eine Lösung gesucht. (zB. bei mathematischen Beweisen.)

5- durch Analogien: Lösung mit Hilfe der bereits bekannten Lösungsstruktur eines anderen Problems.

Alternative dazu: Blackboard = Notizblock in unserem Kopf, auf den wir mögliche Lösungsvorschläge schreiben. (aber: unser Denken ist viel unsystematischer und sprunghafter.)

Produktionssysteme:(Formalisierung des der Problemlösung zugrundeliegenden Wissens. - theoretisches Konzept.)

solche Produktionssysteme bestehen aus einer Reihe von Produktionen, die Regeln für die Lösung eines P. gleichkommen.

So eine Produktion ist in eine Bedingung und eine Handlung gegliedert. Die Bedingung enthält die Aussage über das Ziel, und bestimmte Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit die regel für das Ziel angewandt und die Handlung ausgeführt werden kann.

Modell:Regeln

production memory Regel: production

Arbeitsgedächtnis wenn - dann

mehrere Regeln: Prioritäten - conflict resolution zB. refraction ( 2x das gleiche hintereinander) - spezifische Daten (Vorrang für..) - junge Daten.

Komplexes Problemlösen: zB. führen einer Stadt (Bürgerm. - Dörner; Problemlösen in der Sahelzone...

Funke: dynamische Probleme - hat Einfluß auf die Mögl. von morgen

Welche Faktoren erschweren die Lösungsfindung ?

- korrekte Repräsentation: die Aufmerksamkeit ist auf einen anderen Punkt der Problemlösung gerichtet.
- Funktionale Gebundenheit: wie groß ist die Fähigkeit der Vp., Objekte in der gewohnten Umwelt neu zu repräsentieren? (Zange = Pendel)
- Einstellungseffekte: das Vorziehen von bestimmten Operatoren gegenüber anderen.
- Inkubationseffekte: das "versteifen" auf einen bestimmten Denkansatz.

Grafische Darstellungsweise:

"flache Problemlösungen"

sind schlecht

Grundbegriffe: -Was ist ein Problem? / -Problemraum / -Strategien

Forschungsmethoden: - lautes denken / -Blickreg. / -Fehleranalyse

Modelle: -GPS / -Microprozesse / -production systems /

-Blackboard / -2 Suchwege (Gedächtnis/ Problemraum)

Satzverifikationsaufgabe: (2 Karten) Ist folgender Satz wahr?

"Caro ist links von Herz." (bejahend)

Möglichkeiten: 1.Satz wahr/ falsch 2.Satz affirmativ/negativ

Bei Aussage:"wahr/affirmativ" RZ schneller als bei"neg/falsch"

( => WA Chiasma opticum: Kreuzung der nasalen Bahnen der beiden Hemiretina (nasal L und temporal R ->linke Hemisphäre)

- visuelle Halbfeldtechnik: Methode der Untersuchung der Verarbeitungsweise der visuellen Information.(Info wird kurz für eine Augenseite dargeboten, Weiterleitung erfolgt nur über eine Gehirnhälfte - wird über Kommisurenbahnen in andere weitergel.

-> tractus opticus (Nerv von der CO zum CGL)

-> Corpus geniculatum laterale:(Zwischenhirn) hat Verstärkerfunktion; von den Ganglienzellen bis zum Corpus geniculatum laterale führt nur jeweils ein Ast einer Zelle (keine Verschaltungen)

2 Magnozelluläre (Farben) und 4 parvozelluläre (Formen) Schichten.

- von hier aus gehen Fasern zu den Colliculi superior (bei den Nicht- Säugern wichtigstes Sehsystem !) (Mittelhirn), diese sind zuständig für die nachführenden Augenbewegungen und für die visuelle Aufmerksamkeitssteuerung und Orientierung.
- Abzweigung (vor dem CGL) zum -> accessorischen optischen System (Kopfwackeln- trotzdem lesbar) =AOS. (richtungsselektive Zellen)
- Abzweigung zur regio praetectalis -Regulierung der Pupillengr.

+ optisches Flußfeld: bei Annäherung vergrößern sich die Objekte.-ganzes visuelles Feld ändert sich simultan. (Gibson)

+ feed forward und feed back - Mechanismus: Vorab-, Nachinfo und Hemmung sind möglich.

Von hier zieht der Hauptteil zur Sehrinde weiter.

-> Cortex: (primärer visueller C./ gestreifter C. - 6 Schichten.) nur wesentlich bei Säugetieren.

- weiterführende Zentren: dorsaler Weg: hinterer Parietallappen (räumliche Wahrnehmung) ventraler Weg: Temporallappen (Bewegung)

Die Information ist retinotrop. (benachbarte Felder in der Retina = im Cortex auch benachbart, Topologie der R. bleibt erhalten.)

Hubel & Wiesel: Es gibt im Cortex Zellen, die für bestimmte Merkmale zuständig sind -"features". Annahme von H & W:Aufbau in hierarchischen Strukturen.(einfache-komplexe-hyperkomplexe Zellen)

Meinung in den 70- er Jahren:

Cortex ist richtungsmäßig (säulenartig) homogen aufgebaut. (Hyperkolumnen- Theorie.) "Zellen reagieren richtungsspezifisch."

80- er Jahre: es existieren verschiedene Schichten im Cortex.

4 parallel arbeitende Systeme: -Farbwahrnehmung / -Formwahrnehmung -Bewegungswahrnehmung / -räumliche Tiefe.

Blobs: nicht richtungsspezifisch - Farbwahrnehmung (von parvozellulärem System (Kniehöcker) gefüttert.)

Interblobs: richtungsspezifisch (von magnozellulärem System gef.)

Wie kommt das komplette Bild, das wir sehen, zustande ?

- zeitliche Verarbeitung

-starke Verbindung zwischen den Zentren

Film: 3- Dimensionale Wahrnehmung:

1. Vergrößerung: in 1 Dimension= keine Tiefenwahrnehmung - bei Vergrößerung in 2 Dimensionen= starke Tiefenwahrnehmung.
2. Querdisperation: (leicht verschobene gesichsfelder der beiden Au gen)
3. Überdeckung: von 2 Punkten.

+ Figuren von Menschen werden sehr schnell erkannt, auch die Richtung in die sie sich bewegen (wenn Gelenk- und Endpunkte durch Licht markiert)

+ 2 Bewegungsschwellen: zu schnell / zu langsam für unser Auge.

+ stroboskopische Bewegung (=fließend von Figur A nach Fig.B)

-Faktor der Nähe: Figur scheint zur nächstgelegenen Fiur zu "wandern".
-Faktor der Gleichheit: Figur scheint zur gleich aussehenden Figur zu "wandern".

Scheinbewegungen: nebeneinanderliegende Punkte werden wie ein bewegter Körper im Raum gesehen.

+ Prospagnosie:(Temporallappen) Gesichtererkennen gestört.

+ Versuche mit Makaken: Dinge ihres täglichen Lebens stilistisch vereinfacht - "Icons" (Mensch= Mund...) = nicht wie "features" von Hubel & Wiesel ! ( -Zellen feuern bei Wiedererkennung.

- liegt im Gehirn vor der Identifikation !)

+ Textur= Oberflächenerkennung.

Typische Merkmale: Winkel, Linie ,Rand, Flecken.

Verschiedene Erkennungstheorien:

müssen beantworten: das Wahrnehmen von Dingen, die vor uns sind; das Vorstellen, Denken und Erinnern von Dingen, die nicht da sind.

- Schablonentheorie: wir haben Schablonen im Gehirn, die mit dem Gesehenen verglichen werden. (Kopie des Musters auf der Netzhaut- wird verglichen.) Kritik: viel zuviel Info, unwesentliche Äußerlichkeiten würden Erkennen verhindern, Invarianzen werden nicht erkannt - Warum ?

Verbesserung: man kann Gesehenes im Gehirn drehen, bis es mit dem Muster übereinstimmt. Kritik: durch Rotation verschwinden ganze Oberflächenteile, Überlagerungen und Verdeckungen = ?

Aber: Prototypen werden schneller erkannt als Verzerrungen.

- Theorie der strukturellen Beschreibung: Registrierung von

räumlichen Relationen

- Raum- Frequenz- Theorie: man tut sich beim Bildererkennen leichter, wenn das Bild unscharf ist. (Fotorasterprinzi p) Am Bsp. Schraffuren / Kreis: Ermüdungserscheinungen der Rezeptoren, die spezifisch auf Richtung und Breite der Streifen. (Nachtaktive Tiere sehen bei tiefen Frequenzen besser - sind auf Kontraste spezialisiert.) Es gibt Belege, daß das Gehirn auf Frequenzen anspricht und auch eigene Filter dafür hat.

- Merkmalstheorie: Merkmalsdedektoren, reagieren auf verschiedene Merkmale, (versch. Winkel,...) anjeder Stelle der Inputfläche müssen viele Dedektoren sitzen. -jeder D. schickt ein Signal über Übereinstimmung aus. -> Integration. Pro: bei Transformationen auch erklärt. Kontra: ein Objekt wird nicht aus Symbolen zusammengesetzt, sondern aus Teilen - räumliche Relationen gehen verloren. nur 2-dimensionale Reize, die aus einer Zahl von 1-dimensionalen Reizen zusammengesetzt werden. (Aber nicht: 3-dim. aus 2-dim.) Keine Überdeckungen, verborgene teile, Schatten,.. (Wenn Teile "fehlen")

- David Marr: (1945 - 1980) integrativer Ansatz.(hauptsächlich erkennen von Gegenständen) Unterteilung in 3 Abschnitte:

1.) erste Skizze: Zerlegung in versch. Helligkeitsgrade, Farben, Flecken, Linien... (=in zusammengehörende Bildteile)

(Bildteile werden zueinander in Relation gesetzt - Mittel- Vorder- Hintergrund, links, rechts, oben, unten) -Verbindung mit Vor und Weltwissen.

2.) 2 1/2 D - Skizze: orientierte Oberflächen mit Tiefe; betrachterzentrierte Koordination (= Perspektive = vom Betrachter abhängig !) Bildteile (Flächen) bekommen Richtungszuweisungen. (Kippbilder = versch. Richtungszuweisg.)

3.) 3 D - Modell: räumliche Organisation; volumetrische Elemente; objektzentrierte Koordination. (* Hierarchie der versch. Bildteile. (vom Großen ins Kleine)* Perspektive wird als Volumen gesehen. (durch Gedächtnis "ergänzt".) - Zusammenhang mit "Vorstellungsbildern" von Shepard !

(Raum-frequenz - Theorie: trifft auf 1. und 2. Phase zu.)

GESTALTPSYCHOLOGIE: (Berlin / Graz)

Max Wertheimer: einfache Erklärungsprinzipien.

- Gesetz der Nähe: nahe Punkte werden als zusammengehörig gesehen.
- Gesetz der Gleichheit: gleiche / ähnliche Punkte zusammengehörig
- Gesetz des gemeinsamen Schicksals: zB. Punkte, die einen Menschen darstellen, gehören auch nach (während) einer Kreuzung zusammen.
- Gesetz der Regelmäßigkeit: es wird ein Kreis gesehen, obwohl er nur unvollständig / schief ist. (besonders ausgezeichnete Verhältnisse, zB. Abstände)
- Zusammenwirken mehrerer Faktoren: Ähnlichkeit und Nähe können in der gleichen Richtung oder entgegengesetzt wirken.

HÖREN: wichtig für das Erkennen von Sprache !

versch. Meßeinheiten: dB- Sound Pressure L. / dB- Sensation L. / dB- Hearing Threshold L. (subj. Skala ! - Druck eines Signals im Vergleich mit Ausgangsreiz.)

- Grundlagen des Ohres: Außenohr (Trichter und Bündelung) -Trommelfell- Mittelohr (Verhinderung der Reflexion) - Inennohr (Hammer, Amboß, Steigbügel -Übergang Schall - elektr. Impulse)

- Wahrnehmungstheorien: Forster: Wng. der gesprochenen Sprache = seriell und bottom - up. (phonemisch - sytaktisch - pragmatisch) Gegenbeweis: Marslen - Wilson: Tonband; gesprochene Worte dargeboten; RZ bei sinnvollen schneller als bei sinnleeren.

parallele Prozesse = parallele Einschränkung der möglichen "Kandidaten". (Worte mit K; mit Kr; mit Kro...)

- Priming: miteinander verwandte Worte werden schneller erkannt.

Neuronale Netzwerke !

- Schallfeld = von der Art des umgebenden Raumes und den körperlichen Gegebenheiten bestimmt.

Das auditive System ist wesentlich jünger als das visuelle. Es tritt erst ab der Stufe der Amphibien auf. Das Hörorgan hat sich aus der Haut entwickelt, das Sehorgen aus dem Gehirn. (Zwischenh.)

Das Hörorgan besitzt ca. 15.000 Rezeptoren, jedoch die nervöse Verschaltung hat einen viel höheren Komplexitätsgrad als das Auge.

Funktionen des Hörens: (evol. Bedeutung)

- Warnung / Entdeckung von Feinden
- Ortung von Kommunikationspartnern, wenn visuelles System unzureichend. (Stimmfühlorgane)
- Erkennung von Individuen (schon bei Primaten)

Gehör = nicht so einfach "abschaltbar" wie das visuelle System, beide können jedoch etwas aus dem Hintergrund hervorheben / ausblenden. Aber: "Cocktailparty - Effekt": man hört eigenen Namen aus diffusen Geräuschen heraus. (Auch im Schlaf !) zentrale Aufmerksamkeitskontrolle -das Umschalten ist keine periphere Funktion.

LERNPSYCHOLOGIE:

Konditionieren = "Vorhersagen".

1. Klassisches Konditionieren: (ohne Lerer !)

Pawlows Lernexperimente: (Lernen verändert Reiz-Reaktions-Schema)

- unkonditionierte Reaktion: Speichelfluß vor Fressen.
- konditionierter Reiz: Glockenton.
- unkonditionierter Reiz: Nahrungsaufnahme.

Beim Menschen: Lidschlagreflex bei Luftzug - gleichzeitig Glocke.

2. Instrumetelles Konditionieren: (mit Belohnung / Bestrafung)

- Skinner: "Man kann jedes Verhalten konditionieren !"

Im Behaviorismus: den inneren Strukturen wenig Bedeutung zugesprochen - heute: schon ! (Watson: glaubte, daß alles konditionierbar ist. )

- Konditionierung bei Hunden leichter als bei Katzen - weil: soziale Tiere - für Dominanz zugänglich !

ABER: Verhalten das konditioniert werden soll, muß im Grundrepertoire enthalten sein. (muß in der sozialen, körperlichen verhaltensstruktur enthalten sein.) -sonst:Lernen viel schwieriger

- Vorbereitung: (Seligmann) "Lernen funktioniert nur, wenn der Organismus darauf vorbereitet ist." (es gibt Stimuli, auf die (je nach Tier) leichter gelernt wird.) Jacke apportieren !

- Experiment: Versch. Tiere trinken schlechtes Wasser: einmal blau / einmal sauer. Ratten: reagieren eher auf saures Wasser, Wachteln auf andere Farbe.

Flucht vor Gefahren = konditioniert ?

NEIN ! - Tiere hätten keine Möglichkeit, zu überleben, wenn sie die Flucht vor Gefahren erst erlernen müssten. (Raubtiere warnen nicht vor dem Angriff - Drohung entfällt in ernsten Fällen von Aggressivität.)

- manche Verhalten (Mutterinstinkt...) sind angeboren.

Auch Angst vor Schlangen, die sich erst im Erwachsenenalter zeigt, muß nicht angeboren sein. (Verlaufskurven für Ängste.)

* Öhmann: Angstforschung. Bilder elektrischer Schlag - Messung des hautgalvanischen Widerstandes. nur Bilder - Messung.

- besondere Bilder lösen leichter Angst aus (Spinnen, gr. Plätze)

-> Reaktion erfolgt präattentiv (bevor Bild bewußt erkannt wird)

- Aplysia / Hemisenda: (Meeresschnecken) sehr genau untersucht.

einfache Lernschemas: Habituation (Reaktionen werden bei Gewöhnung schwächer), Sensitivierung (zB. erhöhte Schmerzempfindlichkeit bei Zahnweh)

Begriffslernen: (Concept formation)

Vorform = Konditionierung (= Verallgemeinerung !)

- Seifert & Cherny: untersuchten Primaten - versch. Warnlaute für Schlangen, Leoparden, Raubvögel. (= Begriffe - "Klassen" von Gefahren. -versch. Reaktionen auf Warnungen !)
- andere: Hull; Ach: Schachteln mit Symbolen (sinnlose Silben) -Begriffserwerbung der versch. "Namen" der Schachteln.
- Bruner: Kärtchen mit versch. Symbolen. - welche Regel bestimmt eine Klasse. (Vp. befragt.) Wie kommt die Vp. zum Ergebnis (System für Begriffsbildung) -was konstituiert einen Begriff ?
- andere: zB. mit Mustern. M. werden gelernt (Prototyp nicht dabei) - Wiedererkennung (P. dabei) => Prototyp wird am schnellsten erkannt.

- künstliche Begriffe = klare Regeln (Ja / Nein)
- Alltagsbegriffe: verschwommen, unklar (fuzzy)

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Details

Seiten
7
Jahr
1993
Dateigröße
346 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v95910
Note
Schlagworte
Allgemeine Psychologie Kleiter

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Titel: Allgemeine Psychologie II - Kleiter