Lade Inhalt...

Leitfaden für die Erstellung von Pflege- und Entwicklungsplänen für NSG

Diplomarbeit 1997 109 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
1.2 Lage des Planungsgebietes
1.3 Planerische Vorgaben
1.4 Natürliche Gegebenheiten im Großraum Halle

2 Entwicklung des Raumes
2.1 Historische Entwicklung der Stadt Halle
2.2 Städtebauliche Entwicklung des Bearbeitungsgebietes
2.3 Entwicklung von Freiraumstrukturen

3 Bestand
3.1 Nutzungen
3.2 Art der baulichen Nutzung
3.3 Erschließung
3.4 Freiraumsystem
3.4.1 Allgemeine öffentliche Freiräume
3.4.2 Zweckgebundene öffentliche Freiräume
3.4.3 Bedingt öffentliche Freiräume
3.5 Stadtbild

4 Konflikte und Lösungsansätze
4.1 Nutzungen
4.2 Städtebauliche Strukturen
4.3 Erschließung
4.4 Freiraumsystem
4.5 Stadtbild
4.6 Ausgewählte Konfliktpunkte und Lösungsansätze

5 Entwicklung von Varianten
5.1 Variante Raster
5.2 Variante Patchwork

6 Entwurf
6.1 Definition zur städtebaulichen Grünordnung
6.2 Grünordnungskonzept für Halle-Süd
6.2.1 Nutzungen
6.2.2 Städtebauliche Strukturen
6.2.3 Freiraumsystem

7 Details
7.1 Wörmlitzer Dreieck
7.2 Platz am Gesundbrunnen

8 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Erklärung des Verfassers

Danksagung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung1: Luftbild des Bearbeitungsgebietes M 1:5.000

Abbildung 2: Auszug aus dem Entwurf zum Flächen-­nutzungsplan

Abbildung 3: Auszug aus dem Plan der Stadt Halle 1888

Abbildung 4: Thomasiusstraße, Rückseite (Radierung von K.-R. Kuppe, 1995)

Abbildung 5: Darstellung der Nutzungsanteile

Abbildung 6: Statistische Erhebungen des Grünflächen- amtes Halle über Versorgungsgrad und Defizit an städtischen Freiräumen

Abbildung 7: Darstellung der Nutzungsanteile im Entwurf

Fotoverzeichnis

Foto 1: Beesener Straße (Blickrichtung nach Norden)

Foto 2: Gießereigebäude an der Hafenbahn

Foto 3: Gleis der Hafenbahn am Böllberger Weg

Foto 4: Eckladen an der Max-Lademann-Straße

Foto 5: Kleingärten an der Kantstraße

Foto 6: Flächen am Sportdreieck mit Blick auf die Max-Lademann-Straße

Foto 7: Ruhender Verkehr in der Geseniusstraße

Foto 8: Straßenbahnhaltestelle am Böllberger Weg

Foto 9: Freiflächen am Gesundbrunnenbad

Foto 10: Eingang Pestalozzipark am Läuferweg

Foto 11: Türmchen am Gesundbrunnenbad

Foto 12: Tennenflächen am Sportdreieck, Kurt-Wabbel-Stadion im Hintergrund

Foto 13: Platanenallee an der Kantstraße

Foto 14: Gründerzeitfassaden Ludwigstraße

Foto 15: Innenhof am Stadtgutweg

Foto 16: Blick auf das KKH-Gebäude aus einem
Kleingarten

Foto 17: Baulücke an der Ludwigstraße

Foto 18: Rückansicht der Ernst-Eckstein-Straße

Foto 19: Beispielhafte Lückenbebauung an der
Ludwigstraße

Foto 20: Ansprechende Hinterhofgestaltung am
Ringerweg nach Sanierung

Foto 21: Warneckstraße in Richtung Saale

Foto 22: Industriegebiet an der Bugenhagener Straße

Foto 23: Baulücken an der Ludwigstraße

Foto 24: Freiflächen am Gesundbrunnenbad

Foto 25: Heiztrasse entlang der Hafenbahn

1 Einleitung

1.1 Aufgabenstellung

Im Südbereich der Stadt Halle bedarf das Gebiet zwischen Ludwig-/Cansteinstraße, Beesener Straße, Trasse der Hafenbahn und Böllberger Weg als Element für die Erholung im Freiraum und als wesentlicher Teil des Freiraumsystems der Stadt Halle einer grundlegenden Neuordnung, um seinen Bestand und eine effiziente künftige Nutzung langfristig zu sichern.

Diese Arbeit soll die Art der baulichen Nutzungen, die Er­schließung sowie das Stadtbild erfassen und die wesentlichen städte­baulich und freiraumplanerisch wirksamen Strukturen darstellen. Aus der Diskussion der entstehenden Planungsvarianten ist ein um­setzungsfähiges Konzept zu entwickeln.

1.2 Lage des Planungsgebietes

Das Planungsgebiet liegt im Süden der Stadt Halle und umfaßt ca. 60 ha. Die Bearbeitungsgrenzen bilden folgende Straßen und deren angrenzende Bebauung:

Norden: Ludwigs-/Cansteinstraße

Westen: Beesener Straße

Süden: Trasse der ehem. Hafenbahn

Osten: Böllberger Weg

Darüber hinaus werden Freiräume außerhalb des Bearbei­tungsgebietes und ihre Verbindungen in die Überlegungen mitein­bezogen, um sinnvolle Lösungsansätze bieten zu können.

Abbildung 1.1 : Luftbild des Bearbeitungsgebietes M 1:5.000

1.3 Planerische Vorgaben

Das Gebiet entwickelte sich seit dem I. Weltkrieg ohne planeri­sche Vorgaben. Diese Vernachlässigung führt zu einem dringendem Handlungsbedarf, der eine Neuordnung mit Bestandssicherung er­fordert.

Der Entwurf des Flächennutzungsplanes vom August 1995 er­stellt vom Dezernat Planen und Umwelt - Stadtplanungsamt Halle trägt dieser Aufgabenstellung teilweise Rechnung.

So wird vorgeschlagen, die Kleingartenanlagen zwischen Böll­berger Weg und Max-Lademann-Straße in ein Wohngebiet umzu­wandeln. Die baulichen Strukturen zwischen Saale und Böllberger Weg sollen auf das geringste Maß zurückgenommen werden, um einen wertvollen Freiraum zu gewinnen. Beim größten Teil der Flä­chen soll die derzeitige Nutzung beibehalten werden (siehe

Abb. 2: Auszug aus dem Entwurf zum Flächennutzungsplan).

Der Vorentwurf zum Landschaftsplan des Grünflächenamtes Halle (Stand November 1993) trifft allgemeine Aussagen zur Be­standssicherung der vorhandenen Freiräume.

Das Stadtplanungsamt stellt detailliertere Überlegungen für das Bearbeitungsgebiet an. So soll das vorwiegend von Industrie ge­prägte Mischgebiet an der Bugenhagener Straße umstrukturiert und mit den Funktionen Wohnen und/oder Freizeit belegt werden. Wei­terhin sollen vorrangig zum Johannes- und Lutherplatz Grünverbin­dungen geschaffen werden, um Verknüpfungen mit anderen Freiräumen herzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Auszug aus dem Entwurf zum Flächennutzungsplan

1.4 Natürliche Gegebenheiten im Großraum Halle

Die Stadt Halle a. d. Saale liegt im Mittel 100 m üNN bei 12,0 Grad öL und 51,5 Grad nB. Der hallesche Raum ist Teil der naturräumlichen Haupteinheit „Östliches Harzvorland“. Der geolo­gische Untergrund baut sich im Norden und Osten aus Gesteinen des Halleschen Porphyrkomplexes, im Westen und Süden anteilig aus den Tafelschollensedimenten der Nietlebener Mulde und der Merseburger Buntsandsteinplatte auf. Das Relief ist vorzugsweise durch die lößbedeckten, tischebenen Hauptgrundmoränen (waldar­me Ackerebenen) geprägt. Sie werden von der Elster-Luppe-Niede­rung und dem Saaletal gegliedert. Im Süden befinden sich Haupt­täler mit 30-50 m Tiefe und bis zu 3 km Breite. Im Norden verlei­hen die zu Rundhöckern umgeformten Porphyrkuppen (Petersberg 250 m) mit dazwischengeschalteten Tertiärplatten und verwasche­nen Endmoränenzügen der Hochfläche einen unruhigen Charakter. Sonderformen stellen die anthropogenen Relieftypen der Folgeflä­chen des Braunkohlenbergbaus in der Umgebung von Halle dar.

Der hallesche Raum ist eine Übergangsregion vom nieder­schlagsarmen Binnenlandklima im Mittelgebirgslee des Harzes zum niederschlagsreicheren Binnenlandklima der Leipziger Tieflands­bucht. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 508 mm, die mittlere Jahrestemperatur 9 °C. Mesoklimatische Effekte modifi­zieren die Situation (Talauen, südexponierte Hänge, Stadtgebiet).

2 Entwicklung des Raumes

2.1 Historische Entwicklung der Stadt Halle

Nach den Befreiungskriegen (1813-15) hatte Halle seinen wirtschaftlichen Tiefpunkt als preußische Provinzstadt erreicht. Erst mit dem sprunghaften Zuwachs der Produktivkräfte trat die Braun­kohle als führende Rohstoffquelle in den Vordergrund und bildete zusammen mit dem Zuckerrübenanbau die Grundlage für einen neuen Aufschwung der Stadt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Da­raus entwickelte sich eine Großindustrie, besonders in den Zweigen Chemie und Maschinenbau. Während Halle 1814 nur 20.000 Einwohner hatte, stieg deren Zahl 1852 auf 25.000, 1880 auf 70.000 und 1891 auf 120.000. Arbeiterfamilien bildeten den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung.

Mit der Umgestaltung der ökonomischen Struktur sowie den daraus resultierenden Anforderungen entstanden völlig neue Bau­aufgaben. So wurde das Verkehrsnetz erneuert, Halle wurde durch das Zusammentreffen vieler Bahnlinienein wichtiger Eisenbahnkno­tenpunkt Mitteldeutschlands, die Saaleschiffahrt wurde verbessert und ein Flughafen zwischen Leipzig und Halle geschaffen.

2.2 Städtebauliche Entwicklung des Bearbeitungsgebietes

Interessant ist es, die bauliche Gesamtveränderung des Stadt­körpers seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. von der Provinzstadt zur Großstadt zu betrachten. Das Gelände des ehemaligen Befesti­gungsringes wurde zur Ringpromenade gestaltet. Dieser Grüngürtel mit Hauptstraßenfunktion, den Platzräume und bauliche Dominan­ten charakterisieren, setzt die Altstadt sinnvoll von den neueren Außenvierteln ab.

Südlich dieses Hauptstraßenringes erweitern sich die Wohn­quartiere zwischen 1850 und 1880 in Form von Mietskasernen mit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Auszug aus dem Plan der Stadt Halle 1888

engen Hinterhöfen. Ein Protestversuch gegen diese Mietskasernen der Gründerjahre ist die 1871 errichtete Vereinsstraßensiedlung mit niedrigen Hausgruppen unweit des Rannischen Platzes (Abb. 3: Auszug aus dem Plan der Stadt Halle 1888).

Abbildung 4: Thomasiusstraße, Rückseite (Radierung von K.-R. Kuppe, 1995)

Nach dem ersten Weltkrieg äußerte sich der Lebenswille in Halle durch eine umfassende Bautätigkeit. So entstanden am Stadt­rand locker bebaute, durchgrünte Wohnsiedlungen, deren Träger verschiedene Baugenossenschaften waren. Der Bauverein für Klein­wohnungen errichtete bereits 1914 die ansprechende Gartenstadt am Mühlrain (Arch. H. Frede), 1926/27 folgten die Hausgruppen Wörmlitzer Platz und Marsstraße und 1928 die achsial auf den neuen Wasserturm angelegte Siedlung Lutherplatz (W. Freise).

Den Höhepunkt der baulichen Entwicklung bildete die Garten­vorstadt Gesundbrunnen, die 1924 vom Rat der Stadt und verschie­denen Baugenossenschaften angelegt wurde. Die einheitlich geplante Großsiedlung in Form eines abgestumpften Dreiecks wird von breiten Grünzonen durchzogen. Die Häuser (etwa 3.500 Woh­nungen) sind in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, die ruhigen Wohn­straßen verlaufen leicht geschwungen. Öffentliche Anlagen ver­schiedenster Art - im Norden das Bad Gesundbrunnen und das Kurt-Wabbel-Stadion, im Süden die Diesterwegschule - dienen den Bedürfnissen der 13.200 hier wohnenden Arbeiter- und Angestell­tenfamilien.

1930 war die Siedlung Vogelweide im Anschluß an die Gar­tenstadt fertiggestellt. Dreistöckige flachgedeckte Hausblöcke reihen sich rechtwinklig zur Straße, wodurch Straßen- und Hofraum mitein­ander verschmelzen, vergittert durch Pergolen und Baumgruppen.

Die Gestaltungen der Siedlungen unterlagen einem städtebau­lichen Generalplan. Sie bildeten eine weitere Zone um den Miets­kasernengürtel der Gründerzeit und lichteten den Stadtkörper auf. Ihre Straßen sind breiter und meist von Bäumen eingesäumt, Vor­gärten lassen die Häuser optisch zurücktreten.

So beispielhaft der Wohnungsbau geplant und verwirklicht wurde - die Industrie breitete sich planlos aus, so daß durch die Ver­mischung von Industrie- und Wohngebieten städtebaulich ungeord­nete Zustände entstanden. Vor allem die Hallesche Maschinenfabrik und die Pumpen- und Kompressorenwerke befinden sich in dichtbe­bautem Wohngebiet und störten durch Rauch-, Ruß- und Lärmer­zeugung.

2.3 Entwicklung von Freiraumstrukturen

Um 1850 war daser Stadtgebiet von Gärten umschlossen. Äcker prägten das Landschaftsbild um Halle. Infolge der Ausdehnung der Stadt Anfang des 20. Jh. wurden die Gärten bis auf einige Aus­nahmen im Süden überbaut. Raum für öffentliche Grünflächen wurde kaum gelassen, da die freie Landschaft noch bis an die Stadtgrenzen heranreichte. In den später bewußt angelegten Gar­tenstadtsiedlungen mit dem integrierten Pestalozzipark wurden eine Vielzahl von begrünten Stadtplätzen und Wohnhöfen geschaffen.

In den Notjahren zwischen und nach den beiden Weltkriegen wurden auf vielen unbebauten Flächen im Süden Obst und Gemüse für die Eigenversorgung angebaut. Diese Gebiete sind noch zum großen Teil erhalten und werden heute als Kleingärten genutzt.

Die gegenwärtige Grünflächenstruktur wird durchüberwiegend kleinflächige, voneinander isolierten , überwiegend kleinflächigen Freiflächen geprägt. Zwischen diesen bestehen in der Regel keine städtebaulich übergreifende Be­ziehungen. Das heißt, es existieren keine räumlichen und kommuni­kativen Zusammenhänge zwischen diesen Gebieten, erst recht keine geschlossene Verbundsysteme in Form durchgängiger Grünverbin­dungen.

3 Bestand

3.1 Nutzungen

Die Karte der Realnutzung verdeutlicht die augenblickliche Situation (Stand Oktober 1996).

[...]

Details

Seiten
109
Jahr
1997
ISBN (eBook)
9783638100700
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v96
Institution / Hochschule
Universität Paderborn – Landschaftsplanung
Note
2
Schlagworte
Leitfaden Erstellung Pflege- Entwicklungsplänen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Leitfaden für die Erstellung von Pflege- und Entwicklungsplänen für NSG