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Religion im Mittelalter

Referat / Aufsatz (Schule) 1999 4 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

Religion im Mittelalter

Definition des Begriffs “Mittelalter”

Unter Mittelalter versteht man den Zeitraum zwischen Altertum und Neuzeit.

In Zahlen gesprochen beginnt es 500 n.Chr. und endet 1500 n.Chr.. Diese Zahlen stellen aber nur eine formelle Abgrenzung dar, denn das Alte ist nie mit einem Mal abgeschlossen, es stirbt nur allmählich ab, genauso wie das Neue nur langsam Einzug nimmt. Aber die Abgrenzung der Epoche wurde anhand von bedeutenden Vorkommnisse vollzogen:

Der Auftakt wird durch

- den Beginn der Völkerwanderung (375 n.Chr.)
- den Untergang des Weströmischen Reiches (476 n.Chr.) und
- die Zeit Karls des Großen (800 n.Chr.) festgelegt und das Ende des

Mittelalters bestimmten

- die Erfindung des Buchdrucks (1450 n.Chr.)
- der Fall Konstantinopels (1453 n.Chr.)
- die Entdeckung Amerikas (1492 n.Chr.)
- die Reformation (1517 n.Chr.).

Da die Epoche des Mittelalters ein ganzes Jahrtausend umfaßt wurde sie in drei Teile gegliedert:

- Frühmittelalter (6. bis 9. Jahrhundert)
- Hochmittelalter (10. bis 13. Jahrhundert)
- Spätmittelalter (13. bis 15. Jahrhundert)

Gläubigkeit der Bürger

Die Menschen im Mittelalter waren wesentlich enger mit Gott verbunden als heute.

Sie erflehten Segen für Hütten und Häuser, reiche Ernten oder das Gelingen eines guten Geschäftes. Es wurden Dankesfeste zu Gottes Ehren gefeiert, religiöse Lieder gesungen und die Heiligen wurden verehrt. Das Volk war zutiefst fromm und wurde sogar durch die Dämonen in den Kirchenportalen verängstigt. Es legte seine Hoffnung in Jesu Christi, der sich im Zentrum der Bogenfelder befand.

Und das alles trotz den Mißständen der Kirche und der lockeren Moral sowie der hohen als auch der niederen Geistlichkeit.

Klostergründung und das Leben im Kloster

Die Mönche verbreiteten den christlichen Glauben in Deutschland. Der heilige Bonifatius unternahm u.a. als angelsächsischer Geistlicher Missionstätigkeiten, welche im 8. Jahrhundert zur Gründung zahlreicher Klöster führte.

In den Klöstern wurde streng nach den Regeln des heiligen Benedikt von Nursia (480-547 n.Chr.), dem Begründer des abendländischen Mönchtums, gelebt. Die “Soldaten Christi” mußten Die Armuts- und Keuchheitsgebote einhalten und sich der Autorität des Abtes bedingungslos unterwerfen. Damals hatten die Geistlichen aber nur eine sehr oberflächliche theologische Ausbildung. Sie konnten lateinische Texte nur schlecht, oder gar nicht verstehen, was zu einer niederen Moral der niederen Geistlichkeit führte. Priester wurden durch den Bischof für Trunksucht, Glücksspiel und auch Verstöße gegen das Zölibat gerügt.

Der Benediktinerorden

Ora et labora (Bete und arbeite) war der Grundsatz der Benediktiner.

Dieser zeigt, daß das Leben der Mönche durch religiöse Andacht, Lob Gottes, strenge Ordenszucht und harte körperlicher Arbeit geprägt wurde.

Die Benediktinerregel bildete auch die Grundlage für Frauenklöster, deren Vorschriften meist noch rigoroser ausfielen.

Um in den Orden eintreten zu können mußte eine einjährige Probezeit absolviert werden. Danach wurden die Gelübde abgelegt und der Mönch/ die Nonne verpflichtete sich zur Einhaltung der Klosterordnung, der Abkehr alles weltlichen und dem Verbleib im Orden bis zum Lebensende.

Bei groben Regelverstößen wurden die Mönche vom Abt aus dem Kloster verbannt.

Der Zisterzienserorden

Da sich wenige Jahrhunderte nach der Mutterklostergründung der Benediktiner

(Montecassi bei Neapel) viele Mönchsgemeinschaften weit von den alten Idealen entfernt hatten und sogar Reformbestrebungen hegten , (Vorreiter: Kloster Hirsau im Schwarzwald) forderte Bernhard von Clairvaux (1090-1153) die Rückkehr zum strengen Mönchtum. Aufgrund dessen stiftete er den Zisterzienserorden .

Die Zisterzienser gründeten ihre Klöster in Wäldern oder Sumpfgebieten; dazu mußten sie weite Flächen roden und Sumpfgebiete urbar machen.

Die Aufgaben der Mönche bestand darin Feldarbeit zu verrichten, handwerkliche

Tätigkeiten auszuüben, religiöse Schriften abzuschreiben (im Skriptorium), zu beten und geistliche Studien durchzuführen.

Die bedeutendsten Anlagen befinden sich in Eberbach (liegt im Odenwald in der Nähe von Neckargemünd, Heidelberg und Mannheim) und Maulbronn (liegt in Baden-Württemberg in der Nähe von Mühlacker, Bietigheim, Bretten und Pforzheim).

Aufgaben im Kloster

- Abt : Der Abt ist der Klosterführer; er wird vom Prior, Subprior und einem Rat erfahrener Mönche unterstützt
- Zellear oder Schaffner : Er ist für einen Großteil der Verwaltung zuständig (wird meist vom Küchen- oder Kellermeister ausgeübt)
- Laie : Menschen, die ohne kirchliche Weihe in Klöstern leben. Sie übernehmen vor allem praktische Tätigkeiten und sind meist einer strengen Trennung gegenüber den Mönchen unterworfen; in manchen Klöstern speisen sie in verschiedenen Refraktorien

(Speisesälen). (heutiger Gebrauch des

Ausdrucks: “Nichtfachmann”)

- Sakrestain : Er ist zuständig für die Aufbewahrung und die Pflege der sakralen Gefäße und Gewänder.
- Kantor : Der Kantor leitet den Chor.
- Bibliothekar : Er beaufsichtigt die Bücherbestände
- Eine weitere Aufgabe des Klosters war die Wohltätigkeit:

Der Pförtner kümmerte sich um die Armen. Hierfür wurde 1/10 aller Einkünfte zur Verfügung. Die Armen wurden mit Nahrung, Kleidung und selten auch mit Geld versorgt. In besonderen Fällen wurden sie auch für kurze Zeit im Kloster aufgenommen ; hierzu mußte aber zuerst die traditionelle Fußwaschung vorangehen.

- Der Unterhalt der Klöster wurde durch den Verkauf von Wirtschaftsprodukten finanziert, sowie durch die Verpachtung von Grundbesitz. Die Pächter mußten Abgaben leisten und meist auch Frondienste.

Klöster besaßen also neben dem eigentlichen Hauptgebäude eine Reihe von Wirtschaftsgebäuden (z.B.: Schmiede, Wagnerei (Herstellung und Reparatur von Wagen), Küferei (Herstellung von hölzernen Gefäßen/Bottichen) und Mühle) zur Gewährung der Einnahmen bzw. Unterhaltung des Klosters. (-> Bild S.136/137)

Die Kirche

Die Kirche verhinderte im Mittelalter die Entwicklung der Wissenschaften durch strenge Kontrollen. Hierzu wurden Theorien, die gegen theologische Lehrsätze verstießen als Ketzerei verurteilt.

Um dies zu vermeiden versuchten Theologen an Hochschulen die neuen Erkenntnisse mit der christlichen Lehre in Einklang zu bringen.

1277 wurde es möglich naturwissenschaftliche Theorien zu diskutieren. Ausschlaggebend hierfür war das Verbot des Pariser Bischofs Pierre Etienne, das untersagte die Behauptung aufzustellen, daß “Gott nur die bekannte und nicht eine andere Welt erschaffen konnte.”.

Der englische Philosoph Roger Bacon (1219-1292) machte die Erkenntnis, daß theoretisch gewonnene Ergebnisse durch Experimente, also empirisch, bestätigt werden müssen. Dies ermöglichte den Fortschritt in der Wissenschaft.

Bildung/Schule

Bis zum 12.Jahrhundert lag das Bildungswesen ausschließlich in den Händen der Kirche. Eine Schulpflicht bestand nicht. Die Klosterschulen waren für die Öffentlichkeit verschlossen.

Der Schulalltag der Klosterschüler begann erst im Alter von 7 Jahren und dauerte 8 Jahre an. Neben schulischen Tätigkeiten wurden z.B. auch Feldarbeit verrichtet; dadurch blieb fast keine Freizeit.

Es wurde Lesen und Schreiben in lateinischer Sprache und selten auch Mathematik unterrichtet. Die Lehrer konnten über den Lehrstoff selbst frei entscheiden, da keine Lehrpläne vorhanden waren. Die Prügelstrafe war auch in Klöstern erlaubt und allgegenwärtig.

Da aber mit dem Aufkommen spezifischer Berufe präzisere Kenntnisse nötig waren und die Klosterschulen keine weltlichen Schüler (bis auf Laien) aufnahmen wurden in den Städten staatliche Schulen gegründet. Auch entstanden um diese Zeit die ersten Universitäten. Das waren damals Vereinigungen von Gelehrten und Scholaren (Studenten), die anfangs auf den Straßen oder in Privaträumen lehrten.

Der Erwerb eines Doktortitels war damals sehr kostspielig, da der Student seinen Professoren verpflichtet war ein großes Essen zu veranstalten und deren Frauen Geschenke zu machen.

Entstehung der Hexenverfolgung

Damals galt sowie der Glaube an bestimmte Formen der Astronomie als auch der an Magie und Hexerei als heidnische Verwirrung.

Die Hexenverbrennung gab es schon vor der Zeit des Mittelalters; die systematische Verfolgung jedoch erst seit dem 14.Jahrhundert.

Keine Frau war nun mehr davor sicher als Hexe verdächtigt und auch angeklagt zu werden. Rote Haare, eine krumme Nase oder Warzen im Gesicht genügten um verdächtigt zu werden.

Sei dem 15.Jahrhundert erhielten Hexenjäger sogar päpstliche Unterstützung für ihre Greueltaten:

Papst Innozenz der 8. Erklärte in seiner Bulle (= päpstliche Erklärung): “... daß es in einigen Gebieten Oberdeutschlands ... Menschen gibt die , ohne an ihr Heil zu denken, vom wahren Glauben abgefallen sind, mit Teufeln in männlicher und weiblicher Gestalt Unzucht treiben und durch Zauberei mit Hilfe des Teufels die Geburten der Frauen, die Nachkommenschaft der Tiere, ... , Menschen und Tiere ... zugrunde richten.” Der Hexenhammer von Heinrich Institoris und Jakob Sprengler bezieht sich auf diese Bulle.

Der Hexenwahn des Mittelalters kostete unzähligen der “Teufelsbuhlschaft” verdächtigten Frauen das Leben.

Details

Seiten
4
Jahr
1999
Dateigröße
331 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v96040
Note
15
Schlagworte
Völkerwanderung Untergang des Weströmischen Reiches Gläubigkeit der Bürger Klostergründung und da

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