Lade Inhalt...

Koronare Herzkrankheit. Ursache, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten

Hausarbeit 2020 16 Seiten

Medizin - Innere Medizin

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzei chnis

1 Einleitung

2 Koronararterien

3 Epidemiologie

4 Ätiologie

5 Risikofaktoren

6 Symptome

7 Diagnostik

8 Behandlung
8.1 Perkutane Koronarintervention
8.2 Koronararterienbypass-Operation

9 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die meisten Todesfälle in Deutschland und den Industrieländern beruhen auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Im Jahr 2019 sind etwa 14% aller Todesfälle durch die Atherosklerose der Herzkranzgefäße verursacht worden, also durch das Krankheitsbild der koronaren Herzkrankheit (KHK). 9,3% der Menschen im Alter von 40-79 Jahren leiden unter der Krankheit und deren Folgen, damit zählt sie zu den Wichtigsten in Deutschland und wird als Volkskrankheit gewertet (Herold 2020, S. 237). In dieser Arbeit wird die Bedeutsamkeit der Erkrankung sowie die Ursache, die Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten dargestellt.

Hierfür wird anfangs der Aufbau der Koronararterien erläutert, da diese von der Krankheit betroffen und daher maßgeblich sind. Im Anschluss werden die Epidemiologie sowie die Ätiologie beschrieben, um einen Einblick in die Krankheit zu geben. Zahlreiche Patienten1 leiden nicht wegen genetischer Dispositionen unter einer KHK, sondern aufgrund von teilweise vermeidbaren Risikofaktoren. Welchen Stellenwert diese Faktoren für die Krankheit haben, wird im Folgenden beschrieben. Danach wird ein Einblick in die Symptomatik gegeben und ein Augenmerk auf die Alltagseinschränkungen im Leben der Betroffenen und deren Angehörigen gelegt. Im Abschluss werden die diagnostischen Mittel vorgestellt und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die für jeden Patientenfall im Einzelnen besprochen und ausgewählt werden müssen.

2. Koronararterien

Das Blut läuft unaufhörlich durch das Gefäßsystem unseres Körpers. Hierbei wird zwischen zwei verschiedenen Kreisläufen unterschieden. Zum einen den Lungenkreislauf, bei dem das sauerstoffarme Blut vom rechten Ventrikel des Herzens über die Pulmonalarterie in die Lunge befördert wird, dort in den Kapillargefäßen mit Sauerstoff angereichert wird und anschließend über die Pulmonalvene als sauerstoffreiches Blut wieder zurück in unser Herz, genauer gesagt in das linke Atrium, fließt. Zum anderen den Körperkreislauf, welcher über die Aorta das mit Sauerstoff angereicherte Blut durch den gesamten Körper und jedes Kapillargefäß pumpt, so auch über die Herzkranzgefäße in den Herzmuskel. Die Herzkranzgefäße entspringen oberhalb der Aortenklappe und versorgen jeden Teil des Herzmuskels mit Sauerstoff. Sie bestehen aus einer rechten (Arteria coronaria dextra, im Folgenden ACD) und einer linken (Arteria coronaria sinistra, im Folgenden ACS) Herzkranzarterie. Die meistens etwas kleinere ACD zieht auf der rechten Seite des Herzens bis zur Hinterwand und teilt sich dort in vielzählige kleine Äste. Bei der ACS teilt sich der Hauptstamm zu Anfang in zwei größere Hauptäste, den Ramus interventricularis anterior f im Folgenden RIVA) und den Ramus circumflexus (im Folgenden RCX). Der RIVA zieht zwischen dem rechten und dem linken Ventrikel hindurch und endet in zahlreichen Ästen in der Herzspitze. Der RCX verläuft zwischen linkem Atrium und Ventrikel und zieht dann um die linke Seite des Herzens bis zur Hinterwand (Schünke, Schulte, Schumacher et al. 2018, o.O.).

3. Epidemiologie

Bei dem Krankheitsbild der KHK ist eines oder mehrere der Herzkranzgefäße verengt, was zu schwerwiegenden Problemen führen kann. Nicht ohne Grund ist sie in Deutschland mit einem Anteil von 14% die häufigste Todesursache und wird daher auch als Volkskrankheit bezeichnet. 9,3% der in Deutschland lebenden Menschen im Alter von 40-79 Jahren leiden unter der KHK und ihren Folgen (Herold 2020, S.237). Wenn nur eine dieser Arterien verengt ist, spricht man von einer Eingefäßerkrankung. Sind zwei betroffen, ist es eine Zweigefäßerkrankung und bei allen dreien eine Dreigefäßerkrankung (Sinowatz 2020: o.O.).

4. Ätiologie

Der Herzmuskel (Myokard) muss zu jeder Zeit mit genügend Sauerstoff versorgt werden, bei der KHK ist dieses allerdings nicht unter jedem Umstand gesichert möglich. Besonders unter körperlicher Anstrengung und Belastung treten bei den betroffenen Patienten häufig erheblichere Beschwerden auf als im Ruhezustand. Die koronare Herzkrankheit kann verschiedene Ursachen haben und entsteht auch durch das Zusammenspiel dieser. Die häufigste unter ihnen ist eine Koronarstenose, also eine Verengung der Herzkranzgefäße, welche sich über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt. Ausschlaggebend für diese Verengungen sind Plaques, die sich im Endothel, also den Innenwänden der Gefäße, ablagern (Sweis 2019: o.O.). Sie entstehen durch feine Verletzungen des Endothels, welche durch erhöhten Blutdruck, gesteigerte LDL-Cholesterin- und hohe Blutzucker-Werte entstehen. Sie bestehen zum größten Teil aus Cholesterin und Lipiden, enthalten aber unter anderem auch Bindegewebe und Muskelzellen (Deutsche Herzstiftung o.J.: o.O.).

5. Risikofaktoren

Wenn es um die Risikofaktoren für das Entstehen einer koronaren Herzkrankheit geht, dann unterscheidet man zwei verschiedene Gruppen: die beeinflussbaren und die nicht­beeinflussbaren Faktoren.

Gegen einige Vorgänge in unserem Körper können wir nichts tun, diese sind also von uns Menschen nicht beeinflussbar und doch beeinträchtigen sie unser Leben zunehmend. Angefangen bei den Familien, bei denen sich von Generation zu Generation genetische Veranlagungen weitervererben, wie beispielsweise Durchblutungsstörungen, welche auslösend für die KHK sein können (Deutsche Herzstiftung o.J.: o.O.).

Des Weiteren spielt das Geschlecht bei der Krankheit eine große Rolle. So erkranken Männer im Durchschnitt im Alter zwischen 45 und 50 Jahren, Frauen einige Jahre später. Ausschlaggebend hierfür ist das Geschlechtshormon Östrogen, welches den weiblichen Körper bis zur Menopause vor dem Auftreten einer KHK schützt. Das liegt daran, dass das Hormon ein Enzym aktiviert, welches gefäßerweiternd wirkt. Wird nach der Menopause vermindert Östrogen gebildet, so wird das Enzym nicht mehr aktiviert. Die Gefäße sind nicht mehr erweitert und die zuvor bestandene, körpereigene Schutzfunktion ist fort (Lehnen- Beyel 2005: o.O.).

Der letzte unbeeinflussbare Faktor ist das Alter. Über viele Jahre können sich Plaques in den Gefäßinnenwänden ablagern. Dadurch wird der Gefäßdurchmesser niedriger und die Elastizität des Gefäßes nimmt ab.

Es gibt allerdings auch viele Risikofaktoren, die wir selbst beeinflussen oder auch behandeln können. Der Wichtigste ist der Cholesterinwert, denn befindet sich zu viel LDL-Cholesterin im Körper, kann es nicht mehr gänzlich abgebaut werden und es lagert sich als Plaque in den Gefäßwänden ab.

Und so wie für viele Krankheiten ist auch Tabakkonsum eine Gefahr für sämtliche Gefäße des Körpers und ist bei der koronaren Herzkrankheit für etwa 21% aller Todesfälle verantwortlich (Lederhuber 2005, S.130). Das liegt daran, dass langjähriges Rauchen die Gefäßwände zusätzlich angreift und sich dadurch noch weitere Ablagerungen ansammeln können. Zudem kann Tabak zu einer Hyperlipidämie, also erhöhten Blutfettwerten führen, was es bei einer KHK zu vermeiden gilt (Patienten-Information.de 2019: o.O.).

Besonders gefährlich ist auch das Vorliegen eines metabolischen Syndroms, denn bei der Kombination aus Adipositas (Übergewicht), Hypertonie (Bluthochdruck) und Diabetes mellitus erhöht sich im Zusammenspiel die Gefahr an einer KHK zu erkranken um ein Vielfaches, da durch erhöhten Druck auf Dauer kleinste Verletzungen in den Wänden der Gefäße entstehen und durch Überzuckerung chronische Entzündungen der Blutgefäße ausgelöst werden können (Lederhuber 2005, S.130).

Forscher haben in verschiedenen Studien aus den USA oder Finnland bewiesen, dass atherosklerotische Veränderungen in den Gefäßinnenwänden ihre Wurzeln bereits in der Kindheit und Jugend haben. Es wird beschrieben, dass mehr als die Hälfte der Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren mindestens einen Risikofaktor für eine KHK haben und die Tendenz sogar eher steigend ist. Das liegt daran, dass sich in Industrieländern die Anzahl der adipösen Kinder und Jugendlichen in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt hat; und Adipositas führt zu erhöhten Fettwerten und damit zu einem Risikofaktor. Die Gefahr ist, dass die Mehrheit sich ihres Risikos nicht bewusst ist, da sie keine Beschwerden haben und sich daher auch nicht in speziellen Lipid-Screenings untersuchen lassen. Die für die KHK- Entwicklung schädliche Lebensweise beginnt bereits in der frühesten Kindheit durch eine hohe Aufnahme von Zucker und Fetten, und die unzureichende Zufuhr von gesunden Alternativen wie Obst oder Gemüse. Im Jugendalter erweitern sich die Risikofaktorprofile durch eine größere Unabhängigkeit für die Wahl der Lebensmittel und den häufigen Einstieg in den Tabakkonsum (Arts, Fernandez & Lofgren 2014: o.O.).

6. Symptome

Die Symptomatik der Patienten, welche an einer koronaren Herzkrankheit leiden, ist durch den Begriff „Angina pectoris“ gekennzeichnet. Dieses die Krankheit kennzeichnende Symptom tritt dann auf, wenn zwischen dem Sauerstoffbedarf und der Sauerstoffversorgung im Myokard ein Ungleichgewicht vorhanden ist. Dieses entsteht, wenn die Herzkranzgefäße durch Plaques verengt sind und durch den daraus resultierenden verminderten Blutfluss nicht mehr genügend Sauerstoff in den Herzmuskel gelangen kann. Erst sind die Ablagerungen noch klein und die Beschwerden treten nur bei körperlicher Anstrengung auf, später, wenn die Plaques sich weiter vergrößern und dem kontinuierlichen Blutfluss nur noch wenig Raum bieten, bereiten die Beschwerden auch im Ruhezustand Probleme (Welsch 2019: o.O.).

Bei einem typischen Krankheitsverlauf der koronaren Herzkrankheit unterscheidet man in Bezug auf die Symptomatik aus einem Klassifikationssystem aus vier Stadien. Dieses System richtet sich danach, wann und in welchen Lebenssituationen betroffene Patienten Beschwerden empfinden und dementsprechend wird eingestuft. Im ersten Stadium sind die Patienten im Ruhezustand, also beim ruhigen Sitzen oder Liegen, beschwerdefrei. Symptome treten nur bei körperlich anstrengender Belastung wie bei einer Sporteinheit oder in großen Stresssituationen auf. In Stadium zwei empfinden Betroffene schnelles Treppensteigen oder Bergaufgehen bereits als anstrengend und es treten Beschwerden auf. Auch Kältesituationen, sowie Wind und emotionaler Stress lösen Symptome aus. Im nächsten Stadium des Systems intensivieren sich die Probleme, den Patienten fallen Alltagssituationen wie Treppensteigen oder Spazieren gehen in Schritttempo zunehmend schwerer, bis dann im vierten und letzten Stadium selbst im Ruhezustand Symptome auftreten und jegliche körperliche Anstrengung schwer fällt (Warnica 2016: o.O.).

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung aller personalisierten Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für jedes Geschlecht.

Details

Seiten
16
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346312358
ISBN (Buch)
9783346312365
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v962506
Institution / Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands
Note
1,3
Schlagworte
koronare herzkrankheit ursache risikofaktoren behandlungsmöglichkeiten
Zurück

Titel: Koronare Herzkrankheit. Ursache, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten