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Persönlichkeitspsychologie. Emotionale Intelligenz, Raymond Cattell-Modell, Kreativität

Einsendeaufgabe 2019 20 Seiten

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Aufgabe C1
1.1 Emotionale Intelligenz- Begriffsbestimmung
1.2 Intelligenz vs emotionale Intelligenz
1.3 Emotionale Intelligenz Modell
1.4 Emotionale Intelligenz im Gesundheitswesen

2. Aufgabe C2
2.1 Raymond Cattell- Modell
2.2 Eigenschaften im Betrieb
2.3 Fazit

3. Aufgabe C3
3.1 Kreativität vs Intelligenz
3.2 Kreativität- Messung
3.3 Berufsalltag Beispiele

4. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Aufgabe C1

Im Unterkapitel 1.1 werde ich den Begriff der emotionalen Intelligenz genauer definieren, werde in Kapitel 1.2 den Begriff der klassischen Intelligenz mit dem der emotionalen Intelligenz abgrenzen. Im Unterkapitel 1.3 werde ich das Modell der emotionalen Intelligenz ausführlicher darstellen und im letzten Punkt 1.4 über die emotionale Intelligenz im Gesundheitswesen diskutieren.

1.1 Emotionale Intelligenz- Begriffsbestimmung

Der Begriff der emotionalen Intelligenz (EI) führt ins ausgehende 20. Jahrhundert zurück. Dort gelangten einige Manager zu der Einsicht, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Individuums nicht alleine nur Ergebnis seiner kognitiven Fähigkeiten und seines Fleißes ist. Geselligkeit, Selbstkontrolle und Empathie kommen darin ebenfalls zum Tragen. Um einen Arbeitserfolg verzeichnen zu können, müssen diese Eigenschaften stetig und signifikant sein, weswegen hier das Wirken einer konstruktiven emotionalen Fähigkeit vermutet wird.1 1990 brachte Daniel Goleman, ein US-amerikanischer Psychologe und Wissenschaftsjournalist, ein interessantes Forschungsergebnis an die Öffentlichkeit, welches besagte, dass Menschen, die beruflich sehr erfolgreich sind, meist keinen besonders hohen IQ (Intelligenzquotienten) aufweisen, sondern oftmals durch einen ausgeprägten IQ in der emotionalen Intelligenz auffallen.2

Auch bei der emotionalen Intelligenz gibt es diverse Definitionen. Allgemein lässt sich sagen, dass sie als die messbare kognitive Verarbeitung von emotionalen Informationen verstanden werden kann.3

Die emotionale Intelligenz bzw. die Intelligenz der Gefühle definiert Daniel Goleman wie folgt:

Er erklärt, dass in der emotionalen Intelligenz, Selbstmotivation und die Fähigkeit, im Falle von Enttäuschungen weiter zu machen inbegriffen sind. Die Fähigkeit, eigene Impulse zu unterdrücken, seine Stimmungen verhindern und regulieren zu können, sich in andere hineinversetzen zu können und zu erkennen, dass Trübsal die Denkfähigkeit raubt.4

Sie wird als die Fähigkeit beschrieben, sich selbst „ in die Lage eines anderen Menschen zu versetzen und die Ereignisse und Emotionen so zu f ü hlen, wie der andere sie erlebt “.5

Menschen, die die Fähigkeit besitzen ihre eigenen emotionalen Zustände als auch die ihrer Mitmenschen wahrzunehmen und mit diesen „intelligent“ umzugehen, besitzen die Fähigkeit zur emotionalen Intelligenz (EI). Ebenfalls die Fähigkeit „ emotionale Prozesse vorauszusehen und sie f ü r Denk- und Entscheidungsprozesse nutzbar zu machen “.6

Als weiteren Punk gelten die beiden Fähigkeiten der Gefühls- und Expressivitätsunterscheidung, welche ermöglichen, Emotionen zu unterdrücken, zu offenbaren und bewusst zu erleben.7

1.2 Intelligenz vs emotionale Intelligenz

Mit dem Begriff der Intelligenz wird meist der Ausdruck von Klugheit8, „ Selbstsicherheit, Erfolg und Redegewandtheit9 verstanden und in Zusammenhang gebracht.

Doch wie bei den meisten seelischen und geistigen Charaktereigenschaften findet man auch hier keine klare, eindeutige Definition des Begriffs der Intelligenz.10

Bei der Intelligenz handelt es sich um die Fähigkeit sich auf Grund von Einsichten in neuen Situationen zurechtzufinden und die Fähigkeit, Aufgaben mit Hilfe des Denkens zu lösen.11

Generell werden Menschen als intelligent bezeichnet, die in der Lage sind, komplexe mathematische Probleme zu erkennen, zu verstehen und Lösungen zu entwickeln.

Wohingegen ein emotional intelligenter Mensch besonders befähigt ist, emotionale Vorgänge bei sich und auch bei anderen zu erkennen und in angemessener Weise damit umzugehen.12

Wissenschaftler unterteilen den klassischen Intelligenzbegriff in zwei Bereiche: Zum einen umfasst die Intelligenz eines Menschen die Bildung und Erfahrung und zum anderen die Fähigkeit sich diese anzueignen.

Im Gegensatz zur emotionalen Intelligenz ist die klassische Intelligenz (vermeintlich) messbar.

Die gängigsten Tests sind die RPM (Ravens Progressive Matrizen) Tests. In diesen Tests werden Probanden beispielsweise eine Reihe an Mustern gezeigt, welche logisch fortgesetzt werden müssen.13

Diese und viele weitere „Testübungen“ werden zur Erkennung von Intelligenz angewandt, gemessen und bewertet.

Um eine direkte Gegenüberstellung des IQ (Intelligenzquotient) zu bieten, kürzt man die emotionale Intelligenz als „EQ“ ab. Dieser umfasst die Fähigkeiten der Teamfähigkeit, des Taktgefühls, des Mitgefühls, der Menschlichkeit, der Empathie und vielen weitere, zwischenmenschlichen Fähigkeiten, wogegen der IQ das logische Denken, Merkfähigkeit, schlussfolgerndes Denken und die Schnelligkeit der Bearbeitung verschiedener Aufgaben umfasst. Der EQ ist im Gegensatz zum IQ nicht so einfach durch Tests oder anhand Zahlen messbar.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Emotionale Intelligenz- Modell

In dem nachfolgenden Absätzen stelle ich das Modell der emotionalen Intelligenz nach Goleman ausführlicher dar, da sein „Intelligenz-Modell“ das weit verbreitetste und populärste ist.

Goleman beschreibt 5 Komponente, welche die emotionale Intelligenz beschreiben sollen, darunter die Fähigkeiten und die Begabung, sich selbst und andere einschätzen zu können.

Die erste Komponente ist die Selbstwahrnehmung, die Fähigkeit, seine eigenen Emotionen zu erkennen und zu verstehen.

Nummer zwei ist die Fähigkeit, seine Emotionen zu handhaben, sie also nicht nur zu erkennen, sondern ebenfalls in der Lage zu sein, sie zu händeln, zu bestimmen und zu kontrollieren.

Der dritte Faktor beinhaltet, seine eigenen Emotionen in die Tat umzusetzen, in der Lage zu sein, sich selbst zu motivieren und seine Talente und Kreativität einzubringen.

Der nächste Punkt ist die Empathie, diese beinhaltet zu erkennen und zu verstehen was seine Mitmenschen fühlen, wie es ihnen geht und diese Signale richtig deuten zu können.

Der letzte Punkt ist die Fähigkeit im Umgang mit Beziehungen, fähig sein, auf die Emotionen des Gegenübers einzugehen und damit umzugehen.15

1.4 Emotionale Intelligenz im Gesundheitswesen

Es gibt einen Zusammenhang zwischen der emotionalen Intelligenz und dem gesundheitlichen Zustand des Menschen. Denn wer in der Lage ist, mit Stress und Stresssituationen umgehen zu können, hat sich selbst mehr im Griff. Denn wer seine eigenen Gefühle wahrnehmen und kontrollieren kann, kann sich in bestimmten (Stress-) Situationen zurücknehmen, wodurch man auf Dauer gesünder lebt. Medizinisch ist die Regulierung von Stress und der dazu führenden geringeren Cortisolausschüttung (Cortisol = Stresshormon) messbar.16

Psychische Störungen wie Burn-Out, worunter viele Arbeitnehmer leiden, ist ebenfalls eine Ursache von mangelnder emotionaler Intelligenz.

Oft können diese Menschen nicht einschätzen, was ihre Umwelt eigentlich von ihnen will, denn häufig wird Energie an der falschen Stelle investiert.

Stress, weil sie ihr Team oder ihren Chef nicht verstehen, oder sie selber missverstanden werden, sind ebenfalls Ursache für ein schlechtes Arbeitsklima, was sich wiederum auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirkt.17

Emotionale Intelligenz stellt mit dem Sport verbunden ebenfalls ein gesundheitsrelevanter Faktor dar. Denn für den Sport ist es besonders wichtig, sich regelmäßig und kontinuierlich selber motivieren zu können.

Zu Lernen mit Niederlagen und Misserfolgen umzugehen und trotz allem weiter zu kämpfen und nicht aufzugeben, erfordert ein gesundes Maß emotionaler Fähigkeiten. Um zahlreiche Anforderungen im Sport zu bewältigen, muss der Sportler mit seinen eigenen Emotionen und die der anderen umgehen können, beispielsweise mit denen der Teamkollegen, der Gegner, des Trainers, den Zuschauern oder des Schiedsrichters.18

Die emotionale Intelligenz im Sport spielt in vielen Bereichen eine wichtige Rolle, man geht mit seiner eigenen Leistung zufriedener um, erzielt, Studien zufolge höhere Ganzjahresleistungen.

Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz können ihre Nervosität in und auch vor Wettkämpfen besser regulieren und besser damit umgehen.19

Emotionale Intelligenz ist allerdings nicht nur im Leistungssport eine relevante Fähigkeit, denn auch im privaten Bereich, was sportliche Aktivitäten angeht, spielt der EQ eine entscheidende Rolle.

Sich selbst motivieren zu können, zum Sport zu gehen trotz möglicher Müdigkeit oder Erschöpfung und sein Training kontinuierlich fortzusetzen. Realistische Trainingspläne zu erstellen, diese zu steigern, um sich zu verbessern.20

[...]


1 Vgl. Kantig, A. v. (2010), S. 24 ff.

2 Vgl. Kanitz, A. (2015), S. 26

3 Vgl. Mayer, J. D., Caruso, D., Salovey, P. (2000), S. 320 ff.

4 Vgl. Goleman, D. (2008), S. 54

5 Aronson, E., Wilson, T. D., Akert, R. M. (2004), S. 409.

6 Kanitz, A. v. (2010), S. 28

7 Vgl. Goleman, D. (2009), S. 21

8 Vgl. Funke, J. Vaterrodt- Plünnecke, B. (2004), S. 7

9 Funke, J. Vaterrodt- Plünnecke, B. (2004), S. 9

10 Vgl. Funke, J., Vaterrodt-Plünnecke, B. (2004), S. 9

11 Vgl. Weber, H., Rammsayer, T. (2005), S. 323

12 Vgl. Kanitz, A. (2015), S. 27-28

13 Vgl. Ahmadi, R. (o.D.)

14 Vgl. Eichwald, F. (2011)

15 Vgl. Goleman, D. (1995), S. 65 f.

16 Vgl. Lutz, S. (1997)

17 Vgl. Aust, S. (2018)

18 Vgl. Laborde, S. (2017) S. 35

19 Vgl. Laborde, S. (2017) S. 35 f.

20 Vgl. Laborde, S. (2017) S. 40 f.

Details

Seiten
20
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346312716
ISBN (Buch)
9783346312723
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v962849
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,7
Schlagworte
Intelligenz/ emotionale Intelligenz/ Raymond Cattell Modell/ Kreativität Messung
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Titel: Persönlichkeitspsychologie. Emotionale Intelligenz, Raymond Cattell-Modell, Kreativität