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Mörike, Eduard - Mozart auf der Reise nach Prag

Referat / Aufsatz (Schule) 1999 3 Seiten

Leseprobe

Eduard Mörike

Er wurde am 8.September 1804 als Kind von Karl Friedrich und Charlotte Dorothea in Ludwigsburg geboren. Da besuchte er auch die Lateinschule. Nach einem Umzug der Familie (Vater tot) wurde er Schüler des Gymnasiums illustre in Stuttgart. Mit 14 Jahren trat er ins niedere theologische Seminar in Urach ein und 4 Jahre später be- gann er sein Theologiestudium am Tübinger Stift. Er zeichnete sich in dieser Zeit mehr durch Arreststrafen als durch Leistungen aus. Zu dieser Zeit hatte er eine mys- teriöse Beziehung mit Maria Meyer die einige Verwirrung in seinem leben auslöste. Er verarbeitete diese Beziehung auch in den „Peregrina - Gedichten“ und in seinem un- vollendeten Roman „Maler Nolten“. Mit 22 Jahren legte er sein theologisches Examen in Tübingen ab und ging in eine 8 - jährige Vikaritaszeit. Mit 30 erhielt er (endlich) ei- ne Pfarrstelle in Cleversulzbach, wo er 9 glückliche Jahre lebte (kurze Krise nach Tod seiner Mutter). 1843 wurde er wegen Krankheit pensioniert. 8 Jahre später heiratete er Margarethe von Speeth und wurde 2facher Vater. Seine Ehe war aber unglücklich fi Scheidung im Alter von 69 Jahren. Während seiner Ehe schrieb er einige Prosawer- ke: „Das Stuttgarter Hutzelmännchen“, „Mozart auf der Reise nach Prag“ weiters einige Gedichte. Das Interesse der Öffentlichkeit an ihm stieg er bekam die Ehrendok- torwürde der Universität Tübingen. Die letzten Jahre wie auch sein Ganzes Leben wurden durch ständige Wohnortswechsel geprägt.

Eduard Mörike starb am 4. Juni 1875 in Stuttgart.

Die Novelle (1855 - 64 Jahre nach Mozarts Tod)

Inhalt:

Es ist ein klarer, sonniger Herbsttag des Jahres 1787. Beim Schloß des Grafen von Schinzberg macht Wolfgang Amadeus Mozart eine kurze Rast; er ist mit seiner Ehe- frau Constanze auf dem Weg nach Prag, wo Don Giovanni uraufgeführt werden soll, den er noch gar nicht vollendet hat. Versunken in seine Welt der Töne schlendert Mo- zart durch den Park und pflückt eine Pomeranze1 - die Frucht hat ihn an ein Jugend- erlebnis erinnert und in ihm eine Melodie geweckt. Doch der Gärtner hat Mozart beo- bachtet, und es kommt zu einer Auseinandersetzung; schließlich aber wird Mozart ins Schloß geladen, wo die gräfliche Familie gerade die Verlobung der Nichte Eugenie fei- ert. Nun entwickelt sich eine angeregte, fröhliche Konversation, die in ein Improvisie- ren von Versen und Gesang übergeht und ihren Höhepunkt findet, als Mozart sich an den Flügel setzt und aus seiner Oper vorspielt. Die Gesellschaft ist begeistert, alle spüren, daß ihnen etwas Außergewöhnliches zuteil wird. Vor allem Eugenie ist ergrif- fen. Sie empfindet eine besondere Sympathie für Mozart; ihr ist seine Genialität be- wußt, aber ebenso die Unausweichlichkeit seines nahen Todes, daß er sich schnell und unaufhaltsam in seiner eigenen Glut verzehren wird. Mozart und Constanze bre- chen am nächsten Tag nach Prag auf.

Die Sprache Mörikes in „Mozart auf der Reise nach Prag“:

Mörike verwendet sehr viele Gliedsätze und versteht es exzellent seine Sätze zu verschachteln. Dies wirkt sich allerdings schlecht auf die Verständlichkeit aus. 5-8 zeilige Sätze mit 10 Beistrichen sind keine Seltenheit.

„...“

Er schreibt weiters in einer sehr gehobenen Sprache mit vielen fremdsprachigen Ausdrücken, verwendet Spezialbegriffe oder setzt die Kenntnis von eher unbekannte Personen voraus: „ Dein Herr Bodini wird sein Schäfchen an der Oper scheren... “ Da er es schon vor 1½ Jahrhunderten geschrieben hat, sind viele Wörter und Formulierungen für uns ungewohnt oder sogar fremd .

„ So trat sie denn in gr öß ter Freundlichkeit, einen vollen Korb am Arm, mit Rechen und Spaten ins Zimmer, entschuldigte ihr langes Ausbleiben, sie habe den Namen der Gasse nicht mehr gewu ß t und ihn erst heut ‘ zurechtgefragt. “

Im Großen und Ganzen erzählt Mörike nur Umstände ohne die Handlung fort zu führen.

Biographie Mozarts:

* 27.1.1756 in Salzburg einige Reisen, Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle - Entlassung, reise nach Paris (mit Mutter), nach Tod seiner Mutter fi Salzburg wird Hofkapellmeister - Entlassung Heirat mit Konstanze Weber 1791 Tod in Wien

Werke:

Opern (Zauberflöte, Figaro, Don Giovanni)

Kirchenmusik, Klaviersonaten, Kammermusik...

Vergleich Mozart in der Novelle und in Wirklichkeit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Oper: Don Juan (Don Giovanni) in 2 Akten

1. Akt

Donna Annas Vater, der Komtur, der den Verführer seiner Tochter zum Duell fordern will, wird von Don Giovanni getötet. Donna Anna und deren verlobter Don Ottavio wollen ihn rächen, wissen aber anfänglich nicht, dass Don Giovanni der Mörder ist. Dieser hat bereits Zerlina, die Masello heiraten soll, im Auge. Donna Elvira eine Verflossene lenkt den Verdacht auf Don Giovanni. Als er Zerlina auf einem Fest verführen will, schreiten Ottavio, Donna Anna und Donna Elvira ein. Don Giovanni kann aber entkommen.

2. Akt

Don Giovanni tauscht mit seinem Diener Leprello die Kleider, um der Rache zu entgehen. Danach erzählen sie sich auf dem Friedhof, was sie in der Rolle des anderen erlebt haben. Plötzlich beginnt das Standbild des getöteten Komturs zu sprechen. Es will Don Giovanni von seinem Lebenswandel abbringen. Übermütig lädt jener das Standbild zum Essen ein. Er beharrt auf seinen Standpunkt, woraufhin das Standbild an der Hand packt. Die Hölle tut sich auf und Don Giovanni versinkt in den Flammen.

Das Biedermeier: 1815-1848

Die Bezeichnung stammt von einer Parodie auf das Spießbürgertum von Ludwig Eich- rodt, der in einer Münchner Zeitung Gedichte von Gottlieb Biedermeier veröffentlichte. Die Menschen waren von öffentlichen Tätigkeiten ausgeschlossen. Folglich wandte sich das Bürgertum unpolitischen Bereichen zu. Das Leben spielte sich in einem kleinen Kreis ab (Familie und Freunde). Der Hausrat war dadurch sehr bedeutend (heute: Bie- dermeiermöbel sehr begehrt). Das Biedermeier war auch die Blütezeit des Singens und der Hausmusik - das Klavier war sehr wichtig und fand zu seiner heutigen Form. Aus- flüge ins Grüne waren typisch für das Biedermeier und verdeutlichen das Verhältnis zur Natur.

„ Dann tuschelte und nörgelte der Untertan zwarüber den unmündigen Kaiser Ferdinand I ,über den vergreisten Fürsten Metternich ,über Polizei und Zensur undüber die „ Zu stände “ im Allgemeinen, aber eine Veränderung von Grund auf, einen radikalen Umsturz oder gar das Ende des Hauses Habsburg wünschte er, ob Bauer, Bürger, Handwerker o- der Beamter, nicht. “ (Stefan Vajda; Felix Austria)

[...]


1 ein kleiner Baum; goldgelbe Früchte; zur Herstellung von Orangenmarmelade und Likör verwendet.

Details

Seiten
3
Jahr
1999
DOI
10.3239/9783638092210
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2000 (Mai)
Note
1
Schlagworte
Mörike Eduard Mozart Reise Prag

Autor

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Titel: Mörike, Eduard - Mozart auf der Reise nach Prag