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Die Zusammenhänge von Sadismus mit kognitiver und affektiver Empathie

Hausarbeit 2016 6 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Sadismus

Sadismus und Dunkle Triade

Empathie

Sadismus und Dunkle Triade im Zusammenhang mit Empathie

Literaturverzeichnis

Einleitung

Ein sadistischer Mensch ist sadistisch, weil er an einer Impotenz des Herzens leidet, an der Unfähigkeit, den anderen zu bewegen, ihn zu einer Reaktion zu veranlassen und sich selbst zur geliebten Person zu machen. Er kompensiert dieses Unvermögen mit der Leidenschaft, Macht über andere zu haben. (Erich Fromm, 1974, S. 174)

Wird ein unschuldiger Mensch verletzt, ruft dies in den meisten Menschen schlechte Gefühle und Schuld hervor. Manche Personen scheinen aber Spaß daran zu finden und diese Situationen geradezu zu suchen. Was geht in diesen Menschen vor?

Wie kommt es, dass ihnen dies ein positives Gefühl verschafft und sie nicht mit dem Opfer mitfühlen, so wie es vielen anderen Menschen ginge? In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, ob Sadismus in einem bedeutsamen Zusammenhang mit kognitiver und affektiver Empathie steht.

Sadismus

Sadismus gilt als der Fachterminus, Vergnügen daraus zu ziehen, wenn anderen Personen Schaden zugefügt werden (Baumeister & Vohs, 2004). Sadisten erleben Vergnügen, wenn es einer anderen Person nicht gut geht, beziehungsweise diese leidet. Dies deutet darauf hin, dass Sadisten einerseits bemerken, dass es der Person schlecht geht, sich aber andererseits von diesen Emotionen nicht anstecken lassen.

In einer Studie von Buckels, Jones und Paulhus (2013) zeigte sich, dass Personen mit einer alltäglichen Ausprägung von Sadismus Aufgaben, die das Töten von Insekten beinhalten gegenüber anderen Aufgaben präferieren. Auch investierten im Vergleich zu Menschen mit anderen dunklen Persönlichkeitszügen lediglich Sadisten Anstrengung in Form von Energie und Zeit, um eine unschuldige Person zu verletzen.

Sadismus und Dunkle Triade

Weiterhin wird in dieser Untersuchung auch die Dunkle Triade, bestehend aus Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus erhoben. Aufgrund großer Übereinstimmung und Zusammenhänge zwischen der Dunklen Triade und Sadismus, sollten diese Konstrukte zusammen erhoben werden, als sogenannte Dunkle Tetrade (Paulhus, 2014). Eine Eigenschaft, die allen dunklen Persönlichkeitszügen gemeinsam ist, ist die Gefühlslosigkeit, ein Defizit in Empathie. Konzentriert man sich lediglich auf eine dunkle Persönlichkeit, so besteht außerdem die Gefahr, dass zwangsläufig deren Reichweite erweitert wird. Weiterhin unterstützen auch die Ergebnissen von Buckels et al. (2013) die Annahme, Sadismus als weitere Facette der Dunklen Triade hinzuzufügen.

Empathie

Blickt man in die Literatur, so findet man viele verschiedene Definitionen von Empathie. Im Folgenden werden einige Definitionen des Konstrukts der Empathie dargestellt. So definieren Wai & Tiliopoulos (2012) Empathie als soziale Bewusstheit, durch die eine Person eine emotionale Erfahrung mit anderen Personen sowohl auf affektivem als auch auf kognitivem Level teilt. Hierbei wird unter affektiver Empathie die Fähigkeit verstanden, eine angemessene, emotionale Reaktion als Antwort auf Emotionen anderer Personen zu bilden. Dies funktioniert im Sinne einer emotionalen Ansteckung, in dem Emotionen von einer Person auf die Andere übertragen werden. Allerdings stellt sich hierbei die Frage, was unter einer „angemessenen Reaktion“verstanden wird. So legt doch jede einzelne Person dies in unterschiedlichen Situationen anders aus. Demgegenüber stellt die kognitive Empathie die Fähigkeit dar, emotionale Zustände Anderer wahrzunehmen, ohne diese emotional mitzufühlen, beziehungsweise sich emotional anzustecken.

Eine weitere Definition stammt von dem Psychologen Daniel Goleman (2007), der drei verschiedene Arten von Empathie beschreibt. Die erste Unterteilung ist die kognitive Empathie. Hierbei handelt es sich um das Wissen, was die andere Person fühlt und was sie denken könnte. Diese Art wird auch Perspektivenübernahme genannt. Weiterhin gibt es die emotionale Empathie. Hier fühlt der Betreffende mit dem Gegenüber körperlich mit, als wären die Gefühle des Anderen ansteckend. Diese emotionale Ansteckung hängt größtenteils von dem System der Spiegelneuronen ab. Die dritte Kategorie bezieht sich auf die sogenannte mitfühlende Empathie. Hier werden die Gefühle des anderen nicht nur verstanden, sondern die Person fühlt sich auch motiviert, dem anderen zu helfen, sofern dies möglich ist.

Batson erarbeitet 2009 eine Übersicht über die Begriffe der Empathie und beschreibt acht verschiedene Konzepte. Für unsere Arbeit relevant sind die kognitive und die affektive Empathie. Unter kognitiver Empathie beschreibt Batson das Wissen über den inneren Zustand einer anderen Person, inklusive ihrer Gedanken und Gefühle. Weiterhin wird unter kognitiver Empathie die Vorstellung verstanden, was man an Stelle des Anderen Denken und Fühlen würde. Dies wird auch Perspektivenübernahme genannt. Unter affektiver Empathie wird dagegen das Fühlen derselben Emotion verstanden, die eine andere Person fühlt. Ein anderer Begriff hierfür ist emotionale Ansteckung.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden wir uns an den Definitionen der kognitiven und affektiven Empathie von Batson (2009) orientieren.

Sadismus und Dunkle Triade im Zusammenhang mit Empathie

Forschungen zu Sadismus im Zusammenhang mit Empathie liegen aktuell noch nicht vor, allerdings gibt es Zusammenhänge zwischen Empathie und der Dunklen Triade, die wiederum mit der Facette Sadismus zusammenhängt. So zeigen sich negative Assoziationen der Dunklen Triade mit einem globalen Empathiewert, gemessen mit dem Empathy Quotient (Jonason, Lyons, Bethell, & Ross, 2013). Hierbei wurde nicht zwischen verschiedenen Arten der Empathie unterschieden. Auch Wai & Tiliopoulos (2012) zeigen, dass alle Persönlichkeiten der Dunklen

Triade negative Beziehungen mit globaler Empathie aufweisen. Weiterhin unterscheiden sie in kognitive und affektive Empathie. Hierbei zeigt die Dunkle Triade signifikante Defizite in affektiver Empathie, aber lediglich schwache Zusammenhänge mit kognitiver Empathie. So haben Personen mit hohen Ausprägungen der Dunklen Triade die Fähigkeit, die Emotionen Anderer zu lesen und zu verstehen, aber aufgrund des Mangels an affektiver Empathie können sie potenziellen Schaden übersehen. Weiterhin zeigt sich in dieser Studie ein unerwartetes Ergebnis, da Narzissmus in einem positiven Zusammenhang mit kognitiver Empathie steht. Dies könnte in einer Verzerrung aufgrund des Selbstberichts begründet sein. Vielleicht haben Narzissten aber auch tatsächlich eine höhere kognitive Empathie, da ihr Verlangen nach Bewunderung ein besseres Verständnis der Ansichten der Mitmenschen benötigt.

Auch in der Studie von Jonason und Krause (2013) wird Empathie in Teilkonstrukten untersucht: Hierbei waren alle Eigenschaften der Dunklen Triade assoziiert mit geringen Ausprägungen von kognitiver Empathie. Psychopathie und Machiavellismus waren negativ mit affektiver Empathie korreliert, lediglich Narzissmus zeigte hier keinen Zusammenhang.

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Details

Seiten
6
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783346315014
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v967687
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,3
Schlagworte
Sadismus Empathie Dunkle Triade Dunkle Tetrade kognitive Empathie affektive Empathie Psychologie
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Titel: Die Zusammenhänge von Sadismus mit kognitiver und affektiver Empathie