Lade Inhalt...

Geschichte und Literatur im Spanien des 19. Jahrhunderts. Das Leben und Werk von José de Espronceda

Ausarbeitung 2000 5 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

1. Geschichte Spaniens im 19.Jahrhundert

I) Fernando VII

Spanien zu Anfang des 19.Jahrhunderts ist eine absolutistische Monarchie unter dem Bourbonenkönig Fernando VII. Spanien orientierte sich im vorangegangenen Jahrhundert am aufklärerischem Frankreich... mit der frz. Revolution nähert sich Spanien allerdings wieder der Kirche an ... Schließlich wird bei der Schlacht von Trafalgar die gesamte Spanische Flotte versenkt und durch den Vertrag von Fontainebleau wird Napoleon autorisiert Truppen nach Spanien zu bringen für den Krieg mit Portugal. Nach der „Besetzung“ Spaniens wird Fernando VII gezwungen zugunsten Napoleons Bruder Joseph Bonaparte abzudanken.

2.Mai1808: Volksaufstand, der sich zum 6jährigen Unabhängigkeitskrieg entwickelte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Widerstand wurde von den Intellektuellen aus Bürgertum und Adel (LIBERALES) organisiert, aus den einzelnen regionalen Widerstandsgruppen entwickelten sich die JUNTAS (Volksversammlungen)

Die Kampftruppe kann man hierbei den Traditionalisten zuordnen àABSOLUTISTAS

→ grausamer Guerillakrieg → Land weitestgehend verwüstet

1812: 1.freiheitliche Verfassung der Junta von Cádiz

1813/1814: Vertreibung der Franzosen & Reinthronisierung Fernandos VII aufgrund des Vertrag von Valençay F.VII führt wieder Ancien Regime i. S. der Heiligen Allianz, Abschaffung der Verfassung, Wiedereinführung

d. Inquisition,. Rückholung der Jesuiten, die unter Carlos III. um 1766 aus Spanien vertrieben wurden

1820: PRONUNCIAMENTO (Staatsstreich) des Obersten Rafael de Riego mit Unterstützung des Heeres

1820 - 1823: „TRIENIO LIBERAL“: período constitucional Fernando muß Verfassung anerkennen

1823: frz. Intervention → Niederwerfung der Liberalen

1823 - 1833: Absolutismus unter Fernando VII wie zuvor, Verfolgung der liberalen Intelligenz → Exil → Verlust des Ranges einer Weltmacht

1833: Tod Fernandos

II)Era Isabelina (1833 - 1868); (*1830 - †1904)

1830: PRAGMÁTICA SANCIÓN: Fernando VII legalisiert weibliche Thronfolge (einzige Tochter Isabel im Vorzug zu seinem Bruder Carlos) 1833-1843: I. wird von Ihrer Mutter vertreten

Es entwickelte sich Besitz-/ und Finazbürgertum, auf Grund wachsenden Kapitalinteresses Mitte 30er Jahre: Desamortisation (Verkauf von Kirchengütern und Gemeindebesitz), eigentlich gedacht war diese Maßnahme zur Finanzierung des 1. Carlistenkrieges

Entstehung zentralistischer Administration und Infrastruktur

Streitereien zwischen verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen, nebst einhergehender Wirtschaftskrise führen zur Septemberrevolution:

III) LA GLORIOSA

Isabel flieht nach Frankreich

Cortes erarbeiten neue Verfassung

1870-1871: Spanisch -französischer Krieg (da Kandidatur eines Hohenzollernprinzen)

1871-1873: Amadeo I von Savoyen auf spanischen Thron, allerdings ist dieser sehr schwacher König (kann nicht 3.Carl.krieg verhindern)

11.02 1873: Ausrufung der 1. Spanischen Republik, dauerte aber nur 10 Monate wg. Unentschlossenheit und realitätsfernem Realismus zw. Liberalen und Republikanern

29.12.1874: PRONUNCIAMENTO durch General Martínez Campos

01.01.1875: àRestauration der Bourbonenmonarchie

IV) ÉPOCA DE LA RESTAURACIÓN

Politisch sehr konservativ, wirtschaftlich liberal

1876: Verfassung: konstitutionelle Erbmonarchie ( Volk: 2Kammernsystem; König: Veto) Alfonso XII (Sohn Isabels) regiert bis 1888

1902-1931: Alfonso XIII, 1931 Abdankung

Stichworte zum 19. Jahrhundert: Liberalismus, Parteienhader, pronunciamentos, absolutistische Herrscher und Exil, Carlistenkriege, Arbeiterbewegung, Wirtschaftskrise, Verfassungen, Unabhängigkeitskrieg, Republikanismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Literatur des 19. Jahrhunderts

von Anfang an: Entwicklung der verschiedensten Presseprodukte, Möglichkeit des Journalismus trotz Zensur; breiter gewordenes Publikum

Überblick:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Romantik beginnt im Vgl. mit dem restlichen Europa erst sehr spät: anfangs der 30er Jahre... sie kann nicht früher beginnen, da unter Fernando alles was die „ewigen Werte“ in Frage stellt, unterdrückt wird. Zuvor gab es jedoch bereits im 18. Jhd. den „primer romanticismo español“, der vor allem auf der Rezeption fremdsprachiger Werke besonders der „gothic novel“ aus England basierte

Viktor Hugo: „le libéralisme en poésie“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Biographie Esproncedas:

- Espronceda y Delgado, José Leonardo de (1808-1842) geboren zwischen Villafranca de los Barros und Almendralejo (Provinz Badajoz), gestorben in Madrid.
- spanischer Dichter und Revolutionär Mit 13 gründete er den Geheimbund der NUMANTINOS Bereits im Alter von 14 Jahren schrieb er seine erste Ode. Mit 15 wurde er wegen seiner demokratischen Überzeugung verhaftet. Während der fünfjährigen Haftzeit entstand sein historischer Roman Don Sancho Saldaña o El castellano de Cuéllar (1834).
- 1827:Nach seiner Freilassung emigrierte(mehr aus Abenteuerlust als aus Verfolgung) er aus Spanien, hielt sich in Portugal und England auf und nahm an der Pariser Juli-Revolution teil (1830). Während der folgenden Jahre widmete er sich vorrangig seinen revolutionären Zielen und wurde 1842, kurz vor seinem Tod, Abgeordneter der Stadt Almería.
- 1842: Stirbt an Diphtherie

4. Werk

- Er stand unter dem literarischen Einfluss des englischen Dichters Lord Byron und gilt als führender Vertreter der spanischen Romantik.

Zu seinen Hauptwerken zählt die Verserzählung El estudiante de Salamanca (1840, Thema: weiße Dame), eine Variation des Don-Juan-Motivs.

Lyrische Dichtungen enthält der Band Poesías (1840), in dem der Einfluss Sir Walter Scotts und Byrons erkennbar ist: enthält Freiheitsgesänge, wie El dos del Mayo (patriotisch, aber auch kritisch), Canciones: El reo de muerte, El verdugo, El mendigo, Canto del cosaca

Das Versepos El diablo mundo (Der Weltteufel) wird häufig als Esproncedas ‚Faust‘- Dichtung angesehen; obgleich es unvollendet blieb, gilt es als eines seiner besten Werke.

- Wegbereiter der littérature engagée , da nicht nur Lyriker, sondern auch Journalist und Politiker, z.B. Artikel:

Libertad, Igualdad, Fraternidad (1835); Gründer der Zeitung EL SIGLO (fiel Zensur zum Opfer), politisch: Steuergesetzgebung

Seine wichtigsten Texte wurden erst in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, später erst in Buchform als Werk

5. Canción del pirata

- Das erste von den fünf CANCIONES (alle verwandt durch: Outsider - Ich, Provokation der Ordnung)

- Thema:

romantischer Banditenmythos, in byronscher Trotzhaltung (selbstsicher, unbekümmert) gegen die Konventionen der Gesellschaft lyrisches Ich wird gleichgesetzt mit dem Piraten: Outsider, Normenbrecher, Unbürgerlichen àFreiheitspathos

- Idee von Freiheit und Gleichheit:

Frei von Todesangst (politisch, existenziell, persönlich)

Frei von Gewinnsucht

Frei von Beschränkungen

- Anarchistisch, Kampfansage an Bürgertum

- Besonders deutlich in „Canción del cosaca”: Esproncedas Haß auf die rein wirtschaftlich - liberale Gesellschaft: Barbareneinfall à Untergang des Abendlandes à entspricht besonders E.’s Wunschvorstellung: Gleichheit auf Kosten einer Tabula rasa

Details

Seiten
5
Jahr
2000
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v97084
Note
Schlagworte
Espronceda

Autor

Zurück

Titel: Geschichte und Literatur im Spanien des 19. Jahrhunderts. Das Leben und Werk von José de Espronceda