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Wasserregulierung und Hochwasserschutz in China

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 6 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geographie als Schulfach

Leseprobe

Referat über die Wasserregulierung und den Hochwasserschutz in China

Die zu erklärende Karte auf Seite 93 des Alexander Weltatlas handelt von der Wasserregulierung und dem Hochwasserschutz in China und die Karte ist im Maßstab 1:10.000.000.

China liegt in Asien und erstreckt sich über 3000 km von Ost nach West; die Nord-Süd- Erstreckung beträgt 1500 km.

Der westliche Teil China besteht größtenteils aus Gebirgen, im Osten ist das Land hingegen flach. Die Berge erreichen Höhen von 6000 und mehr Metern.

Der Süden China ist ebenfalls bergig. In die Mitte Chinas ragt das Tsinlingschan Gebirge, es schließt sich den westlichen Gebirgszügen an.

Nördlich des Tsinlingschan befindet sich ein großes Gebirge, dass zum Norden hin abflacht. Insgesamt sind 43% der chinesischen Landfläche gebirgig, 26% nehmen die Hochebenen ein, 19% des Landes sind hügelig und nur 12 Prozent Chinas sind eben.

Westost Profil mit Höhenlinien

Nordsüd Profil mit Höhenlinien

Das Chinesische Gewässernetz ist äußerst komplex.

Die Flüsse entspringen aus den Gebirgen im Westen und münden nach ihrem langen Verlauf durch China in das Gelbe Meer oder in das Pohai.

Die bekanntesten und wasserreichsten Flüsse sind der Hwangho (Huang He) und der Jangtsekiang.

Der Hwangho, der auch gelber Fluss genannt wird, entspringt im Nordwesten.

Er fließt zunächst nach Norden, er ändert seinen Verlauf in der Liukiaschlucht nach Westen, dort wird sein Wasserstand durch zahlreiche Wehre kontrolliert, anschließend passiert er die Stadt Lantschou.

Der Hwangho schlängelt sich durch das Gebirge in Richtung Nordost. Auf dem Weg zur Stadt Pautou überschwemmt er mehrere Flächen, darunter die Anbauflächen bei Jintschwan und Pauton, gelegentlich. Bei Pautou sind zwar Deiche vorhanden, doch sie können die Überschwemmungen nicht verhindern.

Der Hwangho fließt nun nach Süden und mündet in den Sanmen-Stausee.

Auf der Strecke von Pautou zum Sanmen-Stausee befinden sich 17 Wehre, die das Wasser den Höhenunterschied in Abschnitten bewältigen lassen.

In den Hwangho münden hier mehrere Flüsse; der Wasserstand des Hwangho wird dadurch reguliert, dass der Zufluss aus den anderen Flüssen mit Rückhaltebecken kontrolliert wird. In den Sanmen-Stausee münden noch weitere Flüsse, die weiter westlich im Gebirge entspringen, auch ihre Abgabe zum Stausee wird per Rückhaltebecken geregelt. Der Hwangho setzt seinen Weg durch den Sanmen-Stausee westlich in einen weiteren Stausee (bei Tschengtschou) fort. Auch auf diesem Weg befinden sich weitere Wehre. In diesen Stausee (der Name ist mir nicht bekannt) fließen noch andere Flüsse. Aus dem Stausee heraus kommt zum Hwangho noch ein Kanal (Kanal des Sieges), der einen Teil des Wasser zum Weiho leitet.

Hwangho und Weiho fließen parallel zu einander nach Nordosten. Beide münden in das Pohai, der Weiho zunächst in den Großen Kaiser Kanal dieser dann bei Tientsin (100km südöstlich von Peking), der Hwangho 200km weiter südlich.

Die Landschaft vom Stausee bis zum Pohai wird Große Ebene genannt und mehr oder weniger regelmäßig überschwemmt. Hier befindet sich auch eines der wenigen Flutauffangbecken Chinas (es liegt am Hwangho). Die beiden Flüsse (Weiho und Hwangho) sind hier komplett eingedeicht, Überschwemmungen aber trotzdem die Regel. Der Hwangho hat seinem Verlauf ab dem Stausee im Laufe der Jahre mehrmals geändert. Zuerst verlief er nördlich des Weiho und mündete bei Tientsin ins Pohai, vor 1200 nach Chr. südlich (Groß Kaiser Kanal parallel) und mündete ins Gelbe Meer, von 1938 bis 1946 verlief er direkt bei Stausee südlich, schließlich Hweiho parallel und mündete dort in den Jangtsekiang, wo heute der Groß Kaiser Kanal beginnt.

Der Große Kaiser Kanal kreuzt den Hwangho, er endet bei Tientsin und beginnt an einem Ausgang des Jangtsekiang, kleinere Seitenarme münden östlich der Großen Ebene in das Gelbe Meer.

Der Jangtsekiang beginnt in einem südwestlichem Gebirge und fließt Richtung Osten. Bevor er in die Tanghobecken mündet, nimmt er im Bereich des Roten Beckens Wasser aus anderen Flüssen auf, die den Tsinlingschan und weiteren Gebirgen entspringen. Die Tanghobecken bestehen aus mehren Stauseen, wie dem Kingkiang-Staubecken und dem Tungtingsee. Bekannteste Stadt in dieser Gegend ist Wuhan.

In diese Seen münden weitere Flüsse wie zum Beispiel der Hanho aus Norden und kleinere Flüsse des Schipauschan Gebirges.

Der Jangtsekiang ist von diesem Bereich bis zu seinem Ende im Gelben Meer (bei Wuhsi) nördlich von Schanghai komplett eingedeicht, allerdings werden die Landschaften trotzdem jährlich überschwemmt.

Der Jangtsekiang nimmt auf seinem Weg zum Meer noch Wasser aus dem Pojangsee und dem Tschausee auf, beide sind von Deichen umschlossen.

Die See werden durch kleine Flüsse aus den Gebirgen mit Wasser gefüllt.

Am Jangtsekiang liegen die anderen Flutauffangbecken, die jedoch nicht die Überschwemmungen verhindern können.

Die Große Ebene wird zur Hälfte jährlich überschwemmt, die andere Hälfte ,,nur" gelegentlich. Die Große Ebene beginnt südlich von Peking und endet 200km nördlich des Jangtsekiang, sie nimmt eine Fläche von 700 x 1000 Kilometern ein. Es gibt Flüsse die in der Großen Ebene, oder dem südlich der ebene gelegenem Tapieschan Gebirge entspringen. Es ist der Teil zwischen Hwangho und Jangsekiang gemeint. Die Flüsse des Gebirge haben zu Beginn alle eine Rückhaltebecken mit dem sich der Wasserstand regulieren lässt.

Die Flüsse der Großen Ebene und des Tapieschan Gebirges münden in den Hweiho, dieser schließlich in den Hungtsesee, der wiederum in den Großen Kaiser Kanal. Die Flüsse sind zum größten Teil eingedeicht.

Die Fließrichtung aller chinesischen Flüsse ist meist Richtung Osten, da das Gebirge dort abnimmt.

Nun zu den Anbauflächen.

Die landwirtschaftlich intensiv genutzten chinesischen Flächen befinden sich im Westen, in der Roten Ebene und in der Nähe von Flüssen.

Die Böden sind meist (außer in der Roten Ebene und ganz im Süden des Landes) Lössböden. Diese sind im Westen größtenteils geschlossen, in den anderen Teilen des Landes allerdings ist die Lössdecke locker.

In den Bereichen, die jährlich überschwemmt werden ist auch Schwemmlöss vorhanden, so bestehen die Böden der regelmäßig von Überschwemmungen heimgesuchte Große Ebene zu einem großen Teil aus Schwemmlöss.

Lössböden haben eine gute Wasserleitfähigkeit, sind nährstoffreich, locker und daher leicht zu bearbeiten. Außerdem sind sie fruchtbar und haben einen guten Wärme- sowie Wasserhaushalt.

Im Allgemeinen sind Lössböden in der ganzen Welt von großer landwirtschaftlicher Bedeutung.

Die bekanntesten Städte Chinas, Schanghai und Peking, liegen am Meer und an einem der beiden großen Flüsse (Schanghai am Jangtsekiang, Peking ist durch den Großen Kaiser Kanal mit dem Hwangho verbunden).

Alle in der Karte eingezeichneten Städte liegen an Flüssen oder Seen, daran ist zu erkennen, dass das Wasser aus den Flüssen für China sehr wichtig ist (Bewässerung) und dass die Wasserwege auch als Verkehrswege dienen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht alle Gewässer für Frachtschiffe schiffbar sind.

Da die großen Städte an einem Weltmeer liegen, ist davon auszugehen, dass viele Importe sowie Exporte per Wasserweg abgewickelt werden.

Nun erkläre ich noch die Bewässerung.

China übertrifft mit seinen vielen Reisfeldern, und daher 77 Mio. Hektar bewässerter Ackerfläche alle andere Länder der Erde bei weitem.

China besitzt daher weit mehr als 2000 Wasserspeicheranlagen.

Die weltweite bewässerte Ackerfläche wuchs im letzten Drittel dieses Jahrhunderts um circa 3 % pro Jahr.

Die Probleme, die durch Bewässerung entstehen können sind nicht zu unterschätzen, denn sie betreffen inzwischen 1/3 des weltweit bewässerten Landes.

Das Hauptproblem ist, dass durch fehlende Entwässerung der Salzgehalt des Bodens so stark ansteigt, dass die Pflanzen geschädigt oder zerstört werden.

Das Salz des eingesetzten Wasser sinkt dabei auf den Grundwasserspiegel ab. Fließt es nicht ab, steigt der Wasserspiegel bis zu den Wurzeln und behindert so dass Wachstum. Es ist also wichtig, dass bewässerte Flächen gut entwässert werden, damit der Grundwasserspiegel unterhalb der Wurzeln bleibt und das Salz durch dir oberen Bodenschichten durch gespült wird.

Wird nicht richtig entwässert sinkt zunächst der Ertrag, dann wird die Ackerfläche komplett verdorben.

Aufgrund der Größe des Landes ist in China eine große landwirtschaftliche Vielfalt vorhanden. Auch Flora (Pflanzen) und Fauna (Tiere) sind sehr mannigfaltig.

Die überwiegend im Westen aufzufindenden Gebirge beinhalten zahlreiche Bodenschätze und eben die wichtigen Wasserreservoire.

Das Klima ist ebenfalls sehr unterschiedlich, es gibt subarktische aber auch tropische Gebiete, daher sind Gletscher und Wüsten vorhanden.

In den meisten Teilen des Landes herrschen kontinentale Verhältnisse, dass heißt kalte Winter und heiße Sommer, vor.

Im Sommer sind die Temperaturen im gesamten Land annähert gleich, im Winter hingegen sehr unterschiedlich, so ist es im Süden im Winter 17,8°C warm, am Jangtsekiang allerdings nur 3,9°C.

Die Niederschläge sind auch unterschiedlich.

Im Süden fallen mehr als 1000 Millimeter, in der Großen Ebene ca. 750 mm, in nördlichen Grenzgebieten und Steppen sowie in den Hochgebirgen muss man sich mit Niederschlägen zwischen 100 und 300 mm begnügen.

Die Landwirtschaft ist in China von erheblicher Bedeutung, da sie für die Ernährung des riesigen Volkes unentbehrlich ist. Außerdem ist sie ein wichtiges Standbein der Wirtschaft. Daher werden 80% der Agrarfläche für die Nahrungsmittelproduktion verwendet. Reisanbau macht 1/3 dieser Fläche aus, damit ist er das wichtigste Ernteerzeugnis. Auf Platz zwei liegt der Weizen.

Die chinesischen Erzeugnisse werden zu größten Teilen vom Volk verbraucht und nicht etwa exportiert.

Nun noch etwas zum Hochwasserschutz.

Hochwasser kann mehrere Ursachen haben. Zum einen sinnflutartige Regenfälle, zum andere die Schneeschmelze.

Hochwasser tritt auf, wenn Boden und Vegetation das Wasser nicht mehr aufnehmen können und die Wassermassen nicht in Rückhaltebecken aufgefangen, oder in Kanälen abgeleitet werden kann.

Überschwemmungen haben fatale Folgen.

Menschen und Tiere geraten in Gefahr und Ernten (Pflanzen) können zerstört werden. Eine schnelle Strömung (bzw. Abfluss) verschlimmert die Lage, denn Teile des Bodens werden fort geschwemmt und dies führt zur Erosion.

Der Hochwasserschutz in China begann mit der Eindeichung des Hwangho.

Man nahm an, dass der Fluss dadurch tiefer und wasseraufnahmefähiger werden würde. Das Gegenteil trat ein. Das Flussbett erhöhte sich, da sich ( ), die sich sonst auf der gesamten Überschwemmungsfläche verteilten, nun im Flussbett absetzten.

Innerhalb von 4.000 Jahren stieg der Flussboden 21 Meter an.

Zur Erhaltung der Tiefe sind also kostspielige Ausbaggerungen erforderlich.

Die größte Hochwasserkatastrophe ereignete sich 1887 als der Damm der Hwangho brach und über eine Millionen Menschen sterben mußten.

Staudämme gibt es auch schon sehr lange (mehrere Jahrhunderte), allerdings wurden sie früher nur zur Energiegewinnung und zur Bewässerungszwecken errichtet und nicht zum Hochwasserschutz.

Die Probleme durch Hochwasser und Überschwemmungen hat der Mensch durch Abholzung und damit verbundener Bodenerosion weitgehend selbst geschaffen.

Riesige Bereiche auf der ganzen Welt sind durch intensive Bewirtschaftung und der darauf folgenden Erosion unbrauchbar geworden.

An den Absetzungen von ( ) im Flussbett zeigt sich, wie leicht der Mensch durch Eingriffe in natürliche Systeme, z.B. das regelmäßige über die Ufer treten von Flüssen, das ökologische Gleichgewicht stören kann.

Details

Seiten
6
Jahr
2000
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v97500
Note
1 (14 P)
Schlagworte
Wasserregulierung Hochwasserschutz China Klasse Thema China

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Titel: Wasserregulierung und Hochwasserschutz in China