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Planung des Projektes "Honigbiene" im Kindergarten. Fünf Angebote und eine Sachanalyse

Praktikumsbericht / -arbeit 2018 17 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhalt

1. Situativer Anlass

2. Kindergruppe

3. Sachanalyse

4. Ziele - angestrebte Kompetenzen
4.1. Die Kinder vertiefen und erweitern ihr Wissen über die äußeren Merkmale der Biene
4.2. Die Kinder vertiefen und erweitern ihr Wissen über den Lebensraum und die Lebensweise der Biene
4.3. Die Kinder entwickeln eine wertschätzende Haltung gegenüber der Biene (Kompetenz: Haltung/Einstellung)

5. Vorstellung des Projektes
5.1. Sachgespräch mit Hilfe von Büchern und Bildern, Bienen im Lupenglas und Honigwaben
5.2. Honig Muffins backen
5.3. Spieleinführung
5.4. Fantasiereise
5.5. Wir basteln eine Biene
5.6. Differenzierte Verlaufsplanung eines ausgewählten Angebotes

6. Literaturangaben

1. Situativer Anlass

In meiner Einrichtung ist ein wichtiger Teil die Selbstbildungsprozesse der Kinder zu fördern und den Kindern die Gelegenheit zu geben sich die Welt selber erschließen und kennenlernen zu können. Mit meinem Projekt möchte ich dazu beitragen, dass die Kinder einen neuen Einblick in die Natur erleben können und Wissen über den Bereich der Honigbiene und ihre Auswirkungen auf unser Leben erlangen.

In der nächsten Zeit soll auf dem großzügig aufgebauten Außengelände, in einem alten Baumstamm, ein Bienenhotel entstehen, dieses Bienen- bzw. Insektenhotel soll eine Nist- und Überwinterungshilfe für die Tiere sein. Des Weiteren sollen Häuser für Wildbienen gebaut werden, weshalb die Kinder im vor hinein schon einiges über die Bienen kennenlernen sollen, damit sie auch verstehen, wieso wir uns um das Leben der Bienen kümmern und weshalb diese wichtig für uns sind.

Oft haben Kinder vor Bienen Angst oder finden sie „ekelig“, dem möchte ich damit entgegen wirken, dass die Kinder lernen wertschätzend mit der Natur und der in ihr enthaltenen Lebewesen umzugehen.

Meine persönliche Motivation das Thema „Honigbiene“ zu wählen ist der, dass ich durch verschiedene Artikel verstanden habe, wie wichtig die Honigbiene für unseren Lebensraum ist. Zwei Drittel der Nahrungsmittel hängen von der Arbeit der Bienen ab und da die Biene vom Aussterben bedroht ist, könnte durch eine Mangelernährung, die von den Ernteausfällen (Obst, Gemüse und Getreide) ausgehen würde, mit einer höheren Sterberate gerechnet werden. Somit ist es wichtig, dass die Kinder verstehen, wie wir die Natur und die Lebewesen unterstützen können.

2. Kindergruppe

Mit meinem Thema „Die Honigbiene“ möchte ich grundsätzlich alle Kinder der Gruppe ansprechen. Da in meiner Einrichtung der Situationsansatz sehr stark ausgelebt wird, möchte ich, dass die Kinder selber entscheiden können, an welchen Angeboten sie teilnehmen können. Die Kinder sollen nicht das Gefühl von Zwang haben und sich freiwillig dem Angebot anschließen. Dennoch werde ich einige Kinder aus der Gruppe beschreiben, von denen ich mir erhoffe, dass sie gerne an dem Projekt teilnehmen möchten. Die Projektgestaltung ist so angelegt, dass Kinder jeden Alters teilnehmen können.

DIE NAMEN WURDEN GEÄNDERT UND DIENEN NUR ALS BEISPIEL

Lea ,w 6;11 Jahre

Lea ist ein sehr fröhliches und begeisterungsfähiges Mädchen. Sie spielt und malt oft sehr ausdauernd. Sie kann sich sehr gut kreativ ausleben und auch sprachlich drückt sie sich gut aus. Sie ist sehr neugierig und wenn sie ein Thema besonders interessiert informiert sie sich umfassend und ist sehr gut in der Lage andere Personen ebenfalls über diese Themen zu informieren.

Lea hat vor einigen Wochen ein Experimentierset mit Urzeitkrebsen geschenkt bekommen und hat an dem Tag allen Kindern und Erwachsenen freudig erzählt, was die Besonderheiten der Tiere sind und es so geschafft innerhalb der Gruppe alle sehr für das Thema zu interessieren.

Ich denke, dass Lea in der Lage wäre die anderen Kinder bei dem Projekt der Honigbiene mitzureißen und sie zu motivieren auf die Bienen zu achten und ihnen einen besseren Lebensraum zu schaffen.

Andreas, m 5;2 Jahre

Andreas ist ein sehr fröhliches und wissbegieriges Kind. Er ist sehr kreativ und Kommuniziert sowohl mit Erzieherinnen, als auch mit den anderen Kindern sehr gut. Er scheut sich nicht davor neue Dinge auszuprobieren und anderen Kindern diese dann zu präsentieren. An Themen, die ihn interessieren kann er lange und ausdauernd arbeiten.

Ich denke, dass Andreas die anderen Kinder ermutigen könnte neues auszuprobieren und er somit die Motivation der Gruppe positiv unterstützen würde.

Jakob, m 4;7 Jahre

Jakob ist ein ruhiges und rücksichtsvolles Kind. Er ist dankbar für jede Möglichkeit sich in ein Spiel mit einzubeziehen oder wen ihm vorgelesen wird. Wenn man ihn fragt, was er spielen möchte, schlägt er sehr oft vor, dass man ein Buch lesen könne. Er ist sehr freundlich und kommuniziert auf verschiedenen Wegen mit Kindern und Erziehern.

Ich denke, dass Jakob sehr viel Ruhe und Gelassenheit in mein Projekt bringen kann, mit seiner entspannten Art wird er vielleicht auch andere Kinder mitreißen.

Ich habe die Hoffnung, dass das Bienenprojekt Jakobs Experimentierfreude weckt und er für sich neue Beschäftigungsangebote entdeckt.

Mila, w 3;4 Jahre

Mila ist ein freundliches und kommunikatives Mädchen. Sie ist sehr aktiv und interagiert gerne mit Kindern aus der Gruppe. Obwohl sie noch jünger als andere Kinder ist kann sie sich gut ausdrücken. Besonders überrascht hat Mila mich, als wir bei meinem 2. Praxisbesuch auf die Ankunft meiner Lehrerin warteten und sie zu mir sagte, dass sie aufgeregt sei. Ich habe nicht erwartet, dass Mila ihre Gefühle schon so ausdrücken kann, wie sie es in diesem Moment getan hat.

Generell denke ich, dass Mila durch ihre guten Einfälle und tollen Ideen das Projekt gut unterstützen kann und sich auch sehr gut gegen die älteren Kinder behaupten kann.

Finja, w 4;5 Jahre

Finja ist ein freundliches und intelligentes Mädchen. Sie ist sehr aktiv und nimmt ihre Umwelt gut wahr. Sie versteht neue Spiele schnell und spielt sehr Konzentriert. Als ich Finja im Sand beobachtet habe ist mir aufgefallen wie ausdauernd sie spielt und immer wieder experimentiert und ausprobiert.

Ich denke, dass die Ausdauer von Finja und ihre Experimentierfreudigkeit für mein Projekt von sehr gutem Nutzen wäre, da Finja den anderen Kindern vielleicht neue Wege zeigen könnte an Antworten auf Fragen zu kommen.

Lotta, w 6;2 Jahre

Lotta ist ein kreatives und wissbegieriges Kind. Sie lernt gerne neue Sachen und übt so lange, bis ihr diese Dinge auch gelingen. Sie ist dann sehr stolz und zeigt auch gerne das Neu erlernte. Sie ist sehr fröhlich und geht mit anderen Kindern sehr respektvoll um. Sie ist sehr standhaft, auch wenn Kinder eine andere Meinung haben als sie. Lotta ist sehr gut in der Lage sich auszudrücken und schafft es Sachen sehr gut verständlich zu erklären.

Ich denke, dass Lotta in dem Projekt ihre Lust nach neuem Wissen stillen kann und die Gruppe mit ihrer besonnen Art unterstützen kann.

Jule, w 4;3 Jahre

Jule ist ein lebensfreudiges und lebendiges Kind. Sie lacht oft und ist sehr kommunikativ. Sie ist für ihr Alter im sprachlichen Bereich gut entwickelt und hat eine hohe Auffassungsgabe. Sie hat selten Streit mit anderen Kindern und spielt ausdauernd.

Ich denke, dass Jule in dem Projekt mit den stilleren Kinder gut kommunizieren kann und die anderen Kinder vielleicht so die Möglichkeit haben mehr zu sprechen, bzw. sich mehr zu trauen.

Emmy, w 3;7 Jahre

Emmy ist ein sehr liebes und durchsetzungsfähiges Mädchen. Sie weiß, was sie will und scheut sich meistens auch nicht dies auszudrücken. Wenn sie an einer Sache Spaß hat oder es sie interessiert arbeitet sie sehr konzentriert und ausdauernd. Sie genießt es, wenn ihr vorgelesen wird und sie ruhig zuhören kann. Oft spricht sie nur wenige Worte, weshalb ich mir von dem Bienenprojekt erhoffen würde, dass es Emmy Spaß macht und sie sich in den Aktionen besser ausleben kann. Ich fände es sehr schön zu sehen, wenn Emmy noch mehr Kontakte knüpft und mit ihnen mehr interagiert.

Johannes, m 6;5 Jahre

Johannes ist ein ruhiges und aufgeschlossenes Kind. Er ist hilfsbereit und hält sich sehr oft an die Regeln innerhalb der Gruppe. Er kann gut mit anderen Kindern und den Erzieherinnen kommunizieren. Er ist sehr kreativ und einfallsreich und man erkennt sein Interesse an neuen Dingen, wenn man sich mit ihm unterhält.

Ich denke, dass Johannes bei dem Projekt gut mitarbeiten kann, da er sich manchmal mehr Beschäftigung wünscht und er bei dem Projekt sein Wissen erweitern kann, was ihm meistens viel Spaß macht.

3. Sachanalyse

a. Wissen zum Thema

Siehe Anhang. Die Sachanalyse wurde innerhalb des naturwissenschaftlichen Unterrichts angefertigt. (Anmerkung der Redaktion: Aus urheberrechtlichen Gründen wurde der Anhang entfernt.)

b. Pädagogische Bedeutung

Das Projekt der Honigbiene soll den Kindern die Biene näher bringen und sie sensibler im Umgang mit ihr machen. Die Kinder sollen durch ihre Gefühle, Interessen und Erfahrungen, die sie in der Zeit sammeln eine größere Verbundenheit mit der Natur bzw. der Tierwelt erlangen. Hierzu gehört zum Beispiel das Aussehen der Biene, sowie der Lebensraum der kennengelernt wird. Des Weiteren sollen die Kinder die Bienen wertschätzen zu lernen, indem sie selbst Nachforschungen betreiben und lernen, dass die Honigbiene eine sehr große Rolle für unsere Umwelt spielt. Um dieses Ziel zu erreichen möchte ich auch die Kinder von Begegnungen mit Tieren berichten lassen. Je nachdem was die Kinder erzählen werde ich sie bestärken oder doch darauf aufmerksam machen, dass man mit den kleinen Lebewesen, wie Insekten verantwortungsvoll und vorsichtig umgehen müssen.

Da wir gemeinsam auf der Erde leben und in ständiger Wechselbeziehung mit den Tieren und der Natur stehen, ist es ratsam den Kindern möglichst viele Kenntnisse über die Umwelt zu vermitteln, damit die Kinder schon früh lernen sich eine ökologische Lebensweise anzueignen1. Damit sich eine solche Lebensweise in das Leben der Kinder integrieren kann, stehen im Mittelpunkt der achtsame Umgang mit den natürlichen Ressourcen, das Erleben intakter Lebensräume und praktische Projekte, die den Kindern den Umweltschutz spielend beibringen.

Hierbei ist besonders wichtig, dass die Erwachsenen Vorbilder für die Kinder sind. Entscheidend können hierbei scheinbar unwichtige alltägliche Handlungen im Tagesablauf der Kinder sein. Eltern und Erzieher sollten die Kinder in Situationen unterstützen, in denen sie ihre Umwelt wahrnehmen, da in vielen Sozialisationsverlaufen die Naturwahrnehmung kaum noch Bedeutung hat. Solche Naturwahrnehmungen sollten weiterverfolgt und unterstützt werden.2

Die natürliche Neugierde, Unvoreingenommenheit und Begeisterungsfähigkeit für die Natur der Kinder soll durch Projekte, wie das der Honigbiene, angeregt werden und hierbei geht es vorerst nur um die Entwicklung von Fragen, als um fertige Antworten, auch an dieser Stelle ist die Unterstützung durch Erwachsene erforderlich.

Die Suche nach den Antworten sollen die Kinder auf ihre eigene Art und Weise gestalten, da sie nur so eigene Lösungswege entdecken können.

Während meines Projektes sollen die Kinder so viele Sinne und Emotionen angesprochen und erlebt werden, wie nur möglich. Sie sollen riechen, hören, sehen und fühlen, um viele Erfahrungen zu machen. Die Kinder sollen beispielsweise durch ein Lupenglas eine Biene betrachten und so können sie nicht nur die Bienen in Büchern erleben, sondern das Gesehene auf die echten Bienen übertragen und so ihr Wissen vertiefen. In dem Lupenglas befinden sich tote Bienen, die durch einen Imker zur Verfügung gestellt wurden und die Kinder können auch, wenn sie wollen die Bienen anfassen und so haben sie die Möglichkeit das weiche Fell der Bienen zu ertasten.

Besonders im Frühling werden die Kinder mit all ihren Sinnen angesprochen. Sie riechen die verschiedenen Blumen, sie sehen die verschiedenen Farben der Pflanzen und Tiere, die durch die Luft fliegen oder auf Blättern sitzen. Hierbei ist besonders die Honigbiene mit ihrer gelben Farbe auffällig. Die farbenfrohen Tiere ziehen die Kinder an und wecken ihre Neugierde.

Wenn die Kinder durch die Erlebnisse in der Natur, wie zum Beispiel das aussähen von Blumensamen oder die Suche nach herumschwirrenden Bienen, erkennen sie die Zusammenhänge zwischen der Natur und unserem Leben. Sie lernen nach und nach die Umwelt als unersetzlich anzuerkennen und so können sie „altersentsprechend Verantwortung für sich, für ihr Handeln und den Umgang mit der Natur und Umwelt übernehmen“(Bildungsgrundsätze für Kinder von 0-10 Jahren, 2016). Je früher die Kinder an eine solche Verantwortung herangeführt werden, umso wichtiger werden sie diese Rolle nehmen.

4. Ziele - angestrebte Kompetenzen

4.1. Die Kinder vertiefen und erweitern ihr Wissen über die äußeren Merkmale der Biene (Kompetenz Wissen/Erkennen)

- Die Kinder betrachten das Sachbilderbuch „Die Biene“ und beschreiben wesentliche äußere Merkmale der Biene
- Beim Bastelangebot berücksichtigen sie die äußeren Merkmale der Biene z.B. Malen diese Gelb- Schwarz an
- Die Kinder sagen, dass die Honigbiene sich durch einen Stachel vor Feinden schützt
- Die Kinder betrachten die Biene in dem Lupenglas und können sagen, dass die Biene 2 Paar Flügel besitzt
- Die Kinder erkennen die Biene in der Natur wieder (=Ziel im kognitiven Lernzielbereich)

4.2. Die Kinder vertiefen und erweitern ihr Wissen über den Lebensraum und die Lebensweise der Biene (Kompetenz: Wissen/Erkennen)

- Sie erzählen, dass eine Biene im Bienenstock lebt und Pollen sammelt und so Honig produziert
- Sie beschreiben, dass die Biene wichtig ist für unser Leben
- Sie beschreiben, dass im Bienenstock eine Bienenkönigin lebt (=Ziel im kognitiven Lernbereich)

4.3. Die Kinder entwickeln eine wertschätzende Haltung gegenüber der Biene (Kompetenz: Haltung/Einstellung)

- Durch das Sachbuch erfahren und beschreiben, wie viel Honig die Biene uns gibt
- Beim Zubereiten der Muffins stellen sie fest, wie der Honig schmeckt
- Die Kinder staunen und äußern, dass die kleinen Bienen eine große Rolle in unserem Leben spielen.
- Die Kinder sagen, dass man die Bienen nicht fangen sollte, da sie doch fliegen müssen (=Ziel im affektiven Bereich)

[...]


1 Raingard Knauer / Petra Brandt – Ich schütze nur, was ich liebe, Seite 14

2 Raingard Knauer / Petra Brandt – Ich schütze nur, was ich liebe, Seite 18

Details

Seiten
17
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783346327222
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v976582
Note
1,3
Schlagworte
Honigbiene Erzieher Ausbildung Planung pädagogische Bedeutung Hausarbeit Projekt Biene Kindergarten Großplanung
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