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Der Einfluss der dunklen Triade auf die Arbeitszufriedenheit. Ein wissenschaftliches Exposé

Essay 2019 20 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung und Forschungslücke

Motivation

Theoretischer Hintergrund

Stand der Forschung und Hypothesenbildung

Vorgehensweise der Untersuchung
Beschreibung der Stichprobe und des Designs
Beschreibung der Durchführung und des Untersuchungsmaterials

Erwartete Ergebnisse

Vorläufige Gliederung der Arbeit

Zeitplan

Reflexion des Vorhabens

Literaturverzeichnis

Abstract

Diese vorliegende Arbeit dient als Exposé der Masterarbeit und hat die dunkle Tirade und deren Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit zum Thema. Studien, welche im weiteren Verlauf des Exposés nachzulesen sind, zeigen eine grundlegende Unzufriedenheit der deutschen Arbeitneh­mer. Unzufriedenheit kann aus verschiedenen Motiven heraus entstehen. Die einzelnen Facetten der dunklen Triade (Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie) sind kein neues Thema, aller­dings ist das zusammengefasste Konstrukt der dunklen Triade ein junges und vielversprechendes Forschungsgebiet. Für die vorliegende Arbeit wurde folgende Forschungsfrage entwickelt. Inwie­weit hat die dunkle Triade Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit? Daraus abgeleitet lassen sich fol­gende drei Hypothesen formulieren. H1: Personen mit einer hohen Ausprägung bei Narzissmus ha­ben eine höhere Arbeitszufriedenheit als Personen die bei Narzissmus eine niedrige Ausprägung aufweisen. H2: Personen mit einer hohen Ausprägung bei Psychopathie haben eine höhere Arbeits­zufriedenheit als Personen die bei Psychopathie eine niedrige Ausprägung aufweisen. H3: Perso­nen mit einer hohen Ausprägung bei Machiavellismus haben eine höhere Arbeitszufriedenheit als Personen die bei Machiavellismus eine niedrige Ausprägung aufweisen. Mittels validierter Frage­bögen werden die Daten erhoben und es ist von einem positiven Zusammenhang der einzelnen Per­sönlichkeitsmerkmale mit Arbeitszufriedenheit auszugehen. Das vorliegende Exposé dient dazu das methodische Vorgehen der Masterarbeit zu erläutern.

Keywords: Arbeitszufriedenheit, Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie, dunkle Tirade

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die drei Facetten der dunklen Triade (Eigene Darstellung nach Furtner, 2017)

Abbildung 2: Interkorrelation zwischen Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus

Abbildung 3: Ermittlung des Stichprobenumfangs (Ausgabefenster, G*Power, 2020)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: tabellarischer Zeitplan (Eigene Darstellung)

Einführung und Forschungslücke

In den letzten paar Jahren, wird die Annahme, dass die deutschen Arbeitnehmer eine große Unzufriedenheit bezügliches ihres Jobs haben, immer deutlicher. Die Lage der Unzufriedenheit spitzt sich immer weiter zu. Auf Basis einer Gallup Umfrage wurde festgestellt, dass 2018 ein volkswirtschaftlicher Schaden in einem dreistelligen Milliarden Bereich einzig allein auf die Unzu­friedenheit der Arbeitnehmer zurückzuführen ist (Mink, 2018). Diese Fakten veröffentliche Gallup mittels einer Pressemitteilung im Jahr 2018. Allerdings sind dies keine neuen Erkenntnisse, 2016 veröffentliche Avantgarde die Ergebnisse ihrer Studie. 87% der deutschen Arbeitnehmer sind nicht mehr zufrieden mit ihrer aktuellen Position und haben großes Interessen daran den Job und sogar den Arbeitgeber zu wechseln (Avantgarde, 2016). Dass eine extreme Unzufriedenheit bei den deut­schen Arbeitnehmer herrscht, unterstreicht Mink, im Jahr 2018 haben bereits fünf Millionen Arbeit­nehmer innerlich gekündigt (Mink, 2018). Somit entsteht nicht nur eine anhaltende Unzufriedenheit der deutschen Berufstätigen sondern auch große wirtschaftliche Verluste für die betroffenen Unter­nehmen. Unzufriedenheit bei den deutschen Berufstätigen, lässt mitunter auf folgendes zurückfüh­ren. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bildungssystem stark verändert. Es ist mittlerweile mög­lich ohne einen Hochschulabschluss zu studieren, der Bachelor und Master haben das Diplom er­setzt und erleichtern somit den Absolventen einen direkten Einstieg in das Berufsleben. Es herrscht ein sehr schnelllebiges Zeitalter, alle zwei Jahre soll der Beruf gewechselt werden, ansonsten wirkt sich das schlecht im Lebenslauf und bei den zukünftigen Arbeitgeber aus. Es lässt also vermuten, dass aus diesem Gefühl heraus, immer wieder vorwärts zu kommen und nicht zu stagnieren, eben­falls eine Unzufriedenheit entsteht. In der vorliegenden Arbeit soll jedoch nicht die Gründe der Ar­beitsunzufriedenheit erörtert werden, sondern es wird das Interesse bezüglich des Einflusses der dunklen Triade auf die Arbeitszufriedenheit in den Fokus gestellt. In der Alltagspsychologie werden Narzissten beispielsweise als selbstverliebt und mit starkem Selbstbewusstsein beschrieben (Twenge & Campbell, 2013). Im Umkehrschluss ist eine Narzisst somit auch automatisch zufriede­ner mit seiner Arbeit, bzw. müsste hohe Arbeitszufriedenheit aufweisen. In diesem Exposé gilt es, den Einfluss der dunklen Triade auf die Arbeitszufriedenheit mittels einer empirischen Untersu­chung zu untersuchen. Narzissmus ist nur eines der drei Facetten. Machiavellismus und Psychopa­thie vervollständigen die dunkle Triade, welche in den vergangenen Jahren immer mehr an Popula­rität gewonnen hat. Der aktuelle Trend, nicht mehr nur die singulären Persönlichkeitsbeschreibun­gen zu betrachten, sondern die dunkle Triade als gesamt Konstrukt heran zuziehen, könnte durchaus an dem mysteriösen, mystischen und geheimnisvollen Konstruktnamen liegen (Schwarzinger & Schuler, 2016). Jedoch werden, obwohl das Konstrukt der dunklen Triade in der letzten Zeit sehr an Popularität gewonnen hat und immer bedeutsamer für die Wissenschaft wurde, nur die einzelnen Teile der Triade im Zusammenhang mit Arbeitszufriedenheit untersucht. Deshalb ist es in dieser empirischen Untersuchung von Interesse, jeweils die einzelnen Bestandteile unabhängig sowie das gesamte Konstrukt im Zusammenhang mit Arbeitszufriedenheit zu untersuchen und die vermuteten Zusammenhänge entsprechend zu interpretieren.

Ziels dieses Exposés ist es, sich mit der geplanten Thema für die Masterarbeit auseinander zu setzen, Einblicke in das Forschungsgebiet zu erhalten und somit das weitere Vorgehen für die Masterarbeit zu planen und zu strukturieren.

Motivation

Eine erschreckende Tatsache war für mich, dass wirklich so viele Menschen in Deutsch­land mit Ihrem Job nicht zufrieden sind und darüber nachdenken zu kündigen. Doch was steht da­hinter. Ist es der Job, also die ausführende Tätigkeit, oder ist der Vorgesetzte. Viele Führungskräfte sind nicht geeignet und können die Stelle nicht ausfüllen. Häufig hört man von Narzisstischen und machiavellistischen Persönlichkeitsmerkmalen welche in den Führungsebenen verankert sind. Dies hat mich zu meiner Themenauswahl gebracht. Betrachtet man die schädlichen Persönlichkeitsmerk­male im Einzelnen, findet man Fragmente davon in sich selbst wieder. In Maßen ist das nicht schlimm, denn jeder von uns trägt z.B. Bestandteile von Narzissmus in sich. Jedoch gibt es viele Menschen unter uns, die alle höhere Ausprägungen in den Persönlichkeitsmerkmalen der dunklen Triade haben. In den letzten Jahren ist das Thema der dunklen Triade immer Populärer geworden, gerade in Bezug auf die Führungsebene (Zeit Online Arbeit, 2019). Es leben viele „Toxiker“ unter uns oder sind direkte Kollegen (Zeit Online, 2016). In wieweit hat die dunkle Triade einen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit, sind Personen die diese Persönlichkeitsmerkmale der dunklen Tirade in einem hohen Ausmaß erfüllen zufrieden mit ihrer Arbeit? Können sie jemals zufrieden sein oder rennen sie einem Wunschbild ihres Selbst hinterher? Diese Fragen haben mich dazu angeregt mein Master Thesis und das vorliegende Exposé über die Persönlichkeitsmerkmale der dunklen Triade in Bezug auf die Arbeitszufriedenheit zu schreiben.

Theoretischer Hintergrund

In diesem Kapitel wird auf das Konstrukt der dunklen Triade und die einzelnen Persönlich­keitsmerkmale eingegangen sowie den theoretischen Hintergrund der Arbeitszufriedenheit erläutert.

Paulhus und Williams sind die Väter der dunklen Triade und gaben ihr 2002 diesen ge­heimnisvollen und mystischen Namen, da sich alle drei Facetten mit einigen Merkmalen über­schneiden und somit als bösartig und dunkel gelten. Alle drei Facetten, haben einen Punkt an dem sie sich überschneiden, der sogenannte gemeinsame Punkt der niedrigen Verträglichkeit. Siehe Ab­bildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die drei Facetten der dunklen Triade (Eigene Darstellung nach Furtner, 2017)

Paulhus und Williams 2002 postulieren, dass alle drei Persönlichkeitsmerkmale in unter­schiedlichem Maße soziale böswillige Charaktereigenschaften mit Verhaltenstendenzen zu Ego­zentrik, emotionaler Kälte sowie Aggressivität und Selbstdarstellung teilen. In Abbildung 2 wird die Korrelation innerhalb der dunklen Triade unter den Facetten selbst sehr deutlich veranschaulicht. Psychopathie und Machiavellismus korrelieren im mittleren Bereich bei r= .31. Narzissmus und Machiavellismus wiederrum korrelieren mit einem schwachen bis mittelstarken Effekt im erkennba­ren Bereich von r= .25. Die als stärkste der Interkorrelationen von allen in der dunklen Triade gilt, ist die Korrelation zwischen Narzissmus und Psychopathie und liegt bei r= .50 (Paulhus & Willi­ams, 2002).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Interkorrelation zwischen Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus.

Anmerkung: p < .001 (zweiseitig) signifikant (# = 245) (Eigene Darstellung in Anlehnung an Paulhus &Williams, 2002)

Der Ursprung des Narzissmus ist umstritten, ist gibt viele unterschiedliche Theorien. Eine davon ist, das Narziss aus der griechischen Mythologie die Liebe einer Nymphe ablehnt und an­schließend mit unendlicher Selbstliebe bestraft wird und an dieser Strafe zugrunde geht (Extern­brink & Keil, 2018). Narzissmus wird mit traits wie dem Mangel an Empathie, Egozentrizität, Emp­findlichkeit, Entwertung, (Haller, 2013), leichter Kränkung, Selbstverliebtheit, Arroganz, Egoismus,

Neid, Tendenz zu Eingehen von Risiken, Selbstbewunderung, Überlegenheitsgefühl und Ichsucht (Maaz, 2016) in Verbindung gebracht. 1898 konnte Henry Havelock Ellis, ein britischer Sexualfor­scher erstmals eine Verbindung von Narzissmus in der Psychologie und der griechischen Mytholo­gie ziehen. 1899 stellte Paul Näcke, ein deutscher Psychiater, die Selbstbewunderung und- Verliebt­heit von Narzissten in den Vordergrund (zitiert nach Haller, 2013, S. 30). Sigmund Freud postu­lierte 1910, dass Narzissmus eine Störung ist, wodurch der eigene Körper als Sexualobjekt betrach­tet wird (zitiert nach Haller, 2013, S.30).

Eine weitere Facette der dunklen Triade ist der Machiavellismus. Der historische Ursprung liegt weit zurück und lässt sich im 15. Jahrhundert verankern. Bestandteile dieses Persönlichkeits­merkmals sind Manipulation, Zynismus sowie geringe moralische Zweifel (Christie & Geis, 1970). 1970 wurde der Begriff des Machiavellismus von Christie und Geis entwickelt. Grundlage dafür waren verschiedene Werke von Machiavelli. Machiavellisten werden als manipulativ, ausbeute­risch, zynisch und unfähig zwischenmenschliche Beziehungen zu führen, bezeichnet (Küfner,

Dufner & Back, 2014). Sie sind Experten darin, ihren eigen makellosen Ruf nach außen zu behalten und vor jeglichem Schaden zu schützen, dafür wenden sie strategische Taktiken an um den kleins­ten Funken der Schwäche abzuwenden und nach außen hin zu glänzen (Jones & Paulhus, 2014, zi­tiert nach Shepperd & Socherman, 1997).

Mit Psychopathie wird die dunkle Triade komplettiert und als problematischster Faktor al­ler drei Eigenschaften gesehen (Paulhus & Harms 2001). Hare beschreibt 2005 Psychopathen als rücksichtslos und zu sinnloser Brutalität fähig. Sie benötigen keinen emotionalen motivierenden Anlass um Brutalität walten zu lassen. Charmante und selbstbewusste Züge lassen im ersten Mo­ment nicht erahnen, dass das Gegenüber hohe Ausprägungen in Psychopathie erfüllt und machen Psychopathen umso gefährlicher. Manipulation als solches kann auch zu ihren Fähigkeiten gezählt werden (Cooke, Michie & Hart, 2006). Ein fehlendes Gewissen und die mangelnde Fähigkeit zu emotionalen Erfahrungen deuten auf einen inneren Fehler, laut Patrick (2006) und machen einen Psychopathen aus.

Abschließend lässt sich sagen, dass jedes Individuum kleine Teile der der einzelnen Facet­ten in sich wiederfindet, Fragmente dieser Facetten stellen keine Bedrohung dar. Die Konstrukte sind voneinander unabhängig, finden sich aber in der dunklen Triade im Kern der niedrigen Ver­träglichkeit (siehe Abbildung 1) zusammen.

Für Arbeitszufriedenheit lassen sich viele Definition heranziehen. Siemund 2013 beispiels­weise definiert Arbeitszufriedenheit als Resultat eines Bewertungsprozesses. „Inwieweit individu­elle Ansprüche, Bedürfnisse und Erwartungen durch die Bedingungen und Merkmale der Erwerbs­tätigkeit erfüllt bzw. befriedigt werden“ (Siemund, 2013, S.106). Arbeitszufriedenheit entsteht so­mit aus der Bedürfnisbefriedigung heraus. Bei Arbeitszufriedenheit handelt es sich um eine Einstel­lung des Individuums zu seiner Erwerbstätigkeit. Das Individuum bewertet alles zwischen dem was ist und was sein soll und bezieht alle individuellen Bedürfnisse mit ein, ebenso diese, welche vom Umfeld attraktiv beeinflusst wurde und nicht nur die, welche die Person betreffen (Kirchler &

Hölzl, 2008, S. 243 - 244). Arbeitszufriedenheit ist als komplexes Konstrukt zu betrachten. Der zu verwende Fragebogen zur allgemeinen Arbeitszufriedenheit von Fischer und Lück (2014), beinhal­tet unterschiedliche Facetten der Motivation welche zu Arbeitszufriedenheit führen kann.

Stand der Forschung und Hypothesenbildung

Obwohl es sich um ein noch junges Forschungsfeld handelt, gibt es bereits einige Studien die sich mit der dunklen Triade in Verbindung mit Arbeitszufriedenheit beschäftigt haben. Der Ein­fluss von einem Persönlichkeitsmerkmal auf die Arbeitszufriedenheit, losgelöst von der dunklen Triade konnte bereits von Mathieu und Babiak 2016 nachgewiesen werden. Mathieu und Babiak haben sich auf einen Teil der einzelnen Facetten konzentriert, den problematischsten aller drei Fa­cetten, die Psychopathie. Eine vergleichbare Studie ist die von Jonason, Wee und Li (2015), welche den Einfluss der Persönlichkeitsmerkmale der dunklen Triade auf das Arbeitsklima und Arbeitszu­friedenheit untersuchten. Alle Persönlichkeitsmerkmale korrelieren mit dem Arbeitsklima und der Arbeitszufriedenheit, am stärksten allerdings korreliert Narzissmus. Aus der zu Beginn erörterten Forschungsfrage, Inwieweit hat die dunkle Triade Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit, lassen sich folgende Hypothesen formulieren.

H1: Personen mit einer hohen Ausprägung bei Narzissmus haben eine höhere Arbeitszu­friedenheit als Personen die bei Narzissmus eine niedrige Ausprägung aufweisen.

H2: Personen mit einer hohen Ausprägung bei Psychopathie haben eine höhere Arbeitszu­friedenheit als Personen die bei Psychopathie eine niedrige Ausprägung aufweisen.

H3: Personen mit einer hohen Ausprägung bei Machiavellismus haben eine höhere Ar­beitszufriedenheit als Personen die bei Machiavellismus eine niedrige Ausprägung aufweisen.

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Details

Seiten
20
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783346330321
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v977775
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
2,0
Schlagworte
einfluss triade arbeitszufriedenheit exposé

Autor

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