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Die Jupiter-Prophezeiung (Verg. Aen. 1,254-296) und die Bedeutung der fata

Hausarbeit 2015 19 Seiten

Klassische Philologie - Latinistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Fata – ein beliebtes Wort in der Aeneis

2 Erschließung der Jupiter-Prophezeiung (Verg. Aen. 1,254-296)
2.1 Einordnung in den Gesamtkontext
2.2 Inhaltsanalyse in Verbindung mit sprachlich-stilistischen Mitteln
2.2.1 Beruhigung der Venus: Aeneas´ fata immota (254-266)
2.2.2 Ausblick auf die weitere Vorgeschichte Roms: Ascanius, gens Hectorea und Romulus (267-277)
2.2.3 Göttlich legitimierte Herrschaft: imperium sine fine und Einlenken der Juno (278-285)
2.2.4 Erfüllung der fata: Julius Caesar und posita bella (286-296)
2.3 Funktion der Szene
2.4 Zwischenergebnis

3 Die Bedeutung der fata in der Jupiter-Prophezeiung
3.1 Fata als übergeordnete Macht und „Gesetz der Geschichte“
3.2 Fata als genealogisch-aitiologisches Erklärungsmode

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Fata – ein beliebtes Wort in der Aeneis

In Vergils Aeneis kommt der lateinische Begriff fatum1 oft im Plural als fata – im Vergleich zu den anderen Schicksalsbegriffen wie sors oder fortuna mit Abstand am häufigsten vor: insgesamt 127 Mal wird im gesamten Werk von fatum oder fata gesprochen, verwandte Adjektive nicht mitgezählt.2 Dass fatum ein bedeutendes Motiv in der Aeneis ist, kann man nicht nur an solchen Zahlen festmachen. Betrachtet man den Inhalt des Epos, wird die Relevanz des Schicksalskonzepts für die Erzählung deutlich; im Prinzip lösen nämlich die fata die ganze Handlung aus.

Deswegen soll in der vorliegenden Arbeit die Bedeutung von fata3 in der Aeneis herausgearbeitet werden. Es geht also um die Frage, welche Funktionen die fata im Epos erfüllen. Der Fragestellung soll am Beispiel einer bestimmten Szene, der Jupiter-Prophezeiung (Verg. Aen. 1,254-296)4, nachgegangen werden. Neben dem Proömium, worin wenig vom Inhalt der fata gesprochen wird, ist die Jupiterrede nämlich die erste Stelle im Epos, die die fata enthüllt. Deshalb eignet sie sich besonders gut, um ihre Bedeutung aufzuzeigen.

Gegliedert wird die Arbeit im Wesentlichen in zwei Teile: zunächst soll die Götterszene in den Gesamtkontext eingeordnet und daraufhin in vier Sinnabschnitte gegliedert nach Inhalt, Sprache und Aufbau analysiert werden, um so die grundlegende Erschließung des Textes zu gewährleisten. Da in der Szene Jupiter mit Venus spricht, kann das von der Göttin zuvor Gesagte (vgl. 229-253) nicht komplett in der Analyse außen vor gelassen werden.5 Der erste Teil schließt nach der Bewertung der Szene für den weiteren Handlungsverlauf mit einem Zwischenfazit ab. Aufbauend auf den bisherigen Ergebnissen werden im nächsten Schritt die zwei Bedeutungsmodelle der fata erläutert. Dabei widersprechen sich die beiden Funktionen nicht, sondern sind als ergänzend zu einander zu betrachten. Eine Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse bildet letztendlich den Abschluss der Arbeit.

2 Erschließung der Jupiter-Prophezeiung (Verg. Aen. 1,254-296)

2.1 Einordnung in den Gesamtkontext

Vergil6 leitet das Proömium seines ersten Buches mit folgenden Worten ein: Arma virumque cano (1) 7 . Damit werden sogleich die Hauptthemen des Werkes ersichtlich, nämlich Waffen (arma) – gemeint sind Kriege – sowie die Reise des von einem Schicksalsspruch angetriebenen Trojaner Aeneas (virum) nach Italien, mit dem Ziel eine neue Stadt für die Trojaner zu gründen. Jedoch entwickelt sich aufgrund des „unversöhnlichen Zorns der wütenden Juno“ (saevae memorem Iunonis ob iram, 4) diese Fahrt zu einer Irrfahrt (vgl. 1-7). Die Wut der Göttin habe ihren Ursprung erstens in ihrem Wunsch Karthagos Macht zu vergrößern, dem das für die Trojaner bestimmte Schicksal entgegenstehe, zweitens in ihrer Entrüstung über das Parisurteil8 und drittens in ihrer Eifersucht auf den von Jupiter entführten Trojaner Ganymed9 (vgl. 15-22 und 26 ff.). Aus diesen Gründen bittet Juno den Windgott Aeolus, die trojanischen Flotten samt den ihr verhassten Trojanern zu versenken (vgl. 69 f.). Die komplette Vernichtung der Schiffe wird nur durch Neptuns Eingreifen verhindert. Er beendet den Seesturm mit der Begründung, dass das Meer zu seiner Befehlsgewalt gehöre und somit nicht Aeolus´ Kompetenzbereich sei (vgl. 138-143). So können sich die Überlebenden – es sind nur noch sieben Flotten vorhanden – unter der Führung Aeneas´ an die Küste Libyens retten (vgl. 170 f.).

Venus, besorgt um das Wohl ihres Sohnes, beschwert sich bei ihrem Vater Jupiter über die funera (232) 10 der Trojaner und darüber, dass die Erfüllung des versprochenen Schicksals in Gefahr stehe (vgl. 229-253). Darauf folgt ein Monolog des Jupiters als Antwort auf die Klagerede. Im folgenden Kapitel soll nun diese Götterszene in vier Sinnabschnitte gegliedert und nach Inhalt, Aufbau sowie sprachlich-stilistischen Besonderheiten analysiert werden.

2.2 Inhaltsanalyse in Verbindung mit sprachlich-stilistischen Mitteln

2.2.1 Beruhigung der Venus: Aeneas´ fata immota (254-266)

Olli subridens hominum sator atque deorum / vultu, quo caelum tempestatesque serenat, / oscula libavit natae, […] (254 ff.)11.

Das ist Jupiters erste Reaktion auf die aufgebrachte Venus-Rede: er küsst seine Tochter und lächelt ihr aufmunternd zu. Man begegnet anstelle eines strengen, autoritären Auftretens väterlichen Gesten. Statt die den „Schöpfer der Menschen und Götter“12 anzweifelnde Tochter zurechtzuweisen, scheint er sie beruhigen zu wollen. Werner Kühn will hier in dem Partizip Präsens Aktiv (PPA) subridens zudem herauslesen, dass Jupiter Venus´ wahre Intention – nämlich dessen Hilfe zugesprochen zu bekommen – bemerkt habe.13 Allerdings deutet der zum PPA gehörende Ablativus instrumentalis vultu 14, näher bestimmt durch einen Relativsatz, eher auf einen Beruhigungsversuch als auf ein Zeichen der Enttarnung hin. Die auffallend vielen Spondeen – sowohl bei subridens als auch im kompletten Vers 255 – verstärken diese Wirkung, da durch die Längen ein ruhiges Lesetempo erzeugt wird.15 Obendrein dient die Heiterkeit Jupiters, die sogenannte ,Serenitätʻ, zugleich als „symbolische Vorwegnahme des freundlichen Ausgangs“16. Diese Annahme bestätigt sich bereits im ersten Satz seiner Antwort.

Die Überleitung zur Rede erfolgt dabei genauso kurz und knapp – man bemerke das einsilbige Adverb dehinc 17 in Vers 256 – wie seine Bestätigung, dass sich die fata der Trojaner nicht verändert haben: Parce metu, Cytherea, manent immota tuorum / fata tibi (257 f.)18. Die Pronomen tuorum und tibi verdeutlichen einerseits die familiäre Verbindung zwischen der Göttin und den Trojanern, andererseits das ständige Eingehen Jupiters auf die Klagerede.19 Daher kann man trotz des Monologcharakters der Szene einen „dauernde[n] inneren Bezug zum Partner“20 beobachten. So auch z.B. bei der Aussage neque me sententia vertit (260)21, die sich direkt auf Venus´ Frage in Vers 237 bezieht. Sprachlich auffallend sind ferner die häufigen Hyperbata sowie Enjambements, die Vergil anwendet. Ein Beispiel dafür findet sich in Vers 259/60.22 Durch die Trennung von sublimem und magnanimum Aenean erhält die positive Charakterisierung Aeneas´ eine aus dem Vers hervorragende Stellung.23 Inhaltlich wird an dieser Stelle Aeneas´ zukünftige Apotheose angesprochen. Näheres zum Todeszeitpunkt erfährt der Leser am Ende des Sinnabschnittes; hier ist die Rede von einer dreijährigen Herrschaft des Trojaners (vgl. 265 f.). Dadurch dass zum einen dessen Tod nur beschönigt durch den Akt der Vergöttlichung ausgedrückt und zum anderen die Regierungszeit zum Schluss angeführt wird, erhält die Prophezeiung einen positiven Unterton. Denn sowohl Venus, aber auch die Rezipienten sollen Aeneas´ Leistungen in Erinnerung behalten, nicht seinen Tod in naher Zukunft.24 Deswegen und um – wie Jupiter selbst sagt – die „Sorge“ der Venus (cura, 261) zu besänftigen, spricht er „ausführlicher“ (longius, 262) über die „Geheimnisse des Schicksals“ (fatorum arcana, 262) statt es bei der kurzen Antwort (vgl. 257-260) zu belassen.25

Laut Jupiter gehören zu Aeneas´ zukünftigen Leistungen darüber hinaus die Errichtung einer geregelten sowie wehrhaften Stadt, das Führen eines gewaltigen Krieges in Italien sowie die Vernichtung wilder Völker (vgl. 263 f.), womit v.a. die Rutuler gemeint sind. Dies macht sich nicht nur inhaltlich, sondern auch durch die ähnliche Stellung am Versende und die Metrik bemerkbar.26 Bei der Enumeratio der Errungenschaften von Aeneas fällt einem sprachlich besonders die Alliteration bei mores und moenia in Vers 264 auf. Auf diese Weise soll der Zivilisierungsprozess und die militärische Standhaftigkeit der gegründeten Stadt stärker betont werden.27

2.2.2 Ausblick auf die weitere Vorgeschichte Roms: Ascanius, gens Hectorea und Romulus (267-277)

Nachdem zuerst Aeneas im Mittelpunkt der Prophezeiung stand, gibt Jupiter nun einen tieferen Ausblick in die Zukunft der Trojaner. Aeneas´ Sohn Ascanius werde 30 Jahre lang herrschen, wobei er ebenso wie sein Vater eine neue Stadt namens Alba Longa gründen wird. Das trojanische Volk28 werde nach diesem noch 300 ganze Jahre regieren (vgl. 267-273). Spätestens bei der dritten Zeitangabe müsste einem die mythische Zahlensymbolik auffallen: Aeneas wird drei Jahre lang regieren, sein Sohn drei ßig und die Trojaner schließlich weitere drei hundert. Insgesamt macht das eine Regierungszeit von 333 Jahren. Obendrein bilden die Zeitangaben zusammen ein Trikolon – erneut eine Verbindung mit dem Faktor drei. Damit erhält die ohnehin schon mystisch konnotierte Weissagung Jupiters einen noch geheimnisvolleren Klang.29 Die Steigerung der Herrschaftsdauern wird dabei von der Metrik unterstützt. Mit Ausnahme der obligatorischen Kürzen im fünften Versfuß haben Vers 269 sowie 272 nur Spondeen.30 Interessant ist ebenfalls, dass Vergil bei den Accusativi durativi31 nie dieselben Begriffe verwendet, wodurch die Dynamik der Regierungswechsel unterstrichen wird. So findet man zum einen unterschiedliche Arten von Numeralia vor.32 Zum anderen begegnet man verschiedenen Vokabeln aus dem Wortfeld ,Zeitʻ, die außerdem analog zu den jeweiligen Regierungszeiten eine Art Steigerung erkennen lassen. Zuerst aestas / hiberna (265 / 266) für die drei Jahre, in denen Aeneas herrschen wird – eine Vokabel, die nur die warme bzw. kalte Periode eines Jahres meint. Und als letzte Stufe das Wort annus (vgl. 272), womit man eher als mit orbis in Vers 269 ein komplettes Jahr mit zwölf Monaten assoziiert.33

Letztendlich werde Romulus geboren werden, der gemeinsame Sohn der königlichen Vesta-Priesterin Ilia und des Gottes Mars. Er werde Rom gründen und die Bewohner seiner Stadt nach ihm selbst benennen (vgl. 273-277). Durch Romulus´ Stadtgründung kommt es also zu einer Weiterführung des trojanischen Geschlechts (vgl. Romulus excipiet gentem, 276)34, wobei die trojanisch-italischen Bürger von nun an Römer genannt werden. Wie so oft in der Literatur erscheint Romulus in Verbindung mit dem Wolfsmythos, jedoch ohne die Erwähnung seines Zwillingsbruders Remus oder des Brudermordes, sodass die Prophezeiung wieder in einem positiven Licht steht. Ferner stamme genauso wie Aeneas auch Romulus von einem Gott ab. Auf die Verwandtschaft mit Mars wird gleich zweimal hingewiesen: zunächst durch das zur Ilia gehörende Attribut Marte gravis (274)35 und dann erneut in Vers 276 f. durch die Rom-Paraphrase Mavortia […] / moenia36. Somit haben die Römer wegen ihrer trojanischen Wurzeln nicht nur Venus als Stammmutter, sondern auch Mars als Stammvater.

2.2.3 Göttlich legitimierte Herrschaft: imperium sine fine und Einlenken der Juno (278-285)

His ego nec metas rerum nec tempora pono: / imperium sine fine dedi (278 f.)37.

Mit diesen Worten verkündet Jupiter die ewige Herrschaft der Römer (his), wodurch die Steigerung der Herrschaftszeiten aus dem vorherigen Abschnitt ihren Höhepunkt erreicht. Aber nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich werde das römische Volk keine Grenzen kennen. „Es wird im Laufe der Jahre die Zeit kommen“ (veniet lustris labentibus aetas, 283), in der die Römer Griechenland ihrer Befehlsgewalt unterwerfen werden (vgl. 284 f.). Auffälliger Weise wird hier die Eroberung Karthagos übergangen, sodass die Provinzialisierung der griechischen Städte Pthia, Mykene und Argos38 eine noch wichtigere Bedeutung erhält. Jupiter geht somit auch auf die Klage seiner Tochter über den Fall Trojas ein (vgl. 238) und besänftigt sie mit der Weissagung einer Art zweitem Trojanischen Krieg, in dem die Nachfahren der Trojaner Rache an den Griechen ausüben können.39

Des Weiteren wird in diesem Abschnitt das Einlenken der aspera Iuno (279)40 prophezeit, die zwar im Moment für Unruhe sorge, doch in der Zukunft sich eines Besseren besinnen werde (vgl. 280 ff.). Das präsentische fatigat – unterstützt durch das Adverb nunc (280) – unterstreicht als Antithese zum futuristischen fovebit in Vers 281 den bevorstehenden Sinneswandel der Göttin. Deshalb werde ihr Zorn den Römern eines Tages nicht mehr im Wege stehen. Im Gegenteil: Juno soll in Zukunft zusammen mit Jupiter die Römer als rerum dominos gentemque togatam (282)41 fördern, sodass die beiden mächtigsten Götter selbst die Macht des römischen Volkes legitimieren. Sowohl die göttliche Legitimation als auch die ewige Herrschaft wurden von Jupiter garantiert, was durch die Verwendung des Perfekts in den Versen 279 (dedi) sowie 283 (placitum [est]) statt des Futurs (wie in der restlichen Prophezeiung) zum Ausdruck kommt.42

[...]


1 Übersetzt werden kann der Begriff etwa mit ,Prophezeiungʻ, ,Bestimmungʻ, ,Losʻ oder auch negativ besetzt ,Verhängnisʻ (vgl s.v. fatum, OLD).

2 Vgl. Lightfoot 1980, 219.

3 In der Arbeit wird stets fata verwendet, weil die Pluralform in der Aeneis weit häufiger zu finden ist – so wie in der zu analysierenden Textstelle. Übersetzt wird fata neutral als ,Schicksal(-sspruch)ʻ oder ,Bestimmungʻ. Auf einen möglichen Bedeutungsunterschied zwischen fatum und fata soll nicht eingegangen werden, siehe deshalb dazu Schauer 2007, hier 113 f.

4 Vergil wird im Folgenden zitiert nach der Ausgabe von Mynors 21972. Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden Zitate nur mit einer Versangabe belegt. Die Angaben beziehen sich alle auf Verg. Aen. 1.

5 Vgl. Wlosok 1967, 60 // Bei der Textinterpretation wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, sondern nur die Aspekte behandelt, die für die Beantwortung der Fragestellung relevant sind.

6 Vergil ist hier und im Folgenden als Synonym für ,epischer Erzählerʻ zu verstehen.

7 „Ich besinge Waffen und den Mann“. Bei den in dieser Arbeit aufgeführten Übersetzungen handelt es sich um eigene. Wenn eine fremde Übersetzung oder andere Hilfsmittel zu Hilfe gezogen wurden, dann wird das stets in Klammern angegeben.

8 Der Trojaner Paris sollte als Schiedsrichter den Streit der drei Göttinnen Venus, Juno und Minerva schlichten, indem er entschied, wer von ihnen die schönste sei. Er wählte – erfreut über ihre Gegenleistung, ihm Helena als Geliebte zu geben – die Liebesgöttin, was zur Beleidigung der anderen beiden Göttinnen führte (in der Literatur sind verschiedenen Versionen zu finden, vgl. u.a. Ov. Epist. 16,65-88, in: Dörrie 1971, 196 f.).

9 Ganymed galt als der schönste unter den Menschen und wurde von Jupiter (in der griechischen Mythologie: Zeus) entführt, damit der Schönling ihm dienen konnte (vgl. Hom. Il. 20,231-235, in: Rupé 162013, 692).

10 „Die Begräbnisse“ oder „das Sterben“ (vgl. s.v. funus, OLD).

11 „Der Schöpfer der Menschen und Götter küsste die Lippen seiner Tochter, wobei er ihr mit einem Gesichtsausdruck zulächelte, mit welchem er Himmel und Unwetter erheitert […]“ (für oscula libavit vgl. s.v. libare (4) , OLD).

12 Der Titel ,Schöpferʻ wird hier durch seine zentrale Position zwischen den dazu gehörenden Genitivobjekten hervorgehoben und lässt eigentlich eine strenge Antwort erwarten.

13 Vgl. Kühn 1971, 22. Ob dies die tatsächliche Intention ist, sei dahingestellt.

14 Vgl. Menge §376 (1).

15 Antonie Wlosok sieht das Lächeln ebenfalls primär als „ein Zeichen des Trostes“ (Wlosok 1967, 61) // Maclennan weist auch auf die vielen Spondeen hin (vgl. Maclennan 2010, 104).

16 Wlosok 1967, 61. Der Begriff ,Serenitätʻ ist aus Schauer 2007, 118 Anm. 302 entnommen und meint die Fähigkeit Jupiters zur Verbreitung von Heiterkeit.

17 Dehinc hat die Bedeutung ,daraufhinʻ und muss wegen des hexametrischen Versmaßes einsilbig gelesen werden (vgl. s.v. dehinc, OLD mit dem Hinweis „monosyll“).

18 „Habe keine Angst, Cytherea. Das Schicksal der Deinen bleibt für dich unverändert“ (für parce metu vgl. Übersetzung von Niklas Holzberg in: Holzberg 2015, 59).

19 Vgl. die Pronomen meus und nos (231 und 250).

20 Kühn 1971, 23 Anm. 16.

21 „Und keine Ansicht hat mich umgestimmt“.

22 Ein weiteres Beispiel wäre promissa und moenia in Vers 258/9. Hier ist zudem interessant, dass die beiden Akkusativobjekte urbem (258) und promissa moenia im Grunde dasselbe ausdrücken. Mithilfe einer Art Hendiadyoin wird so der Akt der Stadtgründung besonders hervorgehoben.

23 Vgl. Jones 2011, 110. Übersetzt bedeutet das Epitheton „der tapfere Aeneas“.

24 Vgl. Maclennan 2010, 105.

25 Vgl. Kühn 1971, 22.

26 Die Verteilung von Spondeen und Daktylen bei populos ferocis und Rutulis subactis (263 und 266) sind identisch: pǒpǔlōs fěrōcî/īs und Rǔtǔlīs sǔbāctî/īs (bei den letzten Silben handelt es sich um jeweils um Anzepse – d.h. diese Silben sind unbestimmt, sie können sowohl lang oder kurz sein).

27 Vgl. Maclennan 2010, 105 und Jones 2011, 111. Die Stadtgründung erscheint somit im Vergleich zu den anderen aufgezählten Leistungen am wichtigsten, vgl. auch Anm. 22.

28 Anstelle von beispielsweise gens Troiana zu sprechen, verwendet Vergil hier die Formulierung gens Hectorea (vgl. 273), „das zum Hector gehörende Volk“. Dies liegt nicht nur an der Ausstrahlungskraft Hectors, der Troja am besten repräsentiere (vgl. Maclennan 2010, 106), sondern auch an dessen emotionaler Wirkung, die den Leser an den tragischen Tod des Kriegshelden erinnern soll. Somit erscheint solch eine Formulierung keineswegs „paradoxical“, wie Jenkyns schreibt (Jenkyns Oxford 1998, 294).

29 Maclennan weist bereits im vorherigen Abschnitt auf die geheimnisvolle Orakelsprache Jupiters hin, die sich anhand der Vokabelauswahl bemerkbar mache; siehe dafür Maclennan 2010 105 f.

30 Vgl. Jones 2011, 112.

31 Vgl. Menge §359 (1).

32 Vgl. RHH §63. So folgt einer Ordinalzahl (tertia, 265) im nächsten Vers ein Distributivum (terna); danach benutzt Vergil eine Kardinalzahl (triginta, 269) und schließlich ein Multiplikativum (ter, 272).

33 Vgl. s.v. aetas für ,Sommerʻ, annus für ,Jahrʻ, hiberna für ,Winterʻ und orbis für ,Jahreszykelʻ, OLD.

34 „Romulus wird das Volk weiterführen“, vgl. Wlosok 1967, 62 Anm. 38. Maclennan ist dagegen der Meinung, diese Formulierung meine den Machtübergang von Numitor auf Romulus (vgl. Maclennan 2010, 107). Im Endeffekt laufen aber beide Thesen auf die trojanischen Wurzeln der Römer hinaus, zumal Numitor als König von Alba Longa, dessen Nichte Ilia und somit auch Romulus von trojanischer Herkunft sind. Genauere Erläuterungen zur Herkunft der Römer von den Trojanern siehe Kapitel 3.2.

35 „Schwanger von Mars“.

36 „Die Stadtmauern des Mars“ bzw. „die zum Mars gehörenden Stadtmauern“ (vgl. s.v. Mavortius, OLD).

37 „Ich erlege ihnen weder Grenzen der räumlichen Ausdehnung noch zeitliche Begrenzungen auf: Ich gab eine Herrschaft ohne Ende“ (vgl. für metas rerum nec tempora, Jones 2011 113).

38 Es werden die drei berühmtesten griechischen Städte aufgezählt, mit denen man Achilleus, Agamemnon sowie Diomedes verbindet. Außerdem steht Argos als Synekdoche (vgl. RHH §265) für ganz Griechenland, weshalb es zum Schluss erwähnt wird (vgl. Maclennan 2010, 108).

39 Vgl. u.a. Jones 2011, 114.

40 „Die strenge Juno“.

41 „Herren über die Welten und als Volk in der Toga“. Diese Formulierung zeigt einerseits die militärische Stärke der Römer, andererseits ihr zivilisiertes Wesen als „,the toga -wearing race [Hervorhebung im Original]ʻ“ (Jones 2011, 113).

42 Vgl. ebd. Mehr zur Bedeutung von dedi und placitum siehe Kapitel 3.1.

Details

Seiten
19
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783346334374
ISBN (Buch)
9783346334381
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v978278
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,0
Schlagworte
Vergil Aeneis Jupiter-Prophezeiung Aeneas Venus Juno Ilias Odyssee fata fatum Rom imperium sine fine Caesar Augustus goldenes Zeitalter Jupiter Epos arma virumque cano Romulus und Remus Mythos Gründung Ascanius Alba Longa Troja Flucht Traum Verg. Aen.
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Titel: Die Jupiter-Prophezeiung (Verg. Aen. 1,254-296) und die Bedeutung der fata