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Lessing, Gotthold E. - Emilia Galotti

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 5 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Emilia Galotti von Lessing

Wichtige Personen:

Emilia Galotti: Bürgermädchen, Jungfrau, fromm, tugendhaft, hübsch, gut erzogen. Will aus Liebe heiraten ohne Vermögen, ohne Titel, revolutionärer Charakter

Odorado und Claudia Galotti: Eltern von Emilia, Oberst in Sabonietta

Hettore Gonzaga: Prinz von Guastalla, begehrt Emilia, repräsentiert das absolutistische System, Fürst, spielt seine Macht willkürlich aus

Marinelli: Kammerherr des Prinzen

Graf Appiani: Verlobter von Emilia, muss Freunde und Ansehen für Emilia aufgeben, da diese keinen Titel trägt

Gräfin Orsina: verstossene Geliebte vom Prinzen

Handlung:

Das Drama ist in 5 Akten unterteilt. Es beginnt bei Sonnenaufgang und endet am Abend des selben Tages.

Folglich : 12 Stunden

Hettore Gonzaga, der Prinz, begeistert sich sehr für ein Bild, dass sein Maler von Emilia Galotti gemalt hat. Er beschliesst auch das lebende Original dieser Schönheit in seinen Besitz zu nehmen.

Sein Kammerdiener Marinelli erzählt ihm, dass Emilia kurz davor ist sich mit dem Grafen Appiani zu verheiraten. Sowas spricht sich schnell rum ,da sie in einer kleinen Stadt leben, in der man sich kennt. Es herrscht ein starkes Standesbewusstsein, es ist wichtig einen Titel und Geld zu haben.

Marinelli soll jetzt einen Plan ersinnen, der die Hochzeit verunmöglicht. Der Prinz will ihm nicht ganz vertrauen und versucht Emilia in der Kirche zu sprechen. Emilia ist sehr fromm und geht täglich in die Frühmesse.

Der Prinz besucht sie also in der Messe und redet auf sie ein, sie kommt ganz verstört und geängstigt nach hause. Er verhält sich draufgängerisch und stürmisch, er will seinen Willen durchsetzen.

Marinelli lässt das Brautpaar auf ihrem Wege zur Hochzeit überfallen und den Grafen Appiani töten. Wie geplant findet Emilia (zufälligerweise) Zuflucht im Lustschloss des Prinzen, gefolgt von ihrer Mutter und schliesslich auch dem Vater.

Das Lustschloss bildet den grossen Kontrast zur bürgerlichen Privatssphäre. Dort übt der Prinz mit Willkür seine Herrschaft aus. Emilia soll verführt werden, unter dem Vorwand, dass man ihr helfen und trösten wird.

Dazu kommt noch, dass die verstossene Geliebte vom Prinzen, die Gräfin Orsina im Schloss eintrifft. Sie meint die Zusammenhänge über den Mord an Appiani zu kennen und überreicht Odorado den Dolch, mit dem er den Prinz töten soll, um Appiani zu rächen und seine Tochter vor dem Verführer zu schützen. Odorado ist tief betroffen vom Verlust seines Schwiegersohnes, es entspricht aber nicht seinen Moralvorstellungen, dass er den Prinzen töten kann. Auf Emilias Drängen hin ersticht er seine Tochter. Emilia sieht keinen anderen Ausweg, um sich vor der Schande zu retten. Der Prinz gibt die Verantwortung für das Geschehen Marinelli.

Das Thema, der Ehre der Jungfrau, geht zurück auf eine Episode aus der Ständekämpfe in Rom. Lessing hat diese schon vorhandene Virgina-Tragödie an einen italienischen Fürstenhof des 18. Jahrhunderts verlegt. Auch in der Geschichte von Titus Livius wird eine schon verlobte Jungfrau entführt und verführt. Sie wurde von Appius, dem Haupt der Zehnmänner, die damals die Regierungsgewalt besassen, aus ihrer Familie gerissen, indem er sie durch einen Richterspruch für unfrei erklärt. Daraufhin stosst der Vater der Virginia das Messer ins Herz und dies auf dem offenen Markte. Er will, wie auch Emilias Vater, sie vor der Schande bewahren. Dieser Vorfall löste eine Revolte in Rom aus. Die Herrschaft der Zehnmänner wurde gestürzt.

Das Stück bei Lessing spielt immer in privaten Anlagen. Es gibt also keine Öffentlichkeit, die das Verbrechen verfolgt und tätig werden kann. Er will die Geschichte nicht für den ganzen Staat interessant machen und daraus auch keinen Umsturz der Staatsverfassung bewirken. Oft wurde ihm deshalb der Vorwurf gemacht, dass er den historischen Stoff verflacht habe.

In dem Stück ist ein Konflikt zwischen zwei entgegengesetzten Klassen.

Emilia Galotti gehört zum bürgerlichen Stand. "Bürgerlich" bedeuted zur Zeit Lessings soviel wie "allgemeinmenschlich" od. "nicht standesgebunden".

Der Gegenbegriff ist "heroisch". Der Bürger denkt menschlich und mit seiner Vernunft erkennt er, wie er moralisch handeln soll.

Emilia Galotti ist ein Sittenroman. Emilia ist ein Musterbeispiel für Sittenhaftigkeit. Dieses zwar weniger durch den Willen des eigenen Verstands als vielmehr durch die Prägung ihrer Eltern. Sie bleibt ihren Moralvorstellungen bis zu ihrem Ende treu und ist sogar bereit, sich zu opfern. Der Roman ist im Sinne der Aufklärung geschrieben. Die Aufklärung ist gekennzeichnet durch den Aufstieg des Bürgertums. In der Aufklärung wurde alles hinterfragt und angezweifelt. Lessing schrieb das Stück in einer einfachen und- im Stile der Aufklärung- schnörkellosen Form, da es auf diese Weise auch den weniger gebildeten Menschen verständlich war.

Das Stück war auch für die einfachen Leute interessant, da Lessing ja über ihren Stand schrieb, der durch die Galottis- hauptsächlich jedoch durch Emilia verkörpert wird, die lieber stirbt, als zu riskieren, ihre Unschuld zu verlieren.

Aufgrund der Versuche des Prinzen sie zu verführen , baut sich in Emilia ein Gewissenskonflikt zwischen Tugend und Lasterhaftigkeit auf, deshalb bittet sie ihren Vater sie zu erdolchen..

Emilia ist ihre Tugend mehr wert als ihr Leben. So war damals die bürgerliche Tugendvorstellung. Man kann von einem Opfer der Tugend sprechen. Sie bittet Odoardo um die Tat und wird somit vom unschuldigen Opfer zur selbstverantwortlich handelnden Person. Man kann ihr also auch eine Art tragische Schuld zuschreiben. Denn wenn ein geschändetes Bürgermädchen sich töten lassen muss, dann liegt die Schuld nicht bei dem der es geschändet hat, sonder bei denen, die es für geschändet halten.

Lessing stellt die Hilflosigkeit der Bürger gegenüber den Mächtigen deutlich dar. Er ruft dazu auf, die Ohnmacht zu überwinden und den Verstand zu gebrauchen. Es ist eine Aufforderung nach einer moralischen und vernunftbestimmten Existenzform des Menschen zu suchen.

Lessing:

Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22.01.1729 in Kamenz ( Dresden) als Sohn eines protestantischen Pfarrers geboren.

1737-41 besuchte er die Lateinschule in Kamenz., von 1741-46 dann die Fürstenschule St. Afra in Meißen, wo er Französisch und Englisch lernte. Von 1746-48 studierte Lessing in Leipzig Theologie, Philosophie und Medizin.

In dieser Zeit wurde er erstmals mit Lustspielen im Stile der Aufklärungszeit wie ,,Der junge Gelehrte", ,,Die Juden" und ,,Der Freigeist" bekannt.

Ende des Jahres 1748 ging Lessing nach Berlin. Er gab zusammen mit seinem Vetter Christoph Mylius die Zeitschrift ,,Beiträge zur Historie und Aufnahme des Theaters" heraus und war ab 1751 Mitarbeiter bei der ,,Berlinischen Privilegierten Zeitung". 1750 begegnete Lessing Voltaire.

Mit seinem Trauerspiel ,,Miß Sara Sampson", das Lessing im Frühjahr 1755 schrieb, schaffte er den Durchbruch als Theaterautor; diese Stück gilt als das erste Trauerspiel in Deutschland. Nach einer aufgrund des Siebenjährigen Krieges gescheiterten Europareise kehrte Lessing 1758 wieder nach Berlin zurück.

1759 wurde sein Buch ,,Fabeln" und das Trauerspiel ,,Philotas" veröffentlicht. Zeitgleich gab Lessing mit seinen Freunden Friedrich Nicolai und Moses Mendelssohn erste Nummern der

,,Briefe die neueste Literatur betreffend" heraus. Hier brachte er seine Kritik an der französischen Klassik und deren Dramen zum Ausdruck und wies auf die Bedeutung Shakespeares auf das deutsche Drama hin.

Da er finanzielle Probleme hatte, arbeitete er von 1760-65 als Sekretär des Kommandanten von Breslau. In dieser Zeit begann er das 1766 vollendete Lustspiel ,,Minna von Barnhelm" welches bis heute als klassisches deutsches lustspiel gilt..

Während seiner Zeit in Breslau schrieb Lessing auch ,,Laokoon: oder die Grenzen der Malerei und Poesie" in dem er über den Unterschied zwischen Poesie und den bildenden Künsten schreibt. Diese kritische Untersuchung verwickelte ihn in eine Auseinandersetzung vor allem mit dem Altphilologen Klotz, aus der ,,Die Briefe antiquarischen Inhalts" hervorgingen.

Von 1765 bis 1767 lebte Lessing wieder in Berlin, von wo aus er auf Einladung von Johann Friedrich Löwen als Dramaturg an das neu gegründete ,, Deutsche Nationaltheater" in Hamburg ging . Dort schrieb er 104 Stücke seiner ,,Hamburgischen Dramaturgie", mit denen er das deutsche Theater von der Vorherrschaft des französischen Dramas und seiner starren Regeln befreite.

Nach dem Zusammenbruch des Theaterunternehmens Ende 1768 nahm Lessing im April

1770 eine Stelle als Bibliothekar in Wolfenbüttel an. Es war für ihn eine oft einsame und missgestimmte Zeit, unterbrochen von einer wenig ergiebigen Italien-Reise

1776 hatte Lessing endlich die finanziellen Mittel, um Eva König zu heiraten, mit der er schon seit 5 Jahren verlobt war. 15 Monate später jedoch starb seine Frau nach der Geburt des ersten Sohnes, der ebenfalls bald darauf starb.

1771 wurde nach langer Bearbeitung das Trauerspiel ,,Emilia Galotti" fertig, in dem Lessing versuchte, die wesentlichen Grundzüge seiner Dramentheorie zu verwirklichen.

Die letzten Jahre, die Lessing in Wolfenbüttel verbrachte, waren geprägt durch den theologischen Streit mit Goeze, dem Hamburger Hauptpastor, nachdem Lessing in seinen Schriften ,,Zur Geschichte und Literatur" Teile einer rein auf den Verstand begründeten Bibelkritik veröffentlicht hatte.

Die von der Zensur verbotene Fortführung des Streites veranlasste Lessing 1779 zu dem dramatischen Gedicht ,,Nathan der Weise", in dem Lessing die Grundsätze der Toleranz und Brüderlichkeit vertrat.

Lessing starb 1781 in Braunschweig.

Details

Seiten
5
Jahr
2000
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v98660
Note
1-2
Schlagworte
Lessing Gotthold Emilia Galotti

Autor

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Titel: Lessing, Gotthold E. - Emilia Galotti