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Jahresringe bei Bäumen, Dendrochronologie

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 4 Seiten

Biologie - Botanik

Leseprobe

Jahresringe bei Bäumen

Die Entwicklung eines Baumstammes kann man wie folgt einteilen.

Die erste Stufe ist die Embryonalentwicklung, die zweite die Entwicklung und als letztes folgt die Reife.

Am Anfang entsteht im Stamm eine Schicht undifferenziertes Bildungsgewebe (Meristem), das sogenannte Kambium. Dieses befindet sich zwischen Xylem (innen) und Phloem (außen); Die Kambiumschicht kann durch andauernde Zellteilung zusätzliche

Xylem-, sowie auch Phloemzellen bilden.

Jahresringe

Jedes Jahr entstehen aus den sich teilenden Kambiumzellen neue Xylem-Schichten (sekundäres Xylem) und Phloem-Schichten (sekundäres Phloem). So vergrößert das Leitgewebe, das aus Xylem und Phloem besteht, automatisch seinen Durchmesser und verdrängt langsam das sich im Zentrum des Stammes befindende Mark. Der hauptsächliche Bestandteil des Stammes aber ist das Xylem, welches uns als Holz bekannt ist. Die PhloemSchicht hingegen wird mit der Zeit nicht viel dicker, weil das Xylem sie jedes Jahr nach außen abdrängt. So entstehen die Jahresringe.

Jeder Jahresring entspricht dem Wachstum des Xylems während einer Vegetationsperiode. Im Spätsommer setzt die Kambiumtätigkeit aus und es werden keine neuen Zellen gebildet. Mit der Wiederaufnahme im Frühjahr produziert das Kambium auch wieder Zellen, die zu verhältnismäßig dünnwandigen Gefäßen werden, dem Frühholz. Dieses trägt zu der Entwicklung der jungen Triebe bei. Die später entstehenden Tracheiden werden hingegen zunehmend dickwandiger und enger (Spätholz), bis schließlich die Kambiumtätigkeit wieder aussetzt. Erst im nächsten Jahr beginnt dann wieder die Ausbildung des Frühholzes, so dass jedes Mal eine scharfe Jahresgrenze entsteht.

Diese Grenzen sind dann die, für das bloße Auge wahrnehmbaren, Jahresringe.

Aufgaben von Xylem und Phloem

Aus dem Kambium entstehen also, wie am Anfang schon gesagt, zwei Arten von Zellen. Diese übernehmen unterschiedliche Aufgaben in der Pflanze.

Das Xylem dient zur Wasserleitung und vermehrt das Holz des Stammes, da seine Zellwände verholzen. Bei der Verholzung wird zwischen die Cellulosemoleküle ein anderes Kohlenhydrat eingelagert. Dieses nennt man Lignin. Die beiden Stoffe verkitten dann zu einem harten Mischkörper. Das Lignin verleiht den Zellwänden auch erhöhte

Widerstandskraft gegenüber Angriffen von Bakterien. Aus diesem Grund können selbst abgestorbene Zellen im Stammholz dem Baum als Gerüst nützlich sein. Dort wo die Zellen aneinandergrenzen sind Tüpfel zu finden. Dies sind Poren in der Zellwand, die nicht verholzen, so dass das Wasser gut durch sie hindurch gelangen kann.

Die Phloem-Zellen sind für die Leitung der organischen Stoffe verantwortlich. Deshalb haben diese Zellen auch andere Eigenschaften. Das Phloem besteht ausschließlich aus lebenden Zellen, die nie verholzen und deren Querwände siebförmig durchlöchert sind (Siebenröhren). Durch diese Öffnungen können die Nährstoffe von Zelle zu Zelle gelangen.

Das Kambium ist also nicht nur für die Entstehung der Jahresringe verantwortlich, sondern bildet außerdem differenzierte Zellen, die bestimmte Aufgaben in dem Baum ausführen. Mehrjährige Holzpflanzen, wie Bäume, bilden in der Reife noch ein Schutzgewebe an der Außenseite. Dieses besteht aus einer Korkschicht, einer Korkrinde und einem Korkkambium, bei dem es sich ebenfalls um ein Bildungsgewebe handelt.

Dendrochronologie

Die Altersbestimmung von Bäumen mir Hilfe der Jahresringe nennt man Dendrochronologie. Die Jahresringe sind wie eine Art Kalender in Holz. Da ein Baum ja nicht gleichmäßig wächst, sondern je nach Jahreszeit unterschiedlich breite Zellschichten (Jahresringe) bildet, kann man sich das zunutzte machen.

Viel interessanter ist es allerdings die Zellschichten auf das Klima zu beziehen, denn dieses hat auch Einfluss auf die Breite der Jahresringe.

Mit der Dendrochronologie wird so ein Bezug zwischen Klima und Jahresring hergestellt, so dass man daraus die Klimachronik vergangener Jahrtausende lesen kann. Die Jahresringbreite wird gemessen und in Kurven dargestellt.

Es lässt sich zum Beispiel ein klimatisch sehr gutes Jahr anhand von breiten Jahresringen in vielen Bäumen gleichermaßen erkennen.

Messvorgang:

Als erstes sägt man eine Scheibe aus dem Baumstamm heraus und schmirgelt diese ab. Die geglättete Seite wird befeuchtet und wieder getrocknet, so dass nun die einzelnen Jahresringe klar zu erkennen sind. Ein dunkler und ein heller Ring ergeben zusammen einen Jahresring. Dann kann der Messvorgang beginnen. Man fängt mit dem äußeren Ring an und arbeitet sich zur Stammmitte vor. Zur exakten Bestimmung der Ringe benutzt man die sogenannte Schieblehre. Mit dieser Lehre kann man jedem Jahr einen genauen Messwert zuordnen. Als nächstes erstellt man eine Tabelle mit Jahr/Ringbreite. Man beginnt mit der letzten Wachstumsperiode als Jahr und somit auch mit dem äußersten Ring. Wenn man in der Stammmitte angelangt ist, addiert man noch vier Jahre hinzu, da die ersten vier Jahresringe nicht mehr zu erkennen sind.

Die Werte der Tabelle werden graphisch dargestellt und können so mit anderen Faktoren des Jahres verglichen werden, wie z.B. Niederschlag und Temperatur.

Gleichzeitig kann man feststellen, ob der Baum an irgendwelchen Krankheiten gelitten hat. Aus diesen Daten kann man außerdem noch den Zuwachs sowie die Wachstumsrate und - geschwindigkeit ermitteln.

Für die Archäologen ist die Dendrochronologie von großer Wichtigkeit, da man durch sie das Alter von Anlagen und Gebäuden, deren hölzerne Balken noch erhalten sind, bestimmen kann.

Details

Seiten
4
Jahr
2000
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v99080
Note
Schlagworte
Jahresringe Bäumen Dendrochronologie

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Titel: Jahresringe bei Bäumen, Dendrochronologie