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Ethische Aspekte des Investments

Examensarbeit 2001 140 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. GELDANLAGE IN INVESTMENTFONDS AUS DER PERSPEKTIVE DES PRIVATEN ANLEGERS
2.1 GRUNDZÜGE DES INVESTMENTGESCHÄFTS
2.1.1 Das Investmentprinzip
2.1.2 Fondstypen
2.1.3 Die Entwicklung des Investmentsparens
2.2 ENTSCHEIDUNGSTHEORETISCHE ASPEKTE DER GELDANLAGE
2.2.1 Grundstruktur einer Entscheidung
2.2.2 Zielbildung
2.2.2.1 Interne Faktoren der Zielbildung
2.2.2.2 Externe Faktoren der Zielbildung
2.2.3 Entscheidung als Prozess
2.3 ERFÜLLUNG MONETÄRER GELDANLAGEZIELE DURCH EIN INVESTMENT IN FONDS
2.3.1 Rentabilität
2.3.2 Sicherheit
2.3.3 Liquidität
2.3.4 Bequemlichkeit
2.4 ANLEGERMENTALITÄT IM WANDEL

3. DIE PRIVATE GELDANLAGEENTSCHEIDUNG IM KONTEXT DER KAPITAL- UND MACHTAKKUMULATION DURCH INVESTMENTFONDS
3.1 VORGEHENSWEISE
3.2 ANNAHMEN
3.3 "KETTE DER ÖKONOMISCHEN RATIONALITÄT“
3.3.1 Der Anleger
3.3.2 Die vermittelnde Instanz
3.3.3 Investmentfonds
3.3.4 Der Analyst
3.3.5 Der Firmenvorstand / Die Unternehmen

4. PROBLEMFELDER UND KONSEQUENZEN EINER ÖKONOMISCHEN RATIONALITÄT
4.1 ÖKONOMISCHE RATIONALITÄT
4.2 GESELLSCHAFTLICHER STELLENWERT DER ÖKONOMISCHEN RATIONALITÄT
4.3 KONSEQUENZEN EINER BETONUNG DER ÖKONOMISCHEN RATIONALITÄT
4.3.1Ökologische Aspekte
4.3.2 Soziale Aspekte
4.3.3 Kulturelle Aspekte
4.3.4 Strukturelle Aspekte

5. DENKBARE LÖSUNGSANSÄTZE
5.1 TRANSPARENZSTEIGERUNG DURCH VERBESSERUNG DER INFORMATIONSSITUATION
5.2 ÄNDERUNG IN DER ZIELHIERARCHIE DER ANLEGER

6. SCHLUSSBETRACHTUNG

I. TABELLENVERZEICHNIS

II. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

III. LITERATURVERZEICHNIS

IV. ERKLÄRUNG

1. Einleitung

Aus der Sicht der Kapitalanlage kann man das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wohl als das Jahrzehnt der Investmentfonds bezeichen. Die Investmentbranche prosperierte in ungeahntem Maße. So stieg allein das in Deutschland in Investmentfonds verwaltete Vermögen von 252.060,7 Mio. DM (1990) auf insgesamt 1.693.988,1 Mio. DM (1999).1

Wie kam es dazu? Welche "ausserwirtschaftlichen" Konsequenzen hat diese Kapitalakkumulation? Welche Lösungsansätze sind denkbar? Das sind, in aller Kürze, die sich aus diesem Phänomen ergebenden Leitfragen der vorliegenden Arbeit. Im ersten Teil soll deutlich werden, warum Investmentfonds aus der Perspektive des privaten Anlegers eine solche Attraktivitätszunahme zu verzeichnen haben. Die Zusammenstellung der möglichen Gründe und Einflussfaktoren zeigt, dass Fonds in sehr effizienter Weise, also ökonomisch, die üblicherweise beim Anleger vorhandenen Anlageziele bedienen können.

Dass eine derartige ökonomische Rationalität auch die anderen Akteure des Kapitalsmarktes bestimmt und so zu einer Kapitalakkumulation bei den Investmentfonds und damit einer Machtstellung gegenüber den Unternehmen führen kann, wird im zweiten Kapitel erarbeitet.

Welcher Art die Auswirkungen sein können, die sich hierdurch auf die Mitwelt ergeben, ist Thema des dritten Kapitels.

An diese Darstellung und Begründung der Konsequenzen einer überbetonten ökonomischen Rationalität bei der privaten Anlageentscheidung und im Ablauf des Kapitalmarktprozesses schließen sich im letzten Kapitel denkbare Lösungsansätze an. Diese plädieren für eine Verbesserung der entscheidenden Parameter bei der Geldanlage in Investmentfonds: der Informationssituation und der persönlichen Einstellung zu den Anlagezielen. Eine Änderung der persönlichen Einstellungen als Lösungsansatz erfordert eine Kritik der ökonomischen Rationalität an sich, welche an dieser Stelle von mir versucht wird.

2. Geldanlage in Investmentfonds aus der Perspektive des pri- vaten Anlegers

2.1 Grundzüge des Investmentgeschäfts

2.1.1 Das Investmentprinzip

Der Grundgedanke der Investmentfonds ist einfach: Die Investment- oder Kapi-talanlagegesellschaft bündelt das Geld der Anleger zu einem Sondervermögen oder Fonds. Dieses Kapital wird von der Investmentgesellschaft nach dem Prinzip der Risikostreuung in viele Einzelanlagen aufgeteilt: z.B. Wertpapiere, Geld-marktinstrumente, Beteiligungen oder Immobilien. Die Mischung richtet sich nach der zu Grunde liegenden Anlagepolitik des Fonds und kann die gesamte Ri-sikopalette abdecken: von konservativen Formen, wie z.B. Geldmarktfonds, bis hin zu den risikofreudigen Möglichkeiten der Optionsscheinfonds.

Für die Verwahrung des Sondervermögens und die Verwaltung der Anteilsscheine ist nicht die Investmentgesellschaft, sondern ein anderes Kreditinsitut, die Depotbank, zuständig.

Mit dem Kauf von Anteilen wird ein Anleger Miteigentümer an dem Sonderver-mögen. Der Wert eines Anteils - oder auch Zertifikats - ergibt sich aus dem Wert des Sondervermögens in Relation zu der Anzahl der ausgegebenen Anteile. Die Entwicklung des Anteilswertes ist hauptsächlich abhängig von der Entwicklung der im im Fonds gebündelten Anlagen. Angebot und Nachfrage bestimmen hier nicht den Rücknahmewert des Anteils.2 Dieser wird börsentäglich von der Fondsgesellschaft ermittelt und kann z.B. dem Wirtschaftsteil der Presse ent-nommen werden.

Die folgende Abbildung verdeutlicht die Zusammenhänge noch einmal:

Abbildung 1: Struktur und Ablauf einer Investmentanlage

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Kasten, Bergmann, Richard, M ü hlmeyer, 1992, S. 288

2.1.2 Fondstypen

Investmentfonds können nach der Art der Kapitalbeschaffung und nach Art der Anlagewerte eingeteilt werden. Als Kapitalbeschaffung bei Offenen Fonds ist die Zahl der Anteile (und damit der Teilhaber) von vorneherein unbestimmt (openend-Prinzip). Die Fondsgesellschaft gibt je nach Bedarf neue Anteile heraus und nimmt ausgegebene Anteile zurück. Dieser Fondstypus ist aufgrund seiner höheren Flexibiltät der häufigste. Bei den Geschlossenen Fonds wird nur eine bestimmte Zahl von Anteilen über eine festbegrenzte Anlagesumme ausgegeben (Closed-end-Prinzip). Bei Erreichen des geplanten Volumens wird der Fonds geschlossen, die Ausgabe von Anteilen wird eingestellt.3

Weiterhin gibt es Publikumsfonds und Spezialfonds. Sie unterscheiden sich durch den Kreis der Anleger. Publikumsfonds sind für die Öffentlichkeit gedacht und können von jedermann erworben werden. Spezialfonds dagegen sind auf be-stimmte institutionelle Anleger ausgerichtet (Pensionskassen, Versicherungen etc.).4 Darüber hinaus existieren noch weitere Fondstypen mit unterschiedlicher Kapitalbeschaffung: z.B. Hedge- und Leverage-Fonds (beide kreditfinanziert) oder Unit-Trusts (die Kapitalanlagegesellschaft kauft aus eigenen Mitteln Wert-papiere und gibt erst anschließend die Anteile heraus).5 Seit 1998 existieren die AS-Fonds. „AS“ steht für Altersvorsorge-Sondervermögen. Sie werden in „fondsfreundlichen“ Kreisen gerne als eine „...neue Säule des deutschen Alterssi-cherungsystems“ angesehen6. Offen und z.Zt. noch in der politischen Diskussion ist die Frage, ob das AS-System mit den herkömmlichen Instrumenten der be-trieblichen bzw. der privaten Alterssicherung steuerlich gleichgestellt werden wird. Falls dies beschlossen werden sollte7, kann man von zusätzlichen Geldern in Milliardenhöhe innerhalb der nächsten Jahre rechnen.8 Diese Mittel würden vor allem in die sog. Substanzwerte fliessen (Aktien, Immobilien).9

Kategorisiert man Investmentfonds anhand ihrer Anlagewerte, sind die Möglich-keiten trotz der rechtlichen Vorschriften nahezu unbegrenzt, vor allem bei den offenen Publikumsfonds.10 Dementsprechend unübersichtlich gestaltet sich dieser Bereich, den ich mit einer Aufzählung der Anlagemöglichkeiten kurz fassen essenvereinigung eingestuft werden. Nach Auffassung des Verfassers sind die gebotenen Informationen trotzdem nutzbar, denn inhaltliche Aspekte sind fehlerfrei und unverfälscht dargestellt; dass die Daten nicht kritisch aufgearbeitet würden, ist zu erwarten gewesen. Gerade in seiner Funktion als „Kundeninformation“ besitzt das Blatt hier Relevanz, da Informationen solcher Art oft in den Geldanlageentscheidungsprozess einfliessen. möchte. Diese Aufzählung richtet sich nach der Erfordernis, später eventuelle negative Konsequenzen durch Unternehmen(-sstrategien) aufzeigen zu können. Demnach folgen hier die Fondstypen, deren Anlageobjekte, also Kapitalempfänger, Unternehmen sein können:

- Aktienfonds (auch spezielle Aktienfonds: nach Branchen, Indices etc.)
- Rentenfonds (die in „Festverzinsliche Wertpapiere“ auch von Unternehmen investieren (vgl. Kapitel 3.3.3) und in spezielle: low coupon fonds, high yield etc.)
- Gemischte-Fonds (Aktien, Renten, Terminmärkte, Optionsanleihe etc.)11

Die Fondsarten vermischen und ändern sich laufend, indem aus ihnen je nach Marktbedarf neue Formen generiert werden.

2.1.3 Die Entwicklung des Investmentsparens

Am 5. März 1849 wurde die „Société civile genevoise d`emploi de Fonds“ von Luc Paccard und Jaques Bordier, Repräsentanten einer großen Genfer Uhrenfa-brik, und dem Bankier Louis Bonna gegründet. Mit einem Anfangskapital von zwei Millionen Schweizer Franken kaufte die Gesellschaft englische, türkische und serbische Staatspapiere sowie Aktien verschiedener Banken und Industriege-sellschaften. Damit war der erste Investmentfonds moderner Prägung geboren.12 1868 wurde in London die älteste noch heute bestehende Investmentgesellschaft „Foreign and Colonial Government Trust“ ins Leben gerufen. Schon damals for-mulierte die Gesellschaft um Lord Westbury in dem Gründungsprospekt des Fonds anlegerorientierte Ziele: sie wollten den kleinen Sparern die gleichen Vor-teile verschaffen wie den Großanlegern und gleichzeitig größere Risiken meiden: „Das Risiko wird durch die Streuung der Kapitalanlage auf eine Anzahl verschie- dener Aktien vermindert.“13 In den Vereinigten Staaten erwachte das Interesse an Fonds relativ spät: in der zweiten Hälfte der 20er Jahre14, begünstigt durch die verbesserte (Gläubiger-) Stellung Amerikas nach dem Ersten Weltkrieg, erlebten die Fonds ihre erste Blüte. Obwohl viele der Fonds nach dem „Schwarzen Frei-tag“ von 1929 wieder vom Parkett verschwanden, setzte nach dem dem Zweiten Weltkrieg ein Investmentboom ein.15 Gestützt wurde die Entwicklung durch den „Investment Company Act“, die erste gesetzliche Grundlage für Fonds.16

In Deutschland begann das Investmentsparen mit der Auflage des ersten Aktien-fonds „Fondra“ der „ADIG Allgemeine Deutsche Investment GmbH“ im Jahr 1950.17

Eine erste ordnungspolitische Regelung des bis dahin recht unaufgeräumten deut-schen Investmentmarktes erfolgte am 16. April 1957 durch das „Gesetz über Ka-pitalanlagegesellschaften“18 für deutsche Investmentgesellschaften. Steuerliche Vorschriften sollten garantieren, dass eine Geldanlage in Investments der Direk-tanlage gleichgestellt ist.19 Der Staat zeigte so frühzeitig sein Interesse an dieser Anlageform. Das Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften ist als Instrument der Vermögensbildung breiter Schichten geschaffen worden. Das am 28. Juli 1969 verabschiedete „Auslandsinvestmentgesetz“ unterstreicht diese Aussage, denn durch die Regelung der Voraussetzungen für den Vertrieb von Fondsanteilen ausländischer Investmentgesellschaften sollten Unterschiede in der steuerlichen Behandlung der Ausschüttungen auf aus- und inländische Anteilscheine nivelliert werden.20

2.2 Entscheidungstheoretische Aspekte der Geldanlage

Investmentfonds können für den Anleger viele strukturelle Vorteile bieten, welche ihm bei der Entscheidungsfindung der Geldanlage entgegenkommen. Wie der Weg zu dem Entschluss in Investmentfonds zu investieren aussehen kann und welche entscheidungstheoretischen Hintergründe bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen können, ist Thema dieses Abschnitts.

Wie Menschen Entscheidungen treffen, beschreibt in der Ökonomie die Theorie des Verbraucherverhaltens und hierunter insbesondere die Entscheidungstheorie. Der Zweck entscheidungstheoretischer Untersuchungen kann entweder deskripti-ver oder normativer Art sein. Die deskriptive Ausrichtung will hauptsächlich den Entstehungsprozess von Entscheidungen erläutern; Die normative Perspektive, und hier insbesondere die bekennend-normative Entscheidungstheorie, versucht, Maßstäbe zu entwickeln, wie entschieden werden soll.21 Da in diesem Kapitel gezeigt werden soll, welche Faktoren die Entscheidungsfindung - auch speziell bei Investments in Fonds - beeinflussen können, ist hier der deskriptive Ansatz relevant. Wertende und damit normative Aussagen über Entscheidungen oder Ziele sind hier nicht Gegenstand der Untersuchung.

Üblich ist eine Differenzierung in Entscheidungsverhalten einzelner Personen (Individualentscheidungen) und vieler Pesonen (Kollektiventscheidungen).22 Da die Geldanlage in den persönlichen Entscheidungsbereich eines Individuums fällt, kann man sie zu den Individualentscheidungen rechnen. Der Bereich der Kollek-tiventscheidungen, etwa die Spieltheorie, soll hier ausgeklammert werden. In erkenntnisbezogener Sicht divergierte die Entscheidungstheorie in zwei Haupt-linien der Forschung: in eine Theorie des Rationalverhaltens (oder auch Entschei-dungslogik) und in die Theorie des beschr ä nkten Rationalverhaltens (oder auch Sozialwissenschaftliche Entscheidungstheorie). Während die erste mit den öko-nomischen und idealtypischen Vorstellungen des homo oeconomicus23 arbeitet, Sondervermögen, §§ 37 a ff. und die Altersvorsorge-Sondervermögen, §§ 37 h ff.). Vgl. Schwark, 2000, S. 12 geht die zweite davon aus, dass bestimmte Beschränkungen die Rationaliät von Entscheidungen beeinträchtigen.24 Im Folgenden soll die Geldanlage als Ent-scheidungsproblem einerseits aus idealtypischer Sicht betrachtet werden, um übertragbare Aussagen zu erhalten; andererseits sollen durch die Darstellung und Einbindung möglicher Beschränkungen ein realistisches Bild des Menschen in-nerhalb der Geldanlagesituation gezeichnet werden. Die folgende Grundstruktur einer Entscheidungssituation hat die Aufgabe, die einzelnen entscheidungsrele-vanten Komponenten vorzustellen und zusätzlich eine grundlegende Annahme der Entscheidungstheorie - die Zerlegung einer Entscheidung in ihre Einzelteile -aufzugreifen.25

2.2.1 Grundstruktur einer Entscheidung

Die Grundstruktur einer Entscheidungssituation besitzt sowohl in der ideal- als auch in der realtypischen Situation Gültigkeit und umfasst zumeist folgende Tei-laspekte:

- die Alternativen (synonym: Handlungsalternativen, Aktionen, Optionen, Stra- tegien): Das Entscheidungssubjekt hat die Möglichkeit, unter verschiedenen Alternativen zu wählen;
- die Umwelt (synonym: Situation, externe Faktoren): hiermit sind Geschehnis- se oder Zustände der Umwelt gemeint, die auf das Ergebnis der Entscheidung einen Einfluß haben, aber von Entscheider nur teilweise oder gar nicht beeinflußt werden können;26 mitgeprägt. (Vgl. zur „Herkunft“ und Bedeutung des homo oeconomicus Henrichsmeyer, Gans, Evers, 1978, S. 37-38) Sein Menschenbild lässt sich mit folgenden Grundsätzen und Annahmen charakterisieren: 1. Grundsatz des Rationalprinzips. Alle Entscheidungen werden streng ökono-misch rational (= wirtschaftlich effizient) getroffen - dem ökonomischen Handeln entgegenste-hende Motive, z.B. psychologische, besitzen keine Bedeutung. 2. Grundsatz der Nutzenmaximie- rung. Er orientiert sich bei all seinen Entscheidungen ausschließlich an der Maximierung seines Nutzens 3. Grundsatz der vollst ä ndigen Information. Er verfügt über lückenlose Informationen aller Entscheidungsalternativen und den sich aus ihnen ergebenden Konsequenzen. Der Markt ist für ihn vollkommen transparent. Seine Anpassungsgeschwindigkeit ist unendlich hoch. (Vgl. von Nitzsch, 1999, S. 1) Selbstredend sind dieses Annahmen über den homo oeconomicus überzeich-net und nicht realistisch.(Vgl. Brauchlin, Heene, 1995, S. 36)

- die Ziele: Als Ziel wird hier ein angestrebter zukünftiger Zustand bezeichnet.27
- die Konsequenzen (synonym: Wirkungen, Ergebnisse) von Alternativen und Umwelteinflüssen: Mit der Wahl einer Handlungsalternative und des Ziels ist die Konsequenz bestimmt. Dies bedeutet nicht, dass das der Ergebnis unmittelbar bekannt ist;
- die Pr ä ferenzen (synonym: Werthaltungen, Bewertungen, Nutzen) des Ent- scheidungssubjektes: der Entscheider zieht eventuell ein Ergebnis - also eine angestrebte Umweltsituation - dem anderen vor. Sind von der Entscheidung keine Ziele des Entscheiders betroffen, so liegt kein dringendes Entscheidungsproblem vor;28 und das Entscheidungssubjekt, (synonym: Entscheidungsträger, Entscheider), welches sich im Zentrum befindet und letztendlich die Entscheidung zu fällen hat.29

Dies ist selbstverständlich nur eine Möglichkeit, eine Entscheidungssituation darzustellen.30 Da diese Begriffe oder ihre Synonyme allerdings in der gesichteten Literatur benutzt werden, sollen sie auch an dieser Stelle herangezogen werden. Eingehendere Erläuterungen zu den einzelnen Teilaspekten und ihren Beziehungen untereinander sind in die folgende Argumentation integriert.

2.2.2 Zielbildung

Da der Aspekt der Zielbildung und -wahl eine besondere Bedeutung für u.a. eine spätere kritische Auseinandersetzung mit der ökonomischen Rationalität besitzt (vgl. Kapitel 5.2 und 6), soll hier auch in gesonderter Form auf die Zielbildung eingegangen werden. Alle weiteren Komponenten der Entscheidungsstruktur wer-den im sich anschließenden Entscheindungsprozess dargestellt. Die Theorie des Rationalverhaltens setzt voraus, dass das Individuum unter einer Vielzahl zukünf tiger Handlungsalternativen auswählen kann und muss.31 Entscheidung bedeutet demnach Wahl. So schreibt auch Raffée: „Übereinstimmung herrscht zunächst darin, dass eine Entscheidung eine Wahlhandlung darstellt.“32 Bevor man sich allerdings sinnvoll für eine Handlungsalternative entscheiden kann, sollte man wissen, welche Ziele überhaupt angestrebt werden, denn erst die Zielsetzung liefert das Beurteilungskriterium für die Auswahl der Entscheidungsalternative.33 Vor die Entscheidung für bestimmte Methoden bzw. konkrete Handlungsschritte ist demnach die Entscheidung für die Ziele gestellt.

2.2.2.1 Interne Faktoren der Zielbildung

Da die Auswahl und Gewichtung von Zielen wie jedes menschliche Handeln durch eine Vielzahl von Persönlichkeitsmerkmalen, individuellen Motiven, Be-dürfnissen, Werthaltungen, Präferenzen, Wahrnehmungs-, Lern- und Denkprozes-sen etc. bestimmt wird34, muss sich der Investor entscheiden (entweder bewusst oder auch intuitiv, d.h. hier ohne Diskurs), welchen Zielen er persönlich Vorrang gibt. „“Pr ä ferenzen “ sind Einstellungen des Entscheiders zu Konsequenzen oder zu Handlungsalternativen.“35 Das Entscheidungssubjekt muss sich Gedanken dar-über machen, welche Eigenschaften die Konsequenz seiner Entscheidung besitzen soll. Diese Eigenschaften bezeichnet man auch als Attribute, Zielgrößen oder Zielvariablen.36 Bei der Geldanlage sind das z.B. Rentabilität (in Prozent) oder Liquidität (in Zeiteinheiten). Ein Ziel ist demnach eine Eigenschaft (Zielvariable) in Verbindung mit einer Angabe über die Präferenz des Entscheiders über diese Eigenschaft. Oftmals steigt oder fällt die Wertschätzung mit einer Änderung der Zielvariablen: „je höher die Rendite, desto besser“.37

Seine individuelle Präferenzordnung schägt sich nach der Theorie des rationalen Entscheidungsverhaltens in einer klar-strukturierten Zielhierarchie nieder. Das Individuum hat eindeutige Vorstellungen seiner fundamentalen und instrumentalen Ziele38. Ersteres wird um seiner selbst willen verfolgt und ist in seinem Kontext fundamental; es beschreibt dabei die gewünschte Endsituation der Wirklich-keit in ihrem realen Inhalt nach Vollzug der Handlung. Instrumentalziele hinge-gen werden verfolgt, da man sich von ihnen eine positive Wirkung auf die Errei-chung eines „höherwertigen“ bzw. fundamentaleren Ziels verspricht. Sie legen die Art und Weise und damit die Ergiebigkeit der Zielerreichung fest.39 Die Differenzierung in Fundamental- und Instrumentalziele erfolgt für gewöhn-lich nicht in der betriebswirtschaftlichen Literatur40, ist aber, wie später noch deutlicher werden wird, im Kontext einer ethischen Reflexion von Geldanlagen unerlässlich. Die instrumentalen Ziele richten sich nach den Fundamentalzielen definieren den Weg zum diesen. Sie weisen so eine methodische Affinität auf und „dienen“ den Fundamentalzielen.

Gegen ein geschlossenes System von Zielen bzw. eine konsistente Zielhierarchie beim Individuum spricht die Existenz unterschiedlicher und nicht isoliert be-trachtbarer Ziele bei einer Person. Dieser Aspekt weist auf ganze Zielsysteme hin41 (bei der Geldanlage etwa Rentabilität, Sicherheit, Bequemlichkeit etc.). In-nerhalb dieser Zielsysteme kann man grundsätzlich drei Arten von Zielbeziehun-gen unterscheiden:

1. Entgegengerichtete Ziele werden als konflikt ä r bezeichnet. Ein Zielkonflikt liegt dann vor, wenn eine Steigerung in der Erfüllung eines Ziels zu einer schlechteren Erreichnung eines anderen Zieles führt. Soll beispielsweise eine Geldanlage einerseits möglichst rentabel und andererseits sehr sicher sein, so liegt zwischen diesen Zielen i.d.R. ein Konflikt vor.

2. Wirkt sich die Erfüllung eines Zieles positiv auf ein anderes aus, so spricht man von komplement ä ren - sich ergänzenden - Zielen. Die Erhöhung der ge- samten Anlagesumme könnte z.B. eine verbesserte Erfüllung des Rentabili- tätszieles (durch bessere Verzinsung) und des Risikominimierungszieles (durch eine breitere Diversifikation der Werte) zulassen.

3. Eine neutrale Beziehung zwischen Zielen liegt dann vor, wenn der Erfül lungsgrad eines Zieles keine Auswirkungen auf den Erfüllungsgrad eines anderen hat.42 Beispielsweise muss eine Geldanlage in umweltbewusste ökologische Fonds nicht unbedingt eine schlechtere Rentabilität mit sich bringen; die beiden Ziele stehen u.U. in einem neutralen Verhältnis.

Wie in Kapitel 2.3.1 noch näher erläutert wird, konzentrieren sich die Ziele bei der Geldanlage auf die vier als wesentlich angesehenen: Rentabilität, Sicherheit, Liquidität und Bequemlichkeit. Diese Ziele sind in der Regel insofern konfliktär, dass z.B. eine hohe Rendite meist an ein überdurchschnittliches Risiko gekoppelt ist und ebenso eine hohes Maß an Sicherheit mit einer gewissen Iliquidität und geringeren Rendite korreliert.

Da Entscheidungsträger zumeist mehrere Ziele verfolgen, müssen für diese Mindestansprüche formuliert werden.43 Demnach (und zum späteren Vergleich der Ist- und Soll-Zustände44 ) ist eine genaue Quantifizierung des minimalen Zielerreichungsgrades notwendig, was bei Zielen, die nicht einfach in eindimensionalen Zahlenwerten ausgedrückt werden können, schwer fallen dürfte. Hier sind insbesondere monetär schwierig bewertbare Ziele, wie z.B. Bequemlichkeit oder auch die ökologische Verträglichkeit eines Investments, aufzuführen.

Dies wiederum führt zu dem zusätzlichen Problem, Aussagen über die Reihenfolge der Ziele, also die Zielhierarchie, machen zu können. Denn wenn es teilweise problematisch ist, die einzelnen Ziele mit einem einheitlichen zielübergreifenden Maßstab zu bewerten, dann fällt eine Subsumbtion in eine bestehende oder noch aufzustellende Zielhierarchie schwer.

Andererseits kann eine Zielhierarchie dabei helfen, ein Ziel konkreter zu fassen und messbarer zu machen. So plädieren Eisenführ und Weber in ihrem Buch „Ra-tionales Entscheiden“ dafür, bei der Entwicklung der Fundamentalziele für eine bestimmte Entscheidungssituation eine hierarchische Struktur zu verwenden.

Fundamentalziele können in Unterziele aufgelöst oder zu Oberzielen gebündelt werden. Hierdurch ist es möglich, die Vollständigkeit und Redundanzfreiheit (Überschneidungsfreiheit) des Zielsystems besser zu überprüfen. Unterziele können Zielsysteme oftmals besser mess- und vergleichbar machen, da übergeordnete Fundamentalziele relativ umfassend sind und so nicht besonders gut zur Alternativenbewertung geeignet sind.45

Zur Verdeutlichung der Zusammenhänge zwischen Fundamental -, Instrumental -, Ober - und Unterzielen dient folgende Abbildung am Beispiel einer Geldanlage-entscheidung:

Abbildung 2: Zielhierarchie f ü r eine Geldanalageentscheidung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Das Fundamentalziel „Erfolg einer Geldanlage“ ist an sich noch zu unpräzise und damit für eine weitere Alternativensuche und -bewertung ungeeignet. Es lässt sich aber z.B. in die Unterziele Rentabilität, Sicherheit und Liquidität sinnvoll aufspalten46, so dass nun zwei Ebenen des Fundamentalziels vorliegen: das Ober-ziel „Erfolg einer Geldanlage“ und die drei erwähnten Unterziele. Konkretisiert man jetzt die Unterziele noch weiter in Instrumentalziele, so wird durch die besse-re Bewertbarkeit der einzelnen Parameter (Verzinsung, vertragliche Laufzeit etc.) ebenfalls eine sinnvollere Einschätzung des übergeordneten Fundamentalzieles möglich.47 Die Zielhierarchisierung, -strukturierung und -systematisierung kann also der besseren Einschätzung der Situation und den sich bietenden Alternativen dienen und damit die Entscheidung erleichtern.

Oftmals ist es Entscheidungsträgern gar nicht bewusst, welche Fundamentalziele sie genau verfolgen sollen; und wenn sie doch welche benennen können, erscheinen diese dann oft widersprüchlich (konfliktär) oder als ob sie in die gleiche Richtung zeigten (redundant). Menschen sind häufig überfordert von der Umweltsituation48, so dass sie ihre Ziele kaum sinnvoll abgrenzen oder überhaupt formulieren können und ein zielerfüllendes Handeln bereits im voraus schwierig erscheint. Je klarer man allerdings die Ziele formuliert, desto besser können die Alternativen erkannt und ausgewählt werden.49

Der Mensch verfügt demnach nicht über ein geschlossenes System von Zielen, welches einen effektiven Entscheidungsprozeß erlauben könnte. Dieser Mangel macht ihn in dieser Hinsicht - ganz im Gegensatz zur idealtypischen Vorstellung des homo oeconomicus - zu einem unvollkommenen Entscheidungssubjekt.50

2.2.2.2 Externe Faktoren der Zielbildung

Über die internen personalen Faktoren (Präferenzen, Motive, Einstellungen etc.) hinaus besitzen auch die externen Faktoren (Umweltfaktoren, Stimuli) einen erheblichen Einfluss auf die Zielbestimmung.51 Zu den externen Faktoren bei der Entscheidung für individuelle Anlageziele kann man z.B. makroökonomische Rahmenbedingungen, Informationsmöglichkeiten über Anlageformen, gesellschaftliche Erwartungshaltungen52 usw. zählen. Diese Dinge sind für den Entscheider aufzunehmende und zu verarbeitende Informationen.

Da der Sachverhalt der Information in diesem Zusammenhang und bei den Erläu-terungen zur unvollkommenen Situation und zum unvollkommenen Subjekt eine bedeutende Rolle spielt, und darüber hinaus oft widersprüchlich benutzt und ver- standen wird53, empfiehlt sich eine kurze Einordnung des Begriffs.

Die Semiotik erforscht die menschliche Sprache in drei Stufen der Abstraktion: Auf der Stufe der Syntaktik werden die Signale und ihre Beziehungen untereinan-der untersucht. In der Semantik sind die Beziehungen zwischen den Signalen und den beschriebenen realen Dingen, den Designaten, Gegenstand der Analyse. In der Pragmatik wird letztlich das Verhältnis zwischen den Signalen, den Designa-ten und den Benutzern erforscht.54 Da in unserem Fall die Beziehung zwischen Nachricht und Benutzer im Vordergrund steht, handelt es sich um eine pragmati-sche Auffassung des Informationsbegriffs. Unter Information soll hier eine „zweckbezogene Nachricht“ verstanden werden, welche das Ergebnis von Ent-scheidungen beeinflussen kann.55

Davon ausgehend, dass Informationen zweckbezogene Nachrichten über Dinge sind und sich physisch ausserhalb des menschlichen Körpers befinden, kann ge-sagt werden, dass sie einen externen Faktor für das Individuum darstellen. Der Inhalt der zweckbezogenen Nachricht kommt für das Individuum von aussen, d.h. dass das Subjekt durch die Umwelt mit einer Information konfrontiert wird. Diese kann für den Anleger inhaltlich neu oder schon bekannt sein. Neben den bereits vorhandenen Informationen (z.B. über bestimmte Anlageformen), existie-ren auch schon ein Wertesystem und Maximen56 auf der Grundlage der existenten Informationen zur Beurteilung und Ordnung neuer Informationen.57 So kann sich z.B. ein Anleger, jeweils eine Anzeige über Optionen und Immobilien in der Wirtschaftspresse studierend, darüber klar sein, dass ein Investment an der Ter-minbörse riskanter ist als der Kauf einer Immobilie. Er besaß die entsprechenden Informationen über die Anlageformen und damit auch eine entsprechende persön-liche Wertskala zu deren Beurteilung bereits vor dem Studium der Anzeigen. Mit den existenten Informationen ist ebenfalls eine, wenn auch nur rudimentäre, Zielstruktur vorhanden. So kann sich unser Anleger durchaus sicher sein, eine möglichst hohe Rendite als oberstes Ziel anzusehen.

Es ist allerdings auch möglich und sogar meist der Fall, dass später hinzukom-mende Informationen (in der Suchphase etwa58 ) das bestehende Wertesystem ver-ändern.59

Um eine Anlageentscheidung so fällen zu können, dass sie die gesetzten Ziele des Individuums und damit seine Bedürfnise möglichst optimal erfüllt, müssen Infor-mationen über Geldanlagealternativen als Mittel der Zielerreichung und Bedürf-nisbefriedigung erworben werden. Durch die Suche und Gewinnung der Informa-tionen wird für den vor eine Anlageentscheidung gestellten Investor das Bild der Entscheidungssituation gezeichnet. Um die erarbeiteten Alternativen und ihre Konsequenzen bezüglich der Zielerreichung bewerten zu können, benötigt das Entscheidungssubjekt, wie gesagt, ein Wertesystem. Wie man an dem letzten Bei-spiel sehen kann, sind beide aber nicht unveränderlich vorgegeben, sondern im-mer auch Ergebnis vorangegangener Informationsgewinnung. Von daher ist anzu-nehmen, dass sich das Wertesystem und die Maximen im Verlauf der Informati-onssammlung ändern.60

Bei der Betrachtung einer gegebenen Situation ist also zu unterscheiden zwischen den durch Wertesystem und Maximen repräsentierten, bereits vorhandenen In-formationen und den vor einer Geldanlage neu zu sammelnden Informationen. Es besteht zweifellos ein Zusammenhang zwischen der Art und Weise der Informati-onsgewinnung und den Charakteristika von Bewertungssystemen, weil die neuen Suchinformationen das vorhandene Wissen mehren61 oder sogar erst ein Wissen begründen. „Das Informationsverhalten bestimmt also nicht nur das Bild der Al-ternativen und deren Konsequenzen, sondern in weitem Maße auch Bewertungs regeln und Maximen, die beim Streben nach maximaler subjektiver Bedürfnisbe friedigung wirksam sind."62

Mit dieser beschriebenen Konfrontation von Information und Mensch „... tritt die Interaktion zwischen motivierender Situation und motiviertem Subjekt in den Mittelpunkt der Analyse“63 Die externen Faktoren und Informationen besitzen laut Raffée motivierende stimulierende Eigenschaften für das Subjekt, welche bei diesem zu einer Zielbildung führen können, da es wahrgenommene Umweltzustände mit seinem Ist-Zustand vergleicht und eventuell eine Differenz empfindet und die Umweltzustände hierdurch zu einem Soll werden.64

Es liegt demnach eine zum Ausgleich strebende Spannung zwischen dem persönlichen Ist-Zustand und dem durch situative Gegebenheiten entstandenen Soll vor. Der Unterschied von Soll und Ist wird in den gleichen Dimensionen gemessen. Beide Zustände sind konstitutiv für das Vorliegen eines Problems.65 Erst das Problemgefühl führt zur Generierung von Zielen und damit weiteren Handlungen und Aktionen zur Erreichung dieser.66 Die Ziele oder Sollzustände besitzen für das Individuum Aufforderungs-Charakter (was im Falle der Geldanlage bedeuten kann, dass ein hier gestecktes Ziel nach weiteren Aktionen zu dessen Erfüllung verlangt); sie sind imperativisch oder deontisch.67

Entscheidend ist hier, dass die (Anlage-)Ziele einer Person (und damit alle hier-von abhängigen Schritte), nicht allein in der „black box“-Mensch - also durch interne Faktoren - entstehen, sondern dass auch äussere Faktoren die Zielvorstel- lungen prägen.68

2.2.3 Entscheidung als Prozess

Während die Entscheidungstheorie des Rationalverhaltens davon ausgeht, dass das Problem an sich im Mittelpunkt steht und eher strukturell-statisch anzusehen ist, schenkt die Entscheidungstheorie des beschränkten Rationalverhaltens dem Prozessablauf der Entscheidungsfindung also der Entscheidungsdynamik beson-dere Beachtung.69 Da mit der Betrachtung der einzelnen Entscheidungsphasen die üblichen Probleme bei einer Entscheidung für eine Geldanlage und vor allem die Vorteile von Investmentfonds innerhalb dieser schwierigen Situation zu Tage tre-ten, möchte ich hier eine Einteilung eines Entscheidungsprozesses aufführen. Al-lein die Erkenntnis der Psychologie, dass die intrapersonale Informationsverar-beitung nicht schlagartig, sondern schrittweise erfolgt, führte in den letzten Jahr-zehnten zu einigen Vorschlägen für Phasenschemata, welche dazu beitragen soll-ten, den Entscheidungsprozess sinnvoll zu gliedern.70 Die Einzeltätigkeiten inner-halb einer Entscheidungsfindung lassen sich in den meisten Theorien auf drei Oberphasen der bewussten Informationssammlung, -verarbeitung und -übertra-gung reduzieren.71 Hans Raffée differenziert im Einzelnen in folgende Phasen:

1. Anregungsphase
2. Suchphase (Informationsbeschaffungsphase)
3. Phase der Alternativen-Bewertung
4. Realisationsphase
5. Kontrolle.72

Durch die Zerlegung des Entscheidungsprozesses in Phasen werden nun zwei Problemfelder sichtbar: erstens ist durch das situative Umfeld der Entscheidung eine Restriktion gegeben; man spricht von einer unvollkommenen Entscheidungs Situation. Zweitens wird deutlich, dass der Entscheidungsträger nicht so „perfekt“ wie z.B. der erwähnte homo oeconomicus sein kann, weshalb von einem unvoll kommenen Entscheidungs-Subjekt die Rede ist.73

Anregungsphase

Die ersten sich bereits in der Anregungsphase ergebenden Schwierigkeiten lassen eines der hauptsächlichen Probleme des gesamten Entscheidungsprozesses erken-nen. Der potenzielle Entscheidungsträger ist von Anfang an mit sehr vielen unge-filterten Informationen umgeben (der externe Impuls), so dass er oft schon bei der Wahrnehmung überfordert ist. Dies wird deutlicher, wenn man an die unüber-sichtliche Menge von Wertpapieren denkt, unter denen der einzelne Anleger wählen kann. Deren Präsenz sind für den Investor - sofern sie in seinem Wahr-nehmungsbereich sind - Stimuli, die er aufnehmen und insofern verarbeiten muss, dass er sie untereinander zu differenzieren vermag. Gerade diese Abgrenzung und Wahrnehmung des Problems stellt sich für den Einzelnen angesichts des „Infor-mations-Overkills“ oftmals als sehr schwierig dar, behindert eine klare Zielfor-mulierung und wird nicht zuletzt deswegen als Unsicherheit und Risiko empfun-den. Auf der einen Seite befindet sich die mit Informationen überladene Umwelt und auf der anderen Seite das physiologischen und psychischen Beschränkungen unterliegende Individuum74. Mit der oben erwähnten Terminologie ausgedrückt trifft eine unvollkommene Entscheidungs-Situation auf ein unvollkommenes Ent- scheidungs-Subjekt. welcher die gewählte Alternative überwacht wird. Falls Abweichungen zwischen den geplanten und den kontrollierten Werten auftreten, werden diese Kontrollwerte wieder zu Anregungsinfor-mationen für den Entscheidungsträger, so dass die Kontrollphase wieder in die Anregungsphase übergeht und der Entscheidungsprozess von vorn beginnt.Vgl. Raffée, 1995, S. 96; Gabler, 1988, S. 1529-1530

Suchphase

Angenommen, ein Investor hat trotz der Widrigkeiten in der Anregungsphase sein Problem und seine Ziele erkennen und abgrenzen können (z.B. Rentabilität einer Aktienanlage mit solider Basis, also Sicherheit), so müsste er nach der Theorie des rationalen Entscheidungsverhaltens in der anschließenden Suchphase einen Katalog aller möglichen Alternativen inklusive ihrer Konsequenzen aufstellen. Selbst wenn er wollte und ausreichend Zeit hätte, könnte er - vielleicht bis auf wenige Ausnahmensituationen - alle Handlungsalternativen aufgrund ihrer Quantität und Komplexität nicht vollständig erfassen.75

Allein eine Analyse der im DAX enthaltenen 30 Standardaktien (mit den für sie vorgeschriebenen Publizitätspflichten), ist z.B. für den Anleger auch unter Zuhil-fenahme externer Hilfe (Anlageberater, Prospekte, Jahresabschlüsse, etc.) kaum realisierbar. Die „Situation“, also die Wirklichkeit, ist zu komplex, als dass für den Entscheidungsträger alle Informationen über alle Alternativen vorliegen könnten. Meist existiert eine Vielzahl von Einflussfaktoren auf die Alternativen und damit die bevorstehende Entscheidung. Oft liegen Abhängigkeiten zwischen diesen Faktoren vor, die eine isolierte Betrachtung unmöglich erscheinen lassen76 und somit die Untersuchung noch komplizierter werden lassen.

Wie kann dies alles mit der beschränkten Informationsbearbeitungskapazität eines Menschen vereinbart werden?

Davon ausgehend, dass Menschen effizient mit ihren Ressourcen umgehen müs-sen, kann man feststellen, dass sie - meist unbewusst - Heuristiken zur Bewälti-gung hoher Komplexität verwenden. Heuristiken sind hierbei Mechanismen der Informationsverarbeitung, welche mit geringem Aufwand zu einem schnellen, aber nicht garantiert optimalen Ergebnis kommen. Heuristiken werden insbeson-dere dann angewendet, wenn sehr wenig Zeit zur Verfügung steht, das Entschei-dungsproblem nicht sehr wichtig ist oder zu viel bzw. auch zu wenig Information vorliegt.77 Ein bekanntes Beispiel für eine heuristische Anwendung zur Komple-xitätsreduzierung ist die Rundung krummer Beträge im Alltagsleben. Diese gerin- gen Unterschiede werden schlicht und einfach vernachlässigt, sofern sie nicht von besonderer Bedeutung für die Entscheidungssituation sind.78 Bei der Geldanlage entstehen Entscheidungen für Investmentfonds nach Ansicht des Verfassers besonders häufig durch Heuristiken. Da die Fonds oft als „gelungenster Kompromiss“ zwischen den konfliktären Anlagezielen verkauft werden, genügt diese Information dem Anleger, so dass er sich für den Investmentfonds entscheidet ohne weitere Informationen zu suchen und zu bewerten. Denn diese weitere Informationsbeschaffung, z.B. das Studium der Anlagegrundsätze oder der Mittelverwendung, wäre sehr aufwendig und wir daher vernachlässigt.

Heuristische Regeln besitzen ebenfalls einen Einfluss darauf, wie wir vor dem Hintergrund einer unsicheren Zukunft unsere Alternativen abwägen. So nützlich und geradezu lebenswichtig diese Heuristiken sind, so täuschen sie uns doch. Sie sind der erste Grund dafür, dass wir uns als „rationale Entscheider“ selbst nicht so ganz trauen sollten.79

Alternativen-Bewertungs-Phase

Jede Abschätzung einer Variablen (Alternative) für sich ist bereits eine risikobe-haftete Entscheidung, deren Unsicherheit sich nach Raffée in folgenden Dimen-sionen zeigt:

1. in der Vollständigkeit der Informationen,
2. in der Sicherheit der Informationen und
3. in der Genauigkeit der Informationen.80

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass durch eine Verbesserung der aufgeführten Dimensionen von Informationen ein geringeres Risiko der Entscheidung erreicht werden kann. „Derjenige, der eine Entscheidung zu treffen hat, kann sein Wissen über die Situation verbessern, indem er sich zusätzliche Informationen beschafft. Es bestehen also ... Möglichkeiten, das Risiko von Entscheidungen zu verrin-gern.“81 Natürlich kann sich jeder Anleger mehr Informationen beschaffen und so deren Vollständigkeitsgrad erhöhen, allerdings sind diese Informationen nicht umsonst. In einer Zeit, in „der Zeit Geld ist“, ist es nahezu schon offensichtlich, dass „there is no such thing as a free lunch“.82 Nichts ist umsonst. Für mehr In-formationen muss der Anleger mehr Zeit aufwenden, in welcher er Geld verdie-nen oder einen Roman lesen könnte. Diese Opportunit ä tskosten einer Einheit be-stehen in dem, was wir dafür durch Verzicht aufgeben müssen.83

Coase nannte alle die Kosten, die durch die Vereinbarung eines Leistungstausches - eine Geldanlage stellt nichts anderes dar - entstehen, Transaktionskosten. Sie bilden sich aufgrund unvollkommener Informationen der am Tausch beteiligten Wirtschaftssubjekte.84 Neben der eigentlichen Entscheidung entsteht also zusätz-lich das Problem den Informationsstand unter Kostenaspekten zu optimieren.85 Unser Anleger muss, wie beschrieben, eine Menge unternehmen, wenn er seine Anlageentscheidung im Hinblick auf seine Ziele optimieren will. Jede KWh, die sein Fernseher verbraucht, jedes Telefonat, jede Online-Minute, jede Fahrt zu sei-ner Bank, also einfach jeder Aufwand, der der Beschaffung von mehr Information dienen soll, gehört zu diesen Transaktionskosten. Diese sind desto höher, je mehr Unsicherheit bezüglich der Geldanlage besteht. Bei einfach-strukturierten, siche-ren und transparenten Bundesschatzbriefen fallen sie z.B. geringer aus als bei einem Investment in Südafrikanische Goldminenaktien. Bei der Geldanlage in Investmentfonds ist oftmals allein die Entscheidung für irgendeinen Fonds eines Marktsegments, sei es regional oder nach Branchen strukturiert (z.B. Südafrika-fonds oder Biotechnologiefonds), ausreichend, um eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen; eine Einzeltitelauswahl wie bei Aktien ist eher sekundärer Natur.86

Investment-Fonds vereinfachen so die Alternativen-Suche und -Bewertung ganz entscheidend. Dies ist ein bedeutender die Entscheidung betreffender Vorteil für den Anleger eines Investments in Fonds, denn diese übernehmen oder minimieren durch ihr Management und ihre gesamte Organisation einen großen Teil der übli-cherweise für den Anleger anfallenden Transaktionskosten bei einer Geldanlage87, so dass eine Entscheidung für einen Fonds als die schnellere, leichtere und bessere Alternative erscheinen kann.

Hinzu kommt als Problem und zusätzlicher Unsicherheitsfaktor in der Alternati-ven-Bewertungsphase, dass die zukünftige Entwicklung der Alternativen progno-stiziert werden muss, da ansonsten keine sinnvolle zielerfüllende Auswahl mög-lich ist. Besonders wichtig ist hier wieder die Vollständigkeit, Sicherheit und Ge-nauigkeit der der Prognose zugrundeliegenden Informationen. Gerade in unserem Beispiel der Aktienanlage ist eine Prognose so notwendig wie unsicher. Denn, wie noch zu zeigen sein wird, gewinnen insbesondere die Fi-nanzmärkte zunehmend an Rasanz, so dass morgen schon überholt sein kann, was heute noch gilt.88 Bei einer Anlage in Investment-Fonds verlieren diese Schwan-kungen in Relation zu anderen Wertpapieranlageformen an Bedeutung, da unter gewissen Umständen und durch die typische Diversifikation innerhalb des Fonds Kompensationsmechanismen entstehen.89 Sie können demnach der begrenzten menschlichen Kapazität entgegenkommen, indem sie die durch unvollkommene Informationen entstandenen Prognoseprobleme zumindest reduzieren.

Die drei Problemfelder der Information bei der Geldanlage (Vollständigkeit, Sicherheit und Genauigkeit) sind eine Stärke der Investmentfonds.

Die Annahme der Ökonomie, „sichere Erwartungen“, „Entscheidungen bei Si-cherheit“90, also auch Kenntnis aller Konsequenzen (durch Prognosen) gegeben durch symmetrische Informationen91, ist idealtypisch. Die Menschen sind dem-nach in bezug auf die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen unsicher, man sagt auch, die Informationen seien asymmetrisch - ungleichmässig - verteilt. Aufgrund dieser unvollkommenen Situation ist eine maximale Nutzung bzw. Op-timierung der Alternativen in der Optimierungs - oder Alternativen - Bewertungs- phase nicht möglich.

Das Prinzip der „Nutzenmaximierung“ ist eine weitere Annahme der Entschei-dungstheorie des Rationalverhaltens92, welche besagt, dass ein Konsument bei gegebenen Preisen und gegebenem Vermögen ein Güterbündel so wählt, dass die-ses unter der Beschränkung seines Vermögens optimal in bezug auf seine Präfe-renzen ist.93 Ein privater Haushalt (unter den auch der Privatanleger fällt), der eine zur Disposition stehende Anlagesumme möglichst nutzbringend auf unterschiedli-che Anlageformen aufteilen soll, muß sich erst einmal darüber im klaren sein, zu welchem Grad ihm die unterschiedlichen Geldanlagemöglichkeiten Nutzen stif-ten. Die Problematik der Nutzentheorie zeigt sich hier unmittelbar in der Schwie-rigkeit, diesen Grad zu bestimmen bzw. den individuellen Nutzen zu messen. Ver-schiedenen Konzepten, wie der quantitativen Messung des Nutzens (kardinaler Nutzenma ß stab), dem vergleichenden „ordnenden“ Kozept der „Indifferenzkur-ven“ (ordinaler Nutzenma ß stab) oder der neueren Theorie der „bekundeten Präfe-renzen“ (Revealed Preference-Analysis), fehlt es bisher noch an einer empirischen Basis.94

Die Nutzen- bzw. Zielthematik stellt auch immer die Frage nach dem optimalen Einsatz der Wirtschaftsgüter. Angesichts der prinzipiell unbegrenzten menschlichen Bedürfnisse einerseits und der Güterknappheit andererseits ist zu klären, welche Handlungsweisen unter wirtschaftlichem Blickwinkel sinnvoll sind. Solche ökonomisch vernünftigen Handlungen werden durch das Rationalprinzip, oder auch ö konomisches Prinzip, beschrieben. Die „Maximierung“ und „Minimierung“ sind Ausprägungen des Rationalprinzips:95

1. das Maximumprinzip: bei gegebenem Input soll ein maximaler Output erreicht werden. Durch die vorhandene Güterknappheit erscheint es vernünftig, mit dem Gegebenem das Maximale erreichen zu wollen.

2. das Minimumprinzip: ein vorgegebener Output soll mit minimalem Input er- reicht weren. In diesem Fall ist es unter wirtschaftlicher Perspektive sinnvoll, ein Ziel mit möglichst geringem Ressourceneinsatz anzustreben.

Dieses enthält allerdings keine Vorschriften über die Inhalte von Erwartungen und Präferenzen. In der Realität kann jedes Entscheidungssubjekt erwarten und vor-ziehen, was es will. Die Erwartungen und Präferenzen sind grundsätzlich subjek-tiver Natur, „... müssen aber begründet und konsistent mit den Rationalitätspostu-laten sein, die der Entscheider anerkennt“96. Eine „rationale“ Geldanlageentschei-dung muß z.B. nicht unbedingt identisch sein mit der Wahl für die monetär renta-belste Anlageentscheidung, denn der Anleger mag andere nicht pekuniäre (Fun-damental-)Ziele verfolgen.

optimal sind. „Optimal“ bedeutet u.a.: 1. Alle notwendigen Informationen und Wertvorstellungen liegen vor 2. Die Informationen zeigen die Existenz des Problems, seinen Lösungszwang bzw. seine Zielerreichung 3. Es entstehen keine Transaktionskosten durch Informationsbeschaffung und -verabeitung. (Vgl. Brauchlin, Heene, 1995, S. 34) und weil seine Entscheidungsregeln für quali-tativ unterschiedliche Informationssituationen eindeutig definiert sind. Der homo oeconomicus besitzt für die drei möglichen Entscheidungssituationen - Entscheidung unter Sicherheit, Risiko und Unsicherheit - eindeutige Entscheidungsregeln.(Vgl. Heinen, 1988, S. 1534-1535). Es ihm also jederzeit möglich, die Ergebnisse aus seinen Handlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung von Umweltzuständen nach Präferenzen zu ordnen. (Vgl. Brauchlin, Heene, 1995, S. 35-36). Da für den homo oeconomicus seine Präferenzen und Zielhierarchie klar sind, trifft er seine Wahl, also seine Entscheidung, indem er das maximiert bzw. minimiert (z.B. den Gewinn oder die Ko-sten), was sein Ziel am besten erfüllt. (Vgl. Heinen, 1988, S. 1534-1535).

Diese Frage nach dem Rationalit ä tsgrad von Entscheidungen hängt demnach stark davon ab, was unter Rationalität verstanden wird. Da man über dieses The-ma leicht ein ganze Bibliothek füllen könnte97, beschränke ich mich auf Folgen-des: das Problem des Rationalit ä tsgrades impliziert eine Hierarchie der Rationa-litäten. So unterscheidet Hans Raffée in eine materiale und eine formale Rationa-lität. Bei materialen Urteilen wird die Gesamtheit der Entscheidung, insbesondere die ihr zugrunde liegenden Ziele unter dem Aspekt der „Vernünftigkeit“ bewer-tet.98 Es soll also die gesamte Entscheidungssituation und inklusive ihrer mögli-chen Konsequenzen, ohne Ausklammerung jedweder Lebenswelten, verstandes-gemäß beurteilt werden.99

Bei der formalen Rationalität steht lediglich der konkrete Mitteleinsatz zur Errei-chung der Ziele im Vordergrund.100 Diese primär effizient und funktional orien-tierte Form der Rationalität, wird häufig als ö konomische Rationalit ä t bezeich-net101, so dass von nun an auch diese Bezeichnung der instrumentalen Zielerrei-chung in der Arbeit verwendet wird. Die beiden Ebenen der Rationalität sind demnach die materiale Rationalit ä t und die ö konomische Rationalit ä t.

So kann z.B. die Entscheidung für ein monetär rentables Aktieninvestment unter ö konomisch rationalen Aspekten vernünftig sein, da das Unternhemen entsprechend „Wert schafft“ und der Kursgewinn steigt. Während die gleiche Entscheidung unter Gesichtspunkten der materialen Rationalit ä t des Entscheiders betrachtet irrational ist, da die Aktiengesellschaft z.B. für eine soziale oder ökologische Unverträglichkeit der Unternehmensstrategie bekannt ist.

Oder es lässt sich der gesundheitsgefährdende Alkoholkonsum eines Alkoholikers unter Gesichtspunkten der materialen Rationalität als „unvernünftig“ einordnen. Auf der formalen Ebene hingegen wird seine Abhängigkeit „nicht bewertet“ und als gegeben hingenommen; nur die Zielerreichungsaktivitäten - z.B. die Maß-nahmen der Alkoholbeschaffung - werden in ihrer Effizienz beurteilt.102

In diesem Zusammenhang wird die erwähnte Differenzierung in Fundamental und Instrumentalziele wieder bedeutsam, denn die auf der Ebene der formalen Rationalität angeordneten Instrumentalziele stehen in unmittelbarer Beziehung zum ökonomischen Prinzip.103

Gerade unter dem Aspekt der Geldanlage erscheint es sinnvoll, die ökonomische -formale - Rationalität weiter zu unterscheiden in eine objektiv- ö konomische und eine subjektiv- ö konomische Rationalität. Man spricht von einer objektiv-ökonomischen Rationalität, wenn die objektiv beste Lösung zur Zielerreichung realisiert werden kann. Wird dieser Grad der Zielerreichung aber nicht erreicht -was in der Realität fast immer der Fall sein dürfte, z.B. durch unvollkommene Informationen des Entscheiders - so spricht man von subjektiv-ökonomischer Rationalität (Der Anleger versucht zwar, die aussichtsreichste Aktie zu finden; die beste Alternative wird aber von ihm nicht entdeckt).104 Das bei der Bewertung der Alterantiven anzuwendende ökonomische Prinzip verliert durch die faktisch uner-reichbare objektiv-ökonomische Rationalität nicht seine Gültigkeit, es ist nur kaum exakt realisierbar.105 Dementsprechend muss sich der Anleger mit der sub-jektiv-ökonomischen Rationalität seiner Investmententscheidung begnügen und versuchen, diese so weit wie möglich zu maximieren. Das Ziel sollte also darin bestehen, eine richtige Entscheidung auf der Basis der verfügbaren Information zu treffen.106 Je vollständiger und eindeutiger die gesammelten Informationen sind, desto besser kann die Taxierung und Prognose der Alterantiven und schließlich die Gesamtentscheidung ausfallen.

Der Anleger weiss allerdings nie genau,

- ob er auch alle möglichen Handlungsalternativen berücksichtigt hat,
- ob sich die zur Erreichung seiner Ziele eingeschlagenen Wege im Nachhinein als richtig herausstellen werden und
- ob er tatsächlich die bestmögliche Entscheidung getroffen hat.107

Da, wie bereits gesagt, nur das Individuum für sich bestimmen kann, wie es die einzelnen Alternativen bewertet, ist eine objektiv gültige „rationale“ Nutzenbestimmung nicht möglich. Jeder Entscheidungsträger muss für sich eine individuelle Präferenzordnung bzw. Nutzenhierarchie aufstellen.

Auch in der Alternativen-Bewertungsphase trifft eine unvollkommene Entschei dungs-Situation auf ein unvollkommenes Entscheidungs-Subjekt und erschwert so die ideale Entscheidungsfindung (bei der Geldanlage).

Realisationsphase

In dieser Phase, in welcher der eigentliche Entschluss für eine Anlageform fällt, ist es besonders fraglich, ob der Investor konsequent seine Entscheidung auf der Grundlage der Ergebnisse der vorhergehenden Phasen trifft, d.h. ob er die Alter-native auch erkennen und wählen kann, die den höchsten Erfüllungsgrad seiner Ziele gewährleistet. Hier spielen wieder die bereits beschriebenen Beschränkun-gen des Entscheidungssubjekts und der Entscheidungssituation eine Rolle.

Kontrollphase

Die Ergebnisse der Kontrollphase führen nur in bestimmten übersichtlichen Fällen durch Rückkopplungsinformationen zu Revisionsentscheidungen.108 Da Investmentfonds meist als langfristige Anlage konzipiert sind, die Schwan-kungen und damit negative Entwicklungen fast schon a priori einschließt, sollen diese negativen Kontrollinformationen in Form von Kursen bzw. Rücknahmeprei-sen des Fonds, für den man sich entschieden hat, nicht sofort zu einer Revision-sentscheidung führen, sondern „ausgesessen“ werden. Investmentfonds bedürfen also nicht einer solchen Kontrolle und Pflege wie andere Geldanlagen; sie sind mit wesentlich weniger Aufwand zu halten.109

[...]


1 Vgl. BVI, 2000, S. 10. Vgl. hierzu das Kapitel 3.3.3

2 Vgl. Balz, 1999, S. 42-43

3 Vgl. Päsler, 1991, S. 8 f.; Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren, 1999, S.55. Dieses Informationsheft des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisen-banken (BVR) soll Anlegern „Wissen und Information“ über eben jene Anlageformen bieten. Der BVR kann aufgrund seiner organisatorischen Aufgaben und seiner Nähe zum „Kapital“ als Inter-

4 Vgl. Päsler, 1991, S. 13-15 und S. 20-23

5 Vgl. Grill, Perczynski, 1992, S. 310

6 BVI, 2000, S. 51

7 Ein Entschluss für eine steuerliche Förderung dieser Anlageform in Deutschland ist angesichts der weltweit bereits geregelten und beschlossenen Förderung sehr wahrscheinlich. Bis auf Chile, welches keine Angaben machte, ist die Alterssicherung in und mit Investmentprodukten in folgenden Ländern üblich und geregelt: Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Japan, Luxemburg, Österreich, Schweden und die USA. Vgl. ebenda, S. 49

8 Im ersten Jahr der AS-Fonds 1998 existierten 31 Fonds mit einem Marktvolumnen von 778 Mio. DM. Ein Jahr später waren es bereits 43 Fonds mit insgesamt 3.082 Mio. DM. Vgl. ebenda, S. 64

9 Vgl. ebend, S. 45

10 Vgl. Päsler, 1991, S. 13 ff.; Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren, 1999, S.62

11 Desweiteren existieren: Spezialitäten-Fonds (Optionsscheine, Futures etc.); nach Nationalitäten (Internationale Fonds, Regionen-/Hemisphärenfonds), mit begrenzter / offener Laufzeit; mit / ohne Garantie (z.B. auf die Ausschüttung, Rückzahlung oder Wertentwicklung); thesaurierende / nicht-thesaurierende Fonds (d.h. ausschüttend / nicht-ausschüttend bzw. die Erträge wiederanlegend); in Euro / in Fremdwährung; in Immobilien (oft bei geschlossenen Fonds); Beteiligungen oder auch andere Fonds (also Fonds, die wieder in andere Fondsanteile kaufen, sog. Dachfonds - vgl. das Beispiel in Kapitel 5.1); Vgl. Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren, 1999, S. 57-63 und Grill, Perczynski, 1992, S. 310

12 Vgl. Götz, 2000, S. 3

13 ebenda, S. 3

14 Vgl. Natter, 1991, S.19

15 Vgl. Götz, 2000, S.4

16 Vgl. Päsler, 1991, S. 4

17 Vgl. Götz, 2000, S.4 und http://www.adig.de/historie/ADIGdieUnternehmen/historie.html

18 Gesetz über Kapitalanalgegesellschaften in der Fassung des Finanzmarktförderungsgesetzes vom 22. Februar 1990 (BGBl.S.266)

19 Vgl. Päsler, 1991, S. 4. Dieses Prinzip ist auch heute noch gültig und wird als Transparenzprinzip bezeichnet.

20 Vgl. ebenda, S. 5 Erweiterte Anlagemöglichkeiten der Wertpapierfonds sind durch das Finanz-marktförderungsgesetz vom 22. Februar 1990 ermöglicht worden (BGBl. I S. 266). Das Zweite Finanzmarktförderungsgesetz vom 26. Juli 1994 (BGBl. I S. 1749) erlaubte die Bildung von Geldmarkt-Sondervermögen und liberalisierte den Geschäftsrahmen der Fonds noch weiter (Er-werb von Optionsscheinen, Wertpapier-Darlehen). Gänzlich neue Fondstypen wurden durch das Dritte Finanzmarktförderungsgesetz vom 24. März 1998 (BGBl I S. 529) zugelassen (Investment-fondsanteil-Sondervermögen, §§ 25 k ff.; Gemischte Wertpapier- und Grundstücks-

21 Vgl. Heinen, 1988, S.1533

22 Vgl. z.B. Raffée, 1974, S. 98; Heinen, 1988, S. 1532

23 Eines der bedeutensten idealtypischen Modelle in der Ökonomie ist der „homo oeconomicus“ ; aus der Nationalökonomie stammend ist er die Grundlage für klassische und neoklassische Wirt-schaftsmodelle und hat somit auch die Sichtweise vom Menschen in der Entscheidungstheorie

24 Vgl. Heinen, 1988, S. 1533

25 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 16

26 Vgl. ebenda

27 Vgl. Hölscher, 2000, S. 3, Brauchlin, Heene, 1995, S. 36-37

28 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 16

29 Vgl. Raffée, 1995, S. 95

30 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 17; Raffée, 1995, S. 94 ff.

31 Vgl. Heinen, 1988, S. 1533; Raffée, 1995, S. 96

32 Raffée, 1995, S. 96

33 Vgl. Hölscher, 2000, S. 3, Brauchlin, Heene, 1995, S. 36-37

34 Vgl. Henrichsmeyer, Gans, Evers, 1978, S. 16; Raffée, 1995, S. 126

35 Eisenführ, Weber, 1999, S. 31

36 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 31

37 Vgl. ebenda

38 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 56-60; Raffèe, 1995, S. 121 ff. Kosiol spricht synonym von Formal- und Sachzielen. Vgl. Kosiol, 1973, S. 383

39 Vgl. zur Ziel-Mittel-Abgrenzung: Eisenführ, Weber, 1999, S. 56-60; Kosiol, 1973, S. 383; Raffèe, 1995, S. 121 ff.

40 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 56

41 Vgl. Hölscher, 2000, S. 6; Eisenführ, Weber, 1999, S. 60 ff.

42 Vgl. zu den Zielbeziehungen: Heinen zit. nach Hölscher, 2000, S. 6-7; Raffée bezeichnet die Zielbeziehungen folgendermassen: 1.konkurrierend, 2. komplementär und 3. indifferent. Inhaltlich meint er das Gleiche. Vgl. hierzu ebenfalls das Kapitel 2.3.1 „Das magische Viereck“ dieser Ar-beit.

43 Vgl. Heinen, 1988, S. 1538-1539

44 s.a. Phasen des Entscheidungsprozesses: Kontrollphase

45 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 62 ff.

46 Diese Aufspaltung hängt natürlich wieder von der Präferenzstruktur des Individuums ab.

47 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 62-66

48 Vgl. die Ausführungen zur „Anregungsphase“.

49 Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 53

50 Vgl. Heinen, 1988, S. 1538-1539

51 Vgl. Raffée, 1995, S. 125-128; Brauchlin, Heene, 1995, S.37-38

52 Vgl. hierzu das Kapitel „Gesellschaftliche Hintergründe“ dieser Arbeit

53 vgl. Kuhlmann, 1970, S. 27

54 Vgl. ebenda, S. 30

55 Vgl. ebenda, S. 31 und S. 63 ff.; Kosiol, 1973, S 382 ff.

56 Unter „Maxime“ wird hier ein subjektiver Grundsatz verstanden, der das tatsächliche Handeln leitet. Anders als ein ethisches Gesetz besitzt die Maxime keine objektive Gültigkeit, sonden ent-springt empirisch bedingten Interessen und Neigungen. Vgl. hierzu Hügli, Lübcke, 1998, S. 417

57 Vgl. Kuhlmann, 1970, S. 12.

58 s.a. Phasen des Entscheidungsprozesses: Suchphase

59 Hier stellt sich die interessante Frage, was zuerst vorhanden war: die Informationen über etwas oder das Wertesystem (die Präferenz) zu den durch die Informationen vermittelten Dingen. Ich denke, dass dies eine „Henne-Ei-Problematik“ darstellt, die letztlich von der (erkenntnistheoretischen) Auffassung des Betrachters abhängt. Z.B. kann man davon ausgehen, dass die Menschen a priori über ein Wertesystem verfügen (was die spätere Veränderung durch hinzukommende Informationenen aber nicht ausschließt!) oder man glaubt z.B., wie die Empiristen, dass nur externe Faktoren (wie die Umwelt) dieses begründen.

60 Vgl. Kuhlmann, 1970, S. 12-13

61 Vgl.ebenda, S. 12

62 Kuhlmann, 1970, S. 12

63 Raffée, 1995, S. 126-127

64 Vgl. Raffée, 1995, S. 126-127; Brauchlin, Heene, 1995, S. 37-38

65 Vgl. Brauchlin, Heene, 1995, S. 37

66 Neben dem beschriebenen Mangelgefühl bzw. dem Gefühl der Differenz können Ziele noch aus folgenden Quellen entstehen: 1.) Strategische Ziele: manche Ziele sind nicht an eine bestimmte Entscheidungssituation gebunden, sondern übergreifender Natur. Z.B. können Unternehmen das strategische Ziel verfolgen, in der Öffentlichkeit ein „gutes Image“ zu besitzen oder Geldanleger versuchen, den Wohlstand der Familie zu erhalten. 2.) Externe Vorgaben: das Ziel kann ganz ein-fach vorgegeben sein. 3.) Betroffene Personen: eine Zielformulierung sollte immer unter Berück-sichtigung eventuell betroffener Personen erfolgen. Bei einer persönlichen Karriereentscheidung z.B. werden oft zuerst die eigenen Ziele erforscht, darüber hinaus sollte man sich aber fragen, welche Ziele die Familie verfolgt. Vgl. Eisenführ, Weber, 1999, S. 54-55.

67 Vgl. Brauchlin, Heene, 1995, S. 37; deontisch, von griech. deon, das Erforderliche, die Pflicht. Vgl. Hügli, Lübcke, 1998, S. 138

68 Vgl. Brauchlin, Heene, 1995, S. 36-45;

69 Vgl. ebenda, S. 71; Gabler, 1988, S. 1529-1530

70 Vgl. Brauchlin, Heene, 1995, S. 71

71 Vgl. z.B. Gabler, 1988, S. 1529-1530; Brauchlin, Heene, 1995, S. 71 ff.; Raffée, 1995, S. 96-98;

72 Entscheidungstheoretische Erläuterungen zu den Phasen: Ein externer Impuls iniziert die Anre- gungsphase. In der Such - oder Informationsbeschaffungsphase werden weitere Informationen zum zugrundeliegenden Problem (den Umweltzuständen) und möglichen Lösungswegen (Alternativen) gesucht. Die Bewertung dieser gesammelten Daten über optionale Lösungen ist Aufgabe der Al- ternativen-Bewertung. Das bedeutet, dass vorhandene Informationen zu einer oder mehreren Pro-blemlösungen verarbeitet werden. Die eigentliche Entscheidung - der sogenannte Entschluss - für einen Lösungsweg ist Sache der Realisationsphase. Mit dieser Aktion ist der Entscheidungspro-zess allerdings noch nicht abgeschlossen, denn auf die Realisation folgt die Kontrollphase, in

73 Vgl. Heinen, 1988, S. 1537-1540

74 Vgl. von Nitzsch, 2000, S. 13 und die Kapitel 3-5

75 Vgl. ebenda, S. 13

76 Vgl. ebenda

77 Vgl. ebenda, S. 13 ff.

78 Vgl. ebenda, S. 15 Dem Verständnis des Anlageverhaltens als komplexem Informationswahr-nehmungs-, verarbeitungs- und umsetzungsprozess folgend, sind hier weitere individuelle An-omalien und Heuristiken ausgewählt, welche Abweichungen des realen Verhaltens von Individuen und Märkten gegenüber dem dargestellten Verhalten beschreiben können: 1.) Selektive Wahrneh-mung („ selective perception “) - Anleger tendieren dazu, Informationen aufzunehmen, die ihren eigenen Vorstellungen / Hypothesen entsprechen. Informationen, die in einem konfliktären Ver-hältnis zu den eigenen Vorstellungen stehen, werden verdrängt, vernachlässigt oder untergewich-tet. 2.) Verfügbarkeit („ availability “) - neue, „frische“ Informationen und solche aus dem näheren sozialen Umfeld werden in der Tendenz überbewertet, da sie schneller/leichter verfügbar sind. Diese Informationen führen zu „vorschnellen“ Urteilen. 3.) Die Präsentation („ framing “) der In-formation wirkt sich auf die Anlageentscheidung aus. 4.) Beharrungsvermögen („ conservatism “) bestehender Informationen gegenüber neu eintreffenden Informationen. 5.) Orientierung am Status Quo („ status-quo bias “) - das Verhalten von Entscheidern, eine Geldanlage, die als zielerfüllend empfunden wird, auch dann als gerechtfertigt zu anzusehen, wenn diese aufgrund der veränderten Entscheidungssituation nicht mehr adäquat ist. 6.) Informationsquellen-Effekt („ information-sources effect “) - die wahrgenommeine Übereinstimmung von Informationenen verschiedener Informationsquellen verstärken die Zuversicht / das Vertrauen in die mit diesen Informationenen getroffenen Entscheidungen, was aber nicht eine Verbesserung der Entscheidung im qualitativen Sinne (Berücksichtigung differenzierter Informationen) zur Folge hat. Vgl. die vollständige Zu-sammenstellung bei Oehler, 1995, S. 25-38

79 Vgl. Heuser, 2000, S.82 f.

80 Vgl. Raffée, 1995, S.102

81 Hölscher, 2000, S. 12

82 Mankiw, 1999, S. 4

83 Vgl. ebenda, S. 58 f.

84 Vgl. Gabler, 1988, S. 1970

85 Vgl. Hölscher, 2000, S. 12

86 Vgl. das Kapitel „Bequemlichkeit“ dieser Arbeit.

87 Vgl. die Kapitel „Rentabilität“ und „Bequemlichkeit“ dieser Arbeit. Das Problem der Transaktionskosten besteht selbstverständlich auch in allen anderen Phasen der Entscheidung.

88 Vgl. hierzu des Kapitel „Anlegermentalität im Wandel“ dieser Arbeit.

89 Vgl. hierzu das Kapitel „Sicherheit“. Insbesondere die Aspekte des „cost averaging“, der Anlagedauer und der Diversifikation sind hier gemeint.

90 Henrichsmeyer, Gans, Evers, 1978, S. 46

91 Vgl. z.B. Mankiw, 1999, S. 631

92 Vgl. Heinen, 1988, S. 1533-1534

93 Bei der Repräsentation der Wünsche des Individuums durch Indifferenzkurven und der Be-schränkungen durch die Budgetgerade lässt sich bei präferenzgeleiteter Auswahl der Alternativen sagen, dass innerhalb der Budgetmenge der Punkt gesucht wird, der der auf der höchsten Indiffe-renzkurve liegt. Vgl. Reiß, 1996, S. 259; Henrichsmeyer, Gans, Evers, 1978, S. 46; Gabler, S. 957

94 Vgl. Henrichsmeyer, Gans, Evers, 1978, S. 151 Dieses Problem der Nutzenbewertung existiert für den homo oeconomicus nicht, da seine Informationen bezüglich der Entscheidungssituation

95 Vgl. Henrichsmeyer, Gans, Evers, 1978, S. 46; Hölscher, 2000, S. 8 f.

96 Eisenführ, Weber, 1999, S. 10

97 Man denke beispielsweise nur an die erkenntnistheoretischen Gräben zwischen dem Empirismus und dem Rationalismus.

98 Vgl. Raffée, 1995, S. 99

99 Die Bedeutung und Begründung dieser „allumfassenden“ Vernünftigkeit zeigt sich in den Kapiteln 4 und 5 dieser Arbeit.

100 Vgl. Raffée, 1995, S. 99

101 Vgl. etwa Koslowski, 1992, S. 74 f. oder Ulrich, 1990, S. 180

102 vgl. zu dem Beispiel des Alkoholikers: Raffée, 1995, S. 99

103 Vgl. ebenda, S. 121 und 99

104 Vgl. ebenda, S. 99. Raffée benutzt anstelle der ö konomischen Rationalit ä t den Begriff der for malen Rationalit ä t.

105 Vgl. Hölscher, 2000, S. 11 ff.

106 Vgl. ebenda

107 Vgl. ebenda

108 Vgl. Heinen, 1988, S. 1538

109 Vgl. hierzu vor allem das Kapitel „Bequemlichkeit“ dieser Arbeit.

Details

Seiten
140
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638165617
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v9995
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,7
Schlagworte
Ethische Aspekte Investments

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Titel: Ethische Aspekte des Investments